Wenn ich ein Dienstmädchen einstelle, das im Jahr 2000 Franken kostet, geht das Bruttosozialprodukt hinauf - heirate ich dann das Mädchen, kommt es wieder herunter. Nello Celio, 1914-1995, schweizerischer Bundespräsident

26 Arbeitsmarkt

VWL Online: Wie wirkt ein Mindestlohn?

Fast alle Parteien fordern ihn: Den Mindestlohn. Über dessen Folgen gibt es – zumindest auf politischer Ebene – noch Streit. Vernichtet ein Mindestlohn Arbeitsplätze oder nicht? Schützt er vor Armut oder verschärft er sie? Ist ein Kombilohn eine Subvention für Arbeitgeber? Für Antworten darauf braucht es nicht viel: Nur einen Professor mit Baseballmütze und 15 Minuten Zeit. (Aktualisiert am 14.03.2013; 16:55 Uhr)

Nachtrag vom 14.03.2013 (16:55 Uhr):

Der zwischenzeitlich erschienene zweite Teil zum Mindestlohn wollen wir an dieser Stelle nicht vorenthalten:

Wie wirkt ein Mindestlohn (II)?


Weitere Videos von Prof. Ulrich van Suntum:
Hat der Euro noch eine Zukunft?

  • Also ich verstehe nicht den Punkt warum wir dann Unternehmen nicht subventionieren.

    Denn wenn es egal ist wo ich arbeite und ich bekomme so oder so 8,50 EUR dann ist es mir doch egal welcher Anteil vom Arbeitgeber kommt und welcher vom Staat. Dann werden doch andere Kriterien relevant wie, wie weit weg der Arbeitsplatz ist, wie die Arbeitsatmosphäre ist etc.

    Warum würde sich der Arbeitgeber gezahle Lohn wieder beim aktuellen Lohn (in diesem Beispiel 5 EUR) einfinden?

    Ich finde das macht keinen Sinn (denke ich) da braucht es doch andere Anreize: Zum Beispiel das der Staatsanteil nicht so stark fällt wie der Arbeitgeberanteil steigt.
    Oder man arbeitet mit einem Grundeinkommen das jeder erhält der arbeitet und jeder gezahlte EUR des Arbeitgebers landet erstmal in der Tasche des Arbeitnehmers also wird voll auf den Bruttolohn aufgerechnet.

    Würde mich über eine Erläuterung freuen :-)

  • Dan Chris

    Dieser Mann ist ein Professor? Selten so gelacht. Die Stundenlöhne sind hoch im Vergleich zur restlichen Welt. Wo ist der Verweis auf die Lebenshaltungskosten und die Produktivität? Ob Löhne hoch oder niedrig sind hängt mit dem generierten Output zusammen.

    Wenn man diesen Zusammenhang nicht erwähnt, dann wäre ein Auto welches mehr als 15000 Euro kostet zu teuer. Dabei wäre es unerheblich was für ein Auto es ist. Niemand würde einen Mercedes und einen VW Polo nur über den Preis vergleichen und seine Schlüsse ziehen. Dieser Professor schon.

    Des Weiteren nimmt er das einfachste Angebots- Nachfragemodell aus seiner Tasche. Er vergisst aber, dass Löhne nicht nur Kosten sondern auch Nachfrage generieren. Das heißt mit einer einfachen Linie ist es nicht getan. Die Sache ist ein wenig komplizierter. Nicht umsonst, sind die Aussagen pro contra Mindestlohn so umstritten. In einer Prüfung wäre dieser Mann bei mir durchgefallen. Ideologie statt Aufklärung.

  • Ex-FDPler

    Leider haben die deutschen “Wirtschaftswissenschaften” bewiesen, dass sie keinerlei Ahnung haben von den Dingen mit denen sie sich angeblich befassen. Das liegt wiederum an der ideologischen Aufstellung. Der von den “Wirtschaftswissenschaften” geradezu religiös praktizierte Markt-Glaube (“der Markt wird es schon richten”) hat versagt.
    Geisteswissenschaftler haben die Lehmann-Krise bereits Jahre vorher vorausgesagt und wurden dafür von den geneigten “wirtschaftswissenschaftlichen” Ideologen die dazu nicht im Stande waren hinreichend bestraft. Warum sollte ich jetzt anfangen sogenannten “Wirtschaftswissenschaftlern” zu glauben. Das sind doch alles nur geldgeile, skrupellose Selbstbediener die auf die nächste Gelegenheit zur Abzocke lauern. Deshalb sind sie ja auch weitgehend in der ideologisch rechts-liberalen Ecke organisiert,

    Denn entgegen der FDP Ideologie-Mantras: Privatisierung führt nachweislich zur Verschlechterung ! (wie man ohne ideologische Scheuklappen in allen relevanten Bereichen einfach sehen kann)

  • Nunja, der Vergleich Mercedes vs. VW Polo ist meines Erachtens in dem Bereich in dem der Mindestlohn gelten würde ( also bei Tätigkeiten wo man heute 7-8 Euro die Stunde erhält ) nicht gegeben, denn grade bei diesen Tätigkeiten kommt es auf Ausbildung etc häufig nicht an.
    Man muss sich also schon die Frage stellen warum jemand der im Lager Pakete packt in Deutschland X mehr verdienen muss – in Osteuropa aber weniger. Korrekter Vergleich wäre also ein VW Polo der im VW Werk Wolfsburg hergestellt wird kostet das doppelte wie ein Polo aus dem Werk Bratislava. Und wär es für mich schwierig den Mehrwert des deutschen Polos zu finden.

    Die Produktivität als Meßstab für den Lohn zu nehmen ist in dem Grunde schwierig, da grade bei den jetzigen Niedriglohntätigkeiten Produktivitätssteigerungen mehr oder weniger über den Kapitalstock erreicht werden, also durch den Einsatz von Maschinen/Technologie.
    Nun ist es natürlich schon wenn man mich als AN an dieser durch Erhöhung des Kapitalstocks bedingten Produktivitätssteigerung beteiligt – jedoch kann dies natürlich kein alleiniger Maßstab für Lohnerhöhungen sein.

    Die Aussagen zum Mindestlohn sind deshalb umstritten, weil sich dies grade in der Klientel der einen oder anderen Partei sehr gut verkaufen lässt und wer will nicht gerne soviel verdienen, dass er davon “leben kann”? Nur “leben” kann man natürlich auf mit sehr viel geringerer Kaufkraft wie es uns die Arbeitnehmer in den Osteuropäischen Ländern vormachen – halt nur nicht so schön wie die, die in Deutschland mehr verdienen.

    Zusammenfassend würde ich sagen, dass der Mindestlohn natürlich ein sehr emotionales Thema ist und eine rein volkswirtschaftliche Betrachtung des Themas die sozialen Problem die prekäre Arbeitsverhältnisse mit sich bringen ausblendet, nur das macht natürlich die volkswirtschaftliche Betrachtung die Sache nicht unwahrer.

  • Dan Chris

    “Hätte ich vielleicht noch mal extra erwähnen sollen”

    Es ist ein komplexes Thema. Schaut man sich dieses Video an, dann sieht es so aus als wäre die ganze Sache klar. Mindestlöhne sind schlecht. Allerdings ist die Sache überhaupt nicht klar. Empirische Untersuchungen geben keinen eindeutige Aussage.

    “Und zur sogenannten Kaufkrafttheorie der Löhne…
    …Kein großer Ökonomen (inklusive Keynes) hat sie jemals vertreten, sie ist eine reine Erfindung der Gewerkschaften.”

    Das mag ja sein. Allerdings wird sie zum Beispiel auch von Heiner Flassbeck vertreten.

    Sei es wie es sei. Eine Wirtschaft ist ein Kreislauf. Kosten des Einen sind immer auch Einnahmen eines anderen. In einer geschlossenen Volkswirtschaft hat die Senkung der Kosten eine Senkung der Einnahmen zur Folge. Sehr gut sieht man das an Griechenland, Portugal, Irland und Spanien. Die Ausgaben der Staaten wurde gesenkt. Dadurch sanken die Einnahmen, da die Steuereinnahmen zurück gingen. Die Frage ist, wie der Multiplikator aussieht.

    Ähnlich wird es beim Mindestlohn sein. Eine eindeutige Aussage ob er positiv oder negativ wirkt wird nicht möglich sein. Fakt ist, dass das vorgestellte Modell etwas zu einfach für die Realität ist.

  • Ulrich van Suntum

    Sie haben recht, vieles ist komplexer, als es sich in wenigen Minuten
    abhandeln läßt. Ich habe deshalb inzwischen ein zweites Video zum Thema
    Mindestlöhne auf youtube eingestellt, wo ich u.a. auch Ihr Argument
    behandele. Zur Kaufkrafttheorie und ihrer Herkunft gibt es übrigens eine
    schöne Seminararbeit, die an meinem Lehrstuhl geschrieben worden ist
    und dort heruntergeladen werden kann:
    http://www.wiwi.uni-muenster.de/insiwo/Download/Hausarbeiten/kaufkrafttheoriederlhne.pdf

    Demnächst
    erscheint zudem ein Beitrag von mir in “Kredit und Kapital”, wo ich im
    Rahmen eines sehr komplexen Kreislaufmodells u.a. auch die
    Kaufkrafttheorie untersuche (Long Term Effects of Fiscal and
    Monetary
    Policy in a Stock-Flow-Consistent Macro-Framework ). Das werde ich
    aber wohl eher nicht als Video posten :). Im Ergebnis erweist sich die
    KK-Theorie erneut als nicht schlüssig, letztlich aus genau den Gründen,
    die ich in einfacher Form auf youtube darzulegen versucht habe.

  • Ja super so ein Video. In 2 Minuten ist alles klar, Friseure sind mit 5.- € zufrieden. Ja nee, ist schon klar. Ist Wissenschaft. Und insoweit nicht angreifbar. Nur ein klitzekleines Problem, es ist weltfremd.

  • Ulrich van Suntum

    Na ja, wieso nicht? Wenn ich alle drei statt alle zwei Wochen hingehe, spar ich schon mal ein Drittel der Friseurkosten, oder? Steigen dürfte auf jeden Fall die Schwarzarbeit in diesem Bereich. Und selber trockenföhnen gibts heute schon teilweise. Von der Nachfrage nach Taxis gar nicht zu reden.

  • Ulrich van Suntum

    Ok also stellen wir uns mal vor Sie sind Unternehmer und haben bisher 5 € Marktlohn gezahlt. Jetzt tut der Staat Ihren Arbeitnehmern 3,50 oben drauf und Sie versuchen daraufhin, den Lohn Ihrer Leute auf – sagen wir – 4 Euro zu drücken. Dann gehen die doch woanders hin, wo sie den Marktlohn (plus die 3,50 €) bekommen, oder? Sie müßten schon unterstellen, dass alle Arbeitgeber sich kartellmäßig verabreden, jetzt nur noch 4 € zu zahlen. Nicht sehr realistisch bei Frisören, Bäckern etc.. Außerdem sind solche Kartelle erwiesenermaßen instabil. Denn da die Arbeitsleistung ja annahmegemäß 5 € wert ist, werden alle Arbeitgeber bei einem künstlich gesenkten Lohn von 4 € versuchen, mehr Leute einzustellen und auf Kosten der Konkurrenz zu wachsen. Das aber treibt den Lohn wieder auf die 5 €.

  • Ahso ich ging doch davon aus, dass wenn ich meinen Lohn auf 4 EUR senke, dass der Staat dann seinen Anteil entsprechend erhöht.
    Aber Sie gehen wohl davon aus, dass der Staatsanteil in jeder Branche gleich ist und unverändert? Also jeder Friseur 3,50 EUR kriegt und sich das nicht anpasst wenn nur sein eigener Lohn sinkt aber der der Branche gleich bleibt, richtig?
    Hört sich aber dann nach einem großen bürokratischen Aufwand an wenn man für jeden Niedriglohnjob den Staatsanteil herausfinden muss. Bzw. die Jobs müssen dann ja alle Kategorisiert werden und bewertet. Friseur ist ja vllt. nicht gleich Friseur…

  • Solch eine dümmliche Milchmädchenrechnung (Teil I)! Ist der Mann Ökonom oder Komiker? Er lässt jeglichen Bezug zur Realität missen! Als ob durch einen Mindeslohn plötzlich die Hälfte aller Friseure ihren Arbeitsplatz verlieren. Haare müssen geschnitten werden und es werden sicher nicht die Hälfte aller Friseurkunden plötzlich die Haare selbst schneiden. Die Preise für einen Haarschnitt werden steigen und das ist auch gerechtfertigt.
    Bei seinem Mindestlebensstandard lässt er vorsichtshalber Kindergeld und ähnliche Zusatzleistungen weg, damit seine Theorie passt. Ich mag diesen tendenziösen Blödsinn gar nicht weiter anschauen… Habt ihr noch mehr so Dummbertl im Angebot? :-(

  • Wer mit dem Taxi zum Friseur fährt, dem spreche ich jegliche Kompetenz ab, die Lebenswirklichkeit eines großen Teils unserer Bevölkerung zu beurteilen!

  • John

    Vielen Dank Herr van Suntum, für diese großartigen Videos!

    Als Studierender Ihres Fachs, sind mir nicht nur die von Ihnen so anschaulich geschilderten Zusammenhänge bekannt, sondern ebenso wie schwer es ist darüber eine angemessene Diskussion zu führen. Der Mindestlohn hat sich als Selbstzweck in den Köpfen vieler Menschen festgesetzt, so dass man erst einmal einen
    Schritt zurückgehen muss um zu erkennen, dass das Ziel die Verhinderung von Armut trotz Arbeit ist. Danach kann über einen effizienten Weg zur Erreichung dieses Ziels gesprochen werden. Wenn erstmals diese Ordnung des allgemeinen Zusammenhangs erfolgt ist, hat man dann vielleicht eine Chance von den
    negativen Effekten eines Mindestlohns zu überzeugen und Alternativen vorzustellen. Allerdings ist es erstaunlich, wie schwer es ist Menschen von etwas abzubringen, was ihnen über Jahre als allgemeine Wahrheit und Stand der Wissenschaft von “Experten” verkauft wurde. Aber das ist wohl etwas für die Psychologen.

    Jedem Mitleser der sich von youtube-videos nicht überzeugen lassen will, kann ich nur das Paper von Knabe/Schöb (2008) ans Herz legen. Anstrengend zwar und man muss der englischen Sprache mächtig sein, aber an den Kommentaren sieht man ja, dass alle hier zumindest Hobby-Wissenschaftler sind. Dürfte dann ja kein Problem mehr sein.

    Ich freue mich auf weitere Videos!

  • John
  • Ulrich van Suntum

    Das haben Sie wohl mißverstanden: Gerade weil man auf Taxifahrten leicht
    verzichten kann, wird dort die Nachfrage als Folge von Mindestlöhnen
    zurückgehen. Im Übrigen ist mir etwas rätselhaft, wieso Kompetenz von
    der Verkehrsmittelwahl abhängen soll. Da ich aber als Münsterländer
    wahrscheinlich mehr Fahrrad fahre als mancher andere, hab ich insoweit
    nichts dagegen :))

  • aha

    Was ich damit sagen wollte ist, dass die Annahmen (ich weiss, dass ist immer so) das Ergebnis erzeugen. Man könnte aber auch folgende Annahmen treffen:

    1) Das Arbeitsangebot ist nicht nur unelastisch, sondern steigt bei sinkendem Lohn. Diese Annahme wäre realistisch, wenn das Existenzminimum nur durch Lohnarbeit erreicht werden kann (keine staatlichen Almosen, keine Möglichkeit der Schwarzarbeit).

    2) Der Lohn ist so niedrig, dass er selbst bei maximaler Arbeitsleistung das Existenzminimum nicht sichert. Damit erzeugt der Arbeits”markt” negative externe Effekte. Die Internalisierung der externen Effekte könnte dann über einem Mindestlohn erreicht werden.

    3) Die Nachfrage nach Friseurleistungen ist preisunelastisch (zumindest im unteren Bereich).

  • Dan Chris

    Es ist wirklich eine interessante Arbeit. Besonders, da die Zeit keine Rolle zu spielen scheint. D.h. Erwartungen von Unternehmen, oder Konsumenten können keine Rolle spielen, Wachstum (so weit ich das sehe) existiert in diesem Modell nicht. Es wird nur das Gleichgewicht zu einem festen Zeitpunkt t betrachtet. Ausgehend von diesem Zeitpunkt wird versucht ein dynamisches System zu beschreiben. Das halte ich persönlich für schwierig. Vor allem, weil in den Gleichungen zwar C=L+G ist, aber im Grunde C=L(C(t-1))+G(C(t-1)) sein sollte. Der Konsum des vorgehenden Schrittes beeinflusst den aktuellen Konsum, usw. Die Zusammenhänge können beliebig nicht-linear sein.
    Ich denke eine Aussage pro contra Mindestlohn lässt sich deshalb, wenn überhaupt, aus der Empirie gewinnen.

  • Über die wahren Zahlen volksprotest de Lösungen siehe Forum…Manfred Julius Müller für Zollgrenzen neo-liberalismus de und auch anti-globalisierung.de gegen die exportfixierte neoliberale sogenahnnte Angebotspolitik, gegen den Freihandel, gegen den Monetarismus…

  • Das Problem ist, dass das Angebot wegen des EU-Binnemarktes in Verbindung mit den staatlichen Zuschüssen nicht unelastisch ist. Aus diesem Grund macht es eben Sinn tarifliche Lohnuntergrenzen festzulegen. Ansonsten erhöht sich Angebot insbesondere aus den Ländern, wo das Durchschnittseinkommen ohnehin niedriger ist, da die ja auch die Aufstockung bekommen.

  • Bruce

    Zum Kaufkrafteffekt der Löhne:
    Bei einem Mindestlohn von 7,50 € ergibt sich ein Einkommen von 1200 €. Jetzt meine Frage an Sie: Wieviel wird man denn davon sparen?! Ich würde behaupten, das Geld geht nahezu komplett in den Konsum. Ebenso möglich wäre es, dass ein ganz Ehrgeiziger tatsächlich spart und selbst zum Arbeitgeber wird. Diese Effekte haben Sie komplett unterschlagen.

    P.S.: übrigens ein Fehler in der Folie (8:21)

  • 1. Keynes war ein Gott 2. Adam Smith hatte unrealistische Annahmen beschrieben, die nur unter bestimmten Bedingungen ihre Wirkung zu 100% hatten. (das Fehlen der Möglichkeit, das Menschen Geld zum Sparen verwenden (und je höher das Einkommen, desto höher die Sparquote -> Folge: Unternehmen investieren zu wenig; je niedriger das Einkommen, desto weniger die Möglichkeit zu Sparen), die Unsicherheit am Markt lässt Investitionen verhindern, was nach den Neoklassik nicht möglich ist (Folge: Sparen), sowie das Nichtwissen über die friktionelle Arbeitslosigkeit hinaus, daraus resultierendes Zurückbleiben der Nachfrage hinter dem Angebot) Wer nicht erkennt, dass akkumuliertes Geld nicht mehr in den Realwirtschaftskreislauf zurückfließt und damit automatisch die Marträumung zu jeder Zeit verhindert, ist unsäglich halbwissend und es sollte für ihn die Guillotine
    wieder aufgestellt werden. Natürlich stellt ein Mindestlohn keine endgültige Lösung dar, aber es sollte klar sein, dass dem Produzenten seiner Leistung insoweit enteignet wurde, dass der Rentier einen so hohen Anteil an der Fremdleistung hat, dass die produktive Arbeit in der Relation zum Kapital kaum Wert mehr hat. Der überwiegende Teil, welcher Produktiv arbeitet, innerhalb einer industriegesellschaft, arbeitet weit unter seinem natürlichen Preis, da der Marktwert seiner Arbeit aufgrund zu hohem Angebots gesunken ist. Dabei ist die eigentliche Arbeitsleistung und Produktivität gleich stark geblieben oder sogar gestiegen. Der Produktivitätszuwachs wird ausschließlich von den Unternehmen nahezu kostenfrei “eingesteckt”, Deswegen geben die Unternehmen diesen Menschen keine Chance (unter der Voraussetzung diese sind nicht den Martrestriktionen der gewerkschaftlichen Übermacht unterstellt oder sie bedienen sich der Effizienzlohntheorie). Übrigens war Keynes ein Gott, weil er den Zusammenhang erkannte, dass aus einem solchen Machtverhalten der heutigen Wirtschaft nur eine logische Schlussfolgerung entsteht: Krieg. Ich bitte um eine objektivere Stellungnahme, die eine ganzheitliche Erkenntnis zur wissenschaftlichen Analyse dieser Thematik dient. Alles andere wäre Halbwissen…

  • Paul

    Hallo Herr Jung,
    áuf der persönlichen Ebene möchte ich Ihnen sagen, dass die Forderung nach dem Aufstellen einer Guillotine (und wohl auch deren Nutzung) für konkrete Personen (also alle “Halbwissenden”, die Ihre Ausführungen nicht verstehen können) zu der Art Äußerungen gehört, mit der Sie sich in einem Forum keine Freunde machen und für die Sie sich in einer größeren Runde Menschen in der realen Welt – wenn Sie sie dort überhaupt getätigt hätten – wohl im Nachhinein geschämt hätten.

    Auf der fachlichen Ebene würde ich Ihnen gerne antworten, wenn ich genug von dem, was Sie schreiben, verstehen würde. Leider werfen Sie mit vielen fremden Begriffen um sich, die fehlerhafte Grammatik macht es schwerer, zu verstehen, wovon Sie sprechen.
    Darüber hinaus geht Ihr Beitrag, wenngleich er als Kommentar auf den Meinigen geschrieben wurde, in keiner Weise auf meine Frage ein.

  • Dan Chris

    In meinen Augen sind alle drei Szenarien denkbar. Es wird sich eine Mischung ergeben. Wenn zum Beispiel der Frisör zu teuer wird und einige Menschen nicht mehr hingehen können, dann steigen die Verkäufe von Haarschneidemaschinen. Da diese produziert werden müssen, können die arbeitslosen Frisöre dort arbeiten gehen. Diese Effekte werden im einfachen dargestellten Modell nicht berücksichtigt, da nur ein fixer Zeitpunkt betrachtet wird. Entwicklungsprozesse kommen darin nicht vor.

  • Die wahren Zahlen abseits der neoliberal-monetaristischen Mainstream Medien http://www.volksprotest.de Lösungen siehe Forum…

  • Dan Chris

    Es war ein Beispiel, welches verdeutlichen soll, dass die Welt nicht eindimensional ist. Wenn die Maschinen in einem anderen Land gebaut werden, dann muss man Güter produzieren die dieses Land braucht. Erst dann kann man ohne Kredit die Maschinen dort kaufen…

  • ElektroMan

    Sie haben sehr schön die Zusammenhänge erklärt, vielen Dank. Ich habe einen Betrieb mit ca. 35 Mitarbeitern, habe nie studiert und lese diese Theorien zum ersten mal. Sehr aufschlussreich und treffend, denn es spiegelt absolut die reale Situation wieder, die ich in der eigenen Realität vorfinde. Niemand unserer Mitarbeiter war arm oder mit seinen 6,25 unzufrieden. Jetzt aber werde ich die Hälfte der Leute entlassen und die andere Hälfte muss unter hektischen Umständen arbeiten, die sie eigentlich nie wollten. Und es gibt einen weiteren ganz negativen Effekt: die Minijobber, die brutto für netto arbeiteten, die verdienen jetzt auf einmal mehr als 450,-, werden also sozialversicherungspflichtig angemeldet, bekommen dann bei einer schlechten Steuerklasse aber weniger als 5,- ausgezahlt und haben natürlich keine Lust mehr, dafür zu arbeiten. Die WOLLEN weniger verdienen, dürfen aber nicht. Am Ende MÜSSEN sie weniger arbeiten, was sie eigentlich auch nicht wollen. Ich finde es grob fahrlässig, was der Staat da tut. Abzocke pur. Eine negative Lohnsteuer in den unteren Lohnklassen hätte das Problem doch elegant gelöst. In jedem Unternehmen gibt es wenig qualifizierte Arbeit zu verrichten und in jeder Gesellschaft gibt es Leute, die einen Lohn von 8,50 einfach nicht erwirtschaften können. Und 8,50 ist ja wirklich eine hohe Hürde: 25% der Arbeit ist ineffektiv (Urlaub, Krankheit, Lkw abladen), sind schon 11,33 plus Arbeitgeberanteil (x 1,4) = 15,86 zzgl. 19% MwSt macht 18,88 effektiven MEHRumsatz in JEDER Stunde, unterhalb dessen der Mitarbeiter Geld kostet anstatt welches einzubringen. Da wird die Luft schon sehr dünn. Warum will man alle diese Leute unbedingt arbeitslos sehen und stattdessen irgendwelche Saugroboter die Firmenflure schrubben lassen? Ich verstehe diese unsoziale Politik einfach nicht… Und es tut mir weh, das mit anzusehen. Wo leben wir denn, wenn man 18,88 braucht, um davon 13 Steuern abzuführen und einem Mitarbeiter dann 5,88 auszuzahlen?! Dieses System ist total krank! …und eins noch für die vielen Nörgler hier: Meine Firma ist mein liebstes Hobby – ich arbeite als Chef dort seit 22 Jahren tagein tagaus ohne Urlaub für NULL Euro die Stunde. Ja, auch sowas gibt’s…