Politiker sparen, indem sie den Gürtel der Bürger enger schnallen. Lothar Schmidt, *1922, dt. Jurist, Politologe

1 Arbeitsmarkt

Am Schopf aus dem Sumpf: Schaffen höhere Löhne neue Jobs?

Höhere Löhne steigern Konsum und Nachfrage und sorgen so für mehr Beschäftigung. So wird häufig argumentiert, wenn um Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit diskutiert wird. Doch was sagt die ökonomische Theorie dazu? Und was die empirische Erfahrung?

In seinem neuesten Video-Podcast beleuchtet Prof. van Suntum die Kaufkrafttheorie der Löhne.


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  • Autor

    Prof. Dr. Ulrich van Suntum

    ist geschäftsführender Direktor des Centrums für angewandte Wirtschaftsforschung der Universität Münster (CAVM) und stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa).

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  • Dan Chris

    Im Grunde bringen sie es am Anfang auf den Punkt. Löhne sollten mit der Produktivität + Inflation wachsen. Das ist in Deutschland nicht der Fall. Dort sinken sie inflationsbereinigt. Das sieht man im letzten Diagramm sehr deutlich.

    Des Weiteren wird erzählt, dass Lohnzuwächse nichts bringen. Es werden aber Durchschnittwerte verwendet. Wenn im wesentlichen die oberen Lohnempfänger partizipieren, dann ändert sich an der Kaufkraft nichts. Lohn = Kaufkraft ist nur bei den niedrigen Einkommend der Fall.

    Die Folie Hohe Lohnzuwächse = hohe Arbeitslosigkeit zeigt nicht, wie groß der Einfluss der Austeritätspolitik ist. Des Weiteren gilt hier das mikroökonomische Modell, da viele der Probleme dem Außenhandel geschuldet sind. In der Eurozone konnten die Staaten nicht abwerten, sodass Deutschland über seinen schwachen Lohnzuwachs mehr exportieren konnte. Senken die Euroländer ihre Löhne, dann steigt in Deutschland die Arbeitslosigkeit, da die Exportmärkte wegbrechen. Das kann man an der Verkaufszahlen für Autos im Moment sehr gut sehen. D.h. die Arbeitslosenzahlen 2007 wären interessant gewesen. Denn die Arbeitslosenzahlen 2013 zeigen, dass diese dramatisch gestiegen sind, obwohl die Löhne deutlich gesunken sind.

    Eine Frage habe ich noch. Wie kann man den Zusammenhang zwischen Lohnzurückhaltung und Erwerbstätigenzuwachs sauber bestimmen, wenn die Definitionen was ein Erwerbstätiger ist sehr unterschiedlich sind?

    Eine zweite Frage habe ich auch noch. Wieso darf man in den Gleichgewichtsmodellen die Löhne beliebig verscheiben, ohne das eine Rückwirkung auf steigende Produktivität, etc. berücksichtigt wird? Die Dynamik der Wirtschaft ist nicht existent.

    Eine dritte Frage, gibt es längerfristige Darstellungen der Lohn – BIP Entwicklung. Ich glaube mich zu erinnern, dass in den 50er-70er Jahren die Löhne stiegen und dann das BIP.