Den Arbeitslosen geht es in Europa besser als den Vollbeschäftigten in Asien. Ich bin aber optimistisch, daß sich Europa aus dem System der letzten 50 Jahre lösen kann. Dr. Helmut Sohmen, *1939, Vorstandsvorsitzender der ?World-wide-Shipping-Group?

13 Steuern und Finanzen

Die Ökonomie der Staatsverschuldung

Deutschland sitzt auf einem Schuldenberg von über 2 Billionen Euro, oder 80 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. In seinem neuesten Video aus der Reihe VWL-Online fragt Professor van Suntum: Warum müssen Regierungen immer neue Schulden anhäufen? Kann man ewig so weitermachen oder werden wir irgendwann vom Schuldenberg begraben?


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  • Autor

    Prof. Dr. Ulrich van Suntum

    ist geschäftsführender Direktor des Centrums für angewandte Wirtschaftsforschung der Universität Münster (CAVM) und stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa).

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  • Mischa Beton

    Lieber Herr Professor van Suntum. Ich bin mir beinahe sicher, daß Sie die mechanissmen unseres Schuldgeld-zinssystems in dessen Endphase wir uns gerade befinden, kennen. Würde der Staat keine Schulden machen wäre unser Geldsystem bereits jetzt am Ende. Dem System bleibt gar keine andere Möglichkeit. Warum lassen Sie diese Tatsache in Ihrem Vortrag einfach weg?

  • Dan Chris

    Für die kapitalgedeckten Renten trifft das Beispiel der umlagefinanzierten Rente genauso zu. D.h. in jedem Fall erhält der heutige Sparer das Versprechen am zukünftigen BIP beteiligt zu werden.
    Weiterhin sind die Schulden auch Guthaben. Wer eine Schuldenbremse fordert, fordert implizit eine Guthabenbremse, bzw. eine Umlagerung der Staatsschulden in einen anderen Sektor. Wenn aber die Menschen privat Vorsorgen sollen, die Unternehmen ebenfalls nicht verschuldet sind und das Ausland (siehe Griechenland) auch nicht zuverlässig ist als Schuldner, wer soll sich dann verschulden?
    Auch ist der Verweis, dass ein Schuldenstopp die einzige Lösung sein soll in meinen Augen irreführend. Denn dieser Stopp führt immer zum Sozialabbau. Gibt es Überschüsse werden Forderungen nach Steuersenkungen laut. Gibt es Defizite werden die Sozialleistungen als erstes angegriffen, da eine Steuererhöhung die Wirtschaft schädigen würde. Das Problem ist deutlich komplexer als dargestellt.

  • Dirk-D. Hansmann

    Herr Prof. ich rege mich gerade auf. Wie kann man Keynes so zitieren? Selbst bei ihm findet man die Berechnung für den Verpuffungseffekt. Und der kommt aus der Sparquote. Und in der Krise: Wer kann da sparen?

    Von wegen wie in Griechenland, Staatsausgaben/-Verschuldung und Bruttoinlandsprodukt. Die Finanzierung der “westlichen” Staaten beruht eindeutig auf den gesellschaftlichen Gruppen, die wir als finanzielle Mitte bezeichnen können.

    Wer von diesen Staatsausgaben dann mehrfach profitiert, das sind im breitesten Fall die oberen 5%. Das ist natürlich eine Subventionierung von Reichtum.

    Das Problem der Zinsen auf Staatsanleihen ist doch ein anderes. Die Profite aus den Investitionen gehen nicht an den Staat. Sie werden privatisiert.

    Wo das nicht reicht, da wird Geld direkt für Dummheit und Dreistigkeit verschenkt.

  • Dan Chris

    “Mit der Folge: Steigende Verschuldung, somit
    steigende Einkommen, können nur mit real wachsender Wirtschaftsleistung zunehmen.”
    Die Verschuldung kann auch so zunehmen. Dann wird ggf. das Geld weniger Wert, oder Schulden nicht mehr bedient.

    “Wenn, ja wenn da der Zins und Zinseszins nicht wäre
    – der für das Schuldgeld gezahlt werden muss.”
    Der Zins ist nicht das Problem. Er kann zu jedem Zeitpunkt gesamtwirtschaftlich bedient werden.

  • Eckhard Bock

    @Dan Chris: „Die Verschuldung kann auch so zunehmen. Dann wird ggf. das Geld weniger Wert, oder Schulden nicht mehr bedient.“

    In stimmigen und nachhaltigen Wirtschafts- und Finanzkreisläufen, spiegeln Schuldgeld und Einkommen immer nur die aktuelle Wirtschaftsleistung wieder – somit behält nicht nur das Geld seinen Wert, auch das Schuldgeld kann stets bedient werden – es gibt dann keine monetären Fehlbeträge mehr, die ein solventer Schuldner ausgleichen muss – damit die Wirtschaft nicht zum Stillstand kommt. Wenn da der Zins und Zinseszins nicht wäre.

    Dan Chris: „Der Zins ist nicht das Problem. Er kann zu jedem Zeitpunkt gesamtwirtschaftlich bedient werden.“

    Dies ist nur dann richtig, wenn sich immer neue solvente Schuldner finden – die den zuzahlenden Zinsdienst fortwährend in den Wirtschafts- und Finanzkreislauf führen.

    Warum sind denn, i. d. R., alle Industrie und Schwellenländer, im Gesamten gesehen, bis zur Halskrause verschuldet? Weil alle nicht fähig sind eine ausgeglichene Bilanz bzw. einen ausgeglichen Haushalt zu realisieren?

    Nein, der Fehler liegt eindeutig und nachweisbar im
    System – im Schuldgeldsystem.

    Ein öffentlicher offener Wettbewerb (siehe http://iks-hessen.de/2012/05/31/offener-wettbewerb/ ) wird die Unstimmigkeiten in dem heute gehandhabten und als alternativlos bezeichneten Wirtschafts- und Finanzsystem offenlegen.

    Gruß Eckhard Bock IKS Hessen

  • Dan Chris

    “Wenn da der Zins und Zinseszins nicht wäre.”

    Da liegen sie falsch. Der Zins und der Zinseszins sind immer in der Bilanz und somit als Geld vorhanden. Das Problem der Überschuldung ist, dass der Zins den die Banken verdient haben in den Wirtschaftskreislauf gegeben werden müssen. Im Falle der Entwicklungsländer müssen sie sich dafür etwas von den Entwicklungsländern kaufen. Tun sie das nicht, dann bleiben diese verschuldet und können diese Schulden und Zinsen nur über neue Kredite bedienen.

    Dabei verlieren im Grunde sogar beide Seiten. Denn der Schuldner kann irgendwann seine Schulden nicht mehr bedienen und streicht sie weg. Der Gläubiger hat Güter gegeben und hat keine Schuldtitel mehr. Die Auslandsüberschuldung der Entwicklungsländer ist also ein Problem der ungleichen Handelsbilanzen und nicht des Zinses.

    Bei der Inlandsverschuldung sieht es noch mal anders aus. Ist der Staat primär bei seiner Bevölkerung verschuldet und sie verweigern ihm Kredit, dann senkt er seine Verschuldung über höhere Steuern. Im Grunde lagert der die Verschuldung aus dem Staatssektor in einen anderen Sektor um.
    Auch hier sehe ich kein Zinsproblem. Zinsen sind Einkommen. Sie werden als Gewinne oder Gehälter ausgegegeben und es werden damit Güter gekauft von Unternehmen die vorher Kredite aufgenommen haben. Diese bedienen dann die Zinsen.

    (Normalerweise wird dann von denjenigen gejammert welche den Staat entschulden wollen, dass die Steuern zu hoch sind)

  • Eckhard Bock

    Fakten zum Thema Schuldgeld, Zins und Zinseszins:

    · Kosten sind immer Einkommen.
    · Alle Einkommen die aus einer Leistung erzielt werden, entsprechen letztendlich immer dem Marktpreis einer Leistung.

    Vereinfachtes Rechenbeispiel:

    Die am Markt positionierte Unternehmen möchten Leistungen (…) herstellen und verkaufen.

    Die Herstellung und der Verkauf der Leistungen generieren 2.500 Mrd. € Kosten = Einkommen.

    Diese 2.500 Mrd. € bekommen die Unternehmen von ihren Hausbanken, über einen Kredit (Schuldgeld) mit Ø 6% Zinsen, und einer Laufzeit von 1 Jahr, geborgt.

    Nach Erhalt der Kredite, des Schuldgeldes, können die Unternehmen loslegen die am Markt gewünschten Leistungen zu produzieren. Während der Produktion und für den Verkauf der Leistungen, entstehen Kosten = Einkommen aller Art in Höhe von 2.500 Mrd. €.

    Der Gesamtverkaufspreis aller Leistungen entspricht, den Gesamtkosten = Gesamteinkommen von 2.500 Mrd. €.

    Mit dem Gesamteinkommen von 2.500 Mrd. € können nun die Leistungen zum Preis von 2.500 Mrd. € gekauft werden. Vorausgesetzt es werden alle Leistungen, mit den daraus erzielten Einkommen, innerhalb der Kreditlaufzeit kostendeckend verkauft, dann tilgt das Gesamteinkommen die Kredite wieder – die monetären Soll und Haben-Konten innerhalb einer Gemeinschaft sind dann ausgeglichen.

    Ja wenn da der Zins und Zinseszins nicht wären.

    Begründung: Am Ende der Kreditlaufzeit ist der Zins von 6 % auf das für 1 Jahr beanspruchte Kapital fällig;

    6 % von 2.500 Mrd. € = 150 Mrd. €.

    Da die 150 Mrd. € fälligen Zinsen kein Einkommen während der einjährigen
    Laufzeit generiert haben, kann der Zins auch nicht durch Einkommen bedient werden.

    Fazit: Der Zins und der daraus folgende Zinseszins, stehen nach Ablauf eines Kredits immer als Fehlbetrag im Raum, und dieser Fehlbetrag kann nur durch eine
    Neuverschuldung ausgeglichen werden.

    D. h., es müssen sich ständig neue solvente Schuldner finden – die den Fehlbetrag im Schuldgeldsystem finanzieren.

    Finden sich keine neuen solventen Schuldner, bricht das Schuldgeldsystem wie ein Kartenhaus zusammen.

    Das Schuldgeldsystem ist ein
    Schneeballsystem das ständig neue solvente Schuldner benötigt (siehe auch http://iks-hessen.de/2012/04/21/kredit-und-schuldgeldentwicklung/)

    Fakt ist: Das Schuldgeldsystem fußt auf keiner mathematisch stimmigen Grundlage.
    Wann begreifen die Menschen das endlich?

    Gruß Eckhard Bock IKS Hessen

  • Dan Chris

    “Der Zins und der daraus folgende Zinseszins, stehen nach Ablauf eines
    Kredits immer als Fehlbetrag im Raum, und dieser Fehlbetrag kann nur
    durch eine Neuverschuldung ausgeglichen werden.”
    Genau das ist falsch. Die 6% Zinsen sorgen für eine höheren Schuldenstand beim Schuldner und einen höheren Guthabenstand bei der Bank. Dieses Guthaben entspricht Geld und kann ausgezahlt werden. Der Zins verlängert einfach nur die Bilanz. Die Summe bleibt ausgeglichen. Ihren Gedankenfehler hatte ich am Anfang auch. Wenn man sich tiefer mit dem Thema beschäftigt löst sich das vermeintliche Paradox auf. Sie vergleichen nämlich den Zeitpunkt i+1 des Schuldners mit dem Zeitpunkt i des Gläubigers. Das funktioniert nicht. Wenn sie gleiche Zeitpunkte vergleichen, dann ist die Summe der Schulden und Guthaben Null. Da Zinsen auch nur Guthaben und Schulden sind gilt das für diese auch.

    Bsp.:
    Zum Zeitpunkt der ersten Zinszahlung zahlen sie der Bank die 6%. Die gibt dieses Geld ihren Angestellten und die kaufen sich bei Ihnen Güter. Sie haben der Zins ist bedient und es sind immer noch 2.5Mrd Euro im Umlauf.

  • Eckhard Bock

    @Dan Chris: Bitte benutzen sie keine „Killer-Argumente“ wie: „Genau das ist
    falsch.“; wer das korrekte Wissen allein für sich beansprucht, führt jede weitere Diskussion zum Thema ad absurdum – dies nur so neben bei.

    Zum Zins und Zinseszins

    Zum Zins, der kontinuierlich das Schuldgeld vermehrt, sagen sie doch selbst: „Die 6% Zinsen sorgen für eine höheren Schuldenstand beim Schuldner …“

    Sie bestätigen damit auch: Zinsen und der darauf folgende Zinseszins, erhöhen kontinuierlich die Schuldenlast in den Gesellschaften.

    Auch diese Aussage bestätigen sie indirekt damit: „… es müssen sich ständig neue solvente Schuldner finden – die den Fehlbetrag im Schuldgeldsystem finanzieren.“

    Es sollte doch allen bewusst sein: Auch wer keine privaten Schulden hat, ist und wird zunehmend über den Staat, über die Staatengemeinschaft Eu, zwangsverschuldet. Und, die gesamte Schuldenlast, der Zinsdienst für die steigende Schuldenlast, befindet sich in den Preisen der Waren, Güter und
    Dienstleitungen.

    Begründung: Die Schuldner, die Arbeitsprozesse in den Gesellschaften in Gang setzen und halten, finanzieren den Zins und Zinseszins im ersten Schritt, wie wir festgestellt haben, mit neuen Schulden; im zweiten Schritt werden die stets steigenden = Kosten, durch steigende Zinseinkünfte, den Verkaufspreisen zugeschlagen.

    Und wer stellt den ständig wachsenden Schuldgeldbedarf den Schuldner in den Gesellschaften zur Verfügung?

    Die, die explizit von den Zinseinkünften partizipieren und profitieren: Die Kapitalbesitzer bzw. deren Verwalter, Banken und Investmentgesellschaften – das Schuldgeldsystem, stellt den ständig wachsenden Geldbedarf den Gesellschaften zur Verfügung.

    Mit der logischen Folge: Die Verschuldung in den Gesellschaften auf der einen Seite, die Kapitalvermögen auf der anderen Seite, vermehren sich, durch den Zins- und Zinseszinseffekt, explosionsartig – die Kapitalvermögen konvergieren
    und die Schuldenlast verteilt sich in den Gesellschaften (siehe Entwicklungen
    von Schuldgeld und Kapitalvermögen in den letzten 20 Jahren).

    Gruß Eckhard Bock IKS Hessen

  • Dan Chris

    “Bitte benutzen sie keine „Killer-Argumente“ wie: „Genau das ist falsch.“;”

    Das lag mir fern.

    “Sie bestätigen damit auch: Zinsen und der darauf folgende Zinseszins, erhöhen kontinuierlich die Schuldenlast in den Gesellschaften.”

    Wie ich dargestellt habe stimmt das so nicht. Nachdem die Zinsen bedient worden sind, existieren sie im Bilanzsinne nicht mehr. Wenn die Schulden + Zinsen zu jedem Zeitpunkt (das ist wichtig) zurückgezahlt werden können, dann gibt es meiner Ansicht aus dem Geldsystem nach keinen Zwang der der höheren Verschuldung.

    “Mit der logischen Folge”

    Das ist aber keine Folge aus dem Geldsystem. Auch ohne Zinsen (islamischer Raum) gibt es arm und reich. Zinsen verstärken die Wirkung sind aber nicht die Ursache.

    “siehe Entwicklungen von Schuldgeld und Kapitalvermögen in den letzten 20 Jahren”
    In den USA der 50er Jahre ging es in die andere Richtung. Es wurde sehr hohe Spitzen- und Erbschaftssteuern verlangt. Wenn wir als Gesellschaft unendliches Eigentum zulassen, dann akkumuliert es sich. Gibt es keine Zinsen hat man Firmenanteile, Wohnungen, Marktmacht, etc.

  • Frank Wehberg

    nicht nur der Staat macht immer neue Schulden: auch die Länder, Kommunen, Unternehmen und Haushalte machen immer mehr Schulden in der Hoffnung dadurch in Zukunft höhere Einkommen zu generieren und die Kredite später tilgen zu können. Das ist Keyneseanische Denke die seit der Nachkriegszeit bis heute vorherrscht und auch die Wissenschaft geprägt hat. Und das obwohl man ja seit den Klassischen Ökonomen a la Adam Smith, David Ricardo und Maltus ja eigentlich weiss das die Bäume gar nicht in den Himmel wachsen können. Produktionsumwege und Komplexität schaffen Wachstum, aber seit Bähm-Barwerk weiss man auch das der natürliche Güterzins nur zu einem gewissen Zeitpunkt in der Zukunft über dem Kapitalmarktzins liegt. Das Tilgungsproblem wird regelmässig in die Zukunft verlagert mit immer grösseren Amplituden. Erschwerend kommt hinzu, daß man zwischen realen Güter- und Kapitalmarktzinsen differenzieren muss in Hinblick darauf, dass ja auf beiden Seiten durch Überschuldung, Arbeitslosigkeit etc. Maktzugänge erschwert werden. Da kann der Kapitalmarktzins sehr niedrig sein und trotzdem ist er für die Mehrzahl der Bevölkerung kaum erschwinglich.

  • Stefan Wehmeier

    Staatsverschuldung – kurz gefasst

    “Zur Funktion einer Volkswirtschaft ist es erforderlich, dass der Geldkreislauf immer geschlossen bleibt. Um dies zu gewährleisten, müssen im gleichen Umfang, in dem die Geldvermögen zunehmen, auch die Schuldenaufnahmen ausgeweitet werden. Die Geldvermögen haben sich jedoch in Deutschland seit 1950 etwa alle zehn Jahre verdoppelt und damit – in reale Größen umgerechnet – bis 2009 auf das 46-fache vermehrt, während die
    Wirtschaftsleistung “nur” auf das 8-fache zugenommen hat.

    Während diese ständig wachsenden Geldvermö­gen in den ersten Nachkriegsjahrzehnten noch von der Wirtschaft über Kreditaufnahmen absorbiert werden konnten, waren seit den 1970er Jahren die Staaten zunehmend gezwungen, die entstehenden Lücken durch Schuldenaufnahmen zu schließen. Da jedoch die eskalierenden Geldvermögen auch damit nicht mehr ausreichend eingebunden werden konnten, kam es zu jenen Spekulationsexzessen bei Börsen und Banken, deren Zusammenbrüche jetzt mit Steuermitteln aufgefangen werden müssen.

    Das größte Ärgernis dieser Staatsverschuldungen von inzwischen 1,8 Billionen Euro in Deutschland ist jedoch der Tatbestand, dass sie uns gar keinen Nutzen gebracht haben. Denn den Kreditausweitungen zwischen 1970 und 2009, in Höhe von 1.596 Mrd. Euro, standen in der gleichen Zeit Zinszahlungen des Staates in Höhe von 1.562 Mrd. Euro gegenüber! D. h., nutzbar für Staat und Bürger waren in diesen 39 Jahren nur jene 34 Mrd. Euro, die sich aus der Differenz zwischen Kreditaufnahmen und Zinszahlungen ergeben. – Profitiert hat also alleine jene Bürger-Minderheit, die dem Staat ihr Geld geliehen hat: Sie ist um 1.562 Mrd. Euro reicher geworden.”

    Helmut Creutz (aus HUMANE WIRTSCHAFT 02/2011 S.12)

    Eigentlich bedarf es keines weiteren Beweises, dass Politiker keine Volksvertreter sind, wobei sie nicht aus “bösem Willen” handeln, sondern sie wissen wirklich nicht, was sie tun.

    Der “Jahrhundertökonom” John Maynard Keynes wusste, dass eine “antizyklische staatliche Investitionspolitik” die Katastrophe (globale Liquiditätsfalle) nur hinausschieben aber nicht verhindern kann, denn solange keine staatliche Liquiditätsgebühr auf alles Zentralbankgeld (“carrying costs”) erhoben wird und es ein privates Bodeneigentumsrecht gibt, ist der Staat niemals in der Lage, die Verschuldung wieder abzubauen. Keynes wusste aber auch, dass die “hohe Politik” dumm genug sein würde, alle denkbaren und undenkbaren Möglichkeiten einer staatlichen Investitionspolitik auszuprobieren, bevor sie ihr Versagen eingestehen würde, denn etwas anderes kann die politische Seifenoper in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) sowieso nicht machen.

    Das einzig Sinnvolle, was Politiker tun können, ist, sich selbst überflüssig zu machen!

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/was-passiert-wenn-nichts-passiert.html

  • Frank Wehberg

    …..und für Staaten auch. Ein immer geringer werdender Teil der Bevölkerung kommt für einen immer grösser werdenden Teil des Sozialprodukts auf. Leistungen werden sozialisiet wie in der Planwirtschaft. Früher oder später sind die Folgen aber die gleichen: Aufstände, Bankrotte. Aber das war Keynes egal, denn “in the long run you are death”. Während Smith, Ricardo und vor allem Maltus das explizit so beschrieben haben.