Wenn wir die D-Mark noch hätten, wäre unser Export zusammengebrochen. Helmut Schmidt, 1918-2015, dt. Politiker

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Pflegeversicherung: Belastungen auffangen

PflegeversicherungGerade erst hat die jüngste Pflegereform die Beitragssätze für die gesetzliche Pflegeversicherung erhöht, da zeichnet sich bereits die nächste Anhebung ab. Die alternde Bevölkerung macht das wahrscheinlich.

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Wie die anderen Sozialversicherungen profitiert die soziale Pflegeversicherung von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die steigende Lohnsumme lässt für dieses und für kommendes Jahr ein Einnahmenplus erwarten. Auch die Pflegereform, mit der der Beitragssatz Anfang dieses Jahres um 0,1 Prozentpunkte erhöht wurde, trägt hierzu bei.

Unterm Strich dürften die Pflegekassen jedoch schon 2014 wieder mit einem Minus abschließen: Der Grund sind deutlich ausgeweitete Leistungen. So werden dieses Jahr die Sachleistungen insbesondere für Demenzkranke deutlich steigen. Im kommenden Jahr ist mit einer Anhebung der Geldleistungen um rund 2 Prozent zu rechnen. Vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung ist ein weiterer Anstieg der Beitragssätze  zu erwarten.

Da zu einer grundsätzlichen Reform der Pflegeversicherung offensichtlich der politische Wille fehlt, sollte man, um Arbeitnehmer wie Arbeitgeber nicht über Gebühr zu belasten, durch eine Senkung des Beitragssatzes in der Arbeitslosenversicherung gegensteuern. Denn nach einer kurzen Schwächephase in diesem und im nächsten Jahr dürfte sich der Arbeitsmarkt nach 2014 weiter verbessern, was eine Verringerung des Beitragssatzes möglich macht. Anfang 2015 wäre  der richtige Zeitpunkt dafür.

  • Autor

    Dr. Alfred Boss

    war langjähriger Wissenschaftler im Institut für Weltwirtschaft in Kiel. Seine Forschungsschwerpunkte sind öffentliche Haushalte, Sozialversicherung, Steuerpolitik, Subventionswesen und Sozialpolitik.

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  • Dan Chris

    “was eine Verringerung des Beitragssatzes möglich mach”
    Wenn man die 0.1% bei einem Medianeinkommen von 23000Euro wieder zurücknähme, dann wären das 23Euro im Jahr oder 1,91Euro pro Monat. Da das Ganze paritätisch aufgeteilt ist, würde nur die Hälfte beim Arbeitnehmer landen. Selbst die vollen 2.05% Beitragssatz würden knapp 20 Euro je Monat bedeuten. Wohl gemerkt 50% der Einkommensbeziher würden weniger als diesen Wert bekommen.

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