Ich habe hart für mein Geld gearbeitet, indem ich Sachen produziert habe, die die Leute brauchen. Ich glaube, dass der fähige Unternehmer, der Wohlstand und Arbeitsplätze schafft, mehr historische Bedeutung verdient als Politiker und Soldaten. John Paul Getty, 1892-1976, US-amerikanischer Industrieller

2 Soziales

Koalition der Widersprüche

Die Große Koalition ist seit einem halben Jahr im Amt. Mit dem Rentenpaket hat sie Reformen auf den Weg gebracht, die kaum ein Experte unterstützt.

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Vor sechs Monaten ist die Große Koalition angetreten, den Menschen in diesem Land die „Quellen des guten Lebens“, so die Kanzlerin in ihrer Regierungserklärung, zugänglich zu machen.

Ergebnis sind bisher vor allem Rentengeschenke. Mütterrente und Rente mit 63 finden jedoch ein geteiltes Echo. Nahezu alle Experten und im Grunde auch jeder Politiker weiß, dass der demografische Wandel das Gegenteil verlangt.

Zugleich begrüßt die große Mehrheit der Bürger die Rentengeschenke. Aus Unsinn wird dadurch aber noch lange nichts Sinnvolles. Zumal die Menschen die Widersprüche oft nicht zusammenbringen. So finden je zwei Drittel eine längere Lebensarbeitszeit ungerecht – genauso wie geringere Rentensteigerungen und höhere Rentenbeiträge.

Hier hat die Politik eine Aufklärungs- und Führungsaufgabe. Erst recht, wenn die Bedingungen guten Lebens so nicht zu sichern sind.


Dieser Beitrag ist in einer längeren Fassung in der Bild erschienen.

  • Autor

    Prof. Dr. Michael Hüther

    ist Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

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  • lobitolino

    Diese Rentenreform unterstützen weder Experten noch mündige Bürger, da niemand die Zusammenhänge versteht, einerseits unbezahlbar und logischerweise Renteneintrittsalter erst mit 67, oder völlig offen ab dem 60 ten Lebensjahr, bis nach oben offen… abhängig seiner Einzahlung mit entsprechenden Abschlägen oder Zuschlägen, eventuell Teilrente und weiterhin Teilarbeit, etwas flexiblere Gestaltung…aber eine Anpassung der bestehenden Rente an die gestiegenen Lebenshaltungskosten, das wäre etwas nachvolziehbares gewesen und hätte die Alterarmut weit zurückgedrängt, denn diese Altersarmut ist größtenteils auch Hausgemacht da eben fehlende Anpassung..

  • Dan Chris

    “logischerweise Renteneintrittsalter erst mit 67”
    Daran ist gar nichts logisch. Denn dieses Renteneintrittsalter setzt voraus, dass die Menschen so lange Arbeit haben. Ist dies nicht der Fall fallen sie vielleicht aus der Rentenkasse heraus, kosten aber Arbeitslosengeld, oder Hartz 4. D.h. die Kosten sind die gleichen, nur die Taschen sind andere.