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09.06.2009 Bildung, Soziales

Aufstieg durch Bildung

Anteil der Schulabgänger mit Hochschulreife

„Damit die Menschen die Soziale Marktwirtschaft akzeptieren, muss Aufstieg durch Bildung möglich sein, müssen alle die gleichen Startchancen haben“, sagt der Münchener Bildungsökonom Ludger Wößmann. Denn das Wohlstandsniveau jedes Einzelnen ist maßgeblich durch die Partizipation an Ausbildung und Weitebildung determiniert. In Deutschland hinken vor allem die Kinder und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Elternhäusern hinterher. Viele Bundesländer versuchen durch engagierte Sprachförderung im Vorschulalter darauf zu reagieren und die Elementarbildung in den Kitas zu stärken.

Diese Anstrengung ist unterstützenswert. Denn in Deutschland erhalten noch immer zu wenige Jugendliche die Chance, auch an Universitäten und Fachhochschulen zu studieren. Die Abiturienten-Quote ist in den vergangenen Jahren zwar auf über 40 Prozent gestiegen, im Vergleich zu anderen Staaten Europas reicht das aber noch lange nicht aus. Gut entwickelt hat sich der Frauenanteil bei den Abiturienten: Waren es 1970 gerade einmal 39 Prozent, liegt er jetzt über der Hälfte.


Jeden Montag oder Dienstag werden im ÖkonomenBlog Beiträge aus der Reihe „Wohlstands-Bilanz-Deutschland“ veröffentlicht, mit denen die 60-jährige Erfolgsgeschichte der Sozialen Marktwirtschaft nachgezeichnet und auf neue Herausforderungen hingewiesen wird. Eine umfassende Übersicht über Wohlstands-Parameter wie Einkommen, Vermögen, Lebensqualität und Bildungschancen finden Sie auf der Internetseite http://www.wohlstandsbilanz-deutschland.de/

2 Kommentare zu “Aufstieg durch Bildung”

  1. “Wenn man dummen Menschen bürgerliche Bildung gibt, bekommt man keine Intelligenten, sondern Dumme mit bürgerlicher Bildung. Diese Dummen mit bürgerlicher Bildung nennt man Intellektuelle”

    Die kostenlose bürgerliche Bildung für alle führt dazu, dass den Menschen, die nicht in der Lage sind bis zum Abitur zu gehen und es trotzdem tun – durch Senkung der Anforderung oder hohe Investitionen in Nachhilfe -, dass diese jungen Menschen zwar von der bürgerlichen Bildung nichts haben aber versäumen sich Qualifikation anzueignen. Mit anderen Worten: Man gibt ihnen keine Bildung aber nimmt Qualifikation.

    Wenn man die Zeit betrachtet, die ein minderbegabter Schüler ab der 10. Klasse für die Oberstufe und das anschliessende Studium (sagen wir mal: Soziologie – für mehr reicht es nicht) investieren muss, dann könnte eben dieser Schüler in der gleichen Zeit sage und schreibe drei bis vier vollwertige Berufe lernen – von dabei verdienter Ausbildungsvergütung ganz zu schweigen. Ein so qualifizierter Mensch wäre in unserer Gesellschaft sicher kein Versager – was man von einem Soziologen nicht unbedingt behaupten kann.

  2. Daniel sagt:

    Aufstieg durch gleiche Bildungschancen, dem stimme ich voll zu, sowie ich dem Autor zustimme, dass das Wohlstandsniveau jedes einzelnen von seiner Ausbildung abhängig ist.
    Die Meinung dass besonders Kinder und Jugendliche aus sozialschwachen Familien, schlechtere Startchancen in der Bildung haben und weniger Zugang zu Hochschulen, kann ich auch voll unterstreichen.

    Allerdings sind die Vorschläge, die die INSM zur Lösung dieses Problems vorlegt, völlig wiedersinnig.
    Wie sollen Studiengebühren und die Auswahl der Studierenden, diesem Problem entgegen wirken, dies würde die Situation höchstens noch verschärfen.
    Und die Idee von Friedrich Merz, Schulen und Hochschulen gar Kapitalzudecken würde völlig daneben gehen.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es heute nicht mehr ausreicht, eine normale Berufsausbildung im dualen Ausbildungssystem zu absolvieren.
    Wenn junge Menschen heutzutage eine Arbeit haben wollen, die gut bezahlt ist und auf die sie sich ihr Leben planen wollen, dann müssen sie einen akademischen Beruf gelernt haben.
    Darum muss das Bildungssystem viel durchlässiger zum Abitur und zur Hochschule werden, somit kann ich auch mit der Reaktion von Kristof nicht Freund werden.

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Der Autor:

Marco Mendorf

arbeitet als Diplom-Volkswirt bei der Initiative Neue Soziale Markwirtschaft und ist Projektleiter des ÖkonomenBlogs.

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