14 Wachstum

Wohlstand entsteht aus Wirtschaftskraft

Nie waren die Deutschen reicher: Die Einkommen steigen, die Wohnungen werden größer und das Bildungsniveau steigt. Voraussetzung dafür war eine fast kontinuierlich steigende Wirtschaftskraft.

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Folgender Blogpost ist die Kurfassung der Studie “Mit mehr Wirtschaftskraft zu mehr Wohlstand” (.pdf). Eine Grafik mit den zentralen Aussagen findet sich hier.

Wirtschaftskraft ist die Voraussetzung von Wohlstand. Ob Kultur, Forschung, Bildung oder Umweltschutz – dies alles können wir uns nur leisten, wenn die Wirtschaft auf einem gesunden Fundament steht. Um den Standort Deutschland scheint es im Lauf der vergangenen Jahrzehnte immer besser bestellt zu sein. So hat Deutschland sich in den vergangenen Jahrzehnten zum wirtschaftsstärksten europäischen Land entwickelt. Die Wirtschaftsleistung ist seit 1991 um knapp 30 Prozent gestiegen. Und die gestiegene Wirtschaftskraft kommt bei den Menschen an. Was heute als Selbstverständlichkeit und zur existenziellen Grundausstattung zählt, war früher Luxus.

Steigende Einkommen ermöglichen beispielsweise, dass die Deutschen heute immer größere Wohnungen bewohnen. Um über 10qm ist die durchschnittliche Wohnfläche angewachsen. Gleichzeitig können sich immer mehr Haushalte Waschmaschine, Spülmaschine oder einen Computer leisten.

Darüber hinaus gibt es Wohlstandsfaktoren, die sich nicht mit harter Währung kaufen oder bemessen lassen. Es hilft der Wirtschaft wie der gesamten Gesellschaft wenig, wenn eine höhere Wirtschaftskraft durch Einbußen etwa bei der Gesundheit, der Lebenserwartung oder durch eine stärkere Umweltbelastung erkauft wird.

Doch auch in diesen Punkten hat sich Deutschland nach vorne bewegt. Unser höchstes Gut ist Gesundheit und die lassen wir uns einiges kosten. 315 Milliarden Euro haben die privaten Haushalte, Krankenversicherungen oder der Staat 2013 dafür ausgegeben und damit fast doppelt so viel wie noch 20 Jahre zuvor. Dass das Geld gut angelegt ist, zeigt die gleichzeitig durchschnittlich um vier Jahre gestiegene Lebenserwartung.

Die gewonnenen Lebensjahre können die Menschen in einer intakten Umwelt genießen. Denn es ist keinesfalls so, dass die Wirtschaftskraft zwangsläufig die Umwelt in Mitleidenschaft zieht. Neue Technologien und mehr Geld für Umweltschutz machen es möglich, dass heute in Deutschland so effizient gewirtschaftet wird, wie nie zuvor. Der Energieeinsatz pro produzierte BIP-Einheit ist in 20 Jahren um etwa 25 Prozent gefallen. Die Emissionen von Luftschadstoffen konnten seit 1990 deutlich verringert werden. Atemmasken und Fahrverbote wegen unzumutbarer Smog-Belastung sind in Deutschland kein Thema. Von Schwefeldioxid wird heute nur noch gut ein Zehntel der Menge emittiert, die Anfang der 1990er ausgestoßen wurde und die Emission von Kohlendioxid sank um fast ein Fünftel.

Höhere Gesundheitsstandards, mehr Bildung, mehr Konsum in einer intakten Umwelt – dies alles können wir uns nur leisten, weil wir die finanziellen Voraussetzungen durch eine starke Wirtschaft erarbeitet haben. Die teilweise angejahrte Infrastruktur einerseits und Rentengeschenke andererseits zeigen aber, dass der Staat seine Balance aus sozialen Wohltaten und Zukunftsfürsorge durchaus überdenken könnte.

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  • Autor

    Christoph Schröder

    ist Senior Researcher beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

  • steinweg

    Kann es sein, dass nur ein kleiner Teil der Bevoelkerung an diesen Zuwaechsen teilhaben konnte ?

  • Hubert Daubmeier

    Waschmaschine, Spülmaschine oder Computer stehen in den meisten Haushalten. Der Schwefeldioxidausstoß lässt sich nicht am Geldbeutel festmachen. Und vier Jahre mehr Lebenszeit kommen wohl nur bei Rauchern und Alkoholikern nicht an – was auch wiederum nix mit dem Geldbeutel zu tun hat.

  • Car Sten

    http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_02.c.289465.de

    Na ja, da steht was anderes. Eine Waschmaschine können sich viele nur leisten weil sie nur noch ca. ein drittel von dem kostet was in den 90´ern üblich war. Noch zudem ist es ohne weiteres möglich diese in 12 oder 24 Raten abzustottern. Und mit verlaub, ich kannte auch schon 1990 niemand der keine Waschmaschine zu Hause hatte. Bei den Spülmaschinen sieht die Preisentwicklung ebenso aus. Und Computer zu Vergleichen ist wohl ein Witz, denn 1990 gab es fast noch keine bezahlbaren Computer für den Heimgebrauch, auch hier ligt es wohl nicht daran das es den Leuten besser geht. Eher im Gegenteil, in den 90´ern war es durchaus normal das ein Einkommen gereicht hat um eine Familie zu ernähren, wa bei den meisten Bürgern heute undenkbar ist. Aber wer Wohlstand an Waschmaschinen, Spülmaschinen oder Computern festmacht den kan man wohl sowiso nicht ernstnehmen, Sorry!!!

  • Hubert Daubmeier

    Danke für den Link. Interessante Studie, wenn auch schon ein paar Tage alt. Wie man daraus den Vorwurf produzieren kann, dass nur ein kleiner Teil der Bevölkerung an den Zuwächsen teilhaben konnte ist mir ein Rätsel.

  • Gunter Grigo

    Vielleicht ist diese Link aufschlussreicher:
    http://www.crp-infotec.de/01deu/finanzen/privat_entwicklung.html

  • “Höhere Gesundheitsstandards, mehr Bildung, mehr Konsum in einer intakten
    Umwelt – dies alles können wir uns nur leisten, weil wir die
    finanziellen Voraussetzungen durch eine starke Wirtschaft erarbeitet
    haben. Die teilweise angejahrte Infrastruktur einerseits und Rentengeschenke andererseits zeigen aber, dass der Staat seine Balance aus sozialen Wohltaten und Zukunftsfürsorge durchaus überdenken könnte.”

    Rentengeschenke? Was ist mit der aburden Erbschaftssteuerreform? Wie der Autor richig schrieb ist die Wirtschaftsleistung in Deutschland deutlich gestiegen. Bei der Verteilung dieser Leistung sieht es sehr schlecht aus. Wie der Link http://www.crp-infotec.de/01deu/finanzen/privat_entwicklung.html zeigt, haben die untersten 20% faktisch kein Vermögen. Die Masse liegt an der Spitze. Wenn also die Infrastruktur bröckelt, dann liegt das nicht daran, dass wir den unteren 50% etwas mehr Rente zahlen, sondern daran, dass wir den oberen 5% zu viel Vermögen “gönnen”. Denn der Anteil der Rente am BIP ist nicht gestiegen und das trotz steigender Rentnerzahl.

    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/161331/umfrage/entwicklung-des-anteils-der-rentenausgaben-am-bip-in-deutschland/

  • Hubert Daubmeier

    Bei dem Infotec-Artikel geht es um Vermögen. Hier im Thread geht es um Einkommen und den Vorwurf, dass die Zuwächse nicht in der Bevölkerung ankommen.

  • Gunter Grigo

    Insgesamt geht es doch wohl um Wohlstand und dessen Wachstum bzw. Verteilung. Dazu einzig die Einkommensentwicklung heran zu ziehen wäre einseitig, Dennoch, allein die prozentualen Lohnsteigerungen führen dazu, dass die Löhne ungleich wachsen. Nach dem Mindestlohn müsste nun langsam (stufenweise) das Maximaleinkommen eingeführt werden um die sich immer schneller entwickelnde Spreizung zumindest zu stoppen.

  • Hubert Daubmeier

    Aha Maximaleinkommen. Und die Menschen werden den wirren Gedanken einfach so mitmachen? Der Profifußballer oder Tennisspieler kann sich nicht in Monaco ansiedeln? Der erfolgreiche Musiker kriegt dann nach 1.234.000 verkauften Liedern ein Verkaufsverbot?

  • Über Steuern ist ein faktisches Maximaleinkommen theoretisch realisierbar. Allerdings bräuchte es dann eine Kapitalkontrolle, etc.

    “Und die Menschen werden den wirren Gedanken einfach so mitmachen?”
    Wir machen aktuell das wirre Spiel mit, dass einigen wenige das halbe Land gehört. Das Irre an der Forderung ist eigentlich nur, dass versucht wird gegen die Reichen zu arbeiten. Eine Demokratie mit extrem ungleichen Vermögen und Einkommen kann nicht funktionieren –> Geld = Macht.

  • Gunter Grigo

    Würden sie dann wohl müssen. Jeder kann soviel einnehmen wie er will, er darf aber nur bis zu

    40 000 € / Monat (nach Steuern etc.) für sich behalten. Denn: Ab dieser Summe/Monat spielt für kaum jemanden Geld noch eine Rolle.

  • Hubert Daubmeier

    Ein Spitzensportler kriegt vielleicht einen Batzen auf einmal und das soll das halbe Leben reichen. Kürzen wir dann auf 40K? Der nächste kriegt eine Abfindung für 30 Jahre Arbeit – wie verteilt man die? Der nächste verkauft seine KFZ Werkstatt, die er sein Leben lang aufgebaut hat. Wieder ein anderer gewinnt im Lotto – ab sofort gelten neue Quoten?

  • Gunter Grigo

    Guter Einwand! Könnte er/sie ja selber fest legen wie er/sie das ver-/aufteilen will. Kann man ja entsprechend dem Alter zeitlich limitieren.

  • Miquet

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