40 Europa

Wer an morgen denkt, wird bestraft

Die Nullzinspolitik der EZB belohnt Schuldner, Sparer müssen dagegen sogar draufzahlen. Um die Wachstumschancen der künftigen Generationen zu sichern, muss die Nullzinspolitik dringend beendet werden.
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Im Euro-Raum lohnt es sich immer mehr, Schuldner und nicht Sparer zu sein. Der Grund dafür ist die anhaltende Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), an der sie auch in Zukunft festhalten wird. Auf ihrer nächsten Sitzung will sie jedenfalls das Prüfergebnis mitteilen, ob aus EZB-Sicht die aktuelle Geldpolitik die Konjunktur schon ausreichend stimuliere. Diese Ankündigung sollte wohl die Märkte auf eine Ausweitung der Staatsanleihenkäufe vorbereiten.

Mit diesem Instrument möchte sie sichere Staatspapiere für Investoren unattraktiv machen. Banken sollen stattdessen billige Kredite an Unternehmen und Haushalte vergeben. Die Folgen sind negative reale Renditen für Staatsanleihen, denn die Inflation führt dazu, dass Investoren absurderweise zahlen müssen, um Staaten einen Kredit zu geben.

Seit Mai 2011 bewegt sich der Realzins unter einem Prozent. Dies führt zu enormen Umverteilungseffekten von Sparern, die für ihr Geld kaum Zinsen bekommen, zu Schuldnern, die kaum noch etwas für ihre Kredite zahlen müssen. Das bedeutet aber auch, dass schneller Konsum – oft auch auf Pump – in der Gegenwart sich deutlich stärker lohnt als Verzicht, um Geld für später zurückzulegen.

Solch eine Wirtschaftspolitik, in der viel über Generationenverträge geredet wird, Ersparnisse, Altersrücklagen und Pensionen aber über Negativzinsen real abgewertet werden, verbessert weder die Lebensqualität im heutigen Alltag nachhaltig, noch die Wachstumsperspektiven der künftigen Generationen in der langen Frist. Nur steigende Realzinsen bieten Anreize für heutige Verhaltensweisen zugunsten der Nachkommen. Deshalb ist es höchste Zeit für eine Abkehr von der Nullzinspolitik. Besser früher als später.

  • Autor

    Prof. Dr. Thomas Straubhaar

    früherer Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) und Universitätsprofessor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere internationale Wirtschaftsbeziehungen, an der Universität Hamburg.

  • Carsten

    Tja! Ich finde gut, dass Sie, Herr Prof. Straubhaar, nun doch noch mehr und mehr zumindest Teile der Eurorettung kritisieren. Am Anfang haben Sie leider sehr viel Energie investiert, um sich FÜR die Eurorettung auszusprechen.

    Leider wurden Sie trotz dieser Minderheitsmeinung zu einem der am häufigsten zitierten
    Ökonomen in EU-hörigen Medien, wie z.B. der DIE WELT, die radikal Stimmung pro
    Euro-Rettung gemacht haben.

    Jetzt sind wir um einen dreistelligen Milliardenbetrag ärmer. Denn der Zahltag
    wird kommen. Was Sie immer vergessen haben ist, dass der EURO die URSACHE
    seiner eigenen Krise ist. Klar, die Staatsschulden sind seit jeher in den Südstaaten ein Problem. Auch die EZB hat vom ersten Tag an eine zu lockere Geldpolitik betrieben. Alles Richtig. Aber die selbst wenn es die anderen beiden Ursachen nicht gäbe, bliebe der EURO selbst als Ursache stehen.

    Ein Staat, der nicht wettbewerbsfähig ist, muss abwerten dürfen. Ein schwacher Staat
    der nicht abwertet, exportiert auch noch seine letzten Arbeitsplätze in
    Ausland. Nicht einmal der Tourismus lief vor den Lohnsenkungen rund.

    Eine Währung bleibt eine Währung. Eine Währung ist kein MITTEL zur Zwangsintegration
    einer EU. Im Gegenteil: Umso länger wir die Südstaaten im EURO halten, desto
    höher ist das Spaltungspotential
    des EURO für die EU.

    Sie haben völlig richtig erkannt, dass eine Umverteilung zwischen Sparern und
    Gläubigern stattfindet. Aber Sie vergessen, dass die Eurorettung weitere Umverteilungen verursacht. Eine Umverteilung zwischen den rettenden Nationen und den Reformverweigerern. Aber auch eine Umverteilung zwischen den Mitarbeitern in der deutschen EXPORT-Industrie, die sich aufgrund von Überrenditen steigende Gehälter leisten und den Mitarbeitern von deutschen Import- und Dienstleistungsunternehmen, dem Handel, die immer weiter in den Niedriglohnbereich abrutschen.

    Die Kaufkraft der Deutschen war 1996 etwa so hoch wie die eines Schweizers.
    heute hat ein Schweizer gute 50% mehr Kaufkraft, auch Dänen und Schweden haben
    sich uns gegenüber verbessert. Die Kaufkraft der Südstaaten ist gestiegen. Das
    ist nicht nur ungerecht, weil sie zu wenig dafür leisten, sondern auch ein Teil
    der Ursachenwirkungskette.

    Die Südstaatler kaufen zu viel und belasten die Leistungsbilanz. Ihre Produkte werden zu teuer. Der Kreislauf wird immer schlimmer. Jede Stunde wird die Schere größer. Früher oder später wird der Bruch kommen. Umso später desto deindustrialisierter werden die Südstaaten sein. Wie lange wollen wir warten? Wie lange wollen Sie warten und sich mit
    Kritik an der EURORETTUNG weiter zurückhalten?

  • Axel Sänger

    Straubhaar propagiert “das Wachstum” für zukünftige Generationen. Ich denke nicht, dass den Neoliberalen je die Ressourcen aus dem Blickfeld geraten, die sie für sich in “Beschlag nehmen” wollen. Und ich glaube kaum, dass sie die “zukünftigen Generationen” interessieren, wenn es nicht ihre Kinder sind. Aber auch für die bleiben alle Prognosen vage. Machen wir uns nichts vor: Die Menschen sind durch die Androhung der “Arbeit um jeden Preis” noch paralysiert. Das hebt sich jedoch bei zukünftigen Generationen per se auf, weil die nicht mehr auf die Glaubenssätze der Moderne zu sozialisieren sein werden. Es ist Unsinn, heute darauf zu vertrauen, dass das noch möglich sein wird.

  • Axel Sänger

    Ich verstehe nicht, was Sie dem Begriff “Minderheitsmeinung” beigeben wollen. Jeder Mensch hat Auffassungen von etwas, nicht immer ist der “Mainstream” das Gelbe vom Ei. Die Masse denkt nicht, sondern skandiert bestenfalls abgedroschene Sprüche. Qualifizierte Äußerungen kommen meist von Einzelpersonen. Möglicherweise versteht nicht jeder, was diese Einzelpersonen mit dem meinen, was sie sagen .

  • Herr Straubhaar mir ist nicht ganz klar warum der Sparer bestraft wird.

    1. Ein Sparer hat keine Renditegarantie
    2. Aktuell ist neben den Zinsen auch die Inflation niedrig (soll heißen im Gegensatz zu den goldenen 80er Jahren wird man wohl weniger Kaufkraftverlust erleiden als heute)
    3. Die Kreditsummen steigen, da die Preise aufgrund der niedrigen Zinsen nachziehen (siehe Häuserpreise)

    Auch ihre Angst vor dem Konsum ist wahrscheinlich unbegründet. Ich sehe keinen Binnenmarktboom.

  • Carsten

    zu 1:
    Der Sparer hat in einer Marktwirtschaft natürlich keine Renditegarantie. Aber Sparer wie Kreditnehmer haben ein Recht darauf, dass die Notenbank die Zinsen in einer angemessenen Höhe festlegt. Die Zinsen sind aber absichtlich um 3% bis 5%-Punkte zu niedrig und das gibt die EZB ja auch frech zu.
    zu 2:
    Massgeblich für die Festlegung des Zinsatzes ist eben nicht nur die Inflation. Die Inflation kann im jetzigen Zeitfenster auch gar nicht hoch sein. Grund ist Chinaeffekt, es würde zu weit führen das auszuführen, nur in Kürze: Es kann derzeit keine wesentliche Inflation an mobilen Gütern geben.
    Daher ist es völlig falsch und unverantwortlich, wenn die EZB das Inflationsargument benutzt, um ihre lockere Geldpolitik lügend zu RECHTFERTIGEN. Die Verhinderung von Blasen ist auch ein Ziel von Geldpolitik.
    zu 3:
    Richtig!! Die Folge der lockeren Geldpolitik ist, da es Inflation bei mobilen Gütern nicht geben, kann der Anstieg aller Sachwerte, was gerade die Superreichen aufgrund kreditinduzierter Spekulation immer reicher macht. Das ist ein Symptom der Ursache (Geldmengenflut).

  • Carsten

    Ich weise Ihre vorurteilsbelasteten Unterstellungen zurück. Uns als Neoloberalen liegt die Zukunft unserer Kinder und die Chancen für die Niedriglohnarbeiter sehr am Herzen. Die Löhne sind zu niedrig! Das liegt vor allem an einem Überangebot von Nicht-Facharbeitern, von Leuten ohne Ausbildung. Das drückt dauerhaft auf die Löhne.
    Die aktuelle Flüchtlingswelle wird lediglich von egoistischen Unternehmern/Verbänden begrüsst, weil es jahrelang die Löhne drücken wird. Jeder verantwortliche Unternehmer weiß, dass dies sozialen Sprengstoff und Verarmung mit sich bringen wird.

  • Carsten

    stimmt! An der Börse ist die Masse auch meist im Unrecht. Ich habe mich auch missverständlich ausgedrückt. Die Mehrheit der Deutschen begrüßt unwissend die Eurorettung bzw. ist seit dem Sommer nur die knappe Mehrheit der Deutschen gegen die scheiternde Eurorettung.

    Meine Aussage Minderheitsmeinung bezog sich allein auf seine (vor allem am Anfang 2008 bis 2012) Thesen, dass die Eurorettung machbar und nötig sei. Das war unter Ökonomen die absolute Minderheitsmeinung, die von Medien gerade deshalb weit verbreitet und gelegentlich auch finanziell honoriert wurde (Honorare für Talkshows, Artikel etc.).

    Fast alle deutschen VWL-Professoren haben ja schon 2010 kommuniziert, dass die Eurorettung nicht funktioniert. Später waren es dann über 300 Professoren; mehr gibt es kaum noch.

    Die Mehrheitsmeinung mit über 90% ist also einhellig.

    Beweis:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/stellungnahme-im-wortlaut-vwl-professoren-ueber-europas-schuldenkrise-1596622.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

  • “Zinsen in einer angemessenen Höhe festlegt”
    Was ist angemessen? Die Festlegung ist vollkommen willkürlich. Der Zins muss eben auch erwirtschaftet werden. Bei den aktuellen Wachstumsraten in der EU von 1-1.5% + 0.5%-1% Inflation können die Zinsen nicht deutlich darüber liegen. Irgendwo müssen sie erwirtschaftet werden.
    Anbei ein Bild, welches das Zusammenspiel zwischen Zentralbankzins und Sparzins verdeutlicht.

    http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/150327_buba1_vorschau.jpg

    “Massgeblich für die Festlegung des Zinsatzes ist eben nicht nur die Inflation.”

    Maßgeblich ist die schlechte wirtschaftliche Entwicklung. Mit der Inflation wollte ich verdeutlichen, dass den Sparer die Differenz zwischen Zins und Inflationsrate interessiert. Diese Differenz war schon besser, aber auch regelmäßig deutlich schlechter.

    Hier ein Bild, welches das darstellt.

    http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/150327_buba3_vorschau.jpg

    “kann der Anstieg aller Sachwerte, was gerade die Superreichen aufgrund kreditinduzierter Spekulation immer reicher macht.”

    Stimmt schon. Allerdings würden höhere Zinsen einen ähnlichen Effekt haben und Reiche ebenfalls reicher machen. Schließlich haben sie jede Menge Geld zum sparen.

  • “Die aktuelle Flüchtlingswelle wird lediglich von egoistischen Unternehmern/Verbänden begrüsst”
    Genau diesen Verweis finde ich bezeichnend und werfe ich den “Neoliberalen” vor. Sie sind gegen Regeln zum Schutz der Schwächsten der Bevölkerung und Belegen deren Nichtwirksamkeit mit allerlei “wissenschaftlichen” Analysen. Auf die Massenarbeitslosigkeit durch den Mindestlohn warte ich immer noch.
    Stattdessen verweisen sie auf die Unmoral der Unternehmen. Sie vergessen dabei, dass das Ziel eines Unternehmen ist Gewinn zu erwirtschaften. Dabei wird jede Methode genutzt. Moralisch ist der Gewinn und nicht die vernünftige Behandlung der Mitarbeiter.

    “Das liegt vor allem an einem Überangebot von Nicht-Facharbeitern, von Leuten ohne Ausbildung. Das drückt dauerhaft auf die Löhne.”
    Würde diese Aussage stimmen, dann müsste Personen in der Pflege deutlich mehr verdienen. Dort ist die Nachfrage nach Personal sehr groß und die Bezahlung mieß. Auch sehe ich keine starke Steigerung der Löhne bei Ingenieuren, wohl aber eine Zunahme der Leiharbeit in diesem Sektor. Löhne sind stark von Gesetzen und Regeln beeinflusst. Sie waren es schon immer. Das Löhne, wie an einem perfekten Markt, bis zum letzten ausgehandelt werden ist eine Ausnahme.
    Durch die niedrigen Löhne verlieren unsere Unternehmen die Motivation zu investieren und produktiver zu werden. Es ist einfacher die Kosten über Lohnsenkungen zu drücken, statt über Technologie. Die schwache Lohnentwicklung und die in meinen Augen resultierende Nichtnotwendigkeit der Investitionen, sieht man in der schwachen Entwicklung des Binnenmarktes und bei den Investitionen.
    Wie die Flüchtlinge wirken ist offen. Schafft man Ausnahmeregeln werden die Löhne sinken. Versucht man sie zu integrieren (teilweise sind sie hochqualifiziert) dann ist unklar wo die Reise hingeht.

  • Carsten

    Sorry, aber das sind Grundlagen der Geldpolitk. Vielleicht schreibt hier mal einer der Professoren einen Artikel dazu. Ich werde nicht dafür bezahlt. Nur in Kürze:
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    Klar muss der ZINS erwirtschaftet weren. Aber es ist ein Irrglaube, dass das Wachstum über dem Leitzins liegen muss.
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    Der Zins wird von einem Unternehmer dann erwirtschaftet, wenn der Zins unter der Investitionsrendite des Investments liegt, für den der Kredit aufgenommen wird. Ausnahme sind Investments (Sachkapital) die im Wert steigen können wie Immobilien (weniger Aktien). Da kann der Zins anfänglich auch über dem Mietzins/Dividendenrendite liegen, um positiv zu sein.
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    Noch ein Denkfehler, den übrigens viel Theoretiker an der UNi nicht wissen. Das angegebenen Wachstum ist bereits Inflationsbereinigt. Wenn die Wachstumsrate bei 2% liegt und die Inflation auch bei 2% liegt, sit das Bruttowachstum also mit Inflation 4% (?) Nein genau 4,04% (100*1,02*1,02).
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    Die Buba hatte ein sehr genaues und praxistaugliche Systematik entwickelt, um den Leitzins angemessen festzulegen. Ihre Grafik zeigt schön, dass die EZB vom ersten Tag an alles (absichtlich) falsch macht. In guten Zeiten wird der Zins nicht ausreichend nach oben gezogen, z.B. nicht während des absoluten Booms im Internethype 1998 bis 2000. Dadruch bilden sich Blasen, die auf kreditinduzierter Spekulation beruhen.
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    Hinweis zur Grafik: Der Sparzins hängt kaum vom Leitzins (Preis) ab. Der Sparzins hängt von der Geldmenge ab. Da die Märkte mit Geld geflutet werden, um Wahl auf Wahl zu gewinnen, ist das Angebot an Spareinlagen so groß, dass der Zins niedrig ja negativ ist/werden wird.
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    Folge: Die Sparer (insb. die meist einfachen und ungebildeten Festzinsanleger) werden durch die EZB enteignet. Die Kreditnehmer insb. der Staat werden druch die Billigzinsen reich gemacht.

  • Carsten

    Neoliberale wie ich sind nicht gegen Regeln. Wir sind für Regeln. Wir sind dafür, dass der Staat (Politik) einen Rahmen setzt indem man operieren kann.
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    Wir sind aber gegen Bürokratismus, Dilettantismus und unsinnige Regeln, die nicht den RAHMEN betreffen. Die Politik versucht, um eine unschönes Marktergebnis zu vermeiden ungeduldig mit
    Detailregeln einzugreifen. Das geht schief. Dies führt nur zu
    Interventionsspiralen. Der Staat soll den Rahmen des Bildes setzen aber nicht den Pinsel des Malers führen.
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    Kein Neoliberaler hat behauptet, dass der MINDESTLOHN zu einer
    Massenarbeitslosigkeit führt. Die Schäden des Mindestlohnes übertreffen in der Praxis die Befürchtungen bei weitem. Der Mindestlohn führt zu einer MINDESTLEISTUNG. Die Linkspopulisten haben nicht bedacht, dass eine Vielzahl der Menschen vor allem der Nicht-Ausgebildeten heutzutage nicht die geforderte Mindestleistung erbringen können/WOLLEN.
    .
    Der MINDESTLOHN hat bei uns schon ca. 15 Monate vor der Einführung dazu geführt, das Schwachleister bei der Einstellung stärker vermieden wurden. In den Wochen nach dem Mindestlohn passierte erst einmal wenig, außer dass den Schwachleistern klare Zielvorgaben kommuniziert wurden. Daher vielleicht die Annahme der Gewerken, dass kein Schaden entstanden ist. Nach ca. 6 Monaten habe ich dann ein paar Exempel statuiert, um ein Signal und Warnung für den Rest zu setzten. Und seit September läuft die Hauptentlassungswelle an, die sich bis Ende 2016 hinziehen wird. Ziel ist es alle auszusortieren die nicht willens sind die Normalleistung zu erbringen. Das sind nur ca. 17% der Mitarbeiter. Wir haben jahrelang schwächeren Mitarbeitern Chancen gegeben. Aber wenn der Staat mich ärgert und drangsaliert, dann bekommt er die Eigentlicharbeitslosen mit Gruß zurück. Ein paar Ältere, die nicht mehr so können, behalte ich aus sozialen Gründen.
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    Ich zeige der Nahles, dass sie es mit mir nicht machen kann, Daher sendete ich ihr bereits eine Liste mit den Namen der Betroffenen, damit sie sich bei Ihnen entschuldigen kann. Es wurden auch Stellen abgeschafft. Z.B. produzieren wir kein umweltfreundliches Füllmaterial mehr. Stattdessen wird Kunststofffüllmaterial genommen, da dabei keine Personalaufwendungen anfallen.
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    Der Mindestlohn ist kaum für Unternehmen existenzbedrohend. außer für Unternehmen, für deren Leistungen die Endverbraucher nicht zu zahlen bereit sind (Niedriglohnbranchen). Der Mindestlohn führt zu Rationalisierungsdruck. Der MINDESLOHN ist aber für die
    SCHWACHLEISTER ein Desaster.
    Die Agenturen haben jetzt die ganzen PROBLEMARBEITSLOSEN wieder an der Backe, die sie froh waren los zu sein. Nahles hat das schon erkannt und reagiert:
    Jetzt kann man solche Problemarbeitslosen quasi kostenlos vom Amt bekommen. Super. Nahles will damit das Mindestlohndesaster vertuschen. Wir zahlen jetzt nicht mal Mindestlohn.
    So lügt sich der Sozialdemokrat unserer Zeit realitätsverweigernd in die Tasche ;-))

    Der Rest ist auch schief. Keine Zeit mehr daher Stichpunkte:
    PFLEGE:
    Gejammer groß, faktisch gibt es genug Personal, zu den Löhnen, weil das Angebot zum aufgerufen Preis(Lohn) trotz des Gejammers da ist. Die Löhne dort liegen auch leicht über niedrigeren Billiglöhnen. Der Bedarf kann aus dem Auslang unbegrenzt gedeckt werden. Zahlung auf Rechnung.
    INGENIEURE:
    Es gibt nur in wenigen Spezialbranchen eine Unterdeckung an Ingenieuren, in vielen ein Überangebot. Klar, wir Unternehmer jammern schon, wenn sie nur 5 Bewerbungen auf eine Stelle haben. Angebot und Nachfrage sind ausgeglichen.
    ZEITARBEITER:
    Die Gewerken verbreiten hier seit Jahren LÜGEND, dass Zeitarbeiter Billigarbeiter sind. Tatsächlich kostet ein Zeitarbeiter ziemlich genau 20% mehr als wenn man den gleichen Mitarbeiter selbst einstellt. Man würde einen Zeitarbeiter aber nicht selber einstellen. Seitdem Mindestlohn stelle ich erstmals seit Mai auch Zeitarbeiter ein, weil sich die (Mindestleistung +20%) so leichter aussteuern lässt und Schwachleister aussortiert werden können.
    MOTIVATION Unternehmer:
    Richtig ist, dass niedrige Löhne Rationalisierungsinvestitionen reduzieren. Falsch ist, dass die Löhne sinken. Die Löhne eines einzelnen MA sinken nie. Wenn man das versucht, kündigt er. Die Löhne steigen real aber kaum. Teilweise gelingt es wegen des Überangebotes an Billiglöhnern weggehende durch billigere und
    bessere zu ersetzen.
    FLÜCHTLINGE:
    SPD und Grüne sind NAIV. Ich kann selbst im Lager auf höchstens noch ca. 3 Stellen ungebildete Menschen einsetzten, die kein Deutsch können. Es ist doch heute alles EDV-gestützt. Jemanden der nicht sehr gut Deutsch etwa auf den Niveau eines Hauptschulabschlusses mit Note 4 spricht, kann man im Lager nicht mehr gebrauchen. SPART EUCH DAS GELD FÜR SPRACHKURSE. Das habe ich immer behauptet, aber am Mai mit Bulgaren und Ukrainern getestet. Es geht echt nicht. Ihr werdet
    auf Euren Flüchtlingen mit 16 Mrd. Kosten p.a. sitzen bleiben. Traumatisierte und Analphabeten will eh keiner. Und man kann auch keine Massierung einer einzigen Flüchtlingsgruppe in der Arbeiterschaft gebraucht. Dann spaltet man die Belegschaft und es gibt Konflikte.
    MINDESTLOHN FLÜCHTLINGE:
    Wenn man den MINDESLOHN für Flüchtlinge aufhebt, hat das den Nachteil, dass diese, wie von Ihnen befürchtet, 1. deutsche Arbeitnehmer tendenziell verdrängen (nur relativ / nicht absolut) und 2. die Löhne sinken Es hätte aber den Vorteil, dass die FLÜCHTLINGE überhaupt eine Chance bekommen.
    Wenn ihr FLÜCHTLINGE integrieren wollt, müsst ihr überlegen, wie diese Deutsche aus den Jobs verdrängen können. Die NAHLES-LÖSUNG ist eigentlich sogar UNTERNEHMERFREUNDLICHER
    als die Aufhebung des Mindestlohns für Flüchtlinge. Sie will die ersten Monate von Flüchtlingen komplett subventionieren. Das ist toll. In den nächsten Tagen fängt auch so jemand bei mir kostenlos an. Und wenn der gut ist, behalte ich ihn auch wahrscheinlich. Warum denn nicht?
    LOHNWIRKUNG FLÜCHTLINGE.
    Die LÖHNE werden in jedem Fall sinken. So oder so. Begrenzt nach unten durch den Mindestlohn. Aber die Löhne werden im Bereich von 1500 bis 2800 € dauerhaft nicht mehr steigen. Danke dafür?? Nein, entgegen Eures KLASSENDENKENS haben wir
    Unternehmer ja gar nicht viel davon. Die Löhne (variable Kosten) sind für alle Unternehmer niedrig und die Preise bleiben auch niedrig, wenn die variablen Kosten nicht steigen. Die Importnationen und die MITTELSCHICHT (Grünenwähler) profitieren. Unsere Armen darben! Soweit Sie sich einreden, dass Löhne “von Gesetzn und Regeln beeinflusst” werden ist das wahr, aber das ist unwesentlich im Vergleich zu Markteffekten (Angebot/Nachfrage).
    Perfekter MARKT: Nie hat einer behauptet, dass die Markmodelle PERFEKT sind oder der Markt in der PRAXIS perfekt ist. Wir sagen „VOLLKOMMENER MARKT“. Das ist ja das Problem für Euch: Die Erklärungen der Marktmodelle treten unter den sechs impliziten Annahmen ein, die schon die Klassiker offenlegten. Aber sie treten natürlich ein, meist aber zeitverzögert. Und dann vermischen sich andere oder gegenläufige Effekte und heben sich teilweise auf. DAS ERMÖGLICH EUCH IRREND DEM MARKT ZU MISSTRAUEN.
    BEISPIEL:
    Ein Grund, warum die Arbeitslosigkeit wegen des ML nicht wenigstens leicht im Niedriglohnbereich zunimmt ist, dass das Wachstum derzeit auch durch den Billigzins stark angekurbelt wird. Das wird sich “entspannen”, wenn der Zins steigt.
    Es wird ein DESATER werden, weil wir zukünftig die vermiedenen weil aufgeschobenen Rezessionen der Vergangenheit nachholen werden ;-)
    .
    Unterstellen Sie nicht so viel – ich vergesse gar nichts ;-)

    Lernen Sie dem Markt zu vertrauen. Wer in einer Marktwirtschaft versucht ständig unwissend und misstrauend in den Markt
    eingreift, richtet ein Desaster an. Werden Sie lieber Kommunist. Das ist ehrlicher und konsequent.

  • Carsten

    Sorry, die durchschnittlichen Sparzinsen sind eher unbeachtlich. Es kommt auf den Zins an, den ein Sparer anlegt, der zumindest etwas Geld hat, also mind. 10.000 € eher deutlich über 100.000 €. Dann gibt es den Marktzins mit nur wenig Abschlag. Maßgeblich ist eher die Umlaufrendite für 10-jährige Bundesanleihen.
    .
    Was aber wahr ist, das Festzinssparen in bestimmten Phasen nach Inflation und Steuern immer schon mal negativ war. Die Festzinssparer sind die “Opfer” des Finanzsmarktes ;-)
    .
    Reiche sind Menschen ab ca. 3 – 5 Mio. € Vermögen. Superreiche beginnen bei ca. 100 Mio. € aufwärts. Mit 3 Mio. bekommen nur wenige die notwenigen Kredite und Anlagen, wenn sie sich auskennen. Daher werden die Reichen derzeit eher ärmer.

    Nur die Superreichen werden wegen der Billigzinsen wirklich reicher, weil diese leichter Kredite bekommen, sehr niedrige Zinsen zahlen und diese provisionsfrei in Sachwerte anlegen können, die dann gerade wegen der Blasenbildung relativ sicher im Preis steigen. Darum geht es. Das ist die Ursache warum die Reichen reicher werden, nicht mehr die unterstellte “Lohnausbeutung”, die es vor Dekaden vielleicht mal gab.

    Die Superreichen profitieren von der EURORETTUNG und beinflussen diese daher

  • Ralph Krachen

    Mindestlohn/Die Minderleister werden zu Mehrleister wenn der Preis der Ware oder Dienstleistung sich erhöht oder noch schöner die Abgabenlast sinkt, letzteres ist leider utopisch. BSP Friseuer, durch den Mindestlohn sind die Preise für die Kunden gestiegen, zumindest bei den Billigfriseuren, da nun alle Friseure den Mindestlohn zahlen müssen, gibt es auch keine Lohn/Preisspirale nach unten mehr- aber der Mitarbeiter muss nicht mehr aufstocken, der Steuer- und Beitragszahler wird entlastet, der Mindestlohn hat nicht nur Nachteile.

  • Viel wahres, leider wurde vergessen, dass Schröder durch Hartz 1-4 die Löhne hat stagnieren lassen, wodurch die Exportüberschüsse stiegen.

  • “Daher werden die Reichen derzeit eher ärmer.”
    Werden sie nicht. Wenn ich 100 Euro auf eine Bank lege und Zinsen größer gleich Null bekomme werde ich nicht ärmer. Niemand nimmt mir mein Geld weg. Es verliert an Kaufkraft. Allerdings ist es nicht die Aufgabe des Staates und der Banken, dass meine Kaufkraft erhalten wird. Letztenendes ist sparen eine Spekulation, dass es günstiger für mich ist meine aktuelle Kaukraft in die Zukunft zu transferieren. Aktuell ist das nicht der Fall, also hat man Pech gehabt.

  • Kammerjäger

    Ich verstehe Herrn Straubhaar überhaupt nicht. Ich hätte da 3 Fragen:

    (1) Sparen und Schulden bedingen sich ja bekanntlich, da die Summe aus Sparvermögen und Schulden immer gleich 0 ist. Wenn jetzt jemand mehr sparen soll, wer ist dann derjenige, der sich mehr verschulden soll?

    (2) Die heutige Generation kann die heutige Produktion konsumieren, die zukünftige Generation kann die zukünftige Produktion konsumieren. Wie kann da irgendetwas durch Sparen von Geld in die Zukunft verschoben werden?

    (3) Ist das wirklich das intellektuelle Niveau, mit dem man heute Professor werden kann, und dann auch noch Studenten ausbilden darf?

  • Hallo Kammerjäger, vielen Dank für Ihre Fragen. Gerne möchten wir darauf eingehen. Es geht darum, der kommenden Generation die gleichen, wenn nicht sogar bessere Chancen im Leben zu ermöglichen. Durch die momentane Wirtschaftspolitik, bei der Ersparnisse, Altersrücklagen und Pensionen über Negativzinsen real abgewertet werden, verbessert weder die Lebensqualität im heutigen Alltag nachhaltig, noch die Wachstumsperspektiven der künftigen Generationen in der langen Frist. (kun)

  • Kammerjäger

    Hallo INSM,

    ich kann nicht erkennen, dass durch diese Antwort auch nur eine der Fragen auch nur im Ansatz angesprochen wird.

    (1) Wie kann durch Geldsparen irgendwelche Produktion in die Zukunft verschoben werden, so dass man diese im Alter konsumieren kann?

    (2) Wenn einer spart, dann muss sich jemand anderes verschulden. Wer ist das?

  • Nur durch Investitionen steigt langfristig der Wohlstand. Nur weil ich die Zinsen nach oben schraube, steigen dadurch noch lange nicht die Investitionen.

  • Hallo Dan Chris, Wohlstand entsteht aus Wirtschaftskraft. Nur wenn die Wirtschaft wächst, steigt auch der Wohlstand. Doch Unternehmen investieren seit Jahren nur zurückhaltend in neue Ausrüstung. Das bremst das Produktivitätswachstum und damit auch den Wohlstand. (kun)

  • Die Wirtschaftskraft steigt ebenfalls nicht automatisch, wenn ich die Zinsen steigere.

    “Doch Unternehmen investieren seit Jahren nur zurückhaltend in neue Ausrüstung. Das bremst das Produktivitätswachstum und damit auch den
    Wohlstand. ”

    Komplett richtig, nur bietet Herr Straubhaar und die INSM keine Idee an dies zu ändern.

  • Hallo Dan Chris, wir haben genaue Vorstellungen davon, wie man die Entwicklung positiver gestalten könnte.

    Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft fordert daher vom Gesetzgeber: die Standortkosten zu reduzieren: Nicht nur die Arbeitskosten, auch die Kosten für Energie in Deutschland sind im internationalen Vergleich sehr hoch. Allein die deutsche EEG-Umlage ist höher als der Industriestrompreis in den USA. Diese Sonderbelastung muss gesenkt werden.

    das Versprechen einzulösen, Bürokratie und Vorschriften abzubauen.

    die Grundlagen für künftiges Wachstum zu schaffen: Dafür muss beständig und effektiv in Straßen und Schienen investiert werden. Auch das Breitbandnetz muss ausgebaut werden. Dafür muss die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. (kun)

  • Carsten

    Der Wert bestimmt sich nur durch die KAufkraft. Schade, dass man solche Binsenweisheiten heute einem Gebildeten erklären muss.Natürlich ist es die Aufgabe des Staates die Kaufkraft zu erhalten. Für die BuBa ist es Ziel sogar explizit vorgeschrieben. Das GG garentiert Eigentum.
    Was für ein Staat ist, der einfach Menschen enteignet? Ein Rechtsstaat nicht eher ein linischer, also linker Staat.

  • Carsten

    Den oberen teil haben Sie oben schon geschrieben und es wird nicht wahrer, wenn Sie sich wiederholen.

    Im unteren Teil irren Sie auch, weil der Preis (Zins) nicht nur von der Nachfrage abhängt, wie Sie annehmen sondern auch vom Angebot. Und die angebotene Geldmenge ist zu hoch. Daher der niedrige Zins. Die Unternehmenskredite sind im Wesentlichen unverändert. Der Bürger sollten mehr in Sachanlagen anlegen.

  • Carsten

    Der Mindestlohn (nur bezigen auf die Lohnhöhe) hat aus Sicht der meisten Unternehmen Vorteile, weil die Billigkonkurrenz eliminert wird. Daher habe sich auch in Talk-shows Unternehmergoisten gefunden, die das forderten.

    Der Mindestlohn hat aber große, nämlich die Existenz bedrohende Nachteile für die Schwachleister. Die Schwachleister, Sie sagen Minderleister werden NICHT zu Mehrleistern, wenn der Lohn steigt oder sinkt. Zu einem Normalleistern wird man, wenn man fleißiger wird.

    Sozialisten glauben wirklich daran, dass alle Arbeitnehmer gleich fleißig sind. Die Unterschiede sind überraschend hoch – höher als man sie selbst als Kapitalist je für möglich gehalten hätte, wenn man dann die Praxis wirklich sieht. Und wir beobachten ja nur die Schlechtleister, die nich nicht gekündigt sind. Die ganz schlimmen Fälle kennt niemand, weil die gar nicht keine Chance mehr bekommen.

    Der Mindestlohn hat insofern Nachteile für Unternehmen, weil manchen Brnachen Probleme haben sich halten zu können und weil vor allem der Bürokratismus so unglaublich sinnlos und teuer ist. Was geht muss man halt ins Ausland verlagern. Auch Friseuere im Urlaub sind wettbewerbsfähiger geworden.

    Aber Hauptsache die Gutmenschen beruhigen Ihr Gewissen mit dem Mindestlohn und die Statistik sieht besser aus.

    Die Zuzahlung, die früher in relativ wenigen Fällen vom Staat kam, fällt ja nun auch noch an und zwar in Form von kostenlosen Praktikanten, die man vom Amt bekommt. Habe ich auch welche.

    Der Mindestlohn ist schlimm für ausgegrenzte Menschen, die nicht schneller arbeiten können.

  • Ralph Krachen

    Mein Beispiel bezog sich auf Friseure, die Friseure erhöhen ihre Preise moderat, dies geschieht weitgehend umsatzneutral, so steigt die Umsatzproduktivität der Mitarbeiter,.Arbeitnehmer partizipieren an der steigenden Effizienz der Produktion/Dienstleistung durch den nun erhöhten Lohn. Ein Friseur, Bäcker Metzger wird seinen Sitz in Kundennähe lassen und kaum ins Ausland verlegen.Das der Mindestlohn keine Arbeitsplätze kostet habe ich nie behauptet, eine Lohn-Preisspirale nach unten kann dadurch gestoppt werden da alle Unternehmer (fast) die gleichen Voraussetzungen haben, besser wäre ein allgemeinverbindl. Tariflohn der Tarifvertragsparteien. Sie lassen also Mitarbeiter kostenlos für Sie arbeiten und einen Mindestlohn bezahlen Sie dann wohl auch nicht. Da müssten Ihre Mitbewerber doch blöd sein, wenn sie Tariflohn zahlen würden, also muss hier der Staat die Kosten für den Unterhalt Ihrer Mitarbeiter übernehmen, weil diese nach Ihrer Ansicht alles Minderleister sind.

  • Carsten

    Ich habe das schon verstanden. Aber es gibt in der VWL gar keine UMSATZPRODUKTIVITÄT. Die Produktivität bezieht sich immer auf den Output (Stückzahlen, Mengen) im Vergleich zum Input (Arbeitszeit).

    Das weiß jeder, dass Dienstleistungen vornehmlich im Inland erbracht werden. Daher schrieb ich ausdrücklich im Urlaub /aber das sind dann bei Frauen z.T. schon 50% und bei Männern 16% der Friseuerbesuche p.a.. Grenzgänger mag es auch geben, aber weniger deshalb.

    Ja die Praktikanten vom Amt arbeiten kostenlos und zum Mindeslohn wären sie zu teuer. Wenn jemand gut ist, kann er bleiben. Etliche verbessern sich, die Hälfte ungefähr. Ganz genau, Schwachleister, nicht Minderleister, aber nicht ALLE unterstellen sie mir ncihts. Die Wettbewerber machen es seit der Mindestlohneinführung genauso . . .

    . . . Das nennt sich übrigens INTERVENTIONSPIRALE. Nur wenn uns gar nichts mehr einfällt, wie ZUM TEIL den Friseuren, werden Preise erhöht. Dann aber werden die Folgen des MIndestlohns erst spürbar. Bislang ist das alles Vorgeplänkel. Bei den Friseuren nimmt aber die Schwarzarbeit wieder zu.

  • “wir haben genaue Vorstellungen davon, wie man die Entwicklung positiver gestalten könnte.”

    Die Standortkosten sind in Deutschland sehr gering. Wie sonst, können so hohe Exportüberschüsse generiert werden? Den Investitionen hat es nichts genützt. Wieso sollte ein Unternehmen investieren, wenn die Politik dafür sorgt, dass die eigenen Ausgaben sinken. Die Verkaufserwartungen steigen dadurch nicht.
    Was die INSM präsentiert sind die Forderungen, welche seit Jahren mehr oder minder umgesetzt werden. Die Energiekosten sollten nicht allgememein, sondern speziell für die Unternehmen betrachtet werden. Bei den Steuern, sollte man auf die real gezahlten Unternehmenssteuern schauen, usw.

    “Dafür muss beständig und effektiv in Straßen und Schienen investiert werden. Auch das Breitbandnetz muss ausgebaut werden.”
    Da stimme ich zu. Nur wird das mit der schwarzen Null wohl nichts. Die Politik hat sich selbst Fesseln angelegt. Um diese zu umgehen, wird man überteuerte PPP Projekte anstoßen oder Garantiezinsen an Versicherungen zahlen.

  • “nicht nur von der Nachfrage abhängt, wie Sie annehmen sondern auch vom Angebot.”
    Im Grunde ist es egal wie man es dreht. Die Nachfrage für das gegebene Angebot ist zu niedrig. Das hohe Angebot wird aber nicht durch die EZB bestimmt, sondern durch die Sparer. Rentenversicherer müssen in AAA+ Ratings investieren. Davon gibt es nur noch wenige. Also sinkt die Rendite der Staatsanleihen in Deutschland. Angebot an Geld hoch / Nachfrage niedrig, da der deutsche Staat keine Neuveschuldung haben möchte und die Ausgaben reduziert.

  • “Die Schwachleister, Sie sagen Minderleister werden NICHT zu
    Mehrleistern, wenn der Lohn steigt oder sinkt. Zu einem Normalleistern
    wird man, wenn man fleißiger wird.”

    Was definiert einen Schwachleister? Letztenendes muss sich ein Produkt verkaufen. Das Produkt/Dienstleistung muss mehr Geld bringen als es gekostet hat. Der Preis dieser Leistungen definiert sich über die Kosten. Da beisst sich die Katze in den Schwanz. Wenn alle Produkte im Niedriglohnbereich teurer werden, dann hebt man den Preis der Dienstleistung künstlich an.
    Das dies der Marktwirtschaft widerspricht halte ich für absurd. Denn genau das gleiche wird an verschiedensten Stellen immer wieder gemacht. Vor allem in den Bereichen wo man die Leistung nicht messen kann.
    Schwachleister sind daher für mich Menschen, die mehr Kosten als sie dem Unternehmen einbringen. Verdienen diese Menschen Millionen, werden sie nicht als solche bezeichnet.

  • Carsten

    Stimmt, “Menschen, die mehr Kosten als sie dem Unternehmen einbringen”. Das ist eine ABSOLUTE Definition.
    Von Arbeitsgerichten wurde Schwachleister ja inzwischen als Prozentsatz, den man nicht schlechter arbeiten darf als der Schnitt.

    Für mich ist ein Schwachleister eine Arbeitskraft, die eine deutlich schlechtere Prodtivität (gemessen am Output) hat als die Kollegen. Die Grenze muss man als Unternehmer selbst finden. Für mich ist die Untergrenze, diejenge Leistung, die ein normaler Mitarbeiter in der zweiten Arbeitswoche brungen kann. Das ist für jeden Menschen machbar, der nur mittelmäßig motiviert ist. Schwachleister unterschreiten dauerhaft diese Grenze.

    Die MINDESTLEISTUNG

  • Carsten

    Nein ;-)
    Die Nachfrager bestimmen die NACHFRAGE (nach Krediten)
    Die Anbieter bestimmen das ANGEBOT an Kapital.

    Anbieter sind die Anleger (Sparer) und die Notenbanken. Die Notenbanken erzeugen GELD (und damit Angebot) indem sie es auf einem Konto einbuchen. Sie gewähren Kredit.

    Zur Berechnung der angemessen Geldmenge und deren Erhöhung gibt es die Geldmengentheorie. Es gibt eine enge Bandbreite was richtig oder zuviel/zuwenig an Geldmengenerhöhung ist.

    Es ist völlig unstrittig, dass die aktuelle Geldmenge um Faktoren zu hoch ist. Kein VWL-er, der was auch sich hält, würde diese Aussage bestreiten.

    Grund ist, dass die EZB ENTGEGEN IHREN STATUTEN soviel Geld auf dem Markt pumpt, dass die Zinsen fallen und die Banken gar nicht anders können, als dem Staat geld zu leihen.

    Die EZB verleiht Geld zu Zinsen nahe null an Banken. Die Banken verleihen das Geld z.B. 2014 zu 5,5% an Griechenland. Für deren bezahlung haften ESM & Co. Und die verlogene EU stellt sich hin und behauptet lügend: Griechenland wird vom Finanzmarkt wieder als Schuldner akzeptiert”. Anfang 2015 war GR dann schon wieder Pleite und wird es immer wieder werden. Denn der Euro ist die Ursache für deren Krise.

    Inzwischen verleiht die EZB aber nicht mehr nur Kredite an Banken. Die EZB kauft inzwischen selbst STAATSANLEIHEN auf. Das ist verbotene Staatsfinazierung. Hier wird direkt Geld ins off “gedruckt”

  • “Für mich ist ein SCHWACHLEISTER eine Arbeitskraft, die eine deutlich
    schlechtere PRODUKTIVITÄT (gemessen am Output) hat als die Kollegen.”
    Setzt voraus, dass sich der Output messen lässt. Im Fall der Friseurin ist das sicherlich möglich. Im Fall eines Arztes, Pflegers, Sozialarbeiters oder Forschers ist das sehr schwierig.

  • Bei Griechenland gebe ich Ihnen recht. Aber das ist ein anderes Thema. Die Frage ist, was passiert bei einer Zinserhöhung der EZB. Für die Banken wird es attraktiver das Geld bei der EZB einzulagern und weniger Kredite zu vergeben. Wieso sollte in diesem Fall die Nachfrage nach den Krediten steigen, wenn sie teurer werden?

  • Carsten

    Geldpolitik besteht aus der Steuerung des GELDANGEBOTES und der ZINSHÖHE. Das erstere ist der größere Hebel. Wenn die EZB die GELDMENGE weniger stark ansteigen ließe, sinkt das Angebot an Geld. Die Kreditnachfrage bleibt gleich. Die Zinsen steigen auch die Kreditzinsen. Daher ist es dann für die Banken nach wie vor interessanter Unternehmen Geld zu verleihen. Die EZB Zinsen sind immer niedriger als die Kreditzinsen der Banken.

    Die Kreditklemme für Unternehmen resultieren aus folgendem:
    1. Die Risiken sind tatsächlich höher, als man jahrzehntelang dachte. Statt die Zinsen für Unternehmerkredite zu erhöhen, werden leider weniger Kredite vergeben (und das sage ich als U.)
    2. Die Anforderungen an Regulierungen wirken sich nicht nur auf die Banken aus. Die Banken geben den Druck weiter und fordern mehr & häufiger Unterlagen. Um einen Kredit über 50 T€ zu bekomen muss man einen Aufwand im Wert von ca. 10 T€ leiste.. Da lässt man es doch ganz.
    3. Die verdoppelten Eigenkapitalanforderungen führen auch zu einer halbierten Eigenkapitalrendite. Um das Mehr an Eigenkapital überhaupt zu bekommen stehen Banken unter noch größerem Druck auf die Rendite zu achten. Für Unternehmerkredite muss aber risikoadäquat mehr EK hinterlegt werden als für Anlagen an Griechenland, obwohl GR definitiv pleiteiren wird.

    Denn es kommt nicht auf die faktischen Risiken an, sondern auf die von der EU als opportun empfundenen Risiken. Und die EU findet es nun einmal nicht opportun, wenn einzelnen Staaten höhere Risiken zugeordnet werden. Das wäre “Diskriminierung” heißt es.

  • Carsten

    Der Output lässt sich immer irgendwie messen. Einfach ist es nie. Bei mir sind das Pakete je Arbeitszeit ähnlich ist das bei einem Pfleger (so zynsich sich das für Sie anhören mag). Ein Arzt ist heute auch relativ leicht messbar, aber die sind nicht steuerbar und daher in der Regel selbständig.

    Überall da, wo man nicht gut messen kann, wird Selbstkontrolle entscheidend und dann wird verstärkt outgesourced. Selbständige kontrollieren sich selbst.

    Oft reichen Pie mal Daumen Berechnungen aus. Bei Programmierern nimmt man z.B. als Output einfach die Programmierzeilen am Tag. Das mag etwas unegrecht sein, aber in der Praxis hat sich gezeigt das sich einfache und schwierigere Programmstrecken irgendwie doch ausgleichen. Es geht nicht um Perfektionismus sondern um eine ungefähre Einschätzung. Und bei Programmierzeilen sind die größten Produktivitätsunterscheide überhaupt festgestellt worden 25 für die schlechten 50 für den Schnitt und 2500 für den Spitzenreiter (Faktor 100) Daten gerundet von Siemens Anfang der 90-er.

  • “ähnlich ist das bei einem Pfleger”
    Eben nicht. Der Pfleger hat eine Person mit hohem Betreuungsaufwand und niedrigem. Es gibt verschiedene Pflegestufen, welche alles andere als eindeutig zu definieren sind. Die aktuelle Tagesform des zu Pflegenden taucht nicht auf (gesund, aggessiv, freundlich, krank, etc.). Wenn das alles nicht berücksichtigt wird, wie will man einen objektiven Wert erstellen?

    “Bei Programmierern nimmt man z.B. als Output einfach die Programmierzeilen am Tag.”
    Das nächste schöne Beispiel. Die Anzahl der Zeilen ist unwichtig. Ein Programm muss nicht lang sein, um gut zu funktionieren. Jeder der schon einmal selbst programmiert hat, weiß, dass sich die Produktivität sehr schwierig messen lässt. Jemand der wenig programmiert, aber die wesentlichen Fehler ausbessert ist nicht unproduktiv. Ebensowenig wie jemand produktiv ist, weil er umständlich programmiert und viele Textzeilen produziert die nicht mehr nachvollziehbar sind.
    Wie will man in einem Softwareprojekt wo viele Menschen beteiligt sind die verschiedenen Arbeiten wichten? Das ist etwa so sinnvoll wie die Aussage der Zahnriemen ist produktiver als der Kolben in einem Motor.

    Ich weiß, dass der Versuch der Messung immer wieder versucht wird. Ich halte das für Blödsinn, weil man nicht mehr als eine qualitative Aussage erhält, oder wesentliche Einflussgrößen vernachlässigt und hierdurch falsche Anreize setzt.
    Viele Programmzeilen kann man schnell generieren. Ob das dann der bessere Code ist…

  • Carsten

    Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass die besten Studeneten auch am schnellsten fertig sind und umgekehrt? Genauso ist es beim Programmieren ;-)) . . . auch was die Länge und Qualität des Codes und die Doko anbelang. Das ist die ERKENNTNIS:

    Wenn Sie Ahnung davon hätten, wie unterschiedlich aufwendig es ist Pakete zu packen, hätten sie das alles nicht geschrieben. Denn das ist noch unterschiedlicher als pflegen oder porgrammieren. Wenn es nach Ihnen ginge dürfte man nichts messen. Möglicherweise lehnen Sie Zahlen als zu vereinfachend ab?

    Wenn man nur zwei Packvorgänge oder zwei ähnliche Programmiervorgänge oder zwei Pflegeprozesse in der gleichen Pflegestufe miteinander vergliche, hätten sie Recht. Denn obwohl diese Prozesse sehr ähnlich sind, wären sie dich zu unterschiedlich, um fair zu bewerten.

    Aber wenn Sie täglich messen und jeder Mitarbeiter, Pfleger, Programmiere genügend Fallzahlen hat, gleicht sich das logischerweise aus.

    Der Programmiereinwand kommt immer, er ist aber unberechtigt (ich bringe das Bsps seit 2001).Die Details sind mir aber zu lang.

  • Carsten

    Die oben geschilderten Einzelproblemchen gibt es in jeder einzelnen Analyse (auch bei Paketen). Im Schnitt
    gleicht sich das aus und wenn nicht, versucht man die Sonderfälle halt zu
    berücksichtigen.

    Messen ist nicht immer einfach, aber nötig, um die Schwachleister anzutreiben oder halt zu entlassen und es wird gemacht und wir werden uns auch nicht davon abbringen lassen, nur weil einzelen ein Problem mit quantitativ-analytischem Denken haben. Was glauben Sie denn wie “Wirtschaften” funktioniert?

  • Chantale Pavon

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