Individuelles Zockertum ist jedem unbenommen, aber es darf nicht sein, dass der Staat diesen Zockern bei Verlusten unter die Arme greift: Der Markt kann Gier belohnen, der Staat darf es nicht. Otto Graf Lambsdorff, (1926 - 2009), deutscher Politiker, Bundesminister für Wirtschaft, Bundesvorsitzender der FDP

3 Linktipps

5 vor 10: Richard Koo, Outback, Energiewende, Norwegen, Beamtenpension

Heute in den Linktipps: Warum die lockere Geldpolitik nur bedingt wirkt, im Outback immer weniger Menschen leben und der Ausbau wichtiger Stromtrassen in Deutschland nur langsam vorangeht. Außerdem: Norwegen ist ein Vorreiter für den globalen Automarkt und die Beamtenpension wird zum Streitthema.

(mehr …)


1. “Ein Schuldenerlass wäre sinnlos”
(finanzen.net, Simon Schmid)
Japans bekanntester Ökonom Richard Koo hält die derzeitige aggressive Geldpolitik der Notenbanken nicht für die Lösung der Probleme der Weltwirtschaft. Seiner Meinung nach müsse der Staat die niedrigen Zinsen jetzt für Konjunkturprogramme nutzen. Unternehmen und Haushalte würden vor weiteren Krediten zurückschrecken, weil sie noch hoch verschuldet seien – so könne die Wirtschaft nicht anspringen.

2. Wie Roboter und Drohnen den australischer Outback entvölkern
(guardian.com, Paul Daley, englisch)
Das australische Hinterland verliert stark an Bevölkerung: Roboter und Drohnen übernehmen immer mehr Aufgaben in der Landwirtschaft und beim Abbau von Rohstoffen. In einer Anlage werden Kühe beispielsweise schon automatisch und ohne menschliche Hilfe gemolken. Die Australier müssen langsam entscheiden, wie viel Infrastruktur sie den wenig verbliebenen Menschen noch bereitstellen.

3. Stromautobahnen in Deutschland werden erst später fertig
(faz.net, Helmut Bünder)
Die für die Energiewende benötigten Trassen werden später fertig als geplant. Grund dafür ist, dass große Abschnitte nun unterirdisch verlaufen sollen und dafür neu geplant werden. Die längere Bauzeit treibt auch die Kosten der Energiewende in die Höhe. So häufen sich die Eingriffe in den Kraftwerkspark, mit denen die Netzbetreiber das schwankende Aufkommen von Wind- und Sonnenstrom ausgleichen: Windräder müssen vorübergehend vom Netz genommen, konventionelle Kraftwerke je nach Bedarf zu- oder abgeschaltet werden.

4. Wie Norwegen den Automarkt umkrempelt
(manager-magazin.de, Nils-Viktor Sorge)
Norwegen hat sich entschieden. Ab 2025 sollen keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr verkauft werden. Beobachter rechnen mit internationalen Konsequenzen: “Das ist ein Trend, den wir noch in anderen Ländern sehen werden”, sagt Auto-Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler mit Blick auf Oslos Intervention. Norwegen habe sich bei Umweltgesetzen vielfach als Vorreiter erwiesen, dem andere folgen.

5. Fünf Jahre Arbeit, 1.573 Euro Pension
(zeit.de, Nadine Oberhuber)
Während sich viele in Deutschland vor Altersarmut fürchten, freuen sich Beamte weiterhin über recht üppige Pensionen. Dabei wachsen die Verpflichtungen des Staates gegenüber seinen Angestellten immer weiter an. Während sich Normalrentner nach 45 Beitragsjahren mit maximal 48 Prozent ihres letzten Einkommens zufrieden geben müssen, bekommen pensionierte Beamte gut 71 Prozent ihres letzten Bruttogehalts. “Das finden viele unverhältnismäßig viel”, schreibt Nadine Oberhuber.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem Ökonomenblog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keinen Ökonomen-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter, abonnieren Sie unseren RSS-Feed oder unseren Newsletter.

  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

    Alle Beiträge

  • @Pension
    Das ist nicht unverhältnismäßig viel. Die Renten sind unverhältnismäßig niedrig.

  • Hallo Dan Chris,
    die Renten sind nicht unverhältnismäßig niedrig, sie bemessen sich an den Beiträgen, die eingezahlt wurden. Die Stärkung der privaten Vorsorge und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit, sind zwei Möglichkeiten um das besehende System zu stabilisieren und die Renten zu erhöhen. (hir)

  • “die Renten sind nicht unverhältnismäßig niedrig, sie bemessen sich an den Beiträgen, die eingezahlt wurden.”

    Warum werden dann mit Hilfe der Rentenkassen versicherungsfremde Leistungen quersubventioniert?

    “Die Stärkung der privaten Vorsorge und die Verlängerung der
    Lebensarbeitszeit, sind zwei Möglichkeiten um das besehende System zu
    stabilisieren und die Renten zu erhöhen.”
    Die Erhöhung der Löhne sind das effektivste Mittel die Rente zu erhöhen. Die private Vorsorge ist grandios gescheitert. Das kann man sehr deutlich sehen. Vor 10 Jahren wurde sie als Heilsmittel propagiert. Am Ende haben viele nur Verluste und es wird immer weiter nachgebessert. Am Ende muss die arbeitende Bevölkerung die nichtarbeitende Versorgen. Die private Vorsorge kann daran nichts ändern. Sie kostet allerdings deutlich mehr als die gesetzliche Vorsorge und bringt gar nichts.

    Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit erhöht die Rente nur, wenn man auch länger einen gut bezahlten Arbeitsplatz hat. Ansonsten ist sie eine reale Rentenkürzung. Auch das zeigt die Realität. Am Ende bleibt auch hier die Bedingung, dass die arbeitende Bevölkerung die nichtarbeitende versorgen muss. Eine Verlängerung der Arbeitszeit ändert daran nichts. Man kann halt volkswirtschaftlich gesehen nicht sparen. Das ist der Grundfehler der ganzen Rentendiskussion, die genau davon ausgeht.