Je freier die Wirtschaft, umso sozialer ist sie auch. Ludwig Erhard, 1897-1977, deutscher Wirtschaftsminister, Bundeskanzler

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5 vor 10: Finanzkrise, Stiglitz, Nobelpreis, Geldpolitik, Schulden

Heute in den Linktipps: Warum die Deutsche Bank nicht zum Auslöser einer neuen Finanzkrise wird, weshalb ein renommierter Ökonom den Zerfall der Eurozone erwartet und wie sich die finanzielle Belohnung für Nobelpreisträger verändert. Außerdem geht es um Kritik an der Geldpolitik der EZB und um einen neuen globalen Schuldenrekord.

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1. Warum es keine neue Finanzkrise geben wird
(sueddeutsche.de, Marc Beise, Video)
Eine Aktie der Deutschen Bank war einst mehr als 100 Euro wert. Inzwischen kostet ein Anteilsschein lediglich ein Zehntel. Die Bank steckt seit Jahren in schweren Problemen. Nun stellt sich Marc Beise sogar die Frage, ob das größte deutsche Kreditinstitut zusammenbricht und eine neue Finanzkrise auslösen könnte. Beise antwortet beruhigend: “Ich weiß es nicht, aber ich glaube es nicht.”

2. “Solidarität gibt es, aber sie hört an der Grenze auf”
(welt.de, Tobias Kaiser)
Die Eurokrise ist aus dem Fokus der medialen Aufmerksamkeit verschwunden. Ökonomen halten sie aber für nach wie vor nicht gelöst. Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz warnt nun abermals vor einem Zerfall der Währungsgemeinschaft. Er glaubt, dass die Eurozone in zehn Jahren kleiner sein werde als heute. In Italien erscheint aus seiner Sicht ein Euro-Austritt sehr wahrscheinlich.

3. Der Nobelpreis war früher mehr wert
(qz.com, Akshat Rathi, englisch)
Der Nobelpreis garantiert seit Jahrzehnten Ruhm und Ehre und viel Aufmerksamkeit für die Arbeit der Preisträger. Weniger konstant ist der finanzielle Nutzen der Auszeichnung. Knapp eine Million Dollar erhalten die Gewinner in diesem Jahr. Früher war der renommierte Preis deutlich mehr wert. Das liegt an den Turbulenzen an den Finanzmärkten, denen auch das von Alfred Nobel gestiftete Vermögen ausgesetzt ist.

4. Geldpolitischer Herbst
(wirtschaftlichefreiheit.de, Theresia Theurl)
“Unkonventionelle” Maßnahmen der Zentralbanken sind inzwischen zur Normalität geworden: Die Notenbanker fluten seit Jahren die Märkte mit Geld. “Anzeichen dafür, dass die EZB aktuell einen Ausstieg aus dem Krisenmodus plant, sind nicht auszumachen”, schreibt Theresia Theurl und zieht eine kritische Bilanz: “Dass die sehr üppige Versorgung mit Zentralbankgeld und die korrespondierende Niedrig- bis Negativzinspolitik erfolgreich gewesen sei, kann bisher nicht behauptet werden.”

5. Jeder von uns hat Schulden in Höhe von 20.000 Dollar
(businessinsider.de, Jessica Dawid)
Die Welt ist so stark verschuldet wie noch nie. Insgesamt belaufen sich die offenen Forderungen weltweit auf 152 Billionen Dollar. Vor allem die Schwellenländer sorgen derzeit dafür, dass der Schuldenberg stetig wächst. Im Durchschnitt steht damit jeder Mensch mit 20.000 Dollar in der Kreide. Für das Wirtschaftswachstum könnte das ein massives Problem darstellen.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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  • Das nenn ich mal eine solide Aussage vom Experten Beise
    “Ich weiß es nicht, aber ich glaube es nicht.”
    So in etwa wurde auch kurz vor der Finanzkrise geredet. wir werden sehen was passiert.

    “Im Durchschnitt steht damit jeder Mensch mit 20.000 Dollar in der Kreide.”
    Und wieviel Guthaben hat jeder im Schnitt?

  • Kammerjäger

    Die Antwort ist ziemlich einfach zu geben: 20.000 Dollar.

    Da jede Art von Verbindlichkeit eine Forderung auf der anderen Seite bedingt, ist die Saldierung aller Forderungen und Verbindlichkeiten gleich 0. “Jeder von uns hat Schulden in Höhe von 0 Dollar” gibt halt keine gute Schlagzeile.