Den Arbeitslosen geht es in Europa besser als den Vollbeschäftigten in Asien. Ich bin aber optimistisch, daß sich Europa aus dem System der letzten 50 Jahre lösen kann. Dr. Helmut Sohmen, *1939, Vorstandsvorsitzender der ?World-wide-Shipping-Group?

10 Finanzmarkt

Die US-Zentralbank Fed hat Trump den Weg geebnet

Donald Trump wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Dies sorgt vielfach für Unmut – nicht nur in den USA, gilt er doch als unberechenbar und populistisch. Ein Grund für Trumps Wahl: die jahrelange ultralockere Geldpolitik der amerikanischen Notenbank.

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Industrie-, Finanz- und Immobiliensektor als Anteil am US-BIPNach dem Brexit gibt es nun die zweite große politische Überraschung! Entgegen der Prognosen der etablierten Meinungsforscher hat Donald Trump den Sieg eingefahren. Hillary Clinton, die für ein liberales Amerika stehen sollte, hat den Kürzeren gezogen. Zu groß war der Frust der weißen Mittelschicht über den Verlust des amerikanischen Traums, der einst den Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär ermöglichte.

Die Frustration hat viel mit der Geldpolitik zu tun, die seit 1987 Alan Greenspan als Vorsitzender der Federal Reserve Bank (Fed) geformt hat. Jeder Finanzmarktkrise wurde mit raschen Zinssenkungen und großzügigen Liquiditätsspritzen begegnet, um – zum Wohle aller!? – unkontrollierbare Ansteckungseffekte zu verhindern. Wenn aus der Geldflut neue Blasen entstanden, gab Greenspan vor, dass man diese nicht erkennen könne. Die Zentralbank war damit von jeder Verantwortung für Finanzmarktexzesse befreit.

Auf den „Magier“ Greenspan folgte 2002 der Princeton-Professor Ben Bernanke, der diese Politik bis 2014 fortsetzte. Bernanke hatte sich wissenschaftlich mit der Weltwirtschaftskrise befasst. Er rechtfertigte die Geldschwemme in Reaktion auf das Platzen der Dotcom-Blase (2000) und auf die Hypothekenmarktkrise (2007/08) mit Fehlern der Fed, die nach dem Wall-Street-Crash (1929) die Zinsen nicht rasch genug gesenkt habe. Dies habe die Weltwirtschaftskrise in unnötiger Weise befeuert.

Bis zur US-Hypothekenmarktkrise verkaufte Ben Bernanke (2004) das stabile Wachstum in den USA, das mit geringer Inflation einherging, unter dem Schlagwort „Große Mäßigung“ als außerordentlichen geldpolitischen Erfolg. Dieser sei durch eine größere Unabhängigkeit der Zentralbank von der Politik und den Finanzeliten erreicht worden. Der Kampf um die US-Präsidentschaft stellte aber genau das in Frage. Denn die Geldpolitik hat einige wenige sehr viel reicher und den Rest der Bevölkerung perspektivlos gemacht.

Der Anteil der Industrie am Bruttoinlandsprodukt ist seit 1987 von 28 Prozent auf heute 18 Prozent geschrumpft. Das lag vor allem an China, das mit den von der US-Geldpolitik bewirkten billigen Kapitalzuflüssen aus den USA immense Überkapazitäten in der Industrie aufbaute. Die billigen chinesischen Exportgüter machten viele in der US-Industrie arbeitslos. Diese fanden zwar neue Beschäftigungen, jedoch meist zu niedrigen Löhnen, mit Abstrichen bei der sozialen Sicherung. Denn in Krisen wurden mit geldpolitischen Rettungsaktionen und teuren Rekapitalisierungen von maroden Finanzinstitutionen die Kosten der vorangegangenen Übertreibungen auf die Mittelschicht abgewälzt. Seit Greenspan stiegen die Löhne in der Industrie stets langsamer als im Finanzsektor.

Es profitierten vor allem die Finanzeliten. Der Anteil des Finanz- und des damit eng verbundenen Immobiliensektors am Bruttoinlandsprodukt ist von ca. 14 Prozent (1987) auf 18% (2015) gewachsen (siehe Abbildung). Das billige Geld ließ immer neue Finanzmarktsegmente entstehen. Die Kapitalzuflüsse aus den USA zwangen die chinesische Zentralbank große Mengen an Dollar zu kaufen, die wieder in den US-Finanzmärkten angelegt wurden. Die großen US-Finanzinstitute verdienten daran prächtig. Mit der Jahrtausendwende entstand – getragen vom billigem Geld der Fed – der Hypothekenmarktboom, der viele in der Finanzbranche dank schamloser Boni viel reicher machte.

Die politischen Eliten profitierten von großzügigen Rede-Honoraren und Spenden aus dem Finanzsektor. Zudem trieb die Geldpolitik die Preise von Aktien- und Immobilien nach oben, die überproportional von den Reichen gehalten werden. Die drastischen Umverteilungswirkungen der Geldpolitik haben dazu beigetragen, dass heute die oberste Ein-Prozent-Einkommensschicht etwa 22 Prozent aller Einkommen für sich vereinnahmt. Vor Greenspan waren es noch ca. 10 Prozent.

Der Wahlkampf für die US-Präsidentschaft hat die neue Kluft in der US-amerikanischen Gesellschaft nur zu deutlich gemacht. Clinton steht für die Finanzelite des Landes, die sich im Windschatten der Geldflut maßlos bereichert hat. Trump hat erfolgreich mit markigen Sprüchen diejenigen für sich gewonnen, die sich als Verlierer sehen. Es ist nicht entscheidend, dass er einen Großteil seiner Milliarden, die ihm als Wahlkampfbudget dienten, im Verlauf des Hypothekenmarktbooms angehäuft haben dürfte.

Trump und Clinton verschweigen, dass die eigentliche Ursache des Abstiegs der US-Mittelschicht nicht die Globalisierung ist. Denn Handel schafft Wohlstand, indem er die Produktivität und damit das reale Lohnniveau erhöht. Hingegen hat die ultra-lockere Geldpolitik die Produktivitätsgewinne gegen null gedrückt, so dass es keinen Spielraum mehr für Einkommenszuwächse für alle gibt. Wenn die Geldpolitik dann noch über die Finanzmärkte zugunsten der Reichen umverteilt, dann muss es Verlierer geben, die in Demokratien aufbegehren können.

Es sind damit vor allem die negativen Verteilungs- und Wachstumswirkungen der Geldpolitik der Federal Reserve, die über den Umweg China für Trump den Weg ins Weiße Haus geebnet haben. Leider wird wohl auch Trump die falschen wirtschaftspolitischen Schlüsse ziehen. Statt auf eine vorsichtige geldpolitische Straffung hinzuwirken, dürfte er als Populist auf die schwierige wirtschaftliche Lage der US-Mittelschicht mit Handelsschranken und Interventionismus reagieren. Dies hat schon in der 1930er Jahren die wirtschaftlichen Probleme nur noch verstärkt, die schließlich erst durch den 2. Weltkrieg gelöst wurden. Wir können nur hoffen, dass Trump diesmal einen besseren Wendepunkt findet.

Literatur

Bernanke, Ben (2004): The Great Moderation. Remarks by Governor Ben S. Bernanke at the meetings of the Eastern Economic Association, Washington, DC February 20, 2004.

McKinnon, Ronald / Schnabl, Gunther (2012): China and its Dollar Exchange Rate. A Worldwide Stabilizing Influence? The World Economy 35, 6, 667-693.

Schnabl, Gunther (2015): Wege zu einer stabilitäts- und wachstumsorientierten Geldpolitik aus österreichischer Perspektive. Listforum für Wirtschafts- und Finanzpolitik 41 (2016), 2, 263-289.

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  • Autor

    Prof. Dr. Gunther Schnabl

    ist Leiter des Instituts für Wirtschaftspolitik an der Universität Leipzig.

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  • Ist sicherlich ein Punkt. Allerdings wird die Finanzmarktderegulierung, die Steuerbegünstigung für Unternehmen und Reiche und der Freihandel vergessen.
    Die Deregulierung sorgte für instabile Finanzmärkte und sorgte erst als Konsequenz zu den Eingriffend der FED. Sinkende Steuern an der Spitze sorgten für mehr freies Kapital, welche nach Anlagemöglichkeiten sucht. Der Freihandel erhöhte den Druck auf die Löhne, welche stagnierten. Daher fiel die Rendite für Realinvestionen aufgrund mangelder Kaufkraft niedrig aus (wieder eine Motivation an den Finanzmarkt zu gehen).

  • Sebastian Förste

    Hervorragende Zusammenfassung, danke dafür. Leider werden die meisten Menschen diese Zusammenhänge wohl nicht wirklich verstehen, dies sieht man bereits an dem Kommentar von Dan Chris. Nicht die Deregulierung sorgte für instabile Finanzmärkte, sondern die Regulierung, genauso wie die Regulierung der Lebensmittel und sämtlicher wirtschaftlicher Tätigkeit in der DDR für instabile Warenmärkte sorgte und letztendlich zum Zusammenbruch führte.

  • “Nicht die Deregulierung sorgte für instabile Finanzmärkte, sondern die Regulierung”
    Leider sprechen die Zahl der Finanzkrisen die mit der Derregulierung der Finanzmärkte korrelieren eine andere Sprache. Man zugelassen hat, dass Banken so groß sind, dass es billiger ist sie zu retten als zusammenbrechen zu lassen. Wenn man das zulässt dann muss der Handel, Bewertung und die Finanz”produkte” transparent und verständlich sein. Das war und ist nicht der Fall.
    Ein letzter Punkt ist, dass die Größe der Banken und Stärkung des Finanzsektors natürlich zu politischer Einflussnahme führt. D.h. nicht die FED ist Schuld, sondern das Wechselspiel Finanzmarkt – FED – Politik. Es verstärkt sich quasi selbst.

    “DDR”
    Wir sprechen nicht über die DDR. Das Beispiel hinkt. Dann nehme ich den Manchester Kapitalismus und zeige, dass er nicht funktioniert hat, weil die Lebenserwartung gesunken ist und sich die Vermögen massiv konzentriert haben. Erst durch eine staatliche Umverteilung wurde das Problem behoben. Die Schlussfolgerung ist, ohne Regeln geht es nicht. Die Frage ist wie man die Regeln aufbaut und kontrolliert.

  • Sebastian Förste

    Zum Manchesterkapitalismus: Haben Sie Quellen für Ihre Behauptungen? Weder https://en.wikipedia.org/wiki/Industrial_Revolution noch https://ourworldindata.org/life-expectancy/ unterstützen Ihre Behauptungen? Wahrscheinlich werden wir nicht auf einen Nenner kommen, dafür sind wir politisch zu weit auseinander, aber es gibt niemanden, der so stark vom Kapitalismus profitiert, wie die Armen. Die Könige, der Adel und die übrigen Reichen haben vor dem Auftreten des Kapitalismuses die Armen ausgebeutet und es gab so gut wie keinen Wohlstandsgewinn für die Armen im Laufe der Jahrhunderte.

    Ich bleibe dabei, die Finanzkrise wurde nicht durch fehlende Regulierung möglich, sondern durch zu viel Regulierung. Unser Geld ist staatlich und die Banken sind so stark reguliert, dass der Eintritt neuer Wettbewerber sehr schwer ist. Dass jeder, der laufen kann, einen Kredit für einen Haus bekommt, war politisch gewollt und wurde politisch unterstützt. Die Banken sind extrem ins Risiko gegangen, konnten sie ja auch, weil sie wussten, dass sie gerettet werden. Mehr Argumente finden Sie unter http://www.forbes.com/sites/richardsalsman/2013/09/19/the-financial-crisis-was-a-failure-of-government-not-free-markets/#767f5abf449e und http://www.wsj.com/articles/SB123414310280561945 und http://www.forbes.com/sites/norbertmichel/2015/01/26/government-policies-caused-the-financial-crisis-and-made-the-recession-worse/#582f9c3161bf

  • “war politisch gewollt und wurde politisch unterstützt.”

    Keine Frage. Und sie zeigen genau das Problem auf. Man kann die Wirtschaft von der Politik nicht entkoppeln. Woher die Regeln kommen ist ja egal. Derregulierung heißt auch, dass Banken nicht pleite gehen können. D.h. die Regel, dass schlechte Unternehmen verschwinden gibt es nicht mehr. Der Grund dafür liegt darin, dass man zuviel Kapitalkonzentration und damit Machtkonzentration als Gesellschaft zulässt. Das ist in meinen Augen sowohl schlecht, wenn es staatsseitig passiert als auch wenn es privat passiert. Die Liberalen stürzen sich allzuoft auf den Staat und ignorieren die private Seite.

    Zum Manchasterkapitalismus
    “Armut unter den Arbeitern war dennoch sehr verbreitet, besonders bei den Fabrikarbeitern, sodass es in Großbritannien (inkl. Irland) von 1815 bis 1914 zu 17 Millionen Auswanderern, also einer Massenauswanderung kam.”
    https://de.wikipedia.org/wiki/Manchesterkapitalismus

    Sucht man sich den richtigen Zeitpunkt heraus, kann man alles argumentieren. Darum geht es aber nicht. Es geht darum wer verantwortlich ist. Nur auf die FED zu schauen ist Quatsch. Vorher kam die Lobbyarbeit der Banken, dann kam die Politik, dann kam die Krise, dann die FED, dann wieder die Banken, Politik, usw.

    “Wahrscheinlich werden wir nicht auf einen Nenner kommen, dafür sind wir politisch zu weit auseinander,”
    Muss man ja auch nicht. Der Punkt ist, wenn ich Deregulierung schreibe, dann denken sie ich fordere mehr Staat. Was ich fordere ist, dass es Konsequenzen für Handlungen gibt. Wie man das realisiert muss dann diskutiert werden. Wenn man meint, die Konsequenz ist, dass Unternehmen pleite gehen müssen, ist das ein erster Schritt. Aber auch hier muss man diskutieren, warum es in Ordnung ist, dass die Gewinne ohne Einschränkung bei den jeweiligen Personen verblieben sind und die Verluste (einige bleiben immer übrig) vergesellschaftet werden.

  • Lisa Price

    Dear Mr. Professor Doktor, thanks for your nice story. Anyway it is utterly absurd to blame the Feds to have paved the ground for the election of Donald Trump. No, the Fed cannot, as a more or less independent institution, do what it wants and pave the wrote for anything or anybody. The idea is so torted that anyone with basic understanding how the world works must feel uncompfortable reading your entertaining swollen article. No, the situation is a bit more complicated. To show the absurdity of your text for once, just imagine, at the given economic situation and timeframe you discribed, the Fed would have had done the oposite of what it has done. – Just one point. How do you maintain an average growth of 9% at the nasdaq from 1990 to 2016 (paid devidends excluded), when the US gdp in the same timeframe grew only at an average of 3% in the same timeframe. If you think about it, you will aggree, its much more complicated what happened to the market and the people in the US than blaming the Fed for it.

  • Sebastian Förste

    Wahrscheinlich stehen wir uns doch näher als gedacht. Die Bänker dürfen nicht nur die Boni einstecken, sondern müssen auch die Verluste tragen. Die Banken müssen Pleite gehen können. Selbstverständlich haben die Banken Lobbyarbeit betrieben und tun dies immer noch. Dies gehört abgeschafft, indem die Fed und am besten auch gleich die Regierungen abgeschafft werden. Wenn es keine Regierungen gibt, können die Banken nicht vom Steuerzahler gerettet werden.

  • “Dies gehört abgeschafft, indem die Fed und am besten auch gleich die
    Regierungen abgeschafft werden. Wenn es keine Regierungen gibt, können
    die Banken nicht vom Steuerzahler gerettet werden.”
    Genau das ist die falsche Denkweise die ich meine. Das Problem sind nicht Regierungen oder Banker. Das Problem ist, dass einige wenige Menschen viel Macht auf sich konzentrieren können. Das können dann Banker oder Regierungen sein.
    Regierungen vergessen allzuoft, dass sie die Armen vor den Reichen schützen müssen. Die Reichen brauchen diesen Schutz nicht.
    Der genannte Vorschlag lösst in meinen Augen keine Probleme. Wer hindert Banken daran, schlechte Produkte an irgendwelche Menschen zu verkaufen? Wenn sie dann Jahre später daran zugrunde gehen, leben vielleicht die Verursacher gar nicht mehr. Den Schaden haben dann trotzdem irgendwelche Menschen. Wer trägt die Verantwortung. In Gesellschaften ist das nicht einfach zu beantworten, da ein Unternehmen eben keine Einzelperson ist.
    Die Frage ist, warum Unternehmen Einzelpersonen gehören dürfen. Warum darf eine einzelne Person mit seinem Unternehmen soviel Einfluss auf sehr viele Menschen ausüben? Was legitimiert ihn? Gibt es vielleicht bessere Varianten, bspw. über Stiftungen oder andere Formen das Eigentum zu verteilen? Das wären interessante und wichtige Diskussionen.

  • Sebastian Förste

    Banker können nicht zu viel Macht haben, nur Regierungen haben das. Entweder bietet eine Bank gute Produkte, dann überlebt sie, anderenfalls verschwindet sie vom Markt, vorausgesetzt, sie wird nicht gerettet und meiner Ansicht nach sollte keine Bank gerettet werden.
    Die Armen müssen auch nicht vor den Reichen geschützt werden, Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel.
    Es hindert niemand Banken daran, schlechte Produkte an Menschen zu verkaufen. Zu einem Kauf gehören immer zwei Personen, ein Käufer und ein Verkäufer. Niemand zwingt einen Menschen, irgendeinen Schrott einer Bank zu kaufen, genauso wie niemand gezwungen wird, ein Haus für 1 Million zu kaufen oder ein Auto für 200.000, wenn derjenige sich dies nicht leisten kann. Wenn man etwas nicht versteht, heißt dies, ein Produkt nicht zu kaufen. Wenn eine Bank falsche Informationen herausgibt, ist der Käufer durch die Strafbarkeit des Betruges geschützt.
    Ich sehe keinerlei Probleme darin, dass Unternehmen Einzelpersonen hat. Und diese Einzelperson hat verglichen mit Politikern und Zentralbankern auch nicht viel Macht. Die Einzelperson ist einfach dadurch legitimiert, dass er ein Unternehmen gegründet hat und anschließend eine Vielzahl von Personen freiwillig Verträge mit ihm geschlossen hat, sei es Arbeitsverträge, Lieferverträge oder Kaufverträge.

  • “Entweder bietet eine Bank gute Produkte, dann überlebt sie, anderenfalls verschwindet sie vom Markt,”

    So die Theorie. Jetzt zur Praxis. Wenn die Deutsche Bank Produkte verkauft und die Menschen sie kaufen, weil die Produktbewerter diese Produkte als Gut bewerten, dann geht sie erst einmal nicht pleite. Wenn diese Bank dann zusammenbricht, dann trifft es nicht nur diejenigen, welche diese Produkte gekauft haben. Es trifft auch viele andere Menschen und Unternehmen. Das meine ich mit zuviel Macht. Ein plastischeres Beispiel wäre ein Energiekonzern. Wenn dieser seine Kraftwerke nicht vernünftig wartet, um kurzfristig Gewinn zu machen, diese Kraftwerke dann ausfallen, dann geht dieser Konzern wahrhscheinlich pleite. Er schadet aber allen Unternehmen die Strom verwenden, obwohl diese keinerlei Schuld haben. Sie haben schlicht und einfach keine Information ob und wie der Konzern intern agiert.

    “Die Armen müssen auch nicht vor den Reichen geschützt werden, Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel.”

    Das hat nichts mit Nullsumme zu tun. Die eine Gruppe ist stark und die andere ist schwach. Reiche haben mehr Macht. Das ist schlicht und einfach so.

    “ist der Käufer durch die Strafbarkeit des Betruges geschützt.”

    Von wem? Die Regierung / Staat soll es ja nicht geben.

    Vor allem ist das nicht so einfach nachzuweisen + es herrscht keine Waffengleichheit. Eine Bank kann sich die besten Anwälte leisten. Ein normaler Mensch von der Straße nicht. Vor allem braucht er die finanziellen Mittel sofort und nicht erst in fünf Jahren. Theorie und Praxis.

    “freiwillig Verträge mit ihm geschlossen hat, sei es Arbeitsverträge, Lieferverträge oder Kaufverträge.”
    Genau das ist das Märchen der Liberalen. Wenn ich Hunger habe, dann muss ich mir etwas zu essen kaufen, um nicht zu sterben. Wieviel Freiwilligkeit liegt in dem Vertrag den ich schließe? Ich brauche Geld, also eine Arbeit. Wenn es nicht genug Arbeitsplätze gibt, dann muss ich jede Arbeit annehmen (klingt wieder nicht besonders freiwillig) und bin dadurch erpressbar. Die Realität zeigt dieses Schema.

    Es klärt im Übrigen nicht, warum eine Einzelperson soviel Macht und Eigentum auf sich vereinen kann. Letztenendes legitimiert das der Staat über das Grundgesetz und nicht die Vertragsfreiheit. Wir sollten uns fragen, ob das vernünftig ist. Denn wer viel besitzt, der kann poltisch Einfluss nehmen und seine eigenen Vorteile weiter ausbauen. Wieder einmal bestätigt die Realität genau das.