Die Klage über die Schärfe des Wettbewerbes ist in Wirklichkeit meist nur eine Klage über den Mangel an Einfällen. Walther Rathenau, 1867-1922, dt. Industrieller und Politiker

8 Linktipps

5 vor 10: Ungleichheit, Mindestlohn, USA, Globalisierung, Motivation

In den Linktipps geht es heute um wirtschaftliche Ungleichheit die Folgen des Mindestlohns in Deutschland sowie in den USA und die Kehrseite der Globalisierung. Außerdem: Ein Experiment in der Schweiz zeigt, wie Arbeitgeber ihre Mitarbeiter besser motivieren können. (mehr …)


1. Ist die Ungleichheit schuld?
(zeit.de, Kolja Rudzio und Mark Schieritz)
Der überraschende Sieg der Brexit-Befürworter, Donald Trumps Aufstieg zum US-Präsidenten und die Stärke der AfD: 2016 war das Jahr der Populisten. Hat ihr Erfolg auch ökonomische Gründe? In der “Zeit” debattieren die Volkswirte Marcel Fratzscher und Clemens Fuest darüber, ob wirtschaftliche Ungleichheit als Erklärung für die politischen Umbrüche taugt.

2. Ohne Mindestlohn gäbe es heute 60.000 Jobs mehr
(welt.de, Marc Neller und Daniel Eckert)
Vor zwei Jahren wurde in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn eingeführt. Die Bilanz ist ernüchternd: Zwar hat es die befürchteten massenhaften Jobverluste nicht gegeben. Das liegt aus Sicht von Ökonomen aber vor allem an der guten Konjunktur. Ohne Mindestlohn hätte sich der Arbeitsmarkt laut den Wirtschaftsforschern aber noch deutlich besser entwickelt.

3. Wird die Debatte um den Mindestlohn jemals beendet?
(theatlantic.com, Bourree Lam, englisch)
Donald Trumps neuer Arbeitsminister, der frühere Fastfoodketten-Manager Andrew Puzder, ist kein Fan des Mindestlohns. Eine zu hohe Lohnuntergrenze gefährde seiner Meinung nach viele Arbeitsplätze. Unter Ökonomen bekommt er sowohl Zustimmung als auch Kritik. Denn trotz eines riesigen Datenberges über diverse Mindestlöhne, gibt es in der Wirtschaftswissenschaft noch immer keine klare Festlegung über deren Wirkung.

4. Globalisierung kann tödlich sein
(spiegel.de, Thomas Fricke)
Der Freihandel steht in Amerika zunehmender Skepsis gegenüber. Viele Menschen fürchten im Zuge der Globalisierung den Jobverlust. Eine neue Studie zweier US-Ökonomen beleuchtet die tatsächlichen sozialen Folgen der Handelsliberalisierung: “Wo die neue Konkurrenz besonders stark zunahm, fielen Jobs weg – und es gab in den Jahren darauf deutlich mehr Suizide und Drogentote”, schreibt Thomas Fricke über die Untersuchung.

5. Gesellschaft ist schöner als Geschenke
(wiwo.de, Henning Beck)
Der Weihnachtsbonus und Geschenke vom Arbeitgeber sollen Mitarbeiter für gute Leistungen belohnen. Doch die positiven Anreizsysteme haben auch einen Haken: Schnell stellt sich der Gewöhnungseffekt ein – die Motivationshilfe bleibt dann wirkungslos. Um das zu verhindern, sollten Chefs umdenken. Ein Experiment in der Schweiz zeigt, wie Anreize besser funktionieren.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem Ökonomenblog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

    Alle Beiträge

  • “Ohne Mindestlohn gäbe es heute 60.000 Jobs mehr”
    Das schreiben die gleichen Ökonomen, welche die gute Konjunktur nicht haben kommen sehen. Ohne Worte.

  • Hallo Dan Chris,
    der Mindestlohn stellt für Unternehmen ein Hemmnis dar, neue Stelle zu schaffen. Besonders Geringqualifizierten wird so der Zugang zum Arbeitsmarkt erschwert. (hir)

  • Der Mindestlohn hindert kein Unternehmen Stellen zu schaffen. Wo ist denn bitte das Verbot. Sicher die Stelle wird ein wenig teurer. Nur wo ist denn bitte das Problem? Dann steigen eben die Preise, oder die Produktivität der jeweiligen Person muss gesteigert werden. Hans Werner Sinn durfte hier damals den Unsinn verbreiten, dass hunderttausende Jobs durch den Mindestlohn verloren gehen. Die Behauptung

    “Ohne Mindestlohn gäbe es heute 60.000 Jobs mehr” ist bestenfalls Spekulation, wahrscheinlich aber die Verbreitung einer Ideologie, ganz sicher ist es postfaktisch (ich liebe diesen Begriff).

  • Christine Männlich

    Natürlich Hemmt es die Unternehmen. Sie würden natürlich lieber 20 Arbeiter für 1,50 Euro einstellen, als 2 die den Mindestlohn bekommen.Das die Kaufkraft von Menschen sinkt die hz4 Aufstocken, das interessiert keinen. Liebe ISDM haben sie mal mit HZ4 Aufstockung gelebt und Kinder großgezogen, bei 10 stunden Arbeit? Ich glaube nicht, das sie so etwas jemals wollen. Sie Leben wie im Getto, die Kinder müssen auf alles verzichten und bei einer größeren Stromnachzahlung kann sogar passieren, das dieser abgeklemmt wird. Ich sage ihnen sowas ist völlig klasse. Ich habe Jahrelang mit 3 Euro die Stunde gearbeitet, 10 Std täglich und musste aufstocken. Die Ämter schauen ein an als wäre man der größte Sozialabschaum . Ich kann nicht mehr zählen wie oft mir gesagt wurde, ich soll mich mehr anstrengen um aus der Situation zu kommen. Hilfe habe ich erst bekommen, nach den Nervenzusammenbruch. Heute würde ich meinen Chef den Hintern küssen, wenn es sein muss. Ich habe eine Fair bezahlte Arbeit und bin froh das es auch Chefs gibt die sich nicht nur am Leid des Volkes bereichern wollen.

  • steinweg

    Wie gut, dass der Mindestlohn den Oberarzt aus Syrien und den Oberingenieur, der via Nordafrika in Massen anreist, nicht betrifft.

  • Uwe Gräbner

    Wie gut das mein Syrischer Zahnarzt mir ein fantastisches Implantat zu fairen Preisen in Dubai eingesetzt hat.
    Wie gut das es weltweit einen Mindestlohn gibt und diese deutsche peinlich-kleinliche schulmeisterhafte Diskussion nicht weltweit beachtet sondern belächelt wird.
    Wie gut das Australien allen Lehrern das gleiche Gehalt zahlt, egal ob Grundschule, Gymnasium oder Fachhochschule. Komisch diese Australier mit deutschen Wurzeln haben Regeln die völlig klar und einfach sind.

  • Hallo Christine Männlich,
    das Aufstocken von Gehalt kann eine Unterstützung sein, um nicht komplett abhängig von staatlicher Hilfe zu sein. Dennoch gilt es für die, die sich nicht selbst helfen können, Unterstützung durch den Staat zu gewährleisten.
    Es freut uns zu hören, dass Sie schlussendlich eine Arbeit und einen Arbeitgeber gefunden haben, der Ihren Wünschen entspricht. (hir)