Die Disziplin der Marktwirtschaft gründet sich auf knappes Geld, funktionsfähigen Wettbewerb, rechtsstaatliche Regeln, verlässliche Behörden und Gerichte. Vereinfacht gesagt: Milton Friedman + Kartellamt + Konkursrecht. Gerhard Fels, *1939, ehem. Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

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5 vor 10: Trump, Exporte, Draghi, Planwirtschaft, Europa

Heute in den Linktipps: Das Nullsummenspiel Donald Trumps, Amerikas Kritik an deutschen Exporten, Mario Draghis Vision von Europa und die mögliche Rückkehr der Planwirtschaft. Außerdem: Jean-Claude Junckers Plädoyer für den europäischen Binnenmarkt.

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1. Trumps Nullsummenspiel
(bloomberg.com, Justin Fox, englisch)
Die Wirtschaftspolitik des Westens war in den vergangenen Jahrzehnten von einem zentralen Gedanken geprägt: Primär geht es darum, das Wachstum zu fördern; eine mögliche Umverteilung kommt erst als zweiter Schritt. Donald Trumps Sicht der Weltwirtschaft ist eine andere: Der neue US-Präsident scheint sie als Nullsummenspiel zu begreifen, in dem Wohlstand nur verteilt und nicht vermehrt werden kann.

2. Droht ein Wirtschaftskrieg?
(faz.net, Holger Steltzner)
Donald Trump legt sich nicht nur mit muslimischen Staaten und China oder Mexiko an – auch Deutschland ist ins Visier des Republikaners geraten. Er kritisiert: Die heimische Exportwirtschaft verschaffe sich durch einen niedrigen Eurokurs unfaire Vorteile im internationalen Handel. „Aus amerikanischer Perspektive ist etwas dran an dem Vorwurf“, kommentiert Holger Steltzner. Er glaubt, dass sich die deutsche Wirtschaft nun auf eine Zeitenwende einstellen muss.

3. Draghi – der Anti-Trump
(handelsblatt.com, Frank Wiebe)
In der Politik gibt es derzeit aus Sicht von Frank Wiebe einen großen Mangel an positiven und Mut machenden Visionen. Auf der einen Seite stehe der unspektakuläre Pragmatismus Angela Merkels, auf der anderen Seite die Gnadenlosigkeit von Menschen wie Donald Trump. EZB-Chef Mario Draghi sieht Wiebe als Ausnahme: In einer Rede sprach er von seiner Vision von Europa und weshalb die EU seiner Meinung nach mehr Zusammenarbeit in der Finanzpolitik braucht.

4. Eine neue Chance für die Planwirtschaft?
(mises.org, Xiong Yue, englisch)
Wenn es darum geht, die Wirtschaft zu steuern, haben Regierungen große Schwierigkeiten. Sie können höchstens erahnen, was ihre Bürger wollen. Staatliche Planungen gehen daher oft an den Bedürfnissen der Menschen vorbei. Menschen wie der chinesische Internet-Milliardär Jack Ma glauben jedoch: Mit Hilfe neuer Technologien wie Big Data werden treffsichere Planungen viel einfacher. Warum die Planwirtschaft aber auch künftig Probleme haben wird, erklärt Xiong Yue.

5. Müssen entscheiden, in welcher Welt wir leben wollen
(welt.de, Jean-Claude Juncker)
Der Präsident der EU-Kommission Jean-Claude Juncker sieht in 2017 ein potenzielles Schicksalsjahr für Europa und plädiert für eine Stärkung der EU und des europäischen Binnenmarktes. „Wir haben die Wahl zwischen Abschottung, Ungleichheit, nationalen Egoismen einerseits und Weltoffenheit, sozialer Fairness und vereinten Kräften andererseits, zwischen Rückschritt und Zukunft, zwischen Engstirnigkeit und Europa“, mahnt Juncker.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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  • steinweg

    die Presse-Abteilung schreibt schon angenehm reizfrei für den Junker.