Ist das nötige Geld vorhanden, ist das Ende meistens gut. Bertholt Brecht, 1898-1956, deutscher Dramatiker, Lyriker

5 Linktipps

5 vor 10: Arbeit, Arbeitslosengeld, Nationalismus, Karriere, Weltraum

Heute in den Linktipps: Stimmen die Behauptungen von Martin Schulz über den deutschen Arbeitsmarkt wirklich? Welche Nebenwirkungen hätte ein länger ausgezahltes Arbeitslosengeld? Und welchen Denkfehler begeht Donald Trump mit seinem ökonomischen Nationalismus? Außerdem: Warum Manager ihre Karrieren am Höhepunkt vorzeitig beenden und weshalb sich die teure Weltraumforschung womöglich bezahlt macht.

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1. Der Schulz-Test
(zeit.de, Kolja Rudzio)
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz behauptet: „Das sogenannte Normalarbeitsverhältnis gerät immer mehr unter Druck.“ Es gebe stattdessen immer mehr prekäre Arbeit, sagt der Politiker. „Zeit“-Autor Kolja Rudzio untersucht, was an dieser Aussage dran ist, und kommt zum Ergebnis: „Statistiken belegen eher das Gegenteil.“

2. Länger Arbeitslosengeld
(tichyseinblick.de, Frank Schäffler)
Auch mit seinen Plänen zu Änderungen an der Agenda 2010 sorgt SPD-Spitzenmann Martin Schulz für Diskussionen. Besonders umstritten ist seine Forderung nach einer längeren Auszahlung des Arbeitslosengeldes I. Frank Schäffler vermutet, dass dieser Schritt ungewollte Nebeneffekte mit sich bringen könnte: Unternehmen würden seiner Meinung nach ältere Arbeitnehmer zulasten der Arbeitslosenversicherung in den Vorruhestand schicken.

3. Warum sich Abschottung nicht auszahlt
(forbes.com, Stuart Anderson, englisch)
Die US-Regierung von Donald Trump propagiert einen ökonomischen Nationalismus für die Vereinigten Staaten. Dabei hat Trump vor allem Defizite in der Handelsbilanz im Visier – zum Beispiel beim Warenaustausch mit Mexiko. Ökonomen halten es jedoch für keine gute Idee, ausgeglichene Handelsbilanzen zu erzwingen. Sie warnen vor einer Schädigung der Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Firmen.

4. Richtig aussteigen
(handelsblatt.com, Anna Gauto und Christian Rickens)
Nach seinem ersten Weltmeistertitel in der Formel 1 verging nicht einmal eine Woche, bis Nico Rosberg seinen Abschied aus der Königsklasse des Rennsports erklärte. Aufhören, wenn es am schönsten ist – dieses Motto befolgen offenbar auch Manager großer Konzerne immer öfter. Das hat wohl auch etwas mit der Bezahlung zu tun: Führungskräfte haben heute deutlich früher ausgesorgt als noch vor einigen Jahrzehnten.

5. Lohnt sich Weltraumforschung überhaupt?
(qz.com, Akshat Rathi, englisch)
Die amerikanische Weltraumagentur NASA verkündete vergangene Woche die Entdeckung von sieben weiteren sogenannten Exoplaneten. Damit machte sie weltweit Schlagzeilen. Aber sind die Milliardensummen, die für die Weltraumforschung nötig sind, wirklich gut angelegtes Geld? Die Frage stellt sich besonders, wenn sogar Länder wie Indien Marsmissionen planen. Schließlich hat das Schwellenland bereits genug irdische Probleme. Akshat Rathi argumentiert jedoch: Der Nutzen der teuren Wissenschaft überwiegt ihre Kosten allemal.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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  • “Frank Schäffler vermutet, dass dieser Schritt ungewollte Nebeneffekte
    mit sich bringen könnte: Unternehmen würden seiner Meinung nach ältere
    Arbeitnehmer zulasten der Arbeitslosenversicherung in den Vorruhestand
    schicken.”
    Er vermutet das also? Als ob Unternehmen einen Arbeitnehmer behält weil er alt ist, aus reiner Nächstenliebe. Ein Unternehmen entlässt einer Person, wenn es sich nicht mehr rechnert.

  • Frank Schäffler

    Nein, Konzerne können Mitarbeiter nicht einfach entlassen

  • Dann können sie es nach der neuen Regelung aber auch nicht. Wo ist also das Problem? Ihre These ist doch
    “ältere Arbeitnehmer zulasten der Arbeitslosenversicherung in den Vorruhestand schicken”
    Wenn das möglich ist, dann wären Entlassungen auch heute möglich. Wenn das heute möglich ist, warum sollte es ein Unternehmen kümmern, ob jemand gut oder schlecht abgesichert ist?

  • Hallo Dan Chris, unsere Meinung nach sollten ältere Arbeitnehmer möglichst lange im Betrieb gehalten werden. Arbeitgeber sollte nicht auf die Expertise und Erfahrung verzichten. (Hir)

  • Schöner Kommentar. Ich verstehe den Zusammenhang nicht. Nur weil ältere Arbeitnehmer bei einer Arbeitslosigkeit besser abgesichert sind, heißt das nicht, dass Unternehmen verpflichtet sind ihre älteren Mitarbeiter zu entlassen. Das ist aber, so verstehe ich Herr Schäffler, die Gefahr?!