In neuerer Zeit ist Wachstum zum wichtigsten Heilmittel gegen Arbeitslosigkeit geworden. John Kenneth Galbraith, 1908-2006, Ökonom

19 Soziales

Länger leben: Die Auswirkungen eines großen Glücks auf die deutsche Rentenversicherung

Obwohl die Deutschen immer älter werden, arbeiten sie kaum länger. Das muss sich dringend ändern, sonst ist das Rentensystem auf Dauer nicht zu finanzieren. // In einer vierteiligen Serie beleuchten wir, wie Politik auf Kosten der jüngeren Generation gemacht wird. Im ersten Teil geht es um die Frage nach dem angemessenen Renteneintrittsalter.

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Vor 40 Jahren hatten Jungen bei der Geburt eine Lebenserwartung von knapp 70 Jahren, Mädchen von gut 76 Jahren. Heute werden Männer fast neun Jahre älter, und auch Frauen leben sieben Jahre länger. Weil das Renteneintrittsalter gleichzeitig aber kaum angepasst wurde, ist die Anzahl der Jahre, in denen die Deutschen Rente beziehen, ebenfalls immer weiter gestiegen. Schon heute erhalten Senioren im Schnitt 19 Jahre lang ihre Rente – das sind gut sieben Jahre mehr als 1980. Dies führt dazu, dass immer mehr Rentnerjahrgänge gleichzeitig aus dem Beitragstopf finanziert werden müssen:

Allein von 1995 bis 2015 ist die Zahl der Altersrenten um fast fünf Millionen auf 18 Millionen gestiegen.

Und die Rentnerzahlen werden weiter wachsen: Das Statistische Bundesamt rechnet bis 2060 mit einem weiteren Anstieg der Lebenserwartung um sechs beziehungsweise fünf Jahre auf dann knapp 85 Jahre für Männer und 89 Jahre für Frauen. Hinzu kommt: Von jetzt an geht die große Generation der Babyboomer nach und nach in Rente. Während die Zahl der über 65-Jährigen laut der Bevölkerungsprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln schon bis 2035 um 6,5 Millionen zunehmen wird, geht die der Menschen im erwerbsfähigen Alter im selben Zeitraum um 4,5 Millionen zurück.

Das zahlenmäßige Verhältnis zwischen jenen Menschen, die arbeiten können, und jenen, die es nicht mehr tun, verschiebt sich dramatisch. Im Jahr 2035 kommen auf einen Rentner nur noch zwei Erwerbsfähige, die dessen Altersversorgung erwirtschaften müssen. Heute stemmen diese Aufgabe immerhin noch rund drei 20- bis 64-Jährige.

Um die Einnahmen- und Ausgabenseite der gesetzlichen Rentenversicherung in der Balance zu halten, gibt es im deutschen Rentenversicherungssystem prinzipiell drei Stellschrauben:

  1. Man kann die Beitragssätze erhöhen – das belastet die Generation der Erwerbstätigen.
  2. Man kann das Rentenniveau absenken. Das heißt, das Verhältnis von Renten zu Durchschnittslöhnen würde sich verschlechtern. Auch wenn dies natürlich nicht bedeutet, dass die Renten sich absolut verringern, ginge diese Absenkung doch auf Kosten der Älteren.
  3. Man kann das gesetzliche Rentenalter heraufsetzen. Finanzielle Einbußen erleidet in diesem Fall niemand – im Gegenteil: Wer länger arbeitet, erwirbt höhere Rentenansprüche. Und die Finanzierung der Renten wäre bei weniger Rentnern und mehr Erwerbstätigen zumindest so weit gesichert, dass das Rentenniveau nicht gesenkt werden müsste.

Es führt also kein Weg daran vorbei, das Renteneintrittsalter an die Entwicklung der Lebenserwartung anzupassen. Zunächst bedeutet dies, dass die Rente mit 67 Jahren wie geplant umgesetzt werden muss: Nach dem Beschluss der Bundesregierung von 2007 steigt der reguläre Rentenbeginn derzeit schrittweise, bis er ab 2031 für alle Neurentner bei 67 Jahren liegt.

KEINE WAHLGESCHENKE AUF KOSTEN DER JUNGEN GENERATIONEN

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Außerdem sollte die abschlagfreie Rente mit 63 Jahren so schnell wie möglich wieder rückgängig gemacht werden – treibt sie doch viele Erwerbsfähige in den vorgezogenen Ruhestand: Im Jahr 2013 verabschiedeten sich gerade einmal 16.000 langjährig Versicherte mit mindestens 45 Versicherungsjahren im Alter von 63 oder 64 Jahren aus dem Arbeitsleben. Dann wurde diese Versichertengruppe Mitte 2014 von den Abschlägen für den vorzeitigen Rentenbeginn befreit. Daraufhin explodierte die Zahl der Anträge: 2015 wollten mehr als 274.000 langjährig Versicherte die Rente mit 63 in Anspruch nehmen – 17-mal so viele wie zwei Jahre zuvor.

Ab 2030 sollte das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden und zwar – wie der Münchener Rentenexperte Axel Börsch-Supan vorschlägt – in einem Verhältnis von zwei zu eins. Eine um zwölf Monate gestiegene Lebenserwartung würde demnach das gesetzliche Renteneintrittsalter um acht Monate erhöhen. Dann verlängert sich das Arbeitsleben um eben diese acht Monate – die Zeit des Ruhestands aber ebenfalls um vier Monate. So bliebe auch die Relation von Erwerbsphase zu Rentenphase gewahrt, der Beitragssatz ließe sich bis 2060 stabil bei ungefähr 22 Prozent halten, und das Rentenniveau wäre sogar einen Prozentpunkt höher als nach der heutigen Regelung.

Nicht vergessen werden dürfen bei dieser Anpassung allerdings die Erwerbsminderungsrenten: Die sogenannte „Zurechnungszeit“ – ein hypothetischer Rentenbeginn, auf dessen Basis die Erwerbsminderungsrenten kalkuliert werden – muss parallel zum gesetzlichen Renteneintrittsalter heraufgesetzt werden. Andernfalls würden die betroffenen nicht erwerbsfähigen Menschen dauerhaft schlechter gestellt.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

    Alle Beiträge

  • Wer will Populismus sehen, der soll zur INSM gehen. Wie baue ich mir ein alarmistisches populistisches Weltbild? Ich lasse wesentliche Fakten weg.

    1. Fakt
    Produktivität. Wie ist die Entwicklung? Wie war die Entwicklung? Wie kompensiert diese Entwicklung den Wegfall der Erwerbstätigen?

    2. Fakt
    1993 37 Millionen Erwerbstätige –> 57000 Millionen Stunden wurden gearbeitet
    1540h pro Erwerbstätigen
    2013 41 Millionen Erwerbstätige –> 58000 Millionen Stunden wurden gearbeitet
    1414h pro Erwerbstätigen

    http://doku.iab.de/grauepap/2005/tab-az2004.pdf
    http://doku.iab.de/grauepap/2014/tab-az13.pdf

    Entwicklung der Rentnerquote 1/2,7 (1992) und 1/2,1 (2015) https://www.demografie-portal.de/SharedDocs/Informieren/DE/ZahlenFakten/Beitragszahler_Altersrentner.html

    Weniger Menschen müssen mehr Rentner versorgen und die Durchschnittsarbeitszeit sinkt dabei. Vorschlag der INSM, wir müssen die Arbeitszeit verlängern?!

    3. Fakt
    Ein Erwerbstätiger finanziert nicht nur Rentner. Er finanziert auch alle Nichterwerbstätigen (Kinder, Arbeitslose, Kranke, usw.)
    Was ändert sich, wenn Arbeitslose zu Rentnern werden? Die Belastung von
    der Arbeitslosenversicherung verlagert sich in die Rente.

    4. Fakt
    Aussagen über das Jahr 2060 sind nicht möglich. 1980 hätte man die Wiedervereinigung nicht betrachtet. 1910 hätte man 2 Weltkriege und Pillenknick ignoriert.

    Fazit
    Jeder der diesen Quatsch unterzeichnet schadet sich selbst. Die obigen Aussagen halten keinerlei Fakten stand. Das es der deutschen Rente schlecht geht ist kein demographisches Problem, sondern ein rein politisches. In Österreich sind die gesetzlichen Renten deutlich höher, bei niedrigeren Kosten. Man musste in Deutschland halt die privaten Rentenversicherungen subventionieren.

    Die Verlängerung des Eintrittsalters geht wieder in diese Richtung. Erst wird die gesetzliche Rente unattraktiv gemacht, dann schlägt man die private vor. Diese Vorschläge kommen von markttreuen unkündbaren Beamten, welche am Ende eine professorale Pension bekommen, welche es nicht betrifft.

  • steinweg

    Wenn die Politiker die Kosten der Lebenshaltung ständig erhöhen, dann werden die Sozialsysteme immer mehr Menschen das Überleben bezahlen. Man kann sich vorstellen, dass Gruppen von sportlichen 50 Rentnern und mehr mit unzureichender Versorgung, organisiert Supermärkte aufsuchen, ohne die Kasse zu benützen. Nach 2040 ist eine Pensions-Zusage an Beamte auch nichts mehr wert, soweit ich informiert bin. Zusammenfassend kann man sagen: nur Riestern rettet uns.

  • Matthias Rietz

    Alle Menschen, die in Deutschland leben, arbeiten und verdienen, müssen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Das gilt sowohl für Beamte, als auch für Selbständige, Freiberufler und vorallem Kapitalgewinne. Wir müssen auch einen Rentenversicherungsbetrag von Maschinen einziehen. Nur so ist bei Beibehaltung des sozialen Friedens ein friedliches Zusammenleben in der Zukunft möglich. Auch muss die Schere zwischen arm und reich wieder zusammen gedrückt werden.

  • Norbert Wichmann

    So sehen “Rentengeschenke auch aus:
    Wer hat denn das GMG (Paragraph 229SGB V) erfunden, das Unrecht, welches die Altersvorsorge um 20% kürzt❓SPD und Grüne unter der Leitung von Horst Seehofer‼️😡 Wer setzt das Unrecht weiter fort und will davon nichts zurückzahlen❓SPD und CDU‼️😡 Wer kann daher die Stimmen der 6,3 Mil. GMG-Geschädigten nicht mehr bekommen❓CDU, Grüne und SPD👍

  • Bernd Kauschmann

    Erstens – wenn ich mich hier irgendwo einloggen soll, schreibt deutsch – ich bin kein Anglo-Deutscher

  • Hallo Dan Chris, welche Fakten fehlen denn Ihrer Meinung? (Hir)

  • Sie sollten vielleicht lesen.
    Also nochmal. Der wesentliche Punkt ist, dass die Zahl der Rentner gestiegen ist, die Zahl der Pro Kopf Arbeitsstunden aber sinkt (siehe 2.Fakt). Die Annahme der INSM ist, dass die Zahl der arbeitenden Personen erhöht werden muss. Warum? Das macht keinen Sinn. Was Sinn macht ist
    1. Die Löhne müssen deutlich erhöht werden 4-5% je Jahr. (Wenn Erwerbstätige knapp wären, wäre das der Fall)
    2. Die versicherungsfremden Leistungen müssen raus aus der gesetzlichen Rente.
    3. Wenn dann noch Bedarf ist, kann man die Steuergelder die aktuell in die private Rente fließen in die gesetzliche packen. Wenn die private Rente so überlegen ist, dann braucht man keine Subvention.

    Dann macht die INSM noch ein bischen angepasste Faktenverbreitung
    “bei ungefähr 22 Prozent”
    Das ist im Grunde falsch. Wenn man die private Rentenversicherung, zu der alle motiviert worden sind, hineinrechnet ist man weit über den 22%. D.h. auch 25% wären offensichtlich kein Problem.

  • steinweg

    Ich rate zu Infos von Prof. Raffelhüschen..

  • Welche Infos sollte ich von diesem Lobbyisten kriegen? Er ist vieles aber kein unabhängiger Wissenschaftler, wenn er in folgenden Gremien sitzt

    seit 11/2007 Aufsichtsrat der Augustinum gGmbH

    seit 01/2006 Aufsichtsrat der ERGO-Versicherungsgruppe AG

    seit 08/2005 Aufsichtsrat der Volksbank Freiburg eG

    Kurator und Stellv. Vorsitzender der Schwäbisch Hall-Stiftung (Stifterin: Bausparkasse Schwäbisch Hall, eine Tochtergesellschaft der DZ BANK)

    Mitglied des Beirats der Walter-Raymond-Stiftung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)

    Was wird wohl bei seinen Untersuchungen herauskommen?

  • steinweg

    Da es sich im Grunde um ein mathematisches Problem-Feld handelt, bewerte ich mehr seine Vorträge.

  • Da die Modelle die hinter dieser Mathematik liegen auf Annahmen beruhen, muss man sich sehr genau ansehen wieso man auf bestimmte Annahmen kommt.

    Beispielsweise wird der Produktivitätsfortschritt häufig ausgeblendet. Auch sind die Behauptungen, dass die kapitaldeckte Rente besser wäre als die gesetzliche schlicht falsch. Es ist das gleiche Prinzip. Die aktuellen Erwerbstätigen finanzieren den Rest. Der Unterschied liegt in der zugrundeliegenden Berechtigung. Einmal ist es der Generationenvertrag. Das andere Mal sind es Zinsen.

  • steinweg

    Der Produktivitäts-Fortschritt kommt nicht einmal bei der lohnabhängig arbeitenden Bevölkerung an. Dann: der Generationen-Vertrag basiert auf struktureller Identität der nachfolgenden Generation nebst einem angemessen frühem Hinscheiden der Rentner.

  • “Der Produktivitäts-Fortschritt kommt nicht einmal bei der lohnabhängig arbeitenden Bevölkerung an”
    Mag sein. Aber dann wandelt sich das Demographieproblem in ein Verteilungsproblem. Es wird immer so argumentiert, dass wir uns die Renten nicht leisten könnten. Das stimmt aber nicht. Wir wollen sie uns nicht leisten. Der Diskurs ist komplett fehlerhaft. Darum kommt man auch zu den falschen Ergebnissen. In Deutschland gibt es jedes Jahr einen Kuchen zu verteilen. Dieser wächst aktuell um 1-2% jährlich. Wie man diesen Verteilt ist oder sollte ein gesellschaftlicher Diskurs sein.

    Die Annahme, dass Kapitalakkumulation aufgrund von Eigentumstiteln gottgegeben ist, ist fehlerhaft. In der Theorie kann man die Verteilung erst einmal beliebig gestalten. In der Praxis natürlich nicht. Faktisch werden solche Zustände aber nicht mehr hinterfragt. Stattdessen sammelt die INSM Unterschriften für ein absurdes Unterfangen.

    “Dann”
    Das trifft auch auf die private Renten zu. Dort muss man auch über 90 werden, um eine positive Rendite herauszuholen.
    Das mit der Generation stimmt auch mit der privaten Rente überein. Man kann Geld nicht essen. Wenn die nachfolgende Generation nicht genug produzieren kann, dann steigen die Preise und die schön gesparte Rente ist auch nichts Wert.

  • Hallo Dan Chris,
    durch den demografischen Wandel sinkt auch die Produktivität. “Um die Produktivitätslücke wenigstens zu verringern, schlagen die IW-Wissenschaftler unter anderem eine Verlängerung und Flexibilisierung der Lebensarbeitszeit, eine stärkere Arbeitsmarktpartizipation von älteren Arbeitnehmern, Frauen, Geringqualifizierten und Einwanderern sowie eine bessere staatliche und private Infrastruktur zur Vereinbarung von Familie und Beruf vor.”

    Mehr dazu hier: http://www.insm.de/insm/Presse/Pressemeldungen/IW-Studie-Produktivitaetsluecke-Demografie.html (Hir)

  • “durch den demografischen Wandel sinkt auch die Produktivität”
    Nette Behauptung. Wo ist der Beleg?
    Die Argumentation der IW-Wissenschaftler ist komplett schlüssig. Nur fehlt der Nachweis, dass es einen Mangel an Arbeitskräften gibt oder geben wird. Es sind Annahmen, dass es so sein wird. Dagegen spricht, die sinkt die durchschnittliche Arbeitszeit pro Erwerbstätigen seit Jahren. Die Jahresarbeitsstunden liegen in Deutschland tiefer als in Frankreich.
    Wenn ein Mangel an Arbeitskräften herrschen würde, müssten auch die Löhne massiv steigen. Das passiert aber auch nicht.

    Was als Flexibilisierung oft genug verkauft wird, ist eine Rentenkürzung. Von mir aus soll jeder arbeiten bis er umfällt. Aber jeder sollte das Recht haben mit 65 in Rente zu gehen. Vor allem, wenn es sehr schwer ist ab 50 Jahren einen neuen Beruf wahrzunehmen. Wenn zukünftig ein Mangel an Arbeitskräften herrschen sollte, dann kann man anfangen zu diskutieren. Bei real 3 Millionen Arbeitslosen und steigender Teilzeitquote ist das aber eine absurde Diskussion.

  • steinweg

    Was sind denn das für Subventionen bei der privaten Rentenversicherung ?

  • Riester- und Rührupförderung machen die Versicherungen erst attraktiv und subventionieren die Rendite.
    Indirekte Förderungen finden dadurch statt, dass diese Versicherer im großen Maßstab nicht Konkurs gehen können. Die Renten werden vom Staat abgesichert (das ist nicht offiziell so, anders ist es aber nicht vorstellbar).
    Ebenfalls indirekt werden die Versicherer jetzt mit (für den Staat) zu teuren Anlagemöglichkeiten versorgt. Der Staat könnte billig Kredite aufnehmen, um Straßen zu bauen. Stattdessen erlaubt er es Versicherern zu investieren bei einer garantierten Rendite.

    Das Geld aus Punkt 1 und 3 könnte man direkt in die gesetzliche Rente stecken. Dann gäbe es aber einen Aufschrei. Die gesetzliche Rente nimmt Wegezoll wären dann die INSM Überschriften…

  • steinweg

    Diese Riester-Sache ist der Erkenntnis der politisch herrschenden Klasse geschuldet, dass man die armen Leute nicht mit Steuern, Abgaben etc immer weiter verelenden kann, wenn man noch Menschen mit ihren Kindern als solche erkennt. Gleichzeitig beraubt man tückisch die armen Leute, wenn sie denn nach Jahrzehnten ein bisschen was per Riester verdient haben, dem Finanzamt ist nichts peinlich.
    Was Sie meinen ist ganz einfach, wer arm ist bekommt von der Steuer seinen Lebensunterhalt bezahlt. Die restlichen halb armen bekommen eine Mischkalkulation. Mathematisch hat das mit Renten-Rechnung nichts zu tun, mehr mit Rom.

  • Ich kann nicht ganz folgen. Klar ist, dass die Riester Rente teuer ist. Die Gewinner sind die Versicherungen. Allerdings nur so lange bis sie an viele Menschen die Rente zahlen müssen. In 10-20 Jahren werden sie zum Staat kriechen und sich auslösen lassen. Bei den privaten Krankenversicherungen sieht man das heute schon. Da wird geschwafelt wie effizient das Ganze ist und wie überlegen. Wenn man dann aber nicht mehr die positiven prozyklischen Effekte nutzen kann (alle sind jung und gesund), dann jammert man rum.