Wer viel Geld hat, kann spekulieren; wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren; wer kein Geld hat, muss spekulieren. Andre Kostolany, 1906-1999, US-amerikanischer Finanzexperte

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5 vor 10: Brexit, EZB, Computerspiel, Handel, Verschlüsselungsproblem

Heute in den Linktipps: Das Pfund fällt auf ein Rekordtief, das Verfassungsgericht lässt Demut vermissen, und ein Computerspiel beschäftigt Chinas Zensoren. Außerdem: Sollen sich Länder auf Produkte spezialisieren? Und hat ein deutscher Informatiker eines der wichtigsten Rätsel der Mathematik gelöst?

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1. Jetzt trifft das Brexit-Chaos die Brieftasche der Briten
(Frank Stocker, welt.de)
Die Unsicherheit um den Austritt der Briten aus der EU belastet das britische Pfund: Die Währung fällt auf den tiefsten Stand seit der Finanzkrise, und Händler rechnen mit einem weiteren Absturz. Zwar macht das Exporte von der Insel günstiger, doch der Reallohnverlust schwächt den Konsum. Die wirtschaftlichen Aussichten trüben sich ein.

2. Karlsruhe lässt Demut vermissen
(zeit.de, Mark Schieritz)
Die Verfassungsrichter haben Zweifel an den Staatsanleihekäufen der EZB. Sie argumentieren, dass die Notenbanker nicht geldpolitisch sondern wirtschaftspolitisch handeln würden. Doch mit ihrer Entscheidung begeben sich die Richter auf schwieriges Terrain: Denn Geldpolitik und Wirtschaftspolitik lassen sich nicht einfach trennen. Angesichts der Komplexität des Themas hätte Karlsruhe demütiger urteilen sollen, findet Mark Schieritz.

3. Was ein Computerspiel über Chinas Zensur zeigt
(nytimes.com, Carolyn Zang, Paul Mozur, englisch)
Chinesische Teenager sind süchtig nach dem Spiel „Honor of Kings“. Doch nun setzt die chinesische Führung dem Spaß Schranken: Der Internetriese Tencent muss die Spielzeit für Minderjährige begrenzen. Die Zensoren in China achten nicht nur auf politische Linientreue, sondern haben auch Gesundheit und Produktivität der Chinesen im Auge. Doch die Zocker lernen, den Staat zu betrügen.

4. Sollen sich Staaten spezialisieren?
(bloomberg.com, Noah Smith, englisch)
Lange Zeit galt es als ausgemacht, dass sich Volkswirtschaften auf jene Produkte spezialisieren sollten, die sie besonders günstig und gut herstellen könnten. Eine neue Studie von Ricardo Hausmann und Cesar Hidalgo deutet nun darauf hin, dass Staaten langfristig besser abschneiden, wenn sie ein möglichst breites Produktportfolio haben.

5. Hat ein Deutscher das Verschlüsselungsproblem gelöst?
(faz.net, Alexander Armbruster)
Der deutsche Informatiker Norbert Blum hat möglicherweise das Rätsel hinter der sogenannten P-NP-Vermutung geknackt – eines der wichtigsten mathematischen Probleme der Gegenwart. Dahinter steckt die Frage, wie schnell oder effizient Computer ein Problem eines bestimmten Schwierigkeitsgrades lösen können. Und das ist von großer Bedeutung für die Verschlüsselungstechnologie.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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  • “Lange Zeit galt es als ausgemacht, dass sich Volkswirtschaften auf jene
    Produkte spezialisieren sollten, die sie besonders günstig und gut
    herstellen könnten.”
    Das galt nur bei denjenigen die blind an eine Verallgemeinerung von David Ricardos Vermutung glauben. Man hätte es nur mal prüfen müssen. Das wurde viele Male gemacht und die Ergebnisse viele Male ignoriert. Daher wundert mich eigentlich nur, dass es jetzt ankommt.