Die Disziplin der Marktwirtschaft gründet sich auf knappes Geld, funktionsfähigen Wettbewerb, rechtsstaatliche Regeln, verlässliche Behörden und Gerichte. Vereinfacht gesagt: Milton Friedman + Kartellamt + Konkursrecht. Gerhard Fels, *1939, ehem. Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

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5 vor 10: Populismus, Bundestagswahl, Türkei, Armut, Ehrlichkeit

Heute in den Linktipps: Wie Abstiegsängste zu Populismus führen, welche Koalition sich Ökonomen nach der Bundestagswahl wünschen, was von den überraschend guten Konjunkturdaten aus der Türkei zu halten ist und wie die globale Armut massiv gesunken ist. Außerdem geht es um ein interessantes Experiment zum Thema Ehrlichkeit.

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1. Die Wurzeln des Populismus
(blog.tagesanzeiger.ch, Markus Diem Meier)
Menschen, die unter negativen Folgen der Globalisierung und des technischen Fortschritts leiden, gelten als besonders anfällig für die Botschaften von Populisten. Markus Diem Meier weist darauf hin, dass diese Analyse aber oft zu kurz greift. „Generell sind es nicht schwierige ökonomische Bedingungen, die Rechtspopulisten Zulauf verschaffen“, schreibt er. „Von Bedeutung ist vor allem der wahrgenommene oder befürchtete Abstieg von der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Position.“

2. Dieses Bündnis empfehlen Ökonomen für eine starke Wirtschaft
(welt.de, Michael Höfling)
Wirtschaftsforscher haben mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl analysiert. Bei den Themen Wirtschaftswachstum, Schaffung von Arbeitsplätzen, Förderung von Handel und Export sowieso Minderung der Steuerlast legen sie die größten Hoffnungen in ein Bündnis von Union und FDP. Eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen sehen die Ökonomen mit Blick auf die Wirtschaftspolitik als am wenigsten wünschenswert an.

3. Schwindelt die Türkei ihre Wirtschaftslage schön?
(tichyseinblick.de, Robert Mühlbauer)
Die Statistikbehörden der Türkei vermitteln Grund zum Optimismus: Die Wirtschaft des Landes sei zuletzt um mehr als fünf Prozent gewachsen, die kurze Rezession nach dem Putsch im vergangenen Jahr sei klar überwunden. Doch an den offiziellen Zahlen gibt es starke Zweifel. Sie passen nicht zu anderen Daten – etwa dem schwindenden Interesse ausländischer Investoren oder der hohen Arbeitslosenrate.

4. Wie Hunderte Millionen der extremen Armut entkamen
(fee.org, Jeremy Horpedahl, englisch)
Die Zahl ist immer noch sehr hoch: Fast 800 Millionen Menschen leben in extremer Armut – also von weniger als zwei Dollar am Tag. Dass andererseits auch sechseinhalb Milliarden Menschen nicht in Armut leben, findet Jeremy Horpedahl aber ebenfalls bemerkenswert. Seit 1987 – also innerhalb einer Generation – habe sich dieser Wert verdoppelt. Als Treiber der Entwicklung sieht er besonders den Anstieg der ökonomischen Freiheit in China.

5. Gruppen fördern die Unehrlichkeit
(alltagsforschung.de, Daniel Rettig)
Wird in den Meeting-Räumen von Unternehmen mehr gelogen als in Vier-Augen-Gesprächen? Eine Studie eines Verhaltensökonomen aus München legt das nahe. Er hat untersucht, ob Menschen in größeren Gruppen eher lügen, als wenn sie nur auf sich gestellt sind. Das Ergebnis war eindeutig: Der Kontakt mit anderen fördert die Unehrlichkeit. Unternehmen können aus den Erkenntnissen wertvolle Rückschlüsse ziehen.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem Ökonomenblog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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