Für eine freie Marktwirtschaft - auch mit dem Adjektiv sozial davor - gehört es sich, einen liberalisierten Arbeitsmarkt zu haben. Hans-Olaf Henkel, *1940, ehem. BDI-Präsident

4 Ordnungspolitik

Warum Kryptowährungen ein logischer Bestandteil von Blockchain und Industrie 4.0 sind

Bitcoin, Ripple, Ether – Kryptowährungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. In einer zunehmend digitalisierten Weltwirtschaft ist digitales Geld eine logische Entwicklung, erklärt Blockchainexperte Ralph Bärligea.
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Vielfach hört man noch immer die Ansicht, dass die Blockchain-Technologie an sich eine gute Sache sei und eine große Zukunft habe. Die Kryptowährungen als erste Anwendung der Blockchain-Technologie seien jedoch vermutlich nur eine vorübergehende Erscheinung, ihre Zukunft ungewiss, wenn nicht sogar ausgeschlossen. Moderatere Stimmen glauben schon an eine Zukunft von Kryptowährungen, zweifeln aber daran, dass sie staatliche Währungen in ihrer derzeitigen Form ersetzen können. Sie sagen voraus, dass Kryptowährungen weiterhin parallel zu staatlichen Währungen existieren und bestimmte Spezial- und Nischenfunktionen übernehmen. Ökonomisch betrachtet haben diese Währungen allerdings das Potenzial, zum weltweit allgemein akzeptierten Zahlungsmittel werden, wie jüngst sogar das World Economic Forum in einer Studie bestätigte.

Die Geldfunktion ist der ökonomisch initiale und wichtigste Treiber hinter Blockchain

Einerseits schafft die Blockchain-Technologie durch ihre Fälschungssicherheit und Eineindeutigkeit bei Transaktionen überhaupt erst die technologische Grundlage für tragfähiges digitales Geld. Andererseits bietet die Blockchain-Technologie als verteilt geführtes Register, in welchem jeder Nutzer eine technisch fälschungssichere Version des gesamten Registers besitzt, handfeste ökonomische Vorteile gegenüber zentral geführten Systemen: etwa zur Geldüberweisung, aber auch in anderen denkbaren Bereichen, wie Grundbüchern, Personenregistern oder KFZ-Briefen. In konventionellen Systemen werden zentrale Abwicklungs-, Verwahr- und Verifizierungsstellen für den sicheren Austausch und die sichere Zuordnung von Informationen und Vermögensgegenständen benötigt. Die damit verbundenen Kosten entfallen mit der Blockchain-Technologie, die zudem weniger manipulationsanfällig und wesentlich transparenter ist.

Geld ermöglicht in einer Volkswirtschaft den arbeitsteiligen Austausch von Gütern und Dienstleistungen und das damit verbundene Realisieren von Effizienzvorteilen. Damit nimmt Geld eine der wichtigsten ökonomischen Funktionen ein. Darüber hinaus übernimmt das Geld durch seine Funktion als Recheneinheit eine informierende Steuerungsfunktion ein: Durch Preissignale wird die gesamte Produktion entsprechend den Bedürfnissen der Verbraucher feingliedrig abhängig von der Zahlungsbereitschaft jedes einzelnen Wirtschaftsteilnehmers gesteuert. Darum ist es wichtig, dass sich Preise zwischen den Transaktionspartnern möglichst frei und ohne Manipulation durch Dritte entwickeln können, wofür die Blockchain-Technologie eine besonders gute Lösung bietet. Entsprechend ist es auch naheliegend, dass der erste Anwendungsfall der Blockchain-Technologie über Kryptowährungen in der Geldfunktion liegt, da sie die ökonomisch mächtigste und damit zur Einführung einer solchen Technologie auch lukrativste Funktion darstellt.

Ökonomisch erforderliche Verbindung zwischen Kryptowährungen und Blockchain

Natürlich kann man über die Blockchain-Technologie, wie schon genannt, noch viele weitere Funktionen als nur die Geldfunktion günstiger und sicherer durchführen als bisher. Für die Zukunft wird es beispielsweise keinen Grund mehr geben, Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen über zentral geführte Depotstrukturen zu halten. Sie können direkt über die Blockchain ausgegeben und dezentral geführt werden. Dies sieht man überdeutlich an den vielen Initial Coin Offerings (ICOs), die sich bei Firmenneugründungen vermehrt als die bevorzugte Finanzierungsform gegenüber dem klassischen Crowdfunding oder Börsengang (Initial Public Offering, IPO) durchsetzen. Dabei setzt die sich finanzierende Firma mit Hilfe der Blockchain-Technologie eine eigene digitale Einheit auf, die wie eine Aktie für die entsprechende Beteiligung an der Firma steht. In der Regel wird diese Einheit als sogenannter Token an eine bereits bewährte und dafür geeignete Blockchain wie zum Beispiel Etherium geknüpft. Diese digitalen Assets werden dann mittels einer bereits bestehenden Kryptowährung per Smart Contract direkt über die Blockchain oder über klassische Handelsplattformen gekauft. Selbst Dividenden- oder Zinszahlungen für diese Wertpapiere können vollautomatisch über die Blockchain abgewickelt werden.

Eines wird hier sofort deutlich: Wann immer herkömmliche, nicht blockchain-basierte Währungen zur Vermittlung blockchain-basierter Geschäfte eingesetzt werden müssen, findet ein Technologie-Bruch statt. Durch diesen Bruch werden effiziente, in Echtzeit ablaufende blockchain-gesteuerte Strukturen an weniger effiziente alte Strukturen gebunden. Da eine Wertschöpfungskette meist nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied, würden sich klassische Währungen innerhalb einer ansonsten blockchain-basierten Wertschöpfungskette wie ein Bremsklotz und unnötiger Kostentreiber auswirken. Es ist darum kaum vorstellbar, dass Anwender gerade bei der so wichtigen und fast alle Geschäfte betreffenden Geldfunktion nicht ebenfalls auf die Blockchain-Technologie setzen. Da wir Blockchain als Technologie der Zukunft betrachten, müssen wir konsequenterweise von einer ebensolchen Zukunft für Kryptowährungen ausgehen. „Die Blockchain-Technologie lässt sich von Bitcoin und anderen auf dieser Technologie basierenden digitalen Währungen nicht trennen und umgekehrt“, meint auch Frank Schäffler, der im Deutschen Bundestag entschieden zur Anerkennung von Kryptowährungen als „privates Geld“ und „Verrechnungseinheit“ beigetragen hat.

Fazit: Die logische Weiterentwicklung für das Internet als Word Wide Web, über das Menschen und Maschinen Informationen austauschen, ist die Industrie 4.0 in welcher auch digitalisierte Güter und Dienstleistungen über nahtlos verknüpfte Wertschöpfungsketten erstellt und ausgetauscht werden. Die informationstechnische Grundlage dafür bietet die Blockchain-Technologie, deren ökonomische Vorteile unübersehbar ein „ganz großes Rad zum Rollen“ bringen und deren ökonomischer Kernbestandteil die Kryptowährungen als World Wide Currency sind.

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  • Autor

    Ralph Bärligea

    ist Bankenberater bei einer führenden internationalen Management- und Technologieberatung, Hochschuldozent in München und Gesellschafter eines IT-Start-ups.

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  • Kammerjäger

    Quark!

    Die Sonderstellung von unserm Geld kommt aber daher, dass der Staat nur dieses als Zahlungsmittel für die Steuerzahlungen akzeptiert. Da alle früher oder später, die meisten sogar monatlich, Euros für ihre Steuerzahlungen benötigen, werden alle auch Euros als Zahlungsmittel akzeptieren. Alles andere nur dann, wenn wenn hinreichend einfach und billig zu Euro konvertiert werden kann, oder vom Staat als Ersatz anerkannt wird (z.B. Giralgeld).

    Bitcoins sind eher ein Ersatz für die Edelmetalle. Deren Sonderstellung beruht darauf, das sie die einzigen Sachwerte sind, die nicht einem Verlust aus natürlichem Verfall ausgesetzt, gleichzeitig hinreichend knapp, und im Gegensatz zu Grund und Boden einfach transferierbar sind. Eine Kryptowährung verfällt nicht, erscheint hinreichend knapp, und ist offenbar noch einfacher transferierbar als Gold.

    In Wahrheit ist eine Kryptowährung aber nicht knapp, weil ich am Ende des Monats Euros und nicht Bitcoins brauche, um meine Steuerschulden zu zahlen. Man kann auch beliebig viele von den Kryptowährungen erzeugen kann, damit ist die Knappheit nicht wirklich gegeben. Die Transferierbarkeit ist ebenfalls von einer Infrastruktur abhängig, die nicht immer und überall und speziell im im Krisenfall nicht zur Verfügung stehen wird, und einfaches Angriffsziel für Hacker und staatliche Instanzen ist.

    Was stand zudem neulich an anderer Stelle?

    “Dazu die drei Hauptfunktionen von Geld: als Zahlungsmittel, zur Wertaufbewahrung und als Recheneinheit. Aktuell schwächelt Bitcoin noch überall: Da eine Transaktion (systembedingt!) stets rund 10 Minuten dauert, eignet es sich eher schlecht als Zahlungsmittel. Es sei denn, man möchte solange warten, um seine Brötchen zu bezahlen.

    Auch beim Thema Wertaufbewahrung sieht es eher schlecht als recht aus. Die starken Kursschwankungen bleiben bestehen wird dadurch das Vertrauen in Bitcoins als langfristige „Investition“ zu Wertaufbewahrung bestimmt nicht steigen.

    Dazu kommt noch, dass die starken Kursschwankungen auch den Einsatz als Recheneinheit bzw. Wertmaßstab erheblich erschweren. Derzeit müsste ein Geschäft, dass seine Waren in Bitcoin auspreisen möchte, faktisch täglich alle Preise ändern. Und für die Kunden wäre das Einkaufen auch nicht einfacher. Diese müssten genauso täglich neu rechnen. Das Vertrauen in Bitcoin wird auch dadurch sicherlich nicht gestärkt. ”

    Und natürlich gibt es für Bitcoins zentrale Clearingstellen. Die sind zwar mittlerweile als Bitcoin-Nodes als Netzwerke aufgebaut und nicht mehr monopolartig aufgebaut, kränkeln aber unter den gleichen systembedingten Problemen wie die parallel Datenhaltung in geographisch verteilten Datencentern.

    Entgegen landläufiger Meinung sind die Kryptowährungen auch nicht sicher vor Manipulationen (siehe Ethereum Hardfork) oder staatlicher Kontrolle (Kontrolle des Netzverkehrs zu den Clearingstellen).

    Eine gewisse Portion Naivität ist schon notwendig, wenn man diesen Hype für real halten soll.

  • matzebrennt

    Glaub ich auch. Dieses Internet setzt sich sowieso nicht durch.

  • Ricardo Silva

    Vieles was Sie behaupten haben mag bei bitcoin zutreffen aber auch nicht alles.
    Iota ist in ihre Anzahl heute schon begrenzt.
    Traktionen
    kosten. 0,0€
    Geschwindigkeit sofort
    Sicherheit 99,9%
    Deutsches Unternehmen
    Wie sie sehen es gibt viel Vorteile
    Das cryptos bitten können wen Mann will.
    Crypto ist nicht gleich crypto
    Krisen sicher
    Inflation gibt es nicht
    Kurs Schwankungen noch sehr hoch
    Aber mit zunehmende Akzeptanz für es auch nicht viel mehr als Fiat Währungen sein.
    Cryptos können und werden die Welt verändern.

  • Kammerjäger

    Was begrenzt die Anzahl der Kyptowährungen? Gar nichts. Im Gegenteil werden zur Zeit ständig neue emittiert. Stand heute: 1134

    https://coinmarketcap.com/all/views/all/

    Zudem ist die Transaktionsgeschwindigkeit bei Bitcoin für dem Empfänger in eher in Tagen als in Stunden zu messen, bis alle Bitcoinnodes die Transaktion verbucht haben.

    https://blockchain.info/de/charts/avg-confirmation-time

    Und die Nodes und die Börsen verlangen Gebühren. Kostenlos ist das auch nicht. Würde ja auch sonst niemand die Nodes betreiben, oder?

    https://en.bitcoin.it/wiki/Transaction_fees