Die Disziplin der Marktwirtschaft gründet sich auf knappes Geld, funktionsfähigen Wettbewerb, rechtsstaatliche Regeln, verlässliche Behörden und Gerichte. Vereinfacht gesagt: Milton Friedman + Kartellamt + Konkursrecht. Gerhard Fels, *1939, ehem. Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

4 Linktipps

5 vor 10: Piketty, Rechtspopulismus, Sanktionen, Wähler, Wettbewerb

In den Linktipps geht es heute um Vermögensungleichheit, die ökonomischen Hintergründe des Rechtspopulismus, die Debatte um Wirtschaftssanktionen und die Frage, weshalb sich Wähler scheinbar irrational verhalten. Außerdem: Schaden Tech-Giganten wie Google und Facebook dem Wettbewerb? (mehr …)


1. Neue Kritik an Thomas Pikettys Daten
(blogs.faz.net, Patrick Bernau)
Vor vier Jahren ist es erschienen, das Buch von Thomas Piketty sorgt aber immer noch für Gesprächsstoff. In seinem Werk „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ beschreibt der Ökonom eine Welt, in der Vermögen immer ungleicher verteilt wird. Die Reichen werden laut Piketty unaufhaltsam wohlhabender. Die Schlussfolgerungen Pikettys waren bereits zum Veröffentlichungszeitpunkt umstritten. Nun gibt es auch Kritik an den Daten, die der Forscher verwendet hat.

2. Aufstieg der Rechten – Revolte in den Armenhäusern
(neuewirtschaftswunder.de, Thomas Fricke)
Was ist die Ursache für den Erfolg rechtspopulistischer Parteien wie der AfD? Viele Beobachter verweisen auf die Flüchtlingskrise. Thomas Fricke glaubt jedoch an tiefer sitzende, ökonomische Gründe. Er verweist auf eine spannende Untersuchung von Wirtschaftsforschern. Sie zeigt: Dort, wo negative Folgen der Globalisierung am stärksten zu spüren waren, ist der Erfolg rechter Parteien am größten.

3. Sanktionsspiralen vermeiden
(wirtschaftlichefreiheit.de, Henning Klodt)
Wenn sich Staaten nicht so verhalten, wie es andere große Mächte gerne hätten, dann steht die Drohung von Sanktionen schnell im Raum. Doch wie sinnvoll es ist, andere Volkswirtschaften ökonomisch zu bestrafen, um eigene Ziele durchzusetzen, ist höchst umstritten. Das zeigt sich jetzt am Beispiel der neuen US-Sanktionen gegen Russland. Sie drohen auch der europäischen Wirtschaft zu schaden.

4. Irrationale Wähler
(fee.org, Mike Rappaport)
In einer Demokratie sollte es idealerweise eigentlich für die wenigsten einen Grund geben, sich über Politiker zu beschweren. Schließlich sollten die gewählten Volksvertreter konsequent die Interessen der Mehrheit repräsentieren. Warum das in der Realität aber nicht so recht funktioniert, liegt an den ökonomischen Besonderheiten hinter der Wahlentscheidung. Denn im Gegensatz zu Konsumenten haben Wähler kaum Anreize, sich über die Kandidaten genau zu informieren.

5. Die dunkle Seite der Tech-Macht
(blog.tagesanzeiger.ch, Markus Diem Meier)
Unternehmen wie Google, Facebook und Amazon haben sich in unserem Leben eine ganz besondere Stellung erarbeitet. Ohne sie könnten wir kaum auskommen, ihre Konkurrenten werden von den meisten ignoriert. Der Erfolg der Firmen hat aber auch Nachteile. Die Tech-Giganten sind so groß geworden, dass der Wettbewerb nicht mehr richtig funktioniert. Das könnte dazu führen, dass am Ende die gesamtwirtschaftliche Produktivität leidet.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

    Alle Beiträge

  • steinweg

    Zum Schutz der Arbeiter vor den Tech-Giganten muss man so etwas wie den “Treuga dei” ausrufen. Irdische Gesetze versagen da.

  • Hallo Steinweg,
    mit irdischen Gesetzen kommt man meistens doch weiter ;) Was soll denn dieses “Treuga dei” sein?

  • Kammerjäger

    Das überrascht mich jetzt irgendwie nicht, dass man beim INSM die “Treuga Dei” nicht kennt…

  • steinweg

    Zu Zeiten Heinrichs III gab es eine Gewalttätigkeit aller gegen jeden reichsweit. Einfache Menschen hatten keinen Schutz. Da man Ordnung durch irdische Massnahmen nicht mehr herstellen konnte, rief man eine auf Gottes Willen basierende Einsichtigkeit aus.