Inflation ist das erste Wundermittel des schlecht geführten Staates. Das zweite Wundermittel ist der Krieg. Beide führen zu zeitweiligem Wohlstand, und beide führen zu völligem Zusammenbruch Ernest Miller Hemingway, 1899 - 1961, amerikanischen Schriftsteller

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5 vor 10: Steuern, Bitcoin, Bier, Millionäre, Zuwanderung

In den Linktipps geht es heute um die Abschaffung des Solidaritätszuschlags, die Chancen und Gefahren von Bitcoin, die Ökonomie des Bieres und die Frage, weshalb New Yorks Millionäre womöglich bald umziehen. Außerdem: ein ökonomisches Plädoyer für mehr Zuwanderung.

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1. Schindluder mit dem Gerechtigkeitspostulat
(wirtschaftlichefreiheit.de, Oswald Metzger)
Die FDP ist mit ihrer Forderung nach einer Abschaffung des Solidaritätszuschlags innerhalb der aktuellen Legislaturperiode in den Koalitionsverhandlungen gescheitert. Den Soli-Gegnern wird gerne vorgehalten, dass ein Aus für die Abgabe besonders Besserverdienern und Unternehmen helfen würde. Oswald Metzger hält diese Logik jedoch nicht für nachvollziehbar. Er findet mit Blick auf die steigende Steuerquote: „Entlastung ist dann gerecht, wenn sie die entlastet, die bisher belastet sind.“

2. Am Finanzmarkt beginnt eine neue Zeitrechnung
(welt.de, Anja Ettel und Holger Zschäpitz)
Die Digitalwährung Bitcoin verlässt zunehmend ihre Nische: Neuerdings gibt es auch börsengehandelte Finanzprodukte auf Basis der Währung. Das steigende Interesse freut die Bitcoin-Investoren, beunruhigt aber Ökonomen. Die Wirtschaftsweise Isabel Schnabel warnt davor, dass ein Kurscrash in Zukunft möglicherweise das gesamte Finanzsystem treffen könnte.

3. Die Ökonomie des Bieres
(qz.com, Johan Swinnen und Devin Briskie, englisch)
Noch vor ein paar Jahrzehnten beschränkte sich der globale Biermarkt im Wesentlichen auf drei Länder: Deutschland, Großbritannien und die USA. Doch inzwischen haben Schwellenländer wie Russland, China und Brasilien längst aufgeholt. Ökonomen sehen in den Trinkgewohnheiten einen direkten Zusammenhang mit dem Entwicklungsstand eines Landes: Ein höherer Wohlstand führt demnach zu größerem Bierdurst – außer in besonders wohlhabenden Ländern: Dort geht der Konsum mit steigendem Einkommen wieder zurück.

4. Verlassen die Millionäre New York?
(faz.net, Winand von Petersdorff)
Gutverdiener mit einem Einkommen von mehr als einer halben Million Dollar im Jahr bescheren Bundesstaaten wie New York, die eigene Einkommensteuern erheben, rund ein Drittel ihrer Einnahmen. Doch die Steuerreform von Donald Trump bringt diese Staaten in Bedrängnis. Denn für Millionäre könnte sich der Umzug in steuerfreundlichere Bundesstaaten wie Texas bald noch mehr lohnen. Ersten Berechnungen zufolge soll es um eine Billion Dollar gehen.

5. Warum Zuwanderung Länder reicher macht
(fee.org, Vladimir Vinokurov, englisch)
Eine Beschränkung der Zuwanderung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eines der wichtigsten Themen der wohl anstehenden Koalitionsgespräche zwischen Union und SPD. Vladimir Vinokurov argumentiert jedoch, dass weniger Zuwanderung Ländern eher schadet als nützt. Denn offene Volkswirtschaften sind seiner Meinung nach deutlich erfolgreicher. Das liege unter anderem an überdurchschnittlich hohem Unternehmergeist, den Einwanderer mit sich brächten.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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  • “Schindluder mit dem Gerechtigkeitspostulat”
    Oswald Metzger argumentiert dann mit Gerechtigkeit. Sehr amüsant. Entlastet sollen die werden die vorher belastet worden sind. Das kann man gerne so sehen und ist ein Standpunkt. Allerdings sollte sich niemand hinstellen uns behaupten, man entlastet damit niedrige Einkommen. Das wird/wurde von der FDP behauptet. Das ist eben eine Lüge. Herr Metzger schreibt es so wie es ist. Die Abschaffung des Soli entlastet die hohen Einkommen. Das kann man gut finden oder auch nicht, aber es ist wenigstens ehrlich.