Die Berechnung der Einkommensteuer ist für einen Mathematiker zu schwierig, dazu muss man Philosoph sein. Albert Einstein, 1879-1955, dt. Physiker

2 Linktipps

5 vor 10: Steuerreform, Dreißigjähriger Krieg, Urbanisierung, Zinsen, Einkommensunterschiede

Heute in den Linktipps: warum sich nicht alle Wohlhabenden in den USA über die Steuerreform freuen, weshalb der Dreißigjährige Krieg die deutsche Wirtschaft bis heute prägt, wieso Großstädte nicht ohne Limit wachsen und welche Signale die Anleihemärkte in Bezug auf die Austeritätspolitik senden. Außerdem erklären wir, warum Einkommensunterschiede wichtig sind.
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1. Hütchenspiele der Geldelite
(zeit.de, Heike Buchter)
Von 80 Prozent der Steuersenkungen in den USA würden Amerikaner mit Einkommen von über einer Million Dollar profitieren. Das hat das Tax Policy Center, eine liberale Denkfabrik, ermittellt. Ausgerechnet einige dieser Superreichen versuchten die Steuerreform Donald Trumps zu verhindern, etwa mit Werbespots oder offenen Briefen. Heike Buchter hat für Die Zeit analysiert, warum sie offenbar die Folgen fürchten.

2. Wie der Dreißigjährige Krieg die deutsche Wirtschaft bis heute prägt
(sueddeutsche.de, Nikolaus Piper)
Der Dreißigjährige Krieg sei eines der großen Traumata der Deutschen geblieben – und habe auch für die Wirtschaft und das ökonomische Denken habe er “eine kaum zu überschätzende Bedeutung” gehabt, schreibt Nikolaus Piper in der Süddeutschen Zeitung. Das liege etwa an der damaligen Inflation oder daran, dass die Industrialisierung hier erst später einsetzen konnte. Piper geht der Frage nach, welche ökonomischen Auswirkungen der Krieg bis heute hat.

3. Warum wachsen Großstädte nicht ohne Limit?
(marginalrevolution.com, Tyler Cowen, englisch)
Der Vorteil, in kleineren Städten und Dörfern zu wohnen, die etwa nah am landwirtschaftlichen Anbau lägen, seien in der heutigen Zeit nicht mehr relevant, erklärte Paul Krugman in einem Artikel in der New York Times (Link). Dieser Umstand führe dazu, dass größere Städte immer größer würden. Tyler Cowen entgegnet auf Marginal Revolution, dass Großstädte aus neun Gründen nicht ohne Limit wachsen.

4. Abflachung der Zinsstrukturkurve und Geldschöpfung
(acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.de)
Wer sein Geld langfristig anlegt, bekommt heute kaum mehr höhere Zinsen als jemand, der sein Geld auf dem Tagesgeldkonto parkt. Dies drückt sich in der lang anhaltend flachen Zinsstrukturkurve aus. Der Blogger Acemaxx beschreibt in seinem Blog, dass man daraus ablesen kann, dass die Zentralbanken noch immer Geld schöpfen können. Er macht zudem deutlich, was die Signale an den Anleihemärkten über die Austeritätspolitik aussagen.

5. Warum Einkommensunterschiede wichtig sind
(fee.org, Jay Owen, englisch)
Die Kritik an der Schere zwischen Arm und Reich sei eine Kritik am freien Markt und an der persönlichen Freiheit, kommentiert Jay Owen im Blog der Foundation for Economic Education. In seinem Beitrag beschreibt er, welche positiven Aspekte Einkommensunterschiede haben. So sei der Markt ein Mechanismus, der diejenigen belohnt, die die Bedürfnisse anderer am besten bedienen. Sie würden entsprechend belohnt und könnten damit schneller Wohlstand aufbauen als andere.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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  • Kammerjäger

    Acemaxx Analytics schreibt:

    “Was die Anleihemärkte heute mitteilen, ist, dass die Politik der Austerität in einem schwer angeschlagenen Umfeld der Wirtschaft kontraproduktiv ist.”

    Und was ist jetzt richtig? Was der Markt uns mitteilt, oder was im Ökonomenblog in den letzten 10 Jahren stand?

  • “In seinem Beitrag beschreibt er, welche positiven Aspekte Einkommensunterschiede haben.”
    Da widerspricht niemand. Allerdings kann niemand bei Verstand glauben, dass ein Erbe der von seinen Zinsen lebt irgendetwas am Markt besser bedient, oder?