Ist das nötige Geld vorhanden, ist das Ende meistens gut. Bertholt Brecht, 1898-1956, deutscher Dramatiker, Lyriker

2 Linktipps

5 vor 10: Verkehr, Handel, Überschallflugzeuge, Staatsanleihen, Rente

Heute in den Linktipps: Nach dem Uber-Unfall darf die Technologie nicht verteufelt werden, EU und USA sollten sich nicht gegen China wenden, und Unternehmen tüfteln an einem Nachfolger für die Legende Concorde. Außerdem: Wie BIP-gebundene Staatsanleihen funktionieren und das deutsche Rentensystem fit gemacht werden könnte.

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1. Der größte Unsicherheitsfaktor im Verkehr bleibt der Mensch
(handelsblatt.com, Lukas Bay)
Der tödliche Unfall mit einem autonom operierenden Uber-Auto ist tragisch. Dennoch dürfe der Unfall nicht zu einer Verteufelung der Technologie und noch strengerer Regulierung führen. Langfristig werde sie den Straßenverkehr sicherer machen, schreibt Lukas Bay.

2. Eine Annäherung an die USA gelingt nur auf Kosten Chinas
(Nikolaus Doll, Carsten Dierig, welt.de)
Die Europäer versuchen eine Ausnahme von den US-Zöllen auf Stahl und Aluminium zu erhalten. Wirtschaftsverbände warnen, dass die Einigung nicht zu sehr auf Kosten Chinas gehen darf. Schließlich ist mittlerweile auch die Volksrepublik ein wichtiger Handelspartner.

3. Wer baut die neue Concorde?
(faz.net, Tobias Müller)
Der zivile Überschallflieger ist schon seit mehreren Jahren eingemottet. Doch mehrere Unternehmen tüfteln daran, einen würdigen Nachfolger der Concorde zur Marktreife zu bringen. Auch Start-ups beteiligen sich an dem Rennen. Die meisten arbeiten an eher kleinen Maschinen, doch ein Modell soll immerhin Platz für 55 Passagiere bieten.

4. Für BIP-gebundene Staatsanleihen
(project-syndicate.org, Robert Shiller)
Top-Ökonom Robert Shiller will Staaten besser gegen Schuldenkrisen schützen. Seine Forderung: Staaten könnten Anleihen ausgeben, deren Zinsen sich an der BIP-Entwicklung bemessen. Während Wirtschaftskrisen müssten sie dann ihren Gläubigern weniger auszahlen und hätten mehr fiskalischen Spielraum. Shiller selbst sagt aber auch: Die Idee ist nicht einfach umzusetzen.

5. Die Rente braucht einen Kulturwandel
(sueddeutsche.de, Alexander Hagelüken)
Das Rentensystem in Deutschland müsse dringend reformiert werden, schreibt Alexander Hagelüken und fordert einen Mix aus Maßnahmen: Rücknahme von Geschenken wie der Rente mit 63, auch Beamte sollten sich an ihrer Altersvorsorge beteiligen, und insgesamt müssten die Deutschen länger arbeiten. Aber auch um eine Erhöhung der Beiträge komme man wohl nicht umhin.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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  • Cooper8

    ad 4. Der Artikel ergibt überhaupt keinen Sinn, weil er gegen die Logik der gesamtwirtschaftlichen Buchhaltung verstößt.
    Man kann Staaten nicht einfach willkürliche Grenzen für ihre Verschuldung auflegen oder die Aufnahme von staatlichen Schulden an die Entwicklung des BIP koppeln.
    Die Salden der Sektoren einer Marktwirtschaft müssen in einer betrachteten Periode immer zu Null aufgehen.
    In Deutschland sparen gesamtwirtschaftlich seit Jahren alle drei Sektoren (private Haushalte, Unternehmen, Staat).
    Alle neuen Ersparnisse fließen in das Ausland, um damit die Exportüberschüsse zu finanzieren.
    In der Eurozone wurde willkürlich festgelegt, dass Staaten maximal eine Verschuldung von 60% des BIP haben dürfen. In Deutschland wurde zudem festgelegt, dass der Staat sich überhaupt nicht mehr neu verschulden darf.
    In einer normalen und gut funktionierenden Marktwirtschaft müssen sich in erster Linie die Unternehmen verschulden, um mit diesen Mittel zu investieren.
    Unternehmen werden aber nur dann investieren, wenn sie mit einer steigenden Nachfrage rechnen können. Die wiederum hängt von regelmäßigen realen Lohnsteigerungen ab.
    Da in Deutschland die realen Löhne seit langer Zeit viel zu wenig gestiegen sind, ist die Nachfrage im Binnenmarkt zu gering und die Unternehmen investieren logischerweise gesamtwirtschaftlich viel zu wenig in diesem Land.
    Für nachfolgende Generationen relevant ist auch nicht die Höhe der staatlichen Schulden, sondern sein Kapitalstock. Dieser erodiert aber seit Jahren in diesem Land, weshalb zukünftiges Wachstum niedriger ausfallen wird, als es bei einer rationalen Politik möglich gewesen wäre.
    Der Schaden ist immens und diese Politik ergibt keinen Sinn.
    Deshalb gehören Regeln zur Begrenzung von staatlichen Schulden oder die Koppelung an BIP Zahlen abgeschafft, weil sie ökonomisch keinerlei Sinn ergeben.
    Gerade in Deutschland müsste sich der Staat für die nächsten Jahre kräftig neu verschulden, um in seinen Kapitalstock (Bildung, Infrastruktur, Grundlagenforschung) zu investieren.

  • steinweg

    Die Rente wird unweigerlich in der Steuer enden. Die Lohnabhängigen werden das Kommende nicht schultern können.