Als erstes im Bankgeschäft lernt man den Respekt vor der Null. Carl Fürstenberg, 1850-1933, deutscher Bankier

4 Linktipps

5 vor 10: Vollbeschäftigung, Schattenmärkte, Öl, Brexit, Aktien

Heute in den Linktipps: Deutschland gehen die Arbeitskräfte aus, und Schattenmärkte verzerren die Preisbildung am Aktienmarkt. Außerdem: China will im Ölhandel mitmischen, die britische Wirtschaft erholt sich und ein Hedgefonds nimmt den Dax ins Visier.

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1. Was die Vollbeschäftigung mit uns macht
(faz.net, Laura Dubois)
Deutschland gehen die Arbeitskräfte aus: Das Ergebnis spüren nicht nur Eltern in der Kita, sondern auch Eigenheimbesitzer, die auf einen Handwerker warten. Ingenieure sind schon lange knapp. Doch es hilft nicht, einfach nur die Löhne zu erhöhen. Dann fehlen die Arbeitskräfte an anderer Stelle.

2. Wie der Börsenhandel über Schattenmärkte Anlegern schadet
(wiwo.de, Mark Fehr)
Auf den Aktienmärkten handeln große Spieler außerhalb der regulären Börsen. Mithilfe sogenannter Dark Pools können Profiinvestoren größere Aktienpakete diskret kaufen oder verkaufen. Doch das verzerrt die Kursbildung. Finanzaufseher greifen jetzt zu drastischen Maßnahmen.

3. Wie China den Ölmarkt aufmischen will
(handelsblatt.com, Matthias Streit)

China ist zu Beginn dieser Woche mit einem eigenen Terminkontrakt in den Öl-Terminhandel eingestiegen. Der Preis für ein Barrel Öl soll künftig nicht mehr nur in Dollar, sondern auch in der chinesischen Landeswährung Yuan bemessen werden. Geht der Plan Chinas auf, könnte sein Einfluss weit über den Ölmarkt hinaus steigen.

4. Brexit: Gibt es Licht am Ende des Tunnels?
(theguardian.com, Richard Partington, englisch)
Die britische Wirtschaft verdaut den Brexit: Die Gespräche mit der EU scheinen zumindest ein bisschen voranzukommen, das Pfund hat sich stabilisiert und die Inflation ist unter Kontrolle. Dennoch gebe es noch große Herausforderungen zu meistern, schreibt Richard Partington.

5. Der Mann, der den Dax-Absturz heraufbeschwört
(manager-magazin.de, Christoph Rottwilm)
Ray Dalio, Gründer und Chef des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater Associates, wettet mit Milliarden gegen Dax-Unternehmen. Der Grund für seine negative Sicht auf die europäischen Aktienmärkte: Er glaubt nicht, dass sich Europas Konjunktur so gut entwickeln wird wie von vielen angenommen. Der hohe Kurs des Euro im Vergleich zum Dollar sei zudem ein Problem für Europas Firmen.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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  • Cooper8

    Es ist erstaunlich wie vollkommen unreflektiert in den deutschen Medien über wirtschaftliche Themen berichtet wird.
    Wie der nachfolgende Link zeigt, hat sich das Arbeitsvolumen in Deutschland im Zeitraum der Jahre 2000 bis 2017 nur minimal erhöht.
    Die offizielle Statistik der Arbeitslosigkeit stimmt nicht, da der tatsächliche Wert knapp 1 Mio Arbeitslose höher liegt.
    In den letzten Jahren sind in erster Linie schlecht bezahlte Arbeitsplätze, Minijobs und prekäre Beschäftigungsverhältnisse entstanden.
    Wenn in Deutschland gut ausgebildete Arbeitskräfte fehlen, dann muss man darüber nachdenken, ob das eine Folge der Sparpolitik der vergangenen Jahre ist.
    Die Unternehmen bilden heute auch nicht mehr in dem Maße junge Menschen aus wie das früher in diesem Land üblich war.
    https://www.statistik-bw.de/VGRdL/tbls/tab.jsp?rev=RV2014&tbl=tab17&lang=de-DE

  • Besonders schön, man solle die Löhne nicht erhöhen, denn dann haben andere das Problem. Seit wann interessieren sich Unternehmen für ihre Konkurrenten. D.h. die Löhne spiegeln sehr wohl die Nachfrage wieder. Sie steigen nur sehr wenig, also ist das Angebot nicht knapp. Da die Ideologie der Vollbeschäftigung nicht durch die Realität bestätigt wird, muss man halt irgendeinen Unsinn wie in dem Artikel konstruieren.

  • Cooper8

    Es geht darum, ein gewolltes öffentliches Bild von diesem Land immer weiter vollkommen unreflektiert zu transportieren.
    Dass die neoklassische Arbeitsmarkttheorie wissenschaftlich korrekt bereits vor vielen Jahren theoretisch widerlegt worden ist, sollte sich zumindest bei einigen Redakteuren der großen deutschen Medien herum gesprochen haben.
    Angemessene Lohnerhöhungen vernichten gesamtwirtschaftlich auch keine Arbeitsplätze, sondern schaffen neue Arbeitsplätze.
    Der Export macht heute in Deutschland fast 50% des BIP aus. Vor der Agenda 2010 Politik lag dieser Wert bei rund 30%.
    Die Eurozone ist ähnlich wie die USA eine relativ geschlossene Volkswirtschaft.
    Somit ist der wichtigste Markt der Eurozone der Binnenmarkt.
    Es wäre vollkommen problemlos möglich, dass die Bundesregierung, die Verbände der Unternehmen und die Gewerkschaften eine Agenda 2030 Politik mit umgekehrtem Vorzeichen beschließen würden.
    Die Löhne müssen in diesem Land sowieso für einige Jahre stärker als der Fortschritt in der Produktivität wachsen, damit sich Deutschland von seiner gesamtwirtschaftlichen Struktur her wieder zu einer normal funktionierenden Marktwirtschaft zurück entwickelt.
    Dann hätten die EU/Eurozone auch noch eine Zukunft.
    Von einer solchen Debatte sind wird aber (noch) ganz weit entfernt.
    Aber Hauptsache Deutschland kann sich seine Zukunft sparen und alle anderen Länder nieder konkurrieren.

  • Cooper8

    “Das Defizit ist wie eine Rolltreppe. Gleichgültig, was für ein Budget ein Parlament beschließt, die Staatsschulden bewegen sich automatisch nach oben.”
    John Davidson Rockefeller jr., 1874-1960, US-amerikanischer Unternehmer

    Warum werden in diesem Blog immer wieder Zitate angeführt, die objektiv betrachtet keinen Sinn ergeben und lediglich dazu geeignet sind, konservative Vorurteile zu bedienen?
    In einer Marktwirtschaft sind aus rein logischen Gründen der gesamtwirtschaftlichen Buchhaltung die Ausgaben des einen Wirtschaftssubjektes/Sektors die Einnahmen des anderen Wirtschaftssubjektes/Sektors.
    Verschuldet sich ein Staat, führt das z.B. zu einer neuen Vermögensposition eines Familienmitglieds des Hauses Rockefeller, weil dieser Anleihen des Staates gekauft hat.
    Wenn ein Staat mit einer höheren Verschuldung in seinen Kapitalstock investiert, um damit einen Beitrag zu dem zukünftigen Wachstum zu leisten und den Wert des Geldes zu stabilisieren, verhält sich der Staat bei einer Zunahme der Neuverschuldung im Sinne der Interessen der Familie der Rockefeller doch sehr vernünftig.