Geld ist die Garantie dafür, daß wenn wir etwas wollen, wir es in Zukunft haben können. Auch wenn wir im Moment nichts brauchen, sichert es die Möglichkeit, einen neuen Wunsch zu befriedigen, wenn er auftaucht. Aristoteles, 384-322 v. Chr., griechischer Philosoph

1 Linktipps

5 vor 10: Handel, Migration, Daten, Hedgefonds, Kreditvergabe

Heute in den Linktipps: worum es bei dem aktuellen Handelskonflikt von USA und China wirklich geht, wie Deutschland von der Einwanderung profitieren kann, weshalb Facebook womöglich weniger über einen weiß, als dem Konzern lieb ist, und warum der Dax zu Beginn der Woche abgesackt ist. Außerdem beschäftigen wir uns mit der sogenannten „Spartopftheorie”.

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1. Was schlicht und einfach nicht verhandelbar ist
(faz.net, Alexander Armbruster)
Es ist ein Machtkampf zwischen Donald Trump und der chinesischen Führung: Sie drohen einander mit Zöllen, Ein- und Ausfuhrverboten und Investitionsbeschränkungen. Warum es bei dem Handelskonflikt letztlich um die Technologieführerschaft geht, stellt Alexander Armbruster, Redakteur in der Wirtschaftsredaktion der FAZ, in seinem Beitrag dar.

2. Wirtschaftswunder dank Einwanderung
(fee.org, Bill Wirtz, englisch)
Deutschland hat in den sechziger Jahren massiv von der Zuwanderung profitiert, die schnell integrierten Gastarbeiter halfen der wirtschaftlichen Entwicklung. Auch heute könne Deutschlands Wirtschaft von der jüngsten Einwanderung profitieren, analysiert Bill Wirtz auf Project Syndicate. Er beschreibt, was für den Erfolg getan werden kann.

3. Facebook kennt mich nicht
(bloomberg.com, Leonid Bershidsky, englisch)
Er sei ein 27-jähriger Buddhist, der Mangas mag und der im Nordwesten Russlands lebe – zumindest wenn man sich die Daten ansehe, die Facebook über den Bloomberg-Autor Leonid Bershidsky gespeichert hat. Der Autor macht deutlich, warum die Daten der Tech-Konzerne weit weniger verraten, als ihnen lieb sein dürfte.

4. Die Gründe für den geheimnisvollen Dax-Verlust
(welt.de, Frank Stocker)
Der Dax sei deshalb Anfang der Woche abgesackt, weil Hedgefonds gegen ihn wetten, so lauten die Gerüchte an der Börse. Warum diese aber gar nicht die Macht hätten, solche Kursveränderungen zu bewirken, erklärt Frank Stocker in der „Welt“. Stattdessen dürfte die Zinsentwicklung in den USA und in Europa ausschlaggebend sein.

5. Warum das Sparen nicht den Kredit begrenzt
(blog.zeit.de/herdentrieb, Fabian Lindner)
Die sogenannte „Spartopftheorie“, die besagt, dass die Haushalte in einer Volkswirtschaft zuerst sparen müssen, bevor Banken Kredite etwa an Unternehmen vergeben können, sei Unsinn, schreibt Fabian Lindner im Herdentrieb-Blog. Der Ökonom erklärt, wo das Geld für die Kreditvergabe der Banken stattdessen herkommt.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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  • Cooper8

    ad 5. Auf der Ebene der Gesamtwirtschaft können keine Ersparnisse gebildet werden.
    Bilden private Haushalte Ersparnisse, dann muss es die Gegenposition der Verschuldung geben, damit das BIP nicht sinkt.
    Das hat mit einer ökonomischen Theorie nichts zu tun, sondern ist ganz einfach die Logik der gesamtwirtschaftlichen Buchhaltung.
    In einer normal funktionierenden Marktwirtschaft ist es gesamtwirtschaftlich die Aufgabe der Unternehmen, sich zu verschulden und mit diesen Mitteln zu investieren.
    Nur wenn Unternehmen mit einer erhöhten Nachfrage rechnen können, werden sie bereit sein, Investitionen via einer Kreditaufnahme zu finanzieren.
    Eine höhere Nachfrage hängt mit regelmäßigen realen Lohnsteigerungen zusammen.
    In Deutschland sparen seit Jahren alle drei Sektoren (private Haushalte, Unternehmen, Staat).
    Das Ausland verschuldet sich spiegelbildlich zu den Exportüberschüssen gegenüber diesem Land permanent neu.
    Die deutsche Wirtschaft hat heute mit einer normal funktionierenden Marktwirtschaft nichts mehr zu tun.
    Es ist logisch unmöglich, dass sich das Ausland langfristig weiter gegenüber Deutschland verschuldet, um den deutschen Merkantilismus aufrecht zu erhalten.
    Banken können jederzeit aus dem Nichts Geld schöpfen, so dass für Banken die Bildung von Ersparnissen keine Voraussetzung der Kreditvergabe ist.
    Die Höhe der Ersparnisse bildet somit auch keine Grenze für die Vergabe von Krediten.
    Da Deutschland eine dysfunktionale Marktwirtschaft betreibt, müsste der Staat für einige Jahren einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Marktwirtschaft in diesem Land wieder normalisiert.
    Deshalb wäre es rational betrachtet nicht nur vernünftig, sondern zwingend notwendig, dass der Staat sich in den nächsten Jahren kräftig neu verschuldet, um in seinen Kapitalstock (Bildung, Infrastruktur, Grundlagenforschung) zu investieren.
    Für Konfusion sorgt regelmäßig die Fraktion der neoklassische Ökonomen, die mit ihren Prognosen regelmäßig komplett daneben liegen.
    Die Ökonomen, die wissenschaftlich korrekt arbeiten, liefern sehr gute Analysen.
    Aber denen wird in Deutschland aus Prinzip kein Gehör geschenkt.