Ich habe hart für mein Geld gearbeitet, indem ich Sachen produziert habe, die die Leute brauchen. Ich glaube, dass der fähige Unternehmer, der Wohlstand und Arbeitsplätze schafft, mehr historische Bedeutung verdient als Politiker und Soldaten. John Paul Getty, 1892-1976, US-amerikanischer Industrieller

4 Linktipps

5 vor 10: Sanktionen, Zuwanderung, Altersvorsorge, Deutschland, Japan

In den Linktipps geht es heute um die Frage, weshalb Wirtschaftssanktionen oft wirkungslos sind, wie Zuwanderung wirtschaftlich sinnvoller geregelt werden könnte und wie viel Deutsche für ihre Altersvorsorge zurücklegen müssen. Außerdem geht es um den Vorbildcharakter der deutschen Wirtschaft und eine umstrittene neue Steuer in Japan.

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1. Wirtschaftssanktionen sind häufig wirkungslos
(nzz.ch, Gerald Hosp)
Die Wirtschaftssanktionen, die die USA und andere westliche Staaten Russland auferlegt haben, treffen die russische Volkswirtschaft hart. Doch ob sie am Ende als Erfolg gewertet werden können, ist äußerst ungewiss. Sanktionen sollen die Verhaltensänderung einer Regierung oder den Machtwechsel in einem Land bewirken. Eine Untersuchung von solchen Strafmaßnahmen in den vergangenen Jahrzehnten zeigt aber: Die Ziele werden nur selten erreicht.

2. Das muss sich ändern, damit wir die Flüchtlingskrise bezahlen können
(focus.de, Jens Jüttner, Andreas Körner und ens Masuhr)
Der Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn setzt sich in seinem neuesten Buch mit Zuwanderungsfragen auseinander. Er spricht sich dafür aus, nur ausgewählte Migranten aufzunehmen: „Aus ökonomischer Sicht können und müssen Wirtschaftsflüchtlinge abgewehrt werden“, schreibt er. „Was nicht heißt, dass keine Immigration mehr möglich ist, sondern dass nur diejenigen Personen in die EU kommen können, die die EU-Bürger tatsächlich haben wollen.“

3. So viel Geld sollten Sie für die Rente zurücklegen
(wiwo.de, Kristina Antonia Schäfer)
Die Hälfte der Deutschen macht sich Sorgen um Altersarmut. Vielen ist bewusst: Die gesetzliche Rentenversicherung alleine wird nicht ausreichen, um im Alter den Lebensstandard halten zu können. Private Altersvorsorge ist deshalb unverzichtbar. Doch wie viel Geld sollte wirklich zurückgelegt werden? Die „Wirtschaftswoche“ gibt konkrete Antworten.

4. Warum die Briten die Deutschen plötzlich cool finden
(welt.de, Tobias Kaiser)
Der britische „Economist“ gehört zu den weltweit einflussreichsten Magazinen. Die renommierte Publikation wird von Entscheidern in Wirtschaft und Politik rund um den Globus gelesen. In der Titelgeschichte der neuesten Ausgabe beschäftigen sich die Briten mit Deutschland, das als Vorbild für andere Nationen diene. In dem Text geht es aber nicht nur um den wirtschaftlichen Aufschwung, sondern auch um Unbehagen in der Gesellschaft.

5. Abzocke an der Grenze
(faz.net, Patrick Welter)
Wer Japan verlässt, muss künftig Geld dafür bezahlen: Eine Ausreisesteuer von 7,60 Euro verlangt die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe an der Grenze. Seltsamerweise hat die Maßnahme, die Reisen in das Land teurer macht, das Ziel, den Tourismus zu beleben. „Der Ideenreichtum von Regierungen, um an das Geld der Bürger zu kommen, ist unerschöpflich und vernebelt die Sinne“, klagt Patrick Welter.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

    Alle Beiträge

  • Cooper8

    ad 3. Wie das mit der Rente, dem Sparen und den Investitionen in einer Marktwirtschaft funktioniert, wird der deutsche Michel wohl niemals begreifen können.
    Renten werden immer aus dem laufenden Einkommen einer betrachteten Periode bezahlt.
    Wenn ein Bürger Ersparnisse bildet, muss sich ein anderes Wirtschaftssubjekt genau umgekehrt verhalten und mehr ausgeben, als er selber zum betrachteten Zeitpunkt einnimmt.
    Gesamtwirtschaftlich können keine Ersparnisse gebildet werden. Jeder Sparer braucht einen Schuldner.
    Auf die Zukunft können in einer Marktwirtschaft nur Kapitalstöcke übertragen werden.
    Unternehmen müssen in Maschinen, Anlagen, Immobilien, Mitarbeiter und ihre Produkte investieren.
    Der Staat muss in Bildung, Infrastruktur und Grundlagenforschung investieren.
    Die Höhe der Kapitalstöcke ist die Basis für das zukünftige Wachstum einer Marktwirtschaft und bildet die Grundlage für den Wohlstand der nachfolgenden Generationen.
    Da in Deutschland die realen Löhne seit langer Zeit viel zu wenig gestiegen sind, ist die Nachfrage auf dem Binnenmarkt zu gering und die Unternehmen sparen gesamtwirtschaftlich seit Jahren, anstatt zu investieren.
    Der Staat spart ebenfalls seit Jahren, wodurch sein Kapitalstock kontinuierlich erodiert.
    In einer Marktwirtschaft können nicht alle Sektoren (private Haushalte, Unternehmen, Staat) gleichzeitig sparen, weil sich einer verschulden muss.
    Seit Jahren sparen in Deutschland alle drei Sektoren. Spiegelbildlich zu den Exportüberschüssen verschuldet sich das Ausland (insbesondere die Eurozone) permanent neu gegenüber diesem Land.
    Dieses Wirtschaftsmodell ergibt aber für niemanden einen Sinn. Das Ausland wird niemals seine Schulden (vollständig) in heutiger realer Kaufkraft an Deutschland zurück zahlen können.
    Zahlt ein Land Schulden an ein anderes Land zurück, dann sinkt das BIP, weil diese Mittel die Nachfrage auf dem Binnenmarkt reduzieren.
    Da Deutschland eine vollkommen unsinnige Wirtschafts- und Finanzpolitik betreibt, ist das heutige Wirtschaftswachstum zu niedrig.
    Die Ausgangsbasis für zukünftiges Wachstum ist auch niedriger, als es bei einer angemessenen und vor allem rationalen Wirtschafts- und Finanzpolitik hätte sein können, so dass auch das zukünftige Wachstum zwangsläufig niedriger ausfallen wird.
    Logischerweise sind deshalb die heutigen Renten zu niedrig und werden es auch in der Zukunft sein.

  • steinweg

    Bei der Renten-Betrachtung ist beeindrucken, dass man einerseits aktuell ungeheure Steuer- und Abgabenlasten zu schultern hat, nun spart man, damit man im Alter die ungeheure Steuerlasten zahlen kann. Auch in der Endphase des Sparens wird der Ertrag kräftig besteuert. Verbeamtung eines ganzen Volkes wäre die Lösung.

  • Cooper8

    “Je freier die Wirtschaft, umso sozialer ist sie auch.”
    Ludwig Erhard,
    Das Soziale an der sozialen Marktwirtschaft waren früher regelmäßige reale Lohnsteigerungen, in dem der Fortschritt in der Produktivität an die Arbeitnehmer ausbezahlt worden ist.
    Das wusste Herr Erhard ganz genau.
    Der Glaube an die angebliche Effizienz der völlig freien Märkte hat dazu geführt, dass die realen Löhne in der westlichen Welt seit langer Zeit viel zu wenig gestiegen sind und die Ungleichheit bei der Einkommens- und Vermögensverteilung stark angestiegen ist.
    Eine Folge dieser dysfunktionalen Marktwirtschaft ist ein zu geringes Wachstum, mangelnde Dynamik und eine zu hohe Arbeitslosigkeit.
    Zu freie Märkte führen in Wahrheit dazu, dass die Marktwirtschaft eben nicht sozial ist und sich zum Nachteil der normalen Bürger entwickelt.
    Für das große Kapital ergibt diese Entwicklung auf mittlere Sicht auch keinen Sinn, weil das ganze System aus den Fugen geraten ist und gegen die Wand fahren wird.

  • Cooper8

    “Was wir dringend brauchen, um ökonomische Stabilität und Wirtschaftswachstum zu erreichen, ist eine Rückführung des staatlichen Einflusses.”
    Milton Friedman
    Wie sich sogar Nobelpreisträger doch fundamental irren können!
    Herr Friedman war ein Vertreter des Marktfundamentalismus (neoklassische Lehre), der daran glaubte, dass die Marktwirtschaft automatisch effizient funktioniert.
    Diesen Automatismus gibt es aber in einer Marktwirtschaft nicht.
    Die Banken und die Finanz- und Kapitalmärkte waren früher aus sehr guten Grund stark reguliert.
    Durch den Einfluss von Herrn Friedman auf die amerikanische Politik wurden diese Regulierungen durch den Staat abgeschwächt oder aufgehoben, was letztendlich zur Globalen Finanzkrise geführt hat.
    Wenn es zu einer Rezession kommt, dann muss sich ein Staat neu verschulden, um die Folgen einer Rezession zumindest abzumildern.
    Ein wenig Lektüre der Saldenmechanik der Marktwirtschaft bzw. der Identitäten der gesamtwirtschaftlichen Buchhaltung hätte Herrn Friedman ein besseres Verständnis der marktwirtschaftlichen Zusammenhänge bringen können.
    Das entsprechende Wissen war zu Lebzeiten von Herrn Friedman jedenfalls bekannt.