Bald müssen die Arbeitgeber streiken, um sich vor Ausbeutung durch maßlos gewordene Gewerkschaftsführer zu schützen, die wider besseres Wissen Arbeitnehmer zum "Tanz auf dem Vulkan" verführen! Joachim Bullermann, *1943, deutscher Verkaufs- und Managementtrainer, Marketingberater

5 Linktipps

5 vor 10: Sozialstaat, Hartz IV, Ökonominnen, Geldanlage, Wohlstand

Heute in den Linktipps: Brauchen wir mehr Sozialausgaben, und machen Alternativen zu Hartz IV den Staat wirklich gerechter? Außerdem geht es um Sexismus in den Wirtschaftswissenschaften, simple Geldanlagen und die Gründe für den Wohlstand von Ländern wie der Schweiz. (mehr …)


1. Die neue Armut macht vielen Deutschen Angst
(welt.de, Dorothea Siems)
Die Debatte über Hartz IV zeigt aus Sicht von Dorothea Siems die Abstiegsängste, die in vielen Teilen der Gesellschaft vorhanden sind. Sie glaubt jedoch nicht, dass dies an zu geringen Sozialausgaben liege. Von einem Kaputtsparen des Sozialstaats könne keine Rede sein, schreibt sie. „Im Gegenteil: Die Ausgaben für Soziales steigen stetig stärker als die Wirtschaftsleistung. Falsch ist auch die ständig wiederholte These, dass hierzulande die Armen ohne Aufstiegschancen sind.”

2. Hartz IV ist besser als das solidarische Grundeinkommen
(sueddeutsche.de, Ulrich Walwei)
In der SPD werden Vorschläge diskutiert, die Alternativen zu dem bisherigen Hartz-IV-System bieten sollen. So könnten Arbeitslose gemeinnützigen Tätigkeiten nachgehen und dafür eine Entschädigung erhalten, die über dem Hartz-IV-Niveau liegen soll. Die Idee stößt aber auf Kritik. „Die Umsetzung dieses Plans käme einer arbeitsmarktpolitischen Bankrotterklärung gleich”, urteilt Ulrich Walwei. „Es würde das Prinzip der Solidarität auf den Kopf stellen.”

3. Amerikanische Ökonominnen dokumentieren Sexismus
(blogs.faz.net, Patrick Bernau)
Dass Diversität in den Chefetagen von Unternehmen und Institutionen zu besseren Ergebnissen führt, haben Ökonomen bereits mehrfach nachgewiesen. Die Wirtschaftswissenschaften selbst sind aber eine Disziplin, die noch immer vor allem von Männern dominiert wird. Amerikanische Ökonominnen zeigen nun die Schwierigkeiten, mit denen sie in ihrer Disziplin konfrontiert werden.

4. Die Do-it-yourself-Strategie
(wiwo.de, Niklas Hoyer)
Die Deutschen gelten als Aktien-Muffel: Trotz extrem niedriger Zinsen auf Sparkonten verzichtet ein Großteil darauf, an der Börse aktiv zu werden, wo langfristig deutlich höhere Renditen winken. Experten zufolge halten viele Menschen die Geldanlage für zu kompliziert. Dabei gebe es sehr einfache Wege, kostengünstig Unternehmensanteile zu erwerben.

5. Geduld und Vertrauen machen reich
(nzz.ch, Peter A. Fischer)
Die Schweiz gehört zu den wohlhabendsten Ländern der Welt: Das Pro-Kopf-Einkommen der Schweizer ist sechs Mal höher als das der Griechen, die Amerikaner verdienen im Schnitt fast 30 Mal so viel wie Nigerianer. Wie sind diese enormen Unterschiede entstanden? Eine neue Studie legt nahe, dass die verschiedenen Vermögensverhältnisse unter anderem daran liegen, wie weit verbreitet Geduld und gegenseitiges Vertrauen in einer Gesellschaft sind.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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  • Cooper8

    ad 1. Frau Siems wird niemals müde, den Neoliberalsmus zu verteidigen und sie wird niemals eine andere Sicht auf die Realität zulassen.
    In Deutschland haben neoklassische Ökonomen das Sagen. In dieser dogmatischen Lehre gibt es keine Arbeitslosigkeit. Diese Ökonomen behaupten, dass man nur den Preis der Arbeit zu senken braucht, damit Arbeitslosigkeit beseitigt wird. Wer dann noch arbeitslos ist, der will ganz einfach nicht arbeiten.
    Auf der betrieblichen Ebene sind Löhne selbstverständlich Kosten. Gesamtwirtschaftlich sind die Löhne aber die Voraussetzung für die Nachfrage.
    Da die realen Löhne in Deutschland seit den 1990 er Jahren viel zu wenig gestiegen sind, ist die Nachfrage zu gering und eine zu hohe Arbeitslosigkeit ist die direkte Folge dieser falschen Lohnpolitik.
    Hartz IV hat mit einer sozialen Marktwirtschaft rein gar nichts mehr zu tun, sondern ist eine Reparaturmaßnahme an einem kranken Arbeitsmarkt.
    Die Zahl der Arbeitslosen liegt in diesem Land auch rund 1 Mio. höher als es die offizielle Statistik ausweist.
    Welchen Sinn hatte die Einführung des Mindestlohns, wenn die Einhaltung dieser Entlohnung nicht von Seiten der Regierung kontrolliert wird?
    Die Löhne sind für viele Vollzeit Arbeitnehmer zum Teil so gering, dass der Lohn nicht zum Leben reicht und sie deshalb Zuzahlungen von Seiten des Staates benötigen.
    Deutschland braucht dringend eine andere Lohnpolitik und deutliche reale Lohnsteigerungen.
    Selbstverständlich spart sich der deutsche Staat in unverantwortlicher Weise kaputt, weil sein Kapitalstock (Bildung, Infrastruktur, Grundlagenforschung) nicht mehr erhalten wird und statt dessen seit Jahren erodiert.
    Da dieser staatliche Kapitalstock auch eine Basis für zukünftiges Wachstum bildet, spart der Staat in Wahrheit gar nicht, sondern richtet Schäden an, die weit über den Beträgen liegen, die da angeblich eingespart werden.
    Neoklassische Ökonomen können keinen Beitrag zur Lösung der gegenwärtigen Probleme liefern.
    Wenn Deutschland nicht bereit ist, den Ökonomen zuzuhören, die die Ökonomik wissenschaftlich korrekt betreiben, sieht es extrem düster aus mit der Zukunft diesen Landes und damit auch mit der Zukunft der Eurozone.

  • “Die Ausgaben für Soziales steigen stetig stärker als die Wirtschaftsleistung.”
    Woran macht Frau Siems das fest. Ich habe einige Quellen gelesen und sehe, dass diese Quote quasi konstant ist.

    https://www.aba-online.de/docs/attachments/79b11565-6717-41e8-b2e1-5f8a2095bc0d/Z2Ea-Sozialbudget-Sozialleistungsquoten-2015-Juli-2016-SD.pdf

    https://www.destatis.de/DE/Publikationen/StatistischesJahrbuch/Soziales.pdf?__blob=publicationFile

    Dann kommt noch dazu, dass das Sozialbudget nicht nur Arme betrifft
    31% Rentenkasse, 25% Krankenversicherung, nur 18% sind für das Förder- und Fürsorgeprinzip vorgesehen.
    D.h. wenn das Sozialbudget (prozentual) konstant ist, sagt das nichts über die Verteilung innerhalb des Budgets aus.

  • Cooper8

    Bei der Art und Weise wie Frau Siems ihren “Qualitätsjournalismus” betreibt, geht es ja nicht mehr darum, zu schreiben was in der Realität stattfindet, sondern zu schreiben, was in das obligatorische neoliberale und konservative Weltbild reinpasst.

  • Keine Frage. Ich finde es aber immer wieder schön, den Gläubigen zu zeigen, dass die Welt eben nicht flach ist. Die Argumente einer Frau Siems (stellvertretend für viele andere) sind eben keine. Sie nimmt sich irgendeine Zahl, behauptet irgendetwas ohne Beleg und nennt das Journalismus. Frau Siems sollte mal eine Woche in einer Tafel arbeiten und mit den Menschen sprechen. Das entspricht dann immer noch keinerlei repräsentativen Statistik, aber sie würde die Welt außerhalb ihrer Ideologie mal kurz erahnen.

  • Cooper8

    Es geht hier im Kern um ein sehr komplexes Problem.
    Einerseits haben sich die Medien gemeinsam mit den Politikern ein Bild von diesem Land geschaffen, was täglich mit mehr oder weniger immer gleich lautenden Artikeln beschrieben wird und die große Überschrift lautet dabei: Die Wirtschaft brummt und alles ist gut.
    Anderseits wird eigentlich nie in gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen gedacht und dadurch von einzelwirtschaftlichen Erfahrungen/ Präferenzen auf scheinbar gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge geschlossen.
    Die schwarze Null des Staates wird allseits als gut und richtig empfunden, obwohl jeder Bürger weiß, dass sich die Infrastruktur in einem vergleichsweise schlechten Zustand befindet.
    Es handelt sich hierbei schlicht um Herdenverhalten. Die Herde hat beschlossen in eine Richtung zu rennen und die Richtigkeit der Entscheidung wird von keinem Mitglied der Herde mehr hinterfragt.