Politiker sparen, indem sie den Gürtel der Bürger enger schnallen. Lothar Schmidt, *1922, dt. Jurist, Politologe

3 ArbeitsmarktSozialesSteuern und Finanzen

Umverteilung funktioniert besser denn je…

Die Personen, die das höchste Bruttoeinkommen erwirtschaften, zahlen auch die meisten Steuern. 10 Prozent der Deutschen tragen über 50 Prozent des gesamten Aufkommens der Einkommensteuer.Die „International Labour Organization“ (ILO) behauptet, dass gerade in Deutschland die Kluft zwischen hohen und niedrigen Löhnen besonders stark angewachsen sei. Stimmt, wenn man auf den Bruttoverdienst schaut. Stimmt nicht, wenn man den viel wichtigeren Nettoverdienst betrachtet. Denn einkommensstarke Haushalte verdienen zwar immer mehr, sie geben aber auch immer mehr ab. Die oberen 30 Prozent der Einkommensbezieher haben vor 15 Jahren 68 Prozent zum Einkommenssteueraufkommen beigetragen; heute erwirtschaften 25 Prozent der Steuerzahler mit den höchsten Bruttobezügen über 76 Prozent des gesamten Lohnsteueraufkommens. Ebenso stieg deren Anteil an den Einnahmen der Sozialversicherungen. Netto kann also von einem Auseinanderdriften der Gesellschaft nicht die Rede sein kann.


Zur Grafik: Die Grafik zeigt das Aufkommen der Einkommensteuer nach Einkommens-Dezilen im Jahr 2007. Die 10 Prozent einkommensstärksten Haushalte erwirtschaften 51,8 Prozent des gesamten Aufkommens der Einkommensteuer. Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Lebenslagen in Deutschland; Simulationsrechnung RWI und Fifo 2008.

  • Wolfgang

    Sas ist de Effekt, wenn man tatsächlich nach oben umverteilt. Nur das obere Dezil war der Gewinner. Das hilft es nichts oben zu entlasten und unten unter anderen auch über Verbrauchssteuer (trifft untere und mittlere Einkommensschichten besonders hart) zu belasten. Dumpinglöhner, Aufstocker und Ein-Euro-Jobber zahlen keine Steuer. Höhere Löhne sorgen auch wieder für ein stärkeres Steueraufkommen in anderen Bevölkerungsschichten. Der neue US-Präsident Obama hat die Von der INSM offenbar prefärierte Politik als Ursache für die Krise beschrieben.

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  • Die von ihnen dargestellte Verteilung stützt leider nicht Ihre Behauptung: “Netto kann also von einem Auseinanderdriften der Gesellschaft nicht die Rede sein kann.” Wieso zeigen sie Statistiken, die ihre Behauptung nicht belegen?

    Was Sie zeigen müssten, wäre eine Zeitreihe der Ungleichverteilungsmaße (Hoover, Theil, Gini usw.) für Brutto- und Netto-Einkommen. Hier das Beispiel für 2001, 2003 und 2004: http://blog.umverteilung.de/2009/08/26/42/

    gk