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… in die Krise getrieben

Die schwer angeschlagene BayernLB ist im dritten Quartal 2008 tief in die roten Zahlen gerutscht.

Wer hat Deutschland in den Sog der Finanzkrise getrieben, die Politik mit ihren Landesbanken oder die Deutsche Bank? Die Antwort: beide. Der Schaden wird voraussichtlich einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag betragen, genug jedenfalls, um die Rolle der Banken ernsthaft zu beschneiden. Josef Ackermann war es, der den Umbau der Deutschen Bank vom seriösen Finanzierer der Deutschland AG zum T-Rex unter den Banken-Dinosauriern forcierte. Die Deutsche spielte dann eine zentrale Rolle bei der Konstruktion der milliardenschweren Schattenbanken, die schließlich implodierten, wie etwa bei der in Staatshand befindlichen IKB. Zugleich trieb die Deutsche hunderte deutscher Mittelständler und Kommunen in hoch riskante Zinsswapgeschäfte. Die von der Politik protegierten Landesbanken wiederum sind seit Jahrzehnten eine Lachnummer für die Wall Street. Ihre Spekulationen mit vom Staat garantierten Geldern haben ganze Generationen von Investmentbankern ernährt. So stiegen die Landesbanken erst dann groß in den USA ein, als sich die dortigen Investoren aufgrund der abnorm steigenden Hauspreise bereits zurückzogen. Durch die Vereinbarung mit der EU- Kommission von 2001 hatte es der Großlobbyist der Landesbanken, Peer Steinbrück (damals NRW-Finanzminister), zusammen mit seinen Kollegen Faltlhauser (Bayern) und Stratthaus (Baden-Württemberg), erreicht, dass bis 2005 rund 100 Milliarden Euro mit Staatsgarantien von den Banken emittiert werden konnten, die großteils direkt und zum Zeitpunkt des höchsten Risikoniveaus in die USA flossen. Darum sind beide – Ackermann und Steinbrück – Symbolfiguren für Verantwortungslosigkeit und Eigennutz zu Lasten der Allgemeinheit.


Die schwer angeschlagene BayernLB ist im dritten Quartal 2008 tief in die roten Zahlen gerutscht. Bis Ende September haben sich in der Staatsbank über 1,6 Milliarden Euro Verluste aufgebaut. Der Freistaat Bayern will die Bank nun mit zehn Milliarden Euro Steuergeldern stützen. Zusätzlich bürgt Bayern für Risiken in Höhe von knapp fünf Milliarden Euro. Und für weitere Risiken in Höhe von 15 Milliarden Euro übernimmt der Bund eine Garantie. Bayern verzichtet darauf, Hilfen aus dem Sonderfonds des Bundes in Anspruch zu nehmen – das hätte angesichts komplizierter Auflagen eine schnelle Lösung erschwert, sagte Finanzminister Georg Fahrenschon.Hans-Joachim Dübel kommentiert die Bankenkrise im Tagesspiegel am 26. November 2008 mit den Worten: „Ackermann und Steinbrück sind schuld“. Den gesamten Gastkommentar können Sie hier nachlesen.

5 Kommentare zu “… in die Krise getrieben”

  1. Mag. Reinhard Wallmann, Baugasse 10, 4600 Wels, Austria, Fon ++43 7242 673940, Fax ++43 7242 6739419 wallmann@wallmann.at 10.12.2008

    Finanzkrise 2008 -
    „Geldvernichtung“ als Lösungsansatz

    Die Ursache der aktuellen Finanzkrise liegt in der Blasenbildung als Folge der unkontrollierten Geldschöpfung – darin sind sich nahezu alle einig.

    Diese wurde ausgelöst durch zügelloses Konsumverhalten der US-Verbraucher, durch risikoreiche Geschäfte der Banken in Island (und auch anderswo), durch bis heute nirgendwo dargelegte Geschäfte der BayernLB (und anderer), durch Derivate auf Kreditversicherungen und durch die Gier der Manager.

    Um das Wirtschaftssystem zu erhalten muss nun der Staat Haftungen und Kapital bereitstellen, um die reihenweisen Insolvenzen systemrelevanter Banken zu verhindern.
    Dieser Lösungsansatz ist eine unter Insolvenzgefahr und Zeitdruck entstandene Improvisation, deren Folgen niemand kennt.

    Die Angst vor der Deflation und deren Folgen (Hyperinflation, Währungsreform) geht um.
    Wenn man also die Geldmenge als Folge des außer Kontrolle geratenen Systems der Geldschöpfung als Ursache der Finanzkrise ortet, so wäre es konsequent, wenn man sich mit der Geldvernichtung beschäftigte.

    Die Geldtheorie bestätigt uns: der Geldschöpfungsmultiplikator wirkt auch in der entgegengesetzten Richtung.

    Zinssenkungen, Kapitalbereitstellungen und Haftungen sind jedoch zweifellos „inflatorische geldpolitische Instrumente“, die die Geldmenge weiter erhöhen (Reflation).

    Wie also „Geldvernichtung“ betreiben, aber nicht durch Deflation ?

    Man könnte einmal über „negative inflatorische Maßnahmen“ nachdenken, gleichsam den Rückwärtsgang in der Geldschöpfung einlegen, den Geldvernichtungsprozess einer Rückzahlung erzeugen.
    Es ist besser freiwillig und kontrolliert Geldmenge zu vernichten, anstatt gezwungenermaßen durch Insolvenzfolgen der Deflation.

    30% der Kredite werden einfach nachgelassen.
    (Selbstverständlich nur bei jenen, die das auch wollen)

    Wie wirkt sich dies bei den Teilnehmern am Geldsystem – den Notenbanken, den Geschäftsbanken und den Nichtbanken aus?

    - Die Beziehung zwischen Notenbanken und Geschäftsbanken und zwischen Geschäftsbanken untereinander

    Die wechselseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten werden in Höhe von z.B. 30% b.a.w. abgegrenzt.
    Es verbleibt der entgangene Deckungsbeitrag aus der Zinsdifferenz (z.B. 1%), über den man sich im Sinne einer „Bankenhilfe“ Gedanken machen muss.

    - Die Beziehung zwischen Geschäftsbanken und Nichtbanken

    Eine Streichung von 30% der Verbindlichkeiten der Nichtbanken führt auch zum gleichen Ergebnis. Die Geschäftsbanken reduzieren im gleichen Ausmaß ihre Zwischenbankverbindlichkeiten und es verbleibt der entgangene Deckungsbeitrag aus der Zinsdifferenz. In diesem Fall ein höherer (z.B. 3%) als der zwischen den Geschäftsbanken untereinander.
    Den endgültigen Niederschlag findet der Schuldnachlass in den Notenbankkonten. Steuerliche Rahmenbedingungen neutralisieren allfällige „Sanierungsgewinne“.

    Im Sinne der Lösung der Finanzkrise ist nun das Staatensystem gefordert, Hilfestellung zu geben, was ja auch geschieht – es sind ja schon bald 50% des BIP (USA 7.400 Mrd. $).

    Was könnte es nun kosten, dem Bankensystem die entgangene Zinsdifferenz zu ersetzen?

    World Bank und EZB helfen uns, die Größenordnungen z.B. des Euroraumes zu erkennen:

    GDP Euro area : 12.179 Mrd. USD / 1,30 = 9.368 Mrd. EUR
    M3 Sept. 2008 : 9.224 Mrd. EUR

    Berechnung: für rd. 10.000 Mrd. € Geldmenge und davon 30% entgangene Zinsdifferenz zwischen Geschäftsbanken und zwischen Geschäftsbanken und Nichtbanken.

    Abgrenzung Zinsdifferenz
    10 000 Mrd. € 30%
    Banken 1% Mrd.€ 3000 Mrd.€ 30
    Nichtbanken 3% Mrd.€ 3000 Mrd.€ 90

    (Da das Verhältnis der Kredite zwischen den Geschäftsbanken und Geschäftsbanken und Nichtbanken nicht vorliegt, wurde die entgangene Zinsdifferenz jeweils in Höhe der gesamten Geldmenge zwischen Geschäftsbanken und zwischen Geschäftsbanken und Nichtbanken berechnet.)

    Die „Bankenhilfe“ läge also zwischen 30 und 90 Mrd. €, das ist soviel wie die BayernLB alleine braucht und weniger als Österreich sofort bereitgestellt hat.
    Diese „Bankenhilfe“ würde jährlich anfallen, aber die mit der Hilfe verbundenen Auflagen müssen eine Sanierung bewirken.

    Die Risikobetrachtung ist eine andere geworden, den verbliebenen Aktiva (abzüglich der risikobehafteten Forderungen) stehen verringerte Verbindlichkeiten gegenüber.
    Die Insolvenzgefahr ist gemindert, kein weiteres Geld wird neuem Risiko ausgesetzt.
    Die Geldschöpfungsmöglichkeiten, auf niedrigerem Niveau, sind wieder gegeben.
    Die Kreditversicherungsrisken sinken.

    Bei den Nichtbanken verbessert sich der Ertrag, da der Finanzierungsaufwand sinkt.
    Dies hat positive Auswirkungen auf die Verkehrswerte.
    Hausbesitzer können sich die Rückzahlung ihrer Hypotheken wieder leisten, der Druck auf den Immobilienmarkt wird geringer.
    Eine Denkumkehr tritt ein, denn die „Gier“, oder besser der „Eigennutz“ als Triebfeder wirtschaftlichen Handelns wird in Richtung „Sanierung und Risikobegrenzung“ gelenkt, um aus der freiwilligen Teilnahme am „Schuldnachlass“ das Bestmögliche zu machen.

    Literatur, Links, Definitionen

    Issing, Otmar; Einführung in die Geldtheorie; Verlag Vahlen, 1995
    http://www.bundesbank.de
    http://www.oenb.at/de/ueber_die_oenb/schulen/das_geld/erscheinungsformen/schoepfung/geldschoepfunggeldvernichtung.jsp
    http://www.macroanalyst.de/afe-kasten-gitalgeld.htm
    http://de.wikipedia.org/wiki/Geldvernichtung
    http://www.valiant-future.ch/banking/referate/Geldtheorie.pdf
    http://homepage.univie.ac.at/christian.sitte/PAkrems/zerbs/volkswirtschaft_I/beispiele/inf_b01.html
    http://goldnews.bullionvault.de/Fannie_Freddie_Hadronen_Beschleuniger_Staatsverschuldung
    http://blog.zeit.de/herdentrieb/2008/11/26/wiederholt-sich-das-schulden-deflations-szenarium-von-irving-fisher_442
    http://de.wikipedia.org/wiki/Offenmarktpolitik
    http://www2.uni-siegen.de/~merk/downloads/offenmarktpolitik_ezb.pdf
    http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge
    http://www.bundesbank.de/download/ezb/monatsberichte/2008/200811.mb_ezb.pdf
    http://web.worldbank.org/WBSITE/EXTERNAL/DATASTATISTICS/0,,contentMDK:20399244~menuPK:1192714~pagePK:64133150~piPK:64133175~theSitePK:239419,00.html

    M3:
    Für M1 bis M3 definiert die Europäische Zentralbank[1]:
    M1: (Nov. 2007: 3.860 Mrd. Euro) Sichteinlagen der Nicht-MFIs sowie Bargeldumlauf ohne die Kassenbestände der Kreditinstitute (MFIs);
    M2: (Nov. 2007: 7.307 Mrd. Euro) M1 plus Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bis zu zwei Jahren und Einlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist bis zu drei Monaten;
    M3: (Nov. 2007: 8.620 Mrd. Euro) M2 plus Anteile an Geldmarktfonds, Repoverbindlichkeiten, Geldmarktpapieren und Bankschuldverschreibungen mit einer Laufzeit bis zu zwei Jahren
    Die Geldmenge M ist über die Quantitätsformel von Irving Fisher direkt mit der Umlaufgeschwindigkeit V und der Summe aller verkauften Produkte X, multipliziert mit ihren Preisen P, verknüpft:
    .
    In der Praxis wird die Umlaufgeschwindigkeit jedoch nicht direkt gemessen, sondern über die vorangestellte Gleichung berechnet. Dabei wird die Summe aus allen verkauften Produkten und ihren Preisen mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) gleichgesetzt:
    V = BIP / M.

    OENB:
    Geldschöpfung/ Geldvernichtung
    Aus dem bisher Gesagten geht hervor, dass Zentralbank (Zentralbankgeldschöpfung) und Kreditinstitute (Giralgeldschöpfung) Träger der Geldschöpfung sind.
     Das Gegenteil der Geldschöpfung wird – sehr einprägsam – als „Geldvernichtung“ bezeichnet. Wenn beispielsweise ein Kreditinstitut von der OeNB ausländische Zahlungsmittel erwirbt und mit Euro-Banknoten bezahlt, verlieren diese bei der Hereinnahme durch die Zentralbank ihre Geldeigenschaft. Bei der OeNB eingezahlte Banknoten haben keine Zahlungsmittelfunktion mehr. Sie sind streng verrechenbare Drucksorten wie vor ihrer Ausgabe. 
    …mehr>>http://www.oenb.at/de/ueber_die_oenb/schulen/das_geld/erscheinungsformen/giralgeld/buch-_oder_giralgeld.jsp

  2. Interessante Informationen.

  3. Richard sagt:

    Der Artikel von Herrn Hans Joachim Dübel ist unseriös. Mit diesen unreflektierten Rundumschlag-Anklagen erreicht der verbitterte Sozialromantiker Dübel überhaupt nichts. Wo ist denn sein (ausschließlich durch sich selbst) gepriesener “Think Tank”. Ich sehe nur einsames Stückwerk. Und dieser Blogeintrag könnte auch von einem Studenten verfasst worden sein.

  4. Carsten Konopka sagt:

    @Richard – der Artikel ist doch gerade wieder Aktuell, was für die Halbwertzeit des Textes spricht (Ackermanns Wechsel in den Aufsichtsrat, Ami/EUR-Krise..), wenn der Text selbst auch tatsächlich eher oberflächliches Gewäsch ist. Ich mag auch diese Schreibart nicht, ist so schnippisch. Von einem “Ökonomenblog” erwarte ich eigentlich mehr.

  5. Siggi Behrend sagt:

    Herr Hans Joachim Dübel bezeichnet sich selbst gerne als “unabhängiger” Finanzsektorexperte. So ganz unabhängig ist er nicht, so steht etwa in seinem Impressum, wohin er wicklich gehört, zur Hypoport AG (http://www.hypoport.de/profil.html). Da bleiben dann keine Fragen mehr offen. Hier der Link, der das Aufzeigt: http://www.finpolconsult.de/contact-info.html. Ist immer ein fader Beigeschmack, wenn man sich als “unabhängig” bezeichnet und dann eventuell zuarbeit leistet, mit gewissheit kann ich das nicht sagen, aber zur Diskussion in den Raum stellen. Man hat keine Ahnung, wann Herr Dübel unabhängig auftritt oder aber Vorträge oder Studien im Sinne der Hypoport leistet. Es läßt sich nicht mit Gewissheit sagen, man sollte aber genau hinschauen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass dass Herr Dübel nur ein “Gast-Büro” hat, weil sein HomeOffice zu kein und unrepräsentativ ist.

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Der Autor:

Hans-Joachim Dübel

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