INSM – ÖkonomenBlog, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) Welche Reformen braucht unser Land? Wie erreichen wir mehr Wachstum und Beschäftigung? Experten geben Antworten – diskutieren Sie mit!

 

Bessere Anreize für Professoren

„Wir machen weiter“ heißt es auf der offiziellen Bildungsstreik-Webseite. Gemeint ist, dass in diesen Tagen der Bildungsstreik aus dem Sommer eine Fortsetzung findet. Die Forderungen bleiben die Gleichen: weniger Verschulung des Studiums, weniger Leistungsdruck, freier Bildungszugang und Abschaffung sämtlicher Studiengebühren.

Kritisiert wird der zu eng gesteckte Studienplan. Wohl nicht zu unrecht – denn die Quote der Studienabbrecher bei den Bachelor- und Masterstudenten liegt neun Prozentpunkte über dem Gesamtdurchschnitt. Dabei würde die Bologna-Reform durchaus längere Studienzeiten zulassen. Aber das zentrale Problem liegt in der Lehre. Professoren können durch gute Lehre ihre eigene Reputation kaum verbessern. Darum wird lieber geforscht und veröffentlicht, während die Lehre oft nur als notwendiges Übel angesehenen wird. Hier kann die Politik ansetzen und bessere Anreizsysteme für Professoren schaffen. Der Bildungsgipfel im Dezember muss Antworten präsentieren, um eine Reform zu retten, die im Kern eine richtige ist. Und wenn dann die Lehre endlich den Stellenwert hat, der ihr zusteht, und besser wird, dann wird sich das Thema „Studiengebühren“ erledigen. Denn für Qualität wird gerne bezahlt.


Podcast zum Bildungsstreik: Am morgigen Freitag veröffentlichen wir einen Diskurs zum Bildungsstreik zwischen Christiane Konegen-Grenier, Hochschulexpertin am IW, und Johann Wolfgang Schoop, AStA-Vorsitzender der Uni Bonn. Folge 11 – Bologna: Master of Desaster? Abonnieren Sie den ÖkonomenBlog-Podcast hier bei iTunes.

2 Kommentare zu “Bessere Anreize für Professoren”

  1. “Aber das zentrale Problem liegt in der Lehre.”

    Das ist richtig, dass die Lehre ein Problem ist. Schauen sie sich die Universitäten an. Da sollen Kurse mit maximal 30 Personen gehalten werden. Würden man dies mit den Geldern und vorhandenen Personal versuchen würde manch ein Uni Angstellter nur noch Lehre machen und gar nicht forschen. Sicherlich gibt es schwarze Schafe, aber meine Erfahrung lehrt mich, dass viele Versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Man braucht keine besseren Anreize sondern entweder längere Tage, oder mehr Personal.
    Den Anreiz bei Professoren zu legen ist Blödsinn. Denn die Vorlesungen werden gehalten und gut. Die Seminare müssen in kleinen Kreisen durchgeführt werden, damit die Studenten etwas lernen. Ein Professor hält ein solches aus zeitlichen Gründen sehr selten. Würden sie sich von ihren sturen Anreizideen verabschieden Herr Döttling würden sie erkennen das man Anreize schaffen kann, aber 600 Studenten mit 3 Personen abzuhandeln ist einfach nicht möglich in kleinen Kursen. Vor allem dann nicht, wenn eine Universität auch den Anspruch der Forschung hat.

  2. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Tobias Schneider, INSM erwähnt. INSM sagte: ÖkonomenBlog Bessere Anreize für Professoren http://bit.ly/71x5Wv [...]

Kommentieren Sie den Beitrag

Der Autor:

Dominique Döttling

ist geschäftsführende Gesellschafterin der Döttling & Partner Beratungsgesellschaft mbH, Uhingen und Mainz und Botschafterin der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

Alle Beiträge von