Die Soziale Marktwirtschaft ist ohne eine konsequente Politik der Preisstabilität nicht denkbar. Nur diese Politik gewährleistet auch, dass sich nicht einzelne Bevölkerungskreise zu Lasten anderer bereichern. Ludwig Erhard, 1897-1977, deutscher Wirtschaftsminister, Bundeskanzler

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Bad-Bank neu denken

Die Konjunktur zieht wieder an: mühsam und in kleinen Schritten. Jetzt ist es wichtig, die finanzielle Lage der Unternehmen zu stabilisieren und das Vertrauen der Banken untereinander zu stärken. Der Vorschlag, die Banken staatlicherseits zwangsweise zu kapitalisieren, ergibt angesichts der erreichten Einbindung des Staates in die notleidenden Banken keinen Sinn. Notwendig und möglich ist es hingegen, das Bad-Bank-Gesetz so zu überarbeiten, dass es definitiv zu einer Verbesserung der Bilanzstruktur kommt. Darüber hinaus sind eine angemessene Beteiligung des Finanzsektors und eine klare Qualitätsorientierung, gerade auf langfristige Sicht, unerlässlich.

Das Maßnahmenbündel der Finanzmarktstabilisierung muss das Ziel verfolgen, das verloren gegangene Vertrauen der Banken untereinander neu zu begründen. Die befristete Förderung eines Sekundärmarktes – wie bei Verbriefungen – kann dabei durchaus vertrauensbildend wirken und sollte deshalb in Erwägung gezogen werden. Es ist allemal effektiver, als punktuell Kredite aufzukaufen oder zu verbürgen. Zudem müssen die Finanzinstitute in die Verantwortung für die künftige Entwicklung genommen werden, ohne sie durch schwelende Altlasten zu gefährlichen Hasardeuren zu machen.

  • Autor

    Prof. Dr. Michael Hüther

    ist Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

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  • Wieso macht es keinen Sinn die Banken staatlicherseits “zwangsweise” zu kapitalisieren. Warum führen Sie diese These nicht weiter aus ? Ihnen fehlen doch nicht etwa die Argumente ???

    Außerdem: Die Wendung: “Notleidende Banken” ist das Unwort des Jahres 2008
    http://www.unwortdesjahres.org/presse.htm

  • Ich will nur wenige Worte verlieren. Erst einmal “zieht” fast gar nichts an. Haben sie sich irgendwelche Zahlen angehen im vergleich zum Vorjahr. Am Arbeitsmarkt kommt die Krise jetzt auch erst an und wie es dann mit den Einkommen aussieht brauche ich ihnen als Professor wohl nicht erklären.

    “Die befristete Förderung eines Sekundärmarktes” Warum? Vor einigen Einträgen schreibt ein Kollege von ihnen, dass es keine Kreditklemme gibt. Wie wäre es denn mit einer befristeten Förderung der Realwirtschaft, welche so oder so die Suppe auslöffeln muss. Schon komisch, dass ein Wirtschaftsliberaler Blog bei Bankenförderung ganz vorne dabei ist, aber wehe man will den Bürgern mehr geben. Scheinheilig und dumm!