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Wirtschaft auf den Stundenplan!

Die Klagen werden lauter: Der Mangel an elementaren Kenntnissen über aktuelle wirtschaftliche Vorgänge ist eklatant. Eine an der Uni Frankfurt durchgeführte Umfrage unter Wirtschaftsstudenten belegt: Selbst angehende Ökonomen fehlt es an Wissen und Problemlösungskompetenz. Wie können wir das ändern und für mehr ökonomische Bildung bereits in den allgemeinbildenden Schulen sorgen? Derzeit schwanken die Bundesländer zwischen dem klaren Bekenntnis zu einem Schulfach Wirtschaft – wie in Mecklenburg-Vorpommern – und der Position – wie in Nordrhein-Westfalen -, Wirtschaft in den Fächern Geschichte, Geografie und Politik mitzubehandeln. Der diffuse Umgang mit dem Thema Wirtschaft führt bisher zu vielfältigen Schwierigkeiten: Es fehlt sowohl an sachlich angemessenen Schulbüchern als auch an qualifiziertem Lehrpersonal, da die wirtschaftlichen Fakultäten die Ausbildung von Lehrern bisher sträflich vernachlässigt haben. Ein fest etabliertes Schulfach Wirtschaft könnte wichtige Impulse für die Gestaltung der Schulbücher und die Definition entsprechender Lehramtsstudiengänge setzen.

3 Kommentare zu “Wirtschaft auf den Stundenplan!”

  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von INSM und Christoph Martin, Michelle Förster erwähnt. Michelle Förster sagte: By @-chrmar "Wirtschaft auf den Stundenplan!" http://bit.ly/7xE3fM #wirtschaft #-Schule #bildung [...]

  2. Bitte verschonen Sie meine Kinder mit Ihren Lehren.
    Menschen unter Androhung von Strafen ihr Erspartes abzuknöpfen (Steuern für die ach so nötigen Konjunkturprogramme) und dann das Drucken von Geldscheinen als Allheilmittel darzustellen. Ich möchte Lehrer, die meinen Kindern zeigen, dass man das Eigentum des anderen zu achten hat und nicht, wenn es einmal schlecht läuft, den Staat rufen kann, der dann den Nachbarn im Namen des Volkes ihre Ersparnisse abköpft.

    Bitte unterlassen Sie das!

  3. Kammerjäger sagt:

    Ich finde das auch interessant, das Sie dieses just in dem Moment fordern, wo die Volkswirtschaftlehre eigentlich ihren Bankrott anmelden müsste – sowohl von dem deskriptiven wie von der normativen Ansprüchen, die sie hat. Sicher nicht zu Unrecht fordern Vertreter wie Joseph Stiglitz und Paul Krugman einen neuen Ansatz für die neue Lehre.

    Die VWL hat den Markt quasi als effizient definiert, und scheitert jetzt an daran, dass sie nicht die Kraft besitzt, dieses Axiom von sich aus in Frage zu stellen. Und “Ex falso quod libet”.

    Selbst mir als Laien scheine die Aggregate der IS und LM Kurven kaum mehr tauglich zu sein, die Wirklichkeit zu beschreiben. Auch ich die mikroöknomische Theorie eines idealisierten Marktes kann das tägliche Marktversagen an den Börsen nicht erklären. Allenfalls der VGR kann man noch eine gute Realitätsnähe zubilligen.

    Die VWL müsste sich als gleichsam in Klausur zurückgehen und sich neu erfinden (Mein Tipp wäre, sich der Makroöknomie mal mit einem Modell eines Fließgleichgewichtes zu nähern).

    Wie man sich als Lehre allerdings weiterentwickeln will, wenn man den Kindern schon in der Schule die falschen Modelle beibringt, ist unklar.

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Der Autor:

Prof. Dr. Michael Hüther

ist Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

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