Die Fähigkeit zur Innovation entscheidet über unser Schicksal. Roman Herzog, 1934-2017, Alt-Bundespräsident

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Günstige Gesundheit

arzneimittelausgaben

“Wo liegen Spielräume bei der Preisgestaltung? Soll der Gesundheitsminister auf die Kostenbremse steigen”,

fragt FAZ-Redakteur Andreas Miehm den Ökonom Prof. Dr. Eberhard Wille. Der Vorsitzende des Sachverständigenrates Gesundheit antwortetet:

“Wenn er unmittelbare Spareffekte erzielen möchte, dann müsste er, wie in den vergangenen Jahren immer wieder praktiziert, den Herstellerabschlag erhöhen, Preismoratorien erlassen, den Apothekenabschlag kürzen. Ich hielte das für eine unbefriedigende Notlösung. Eine ordnungspolitisch konforme Maßnahme bestünde darin, den Krankenkassen den Spielraum für Rabatt- und Preisverhandlungen zu gewähren. Ich würde immer für Verhandlungslösungen plädieren, auch wenn diese zeitintensiver ausfallen.”

ÖkonomenBlog-Autor Prof. Dr. Stefan Felder hatte bereits im letzten Jahr Effizienzreserven im Gesundheitswesen identifiziert. Unter anderem etwa 2 bis 3 Mrd. Euro im Arzneimittelbereich. Mehr Infos zur Studie Effizienzreserven im Gesundheitswesen finden Sie hier: “Krankenkassen-Beitrag kann bis zu 1 Prozentpunkt sinken”

  • Autor

    Prof. Dr. Stefan Felder

    ist Professor für Volkswirschaftslehre, insb. Gesundheitsökonomik an der Universität Duisburg-Essen, Campus Essen.

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  • Wieso nicht einfach bei den Preisen für Medikamente im Ausland orientieren. Ich habe mir erklären lassen, dass das Argument der Forschung bei den Pharamaunternehmen nur sehr bedingt gilt. Die Grundlagenforschung wird an den Universitäten gemacht, welche die Ergebnisse für einen Bruchteil der Kosten an die Pharamindustrie verkauft. Die Studien laufen dann da und die Preise können relativ willkürlich festgelegt werden. Somit ist in meinen Augen der Spaß mit den Patenten etwas hinfällig und die Patenthaltedauer sollte reduziert werden. Dann dürfen alle den Wirkstoff produzieren und es existiert ein Markt und kein Monopol.

  • lukas

    Die Grundlagenforschung ist auch nicht besonders kostenintensiv, was wirklich auf den Medikamentenpreis schlägt, sind die klinischen Studien.

  • Die soziale Marktwirtschaft bedeutet, dass der Produzent die Preise allein setzen kann. Der gewisse Spielraum wird jedoch dadurch begrenzt, dass eine Preisabsprache und die Bildung von Kartele verboten wird. Das Angebot an Guter muss mit der Nachfrage übereinstimmen. Wenn viele Güter produziert werden (Medikamente) dann werden die Kosten für diese Produkte auch senken.