Verteilen hilft nicht
Das Hartz-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes hat eine richtige und wichtige Grundsatzdebatte über die Leistungsfähigkeit unseres Sozialstaates ausgelöst. Kaum war das Urteil gesprochen, überschlugen sich die Forderungen nach höheren staatlichen Leistungen: die eine Ministerin brachte steuerfinanzierte Füllfederhalter und Wassermalkästen ins Gespräch, die andere plädierte für höhere Regelleistungen für Kinder. Ebenso ziellos die aktuelle DGB-Forderung nach einem Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde. Wie so oft wird vor allem über das „Verteilen“ und nicht über das „Erwirtschaften“ diskutiert. Keiner bezweifelt den gutmütigen Geist von Politikern, die sich für die so genannte „soziale Gerechtigkeit“ einsetzen. So wie gestern die Abgeordnete Katja Kipping in der Bundestagsdebatte: Wir bräuchten einen „sozialen Fortschritt“. Und der drücke sich in einem Mindestlohn von 10 Euro pro Stunde aus.
Sicher gut gemeint. Aber ordnungspolitisch sinnvoll kann das nicht sein. Und gut für die Menschen auch nicht. Warum sollte man einer Frisöse in Bautzen oder einem Floristen in Erfurt nicht gönnen, acht bis zehn Euro Stundenlohn zu verdienen? Na ja, weil der Stundenlohn wenig mit „gönnen“ oder „sozialer Gerechtigkeit“ zu tun hat. Zunächst muss der Stundenlohn real erwirtschaftet werden. Diktiert der Staat einen höheren gesetzlichen Lohn als das, was in den Betrieben tatsächlich erarbeitet wird, muss es zwangsläufig zu Entlassungen und steigender Arbeitslosigkeit kommen. Gestern stellte das ifo Institut Dresden neue Zahlen vor: Schon bei einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro sind in Deutschland rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze gefährdet. Wen trifft es am härtesten? Diejenigen, die sich um einen Einstieg in Arbeit bemühen. Die sich neben Hartz IV mit einem Mini- und Einstiegsjob etwas dazu verdienen. Und diejenigen, die so Anlauf nehmen wollen, wieder in eine reguläre Beschäftigung zu kommen. Ist das der Sozialstaat, den wir uns wünschen?
- Mehr Infos und Materialien zur Mindestlohn-Debatte: Ifo Institut.
- Frankfurter Allgemeine Zeitung: 8,50 Euro je Stunde spalten die Ökonomen.
- Focus online: Laut Bundesverfassungsgericht müssen Hartz-IV-Sätze neu berechnet werden.
- „Soziale Gerechtigkeit ist keine Gerechtigkeit“: Dr. Michael Prollius über die Unmöglichkeit des „verteilenden Gerechtigkeit“. Gelesen im Newsletter des Instituts für Unternehmerische Freiheit.

Immer die gleiche Geschichte aus der neoklassischen Ökonomie. Wenn der Mindestlohn unter dem Gleichgewichtslohn liegt, dann bringt er nichts. Liegt er aber über dem Gleichgewichtslohn, dann vernichtet er angeblich Arbeitsplätze. Die neoklassische Ökonomie mit ihrer falschen Modellhaftigkeit dient lediglich Interessensgruppen und ideologischen Dogmatikern!
Ein Mindestlohn von 9-10 Eureo wird weder enorm Arbeitsplätze schaffen noch vernichten.
Es wird ein Teil zu Lasten einer Gewinnmaximierung aufgefangen ein anderer Teil wird in einigen Bereichen sehr moderate Preissteigerungen ergeben.
Was können wir uns nicht mehr leisten und was ist ordnungspolitischer Unsinn?
Unsinn ist, daß ganze “Geschäftsmodelle” darauf aufbauen Dumpinglöhne zu zahlen, von denen selbst einen einzelne Person nicht leben kann. Das Modell “ich zahle wenig, denn den Rest zahlt eh der Staat”, mag zwar manchen Interessensgruppen entgegen kommen, es ist aber absurd! Hier werden auch Leistungsanreize für die Wirtschaft falsch gesetzt!
Löhne sind nicht nur Ausgaben von Unternehmen , sondern auch deren Einnahmen! Wir haben derzeit einen globalen Nachfragemangel, durch eine Umverteilung von unten nach oben!
Was bringt es einem Friseur, wenn seine Kunden Dumpinglöhner sind? Wenn es immer mehr Dumpinglönher gibt, steigt dann die Auslastung vom Friseurladen oder sinkt sie? Wenn ein Friseur viel und gute Kundschaft und eine gute Auslastung hat, kann er sich anständig bezahltes Personal nicht mehr leisten?
In Frankreich gibt es Mindestlohn, in Luxemburg und den Niederlanden auch! Es gibt dort flächendeckend nach wie vor Friseure!
Wenn bei Herrn Ackermann vor dem Büro der Dreck einen halben Meter hoch steht, so zahlte er vermutlich sogar 15 Euro Mindestlohn! Ich bin nicht für 15 Euro Mindestlohn, aber der Sachverhalt ist richtig.
Der beste Mindestlohn ist der der nicht gebraucht wird, aber wir brauchen einen Mindestlohn!
“Zunächst muss der Stundenlohn real erwirtschaftet werden.”
Komisch, dass Leute wie Schrempp Millionen verdienen, obwohl sie Volkswirtschaftlich keinerlei Gewinn bringen. Nicht einmal betriebswirtschaftlich. Wie kann das mit dem vielbeschworenen “erwirtschaftet” korrellieren?
http://www.focus.de/finanzen/geldanlage/verkorkste-bilanz_aid_97369.html
Zu aller erst wird in Deutschland genug erwirtschaftet, so dass jeder theoretisch knapp 40000 US Dollar kriegen könnte. Da dies nicht einmal annähernd geschieht geht es schlussendlich nur um Verteilung. Denn die Schulden und Gehälter unserer Schrempps müssen gegenfinanziert werden. Auch die Schulden der Banken, die Umweltschäden, etc.. Das wird letzlich alles aus den niedrigen Löhnen gepresst. Die wahren Gewinner dieser Situation sitzen im Hintergrund und freuen sich. Mindestlöhne können stabilisierend wirken. Das sie Arbeitsplätze kosten ist nirgendwo belegt (und es gibt eine Menge Mindestlohnländer). Dem Export und der neoideologisierten Ökonomie würde es schaden. Denn wer legt denn fest wie viel Arbeit Wert ist? Der Markt legt es fest. Wenn nun andere Bedingungen herrschen dann legt er eben die Löhne anders fest. Wo ist das Problem?
Vertreter der INSM betonen immer wieder, es müsse doch erst mal alles erwirtschaftet werden, bevor es verteilt wird.
Stimmt.
Aber dass immer mehr mit immer weniger menschl. Arbeitskraft erwirtschaftet wird – nämlich durch Maschinen und Methoden – das wird von den Herren INSM-Vertretern völlig ausgeblendet.
Knipping kann seine Behauptungen nicht beweisen.Aus einem einfachen Grund:
Sie stimmen nicht! Wenn es wirklich so wäre, müssten doch Länder wie die Niederlanden oder Frankreich über eine Massenarbeitslosigkeit klagen!
Dem ist aber nicht so.Könnte es nicht sein, dass bestimmte Wirtschafts-Lobbyisten ein Interesse daran haben, die Löhne und Gehälter niedrig zu halten?
Jeder ehrliche, echte Liberale kann daran KEIN Interesse haben!