Staatsverschuldung oder Der Tanz auf dem Vulkan
Trotz der horrenden Verschuldung vieler Industriestaaten, trotz des faktischen Staatsbankrotts des Euro-Landes Griechenland, trotz der demographischen Alterung – der Tanz auf dem Vulkan der unsere Vorstellungskraft übersteigenden Staatsverschuldung geht weiter.
Besonders gefährdet sind vor allem wir selbst. Denn Problem verschärfend wirken die kostspieligen Sozialsysteme und die Alterung unserer Gesellschaften. Die Staatsschulden in den Industriestaaten werden in der kommenden Dekade unweigerlich weiter steigen. Es sei denn, die Politik wagt sich an massive Ausgabenkürzungen. Wenn nicht, steigt deren Gesamtschuldenstand von heute knapp 100 auf etwa 133 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Schwellenländer können die krisenbedingte Neuverschuldung hingegen besser verkraften. Deren Wachstumsrate liegt auf jeden Fall deutlich über der Höhe der Realzinsen für den Schuldendienst. Damit finanzieren sich die Schulden in den Schwellenländern quasi von selbst, ja lassen sich sogar die absoluten Schuldenstände – gemessen an der Jahreswirtschaftskraft – senken. In vielen reifen Industriestaaten dagegen sind inflationsbereinigte Wachstumsraten über der Höhe des Realzinses unwahrscheinlich oder ausgeschlossen.
Deshalb müsste die Politik in Deutschland allein schon für die Stabilisierung der Schuldenstandsquote auf dem heutigen Niveau gewaltige Sparanstrengungen unternehmen. Eine Herkulesaufgabe – und das bei dem herrschenden Anspruchsdenken im Land.


Herr Metzger kennen sie sich eigentlich nur ein wenig mit dem aus was sie schreiben?
Steigen die Schulden zu stark kann man sie immer noch durch höhere Wachstumsraten, Steuern, oder aber Inflation bekämpfen. Die meisten Industireländer sind quasi bei sich selbst verschuldet. Senkt man die Ausgaben würgt man das Wachstum ab. Gewinner sind diejenigen, die dem Staat weiterhin Geld leihen dürfen. Auch ihr unsinniges Szenario der kostspieligen Sozialsysteme ist Unsinn. Bei 5 Millionen Arbeitslosen können sie doch nicht allen ernstes von Problemen im Sozialsystem sprechen. Würden diese Menschen halbwegs vernünftige Arbeit und dementsprechende Bezahlung vorfinden hätten sie ihre Einnahmen und die Schuldenproblematik wäre erledigt. Ausgabenkürzungen bringen nur den Sponsoren dieser Initiative etwas. Die meisten verdienen wahrscheinlich so viel, dass sie die Zusatzkosten einer privaten Versicherung, oder der Zusatzgebühren locker stemmen können.
Eine letzte Frage noch, warum eigentlich immer “massiv”? Damit es dramatischer klingt?
An meinen Vorredner:
Die steigende Schuldenlast per Inflation zu bekämpfen ist ja wohl die naivste Lösung überhaupt. Und auch bei den Steuern ist irgendwann das Limit erreicht (In Deutschland haben wir immerhin schon eine Staatsquote von über 40 %!!!). Weiterhin würde ja gerade die staatliche Ausgabenkürzung zu mehr Anreizen für Arbeit führen und sich so das Arbeitslosenproblem lösen.
Anscheinend haben Sie, nicht Herr Metzger, überhaupt keine Ahnung von den ökonomischen Zusammenhängen, die Basis unseres heutigen Wohlstandsniveaus sind.
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von INSM erwähnt. INSM sagte: ÖkonomenBlog Staatsverschuldung oder Der Tanz auf dem Vulkan http://bit.ly/b1BGyK [...]
Also ich sehe das im Grunde so wie chriwi.
Von überbordenden Sozialleistungen kann bei 359,- für den Lebensunterhalt wohl kaum die Rede sein. Eher von Steuerfaulheit, wenn man bedenkt, dass jeder Kapitalverdiener mit einem Spitzensteuersatz von 25 % hier leben darf.
Sehr wichtig der Hinweis, dass die Staatsverschuldung nur die “massiven” Vermögen in der privaten Welt wiederspiegelt.
Öffentliche Armut im privaten Reichtum, wie Herr Galbraith einst schon schrieb.
@Stefan
“naivste Lösung”
Es ist eine Lösung, oder nicht. Es ging nur darum ohne Wertung die Möglichkeiten aufzuzählen.
Bei den Steuern ist noch lange nicht Schluss. Woher nehmen sie das Wissen, dass die Steuern zu hoch sind? Was ist zu hoch 10% oder erst 90%. Selbst wenn man mit der albernen Laffer Kurve kommt, wird man sich eingestehen müssen, dass wahrscheinlich irgendwo ein Optimum ist. Nur weiß niemand so richtig wo.
“40 %!!!” Und?
Drei Ausrufezeichen sind keine hinreichende Begründung. Die Staatsquote in Deutschland ist seit Jahren kontinuierlich gesunken. Sie liegt jetzt unter dem EU Schnitt. Im Vergleich mit den USA (ohne Sozialsysteme) ist sie sogar niedriger.
“staatliche Ausgabenkürzung zu mehr Anreizen für Arbeiten führen”
??? Weil der Staat auch keinerlei Arbeit bietet. Staatliche Ausgabenkürzungen werden seit Jahren betrieben und dennoch sinkt die Arbeitlosigkeit nicht. Welche Arbeitsplätze schaffe ich, wenn ich höhere Gebühren bei öffentlichen Einrichtungen zahlen muss.
“die Basis unseres heutigen Wohlstandsniveaus sind.”
Scheinbar doch. Alles was irgendwie produziert wird steigert letztenendes das Wohlstandsniveau. Wenn 5 Millionen Menschen nicht arbeiten kann ich doch nicht sagen wir haben ein Demographieproblem. Wenn die Bruttolöhne sinken kann ich doch nicht Jammern, wir haben ein Einnahmenproblem bei den Kassen, wenn ich das politisch Forciere. Einfach mal mmit Politik und deren Auswirkung beschäftigen. Ein demographisches Problem haben wir genau dann, wenn die arbeitende Bevölkerung nicht mehr genug Produzieren kann, um die Nichtarbeitende zu versorgen.
Nicht nur Griechenland ist zu hoch verschuldet, weltweit sind die Industrienationen stark verschuldet. Daher müssen wir uns einmal die Mechanismen unserer Wirtschaftssysteme genauer analysieren. Mit jeder Krise werden neue Schuldenberge aufgetürmt die nicht wieder abgebaut werden. Nach der Krise ist vor der Krise. Im Namen der Arbeitslosigkeit werden in Deutschland pro Jahr ca. 150 Milliarden an direkten und indirekten Subventionen ausgegeben. Im Namen der Wirtschaftskrisen werden Milliarden an Staaten und Banken verschoben.
Wir sollten endlich die Ursachen der Arbeitslosigkeit und die daraus folgende Wirtschaftskrisen angehen.
Wir benötigen eine Mechanismus der unsere Teilhabe automatisch eingefordert.
Ein System das auch ohne die Hilfe des Staates eingeführt werden kann. Ein System das weltweit funktioniert und das volkswirtschaftliche Optimum garantiert und somit ermöglicht die Staatsverschuldung abzubauen ohne Sozialabbau.
Dieses System gibt es, es ist das Arbeitsguthaben System.
http://www.arbeitslosigkeit-besiegen.d