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Bildungsinvestitionen konsolidieren

Investitionen in Bildung könnten ohne Abweichung vom Konsolidierungskurs erfolgen. Sinkende Schülerzahlen setzen rund 5 Milliarden Euro frei.

Auf dem ersten Bildungsgipfel vor zwei Jahren in Dresden hatte die Politik versprochen, die Ausgaben für Bildung und Forschung bis 2015 auf 10 Prozent des BIP zu erhöhen. Derzeit liegen sie bei 8,6 Prozent. Ernüchtert muss nach dem dritten Bildungsgipfel vor wenigen Tagen festgestellt werden, dass die Politik auch diesmal keinen Fahrplan vorgelegt hat, wie sie ihr Ziel erreichen will. Zugegeben: krisenbedingt ist die Haushaltslage derzeit äußerst prekär. Dennoch gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wichtige Projekte – wie zusätzliche Kitaplätze und Ganztagsgrundschulen – zu finanzieren.

Das Zeitfenster dafür ist günstig, denn demographisch bedingt werden im Bundeshaushalt Gelder frei. Bis 2015 gehen die Ausgaben für das Kindergeld um etwa 1,7 Mrd. Euro zurück. Die rückläufigen Schülerzahlen an allgemein bildenden und beruflichen Schulen setzen rund 4,3 Mrd. Euro frei. Und letztlich würde die Einführung von flächendeckenden Studiengebühren von 500 Euro pro Semester zu zusätzlichen Einnahmen in Höhe von 1 Mrd. Euro führen – Ausgleichzahlungen für Sozial schwächere schon berücksichtigt. Alles im allem kämen so etwa 7 Milliarden Euro zusammen, die für Bildungsausgaben zur Verfügung stünden, ohne den Haushalt des Bundes mit Mehrausgaben zu belasten.


Neue Bildungsausgaben sind finanzierbar, zeigt der IW-Bildungsexperte Prof. Dr. Axel Plünnecke in einem Beitrag für das iwd (Ausgabe 23/2010).

Ein Kommentar zu “Bildungsinvestitionen konsolidieren”

  1. Michael Klein sagt:

    Was mich immer wieder fasziniert, ist die Normalitaet, mit der auf einer LIBERALEN Seite nach Investitionen des Staates gerufen wird. Und wenn ich fertig bin, mich darueber zu wundern, dann fange ich gewoehnlich an, mich darueber zu wundern, dass Geldmittel irgendwie im Kopf mancher Autoren etwas mit der Ausbildungsqualitaet zu tun haben.

    Was um aller Goetter Willen haben mehr KitaPlaetze mit Bildung zu tun. Angesichts des Unsinns z.B. in Form grammatikalisch vollkommen falscher Ruettelreime, den Kinder in “Kitas” vermittelt bekommen, halte ich es fuer wahrscheinlicher, dass zusaeztliche Kitaplaetze das Niveau der Bildung in D noch weiter reduzieren. In D ist das Bildungsproblem, ueber das sich z.B. mittelstaendische Unternehmer beklagen (Absolventen koennen keinen Dreisatz und schreiben ein Deutsch, das kein Duden kennt …) kein finanzielles, sondern ein qualitatives Problem. Solange es z.B. moeglich ist, Lehrer im Halbtagsjob zu sein, sehe ich nicht, wie Bildung in D. auf die Beine kommen soll. Kurz: erst braucht man geeignete Lehrer, um Bildung zu verbessern und dann kann man sich ueber die Mittel unterhalten, moeglicherweise kann man gute Lehrer mit guter Bezahlung anreizen, aber das kommt nachher, erst braucht man einen Plan, wofuer man Geld ausgeben will und warum die Ausgaben an dieser Stelle sinnvoll sein sollten.

    Wie Ganztagsgrundschulen das Bildungsproblem verbessern sollen, ist mir auch nicht eingaengig; was bitte wird besser, wenn Kinder schlechten Lehrkraeften noch laenger ausgesetzt sind? Und wie es selbst einer guten Lehrkraft moeglich sein soll, eine gute Ausbildung mit dem deutschen Curriculum zu vereinbaren, in dem es wichtiger ist, Sechsjaehrigen etwas ueber sexuellen Missbrauch zu erzaehlen, als ihnen Rechnen und Schreiben beizubringen, ist mir auch nicht nachvollziehbar. Kurz: Anstatt nach mehr finanziellen Mitteln zu schielen und sich zu fragen, wie die entsprechenden Mittel ausgegeben werden koennen, waere es sinnvoller so etwas wie ein Bildungskonzept zu erarbeiten und sich zu fragen, wovon der Schulerfolg von Schuelern abhaengt und warum z.B. Jungen im deutschen Schulssystem erhebliche Nachteile haben.

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Der Autor:

Dominique Döttling

ist geschäftsführende Gesellschafterin der Döttling & Partner Beratungsgesellschaft mbH, Uhingen und Mainz und Botschafterin der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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