Wenn keine Notwendigkeit für ein Gesetz besteht, besteht die Notwendigkeit, kein Gesetz zu erlassen. Baron de Montesquieu, 1689 - 1755, französischer Schriftsteller und Staatstheoretiker

4 SozialesSteuern und Finanzen

Weniger Reiche

Die Steuerquote in Deutschland ist zuletzt wieder angestiegen. Die   Steuerbelastung in Relation zum BIP lag 2009 bei 23,1 Prozent.

Die Zahlen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) kann man eigentlich nicht falsch verstehen. Und dennoch vermitteln die dicke Buchstaben am Zeitungsständer den Eindruck: Deutschland wird ärmer. Dabei zeigt die DIW-Studie etwas ganz anderes: Im Krisenjahr 2009 musste vor allem eine Gruppe Federn lassen, nämlich die mit den höchsten Einkommen. In Deutschland gibt es also in der Krise weniger Reiche als davor. Das ist alles andere als eine gute Nachricht. Weniger Spitzenverdiener bedeutet nämlich lange nicht, dass es den ärmeren Menschen besser geht. Gerade deshalb ist es Unsinn, jetzt über die Erhöhung etlicher Steuern nachzudenken. Schon heute schultern die Spitzenverdiener den weitaus dicksten Anteil des Steueraufkommens. Die Steuerquote erreichte im Jahr 2008 ein Zwischenhoch von 23,9 Prozent – nur in den 80er Jahren wurde den Deutschen noch tiefer in die Tasche gegriffen. All das mit dem Ergebnis, dass die Steuerquelle wieder kräftig sprudelt. Was soll daran sozial gerecht sein, die Steuern jetzt weiter zu erhöhen? Nichts. Denn wer den Starken jetzt noch mehr auflastet, wird für die Schwächeren keinen Nutzen erreichen.

  • Autor

    Marco Mendorf

    war von 2008 bis 2012 Senior Conultant der Initiative Neue Soziale Markwirtschaft.

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  • Michael Klein

    Gerade weil ich mit dem Grundtenor dieses Beitrags sympatisiere, finde ich die enthaltenen logischen Fehler aergerlich, denn:

    – wenn vor allem die Reichen “Feder lassen”, dann sagt das zunaechst einmal nichts ueber die Anzahl der Reichen aus. Die Krise fuehrt dazu, dass Reiche weniger reich sind, ob das gleichbedeutend ist mit “arm” bleibt zu pruefen.

    – “Weniger Spitzenverdiener bedeutet nämlich lange nicht, dass es den ärmeren Menschen besser geht. Gerade deshalb ist es Unsinn, jetzt über die Erhöhung etlicher Steuern nachzudenken”, den gemeinten Sinn kann man nur erahnen, vermutlich soll die Aussage lauten: Was man Spitzenverdienern noch mehr abknoepft, kommt nicht notwendig den Armen zu gute.

    -“Was soll daran sozial gerecht sein, die Steuern jetzt weiter zu erhöhen? Nichts. Denn wer den Starken jetzt noch mehr auflastet, wird für die Schwächeren keinen Nutzen erreichen.” Erste implizite Praemisse: Steuererhoehungen haben etwas mit Gerechtigkeit zu tun. Diese Praemisse, von der ich dachte, dass sie seit Gordon Tullock’s rent seeking society eh’ niemand mehr teilt, ist nachweislich falsch. Staaten bedienen Interessengruppen, und das hat mit “Gerechtigkeit” nichts zu tun. Zweite Praemisse: Abgaben der “Starken” kommen den “Schwachen” zu gute. Wieder eine Rechnung ohne den Staat und seine Interessen. Abgaben der “Starken” kommen dem Staat zu gute. Was dann draus wird, who knows.

    Steuern, wie alle staatliche Politik, haben etwas mit Macht und Interesse zu tun. Wer seine Macht und sein Interesse am besten formulieren und durchsetzen kann, hat gute Karten. Derzeit steht die “Bonzenschelte” in Deutschland hoch im Kurs und entsprechend ist es leichter, den gut Betuchten ans Leder zu gehen als bei anderen gesellschaftlichen Gruppen, einzusparen, z.B. bei landwirtschaftlichen Subventionen oder bei der oeffentlichen Finanzierung von Parteien und Gewerkschaften oder oder oder…

  • Keynesianer

    Herr Mendorf, was auch immer Sie mit der Bild-Text-Kombination aussagen möchten, es ist nicht verständlich!

    Das was ihr Job ist erfüllen sie: “Arme Reiche”
    Nur ihr Posting belegt nachvollziehbar ihre Logik nicht!

  • Herr Mendorf was sie schreiben ist etwas komisch. Während der Krise 2008 sank zwar der Abstand der hohen Einkommen zum Mittel, aber danach stiegen er auch schon wieder. Somit von einem Einbruch zu reden ist Unsinn. Auch die Aussage “Denn wer den Starken jetzt noch mehr auflastet, wird für die Schwächeren keinen Nutzen erreichen” ist lachhaft. Ab 500 tausend Euro zahlt man nur noch knapp 2% Sozialabgaben. Die Zinseinkommen sind pauschal mit 25% zu besteuern (arbeite ich für 50 tausend Euro muss ich den Spitzensteuersatz zahlen, kriege ich das gleiche in Zinsen nur 25%). Auch die Farce mit der Belastung der Einkommenssteuer ist Unsinn. Wer 60% des Einkommens hat muss mindestens auch 60% der Steueraufkommens tragen. Außerdem sollten sie sich mal fragen Herr Mendorf, wer von der Bankenrettung und der Rettung Griechenlands und des Euros am meisten profitiert. Sicherlich diejenigen die ihr Geld anlegen können, d.h. sparen. Somit ist es mehr als gerecht diese Gruppe heranzuziehen. Aber da sie aus diesem Bereich bezahlt werden ist es klar, dass ihnen der Blick dafür fehlt.

  • Markus

    Nebe der “Schuldenuhr” sollte es besser auch eine “Reichtumsuhr” geben. Dann brauchten wir uns nicht mehr so viel Sorgen um die “armen Reichen” machen ;-)

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=5967#more-5967