Sparpaket schont Subventionen
Kaum hatte die Bundesregierung ihr Sparpaket präsentiert, hagelte es Kritik: „Das Sparpaket sei sozial unausgewogen und belastet die Konjunktur“. Solche reflexartigen Behauptungen sind nichts Neues. Schon Helmut Schmidt sah sich Anfang der 80er Jahre, als er seinen Haushaltssanierungsplan vorgestellt hat, dem gleichen Vorwurf ausgesetzt. Aber anstatt des prophezeiten Konjunktureinbruchs, setzte wenig später ein beständiger Aufschwung ein.
Denn Studien zeigen: Bürger antizipieren, dass Einsparungen in der Gegenwart zu geringeren Zinsverpflichtungen und damit zu geringeren Steuern in der Zukunft führen. Das regt Konsum und Investitionen an. Der Erfolg einer solchen wachstumsorientierten Konsolidierung ist aber an einige Voraussetzungen geknüpft. Der Staat muss seine Bürger davon überzeugen, dass seine Sparbemühungen ernst gemeint sind. Allgemeine Steuererhöhungen sind zu vermeiden und die investiven Ausgaben im öffentlichen Haushalt zu schonen. Wie ist daran gemessen, die Sparliste der Bundesregierung zu bewerten?
Die gute Nachrichten lauten: Allgemeine Steuererhöhungen gibt es nicht. Die Ausgaben für Bildung und Wissenschaft sowie Infrastruktur werden nicht verringert. Der Schwerpunkt des Sparpakets liegt bei den konsumtiven Ausgaben, was den Vorwurf einer sozialen Schieflage nährt. Aber gerade die Veränderungen beim Arbeitslosengeld II verstärken die Anreize zur Arbeitsaufnahme. Das sorgt für mehr Fairness bei der sozialen Grundsicherung und entlastet Arbeitsmarkt und Konjunktur. Gleichwohl hat das Sparpaket auch seine Schattenseiten: Subventionen werden nicht abgebaut. An dieser Stelle hätte man sich mehr Mut gewünscht.


“was den Vorwurf einer sozialen Schieflage nährt”
Nur eine Frage Herr Hüther, wieso sollten höhere Steuern irgendetwas schädigen? Man muss sie nur an der richtigen Stelle ansetzen. 11% mehr Millionäre im Land gibt es. Woher kommt denn bitte ihr Vermögen, wenn das BIP um 5% gefallen ist? So viel zum Thema soziale Schieflage.
@chriwi
vielleicht haben die gearbeitet, sich ihr Vermoegen also erarbeitet.
Herr Huether,
“Bürger antizipieren, dass Einsparungen in der Gegenwart zu geringeren Zinsverpflichtungen und damit zu geringeren Steuern in der Zukunft führen.
Ach, Buerger sind gar nicht dumm, waer haette das gedacht, die antizipieren etwas. Wenn man Buerger lange genug knettet, dann lernen die schon, was gut fuer sie ist, gell. Dieser Paternalismus ist kaum auszuhalten.
“Der Erfolg einer solchen wachstumsorientierten Konsolidierung ist aber an einige Voraussetzungen geknüpft. Der Staat muss seine Bürger davon überzeugen, dass seine Sparbemühungen ernst gemeint sind”
Wieder wird der Staat zum Akteur und den Buergern gegenuebergestellt. Ich dachte immer, in einer Demokratie geht alle Macht vom Volke aus, und somit waere die Kausalitaet doch gerade anders herum, der Staat hat nicht seine Buerger zu ueberzeugen, sondern zu tun, was seine Buerger wollen.