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Plädoyer für die Pkw-Maut

Andere europäische Länder erheben bereits ein PKW-Maut. Bis zu 148 Euro müssen für die Benutzung von Autbahnen bezahlt werden.

Sommerzeit ist Reisezeit. Viele Bundesbürger erfahren in diesen Zeiten besonders intensiv, wie unsere Nachbarstaaten sich die Straßennutzung über Mautgebühren bezahlen lassen. Dabei wissen wir alle um die Finanzierungsprobleme auch unserer Infrastruktur. Zeit also für ein energisches Plädoyer für die Einführung einer Pkw-Maut.

Bereits seit einem Jahrzehnt liegt der Schlussbericht der Kommission Verkehrsinfrastrukturfinanzierung (kurz: Pällmann-Kommission) vor. Die Kommission plädiert für die Umstellung der Haushaltsfinanzierung auf die Nutzerfinanzierung – durch die Einführung einer Maut. Für Lkw über 12 Tonnen griff der Gesetzgeber die Kommissionsvorschläge ab 1. Januar 2005 auf. Doch die Maut-Einführung für Pkw lässt bis heute auf sich warten. Dabei: Der Kommissionsvorschlag hätte die Autofahrer nicht einfach nur zusätzlich mit der Maut zu belastet, sondern gleichzeitig eine Entlastung bei den Verkehrssteuern angemahnt. Speziell war damals eine parallele Absenkung der Mineralölsteuer im Gespräch.

Denn nicht das Halten eines Kraftfahrzeugs gehört besteuert, sondern ausschließlich die Nutzung. Das ist verursachergerecht und belastet Vielfahrer überdurchschnittlich. Die Erfassungsinfrastruktur ist über das Toll-Collect-System an den Bundesautobahnen bereits vorhanden. Eine Pkw-Maut würde durch die zusätzliche Inanspruchnahme einer vorhandenen Infrastruktur deren Betriebskosten weiter senken und enstpricht auch verfassungsrechtlich allen Datenschutzrechtlichen Erfordernissen. Hinzu kommt: Über ein intelligentes Straßenbenutzungsentgelt ließen sich Verkehrsströme entzerren, weil die Gebühr nach Tageszeit oder nach Straßenkategorien (Autobahn, Bundes-, Landes- oder gar Gemeindestraßen) differenziert werden könnte.

5 Kommentare zu “Plädoyer für die Pkw-Maut”

  1. Siegbert Pinger sagt:

    …Nein, das ist es nicht. Schon mal an die Pendler gedacht, die um ihren Arbeitsplatz erreichen zu können, täglich mehr als 50 km zweimal fahren (müssen)? Und kommen Sie mir nicht mit dem Argument, die könnten ja umziehen! Das würde weite Teile unseres schönen Landes entvölkern und die Ballungszentren dicht machen,bzw. dort wäre gar kein Wohnraum mehr da.

  2. pincorrect sagt:

    Nicht die Einnahmen sind das Problem , sondern die Ausgaben. Wenn von den Einnahmen von einem Liter Benzin 70% an den Staat fließen (ins marode Rentensystem) ist mehr als genug Geld da – die sinnlose Quersubventionierung des Rentensystems muss gestoppt werden! ( Ökosteuer , das ich nicht lache..)

  3. Keynesianer sagt:

    Herr Metzger, auch wenn ich das was sie ansonsten verbreiten meist als Unsinn betrachte so kann ich ihnen hier zustimmen!

  4. Leider ist die Argumentation nicht durchdacht, denn:

    große Wegstrecken mit dem PKW sind ja nur ein Faktor der Umweltverschmutzung und Strassenabnutzung die durch PKW verursacht werden, die anderen Faktoren wie

    * Schadstoffausstoss des Fahrzeuges
    * Gewicht des Fahrzeugs und die damit verbundenen unterschiedliche Strassenabnutzung
    * Geschwindigkeit mit der das Fahrzeug bewegt wird
    werden dabei völlig ausser Acht gelassen.

    * PKW-Maut bedeutet, dass jeder PKW mit einem Überwachungsgerät ausgerüstet werden muss
    * Jedes Übewachungsgerät kostet schätzungsweise 250,00 Euro
    * Die deutschen PKW-Halter müssen ca. 7.5 Milliarden Euro aufbringen um diese Geräte zu kaufen, ein schönes Konjunkturprogramm für die Elektronikhersteller in China, Taiwan, Indien
    * PKW-Maut ist Überwachung TOTAL, jede Fahrt wird protokolliert

    Es gibt jedoch eine einfache und fast kostenlose Möglichkeit diese Kosten einzutreiben, durch die Erhöhung der Mineralösteuer.

    Ökologisch sinnvoll: Hohe Kosten werden unnötige Fahrten verhindern, hohe Kraftstoffverbräuche von großvolumigen und PS-starken Fahrzeugen verbrauchen verursachen hohen Schadstoffausstoß. Der Klimaschutz wird also voll berücksichtigt.

    Sozial gerecht: Die Motoren von teuren Sport- oder Luxusfahrzeugen verbrauchen in der Regel überproportional mehr Kraftstoff. Die wohlhabenden Eigentümer dieser Fahrzeuge tragen daher auch überproportional zu den Kosten bei.

    Die Eintreibung der Kosten geschieht an der Zapfsäule: Bei jedem Tankvorgang wird dem Fahrer vor Augen geführt, wie teuer der Betrieb des Fahrzeuges ist. Er kann durch entsprechende Fahrweise auf seine Kosten einwirken.

    Die Möglichkeiten der Vermeidung ist derzeit bei Bewohnern von Grenzgebieten gegeben. Durch eine europäische Hamonisierung läßt sich dieses Problem aber beseitigen oder mildern.

    Ergo eine PKW-Maut ist überflüssig, denn es gibt bessere Möglichkeiten

  5. Kammerjäger sagt:

    Ich finde das gut!

    Das der Plebs meinem Porsche immer die linke Spur dichtmacht geht mir schon lange auf den Senkel. Freie Fahrt für freie Bürger! Die blöden Fiats und Suzukis können auch über die Dorfstrassen fahren, deren unnötige Hin-und Herfahrerrei bringt sowieso keinen Umsatz für die Volkswirtschaft.

    Man sollte überhaupt auch die Führerscheine jedes Jahr nur gegen Gebühr verlängern. Tausend Euro oder so, damit das Verkehrschaos mal etwas abnimmt. Hat das schon mal jemand überlegt?

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Der Autor:

Oswald Metzger

ist Buchautor und ausgewiesener Haushalts- und Finanzexperte. Von 1994 bis 2002 gehörte er dem Deutschen Bundestag an.

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