Zuwanderung erwünscht
Geht es um Zuwanderung, zeigt sich Deutschlands politische Klasse äußerst reserviert. Das reicht von gut gemeinten, aber irrigen Schutzvorstellungen für den deutschen Arbeitsmarkt bis zur Fremdarbeiterpolemik am linken wie am rechten Rand des politischen Spektrums. Eine Haltung, die sich die Politik aufgrund des fortschreitenden Fachkräftemangels schon lange nicht mehr leisten kann. Bereits im Juni 2010 – also am Beginn des Aufschwungs – fehlten 65.000 Personen mit einer Mint-Qualifikation (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Damit ist die Lücke bereits wieder halb so groß wie im Juli 2008, dem letzten Konjunkturgipfel. Jede qualifizierte Stelle, die nicht besetzt werden kann, verursacht zugleich Arbeitsplatzverluste im vor- und nachgelagerten Bereich dieser Wertschöpfung. Oder anders: Jeder Arbeitsplatz, der durch Zuwanderung besetzt werden kann, hat positive Folgewirkungen für den Arbeitsmarkt.
Zwar kann der Innenminister darauf verweisen, dass laut dem Aufenthaltsgesetz Hochqualifizierte eine unbefristete Niederlassungserlaubnis erhalten können. Indes ist die Voraussetzung dafür aber die Zustimmung sowohl der Bundesagentur für Arbeit als auch der Ausländerbehörde. Zudem fehlt nach wie vor eine Regelung zur systematischen Anwerbung von qualifizierten Arbeitskräften aus ökonomischen Motiven. Insgesamt ist das Gesetz von dem Ziel geprägt, unerwünschte Zuwanderung zu verhindern, ohne erwünschte Zuwanderung zu fördern. Andere Staaten sind hier schon viel weiter. Beispielsweise regelt Kanada seine Zuwanderung mit einem transparenten Punktesystem. Warum nicht auch Deutschland?


Ich frage mich, warum wir Zuwanderung brauchen, wenn wir theoretisch unglaublich viele Menschen direkt freisetzten könnten, indem wir alle überflüssigen Gesetze, Subventionen, den ganzen Überwachungs- und Betreuungsblödsinn etc. lassen würden.
Sie haben natürlich Recht, wenn sie sagen, dass deren Qualifikationen nicht passen, aber es ist doch nicht jeder WiWi und Jurist oder Sozialpädagoge unfähig etwas Sinnvolles zu lernen, oder?
Genau , wir müssen die über 4 Millionen Arbeitslosen richtig qualifizieren.
“Eine Haltung, die sich die Politik aufgrund des fortschreitenden Fachkräftemangels schon lange nicht mehr leisten kann. Bereits im Juni 2010 – also am Beginn des Aufschwungs – fehlten 65.000 Personen mit einer Mint-Qualifikation (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Damit ist die Lücke bereits wieder halb so groß wie im Juli 2008, dem letzten Konjunkturgipfel. Jede qualifizierte Stelle, die nicht besetzt werden kann, verursacht zugleich Arbeitsplatzverluste im vor- und nachgelagerten Bereich dieser Wertschöpfung. ”
Sieht nicht gerade nach prickelnden Aussichten für Hochqualifizierte aus.
Zeitung: Akademiker-Arbeitslosigkeit 2009 stark angestiegen
Samstag, 23. Januar 2010, 11:25 Uhr
Berlin (Reuters) – Die Arbeitslosigkeit unter Hochschulabsolventen ist einem Zeitungsbericht zufolge 2009 im Zuge der Weltwirtschaftskrise so stark angestiegen wie seit Jahren nicht mehr.
Im Dezember 2009 seien 11,3 Prozent mehr Akademiker arbeitslos gewesen als im Januar desselben Jahres, berichtete die “Welt” (Samstagausgabe) unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. In absoluten Zahlen bedeute dies einen Anstieg um 17.000 auf 167.000 beschäftigungslose Hochschulabsolventen. Es handle sich um den stärksten Anstieg seit dem Platzen der Dotcom-Blase Anfang des vergangenen Jahrzehnts, als dieser zwischen 2001 und 2002 fast 25 Prozent betragen habe.
Die Arbeitslosigkeit bei Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung sank dem Bericht zufolge dagegen. Von 1,4 Millionen im vergangenen Januar sei diese auf 1,26 Millionen im Dezember, also um zehn Prozent gefallen.
“Die derzeitige Krise ist vor allem eine Krise der Exportnation Deutschland”, sagte Klaus Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) der Zeitung. Betroffen seien Branchen, in denen viele Facharbeiter mit Hochschulabschluss beschäftigt seien, etwa die Elektro-, Metall- und Hochleistungstechnologie. Gleichzeitig mussten der Zeitung nach immer mehr Hochschulabsolventen direkt Hartz IV beantragen, weil sie keinen Job fanden. “Inzwischen gelten 60.000 Akademiker als ‘arm’”, hieß es in dem Bericht.
Sieht für mich so aus , dass ein Grossteil der nachgefragten Fachkräfte sich unerkannt im 1 Euro Job betätigen bzw. nur auf einen Anruf warten.
Wenn man allerdings immer nur im Ausland anruft , wird man diese nicht erreichen.