Als erstes im Bankgeschäft lernt man den Respekt vor der Null. Carl Fürstenberg, 1850-1933, deutscher Bankier

18 ArbeitsmarktOrdnungspolitikSoziales

Rente mit 67 – Rentenkürzung ohne Alternative

Anstieg der Lebenserwartung.

Bei der Debatte um die Rente mit 67 muss man sich über eines klar werden: Die enorme Steigerung der Lebenserwartung bedeutet nichts anderes als eine stetige implizite Rentensteigerung. Im Durchschnitt beziehen wir heute über 5 Jahre länger Rente als 1960. Damit das Verhältnis von Rentenbezugszeit zu Beitragszeit heute jenem von früher entspräche, müssten wir eigentlich schon heute bis 69 arbeiten. Die Anhebung des Renteneintrittsalters ist somit die logische Folge und trägt zur dringend notwendigen Konsolidierung der GRV bei – und zwar unabhängig davon, ob die Menschen wirklich länger arbeiten.

Für den hypothetischen Fall, dass sich am Renteneintrittsalter absolut nichts ändert, müssen die betroffenen Kohorten die entsprechenden Rentenkürzungen in Kauf nehmen. Im anderen Extremfall, in dem alle zwei Jahre länger arbeiten, käme es zwar zu keinen Abschlägen, allerdings hätte sich die Beitragszeit verlängert und die Rentenbezugszeit verkürzt. Die Diskussion um die Einfrierung der Regelaltersgrenze mangels Beschäftigung ist absolut fehlgeleitet. Die dringend notwendige Rentenkürzung wird so oder so erreicht. Und die Probleme der Älteren auf dem Arbeitsmarkt kann und soll nicht die GRV lösen, sondern nur sinnvolle Arbeitsmarktpolitik.


Weitere Fakten zur Rente mit 67 finden Sie hier.

  • Autor

    Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen

    ist Direktor des Forschungszentrum Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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  • “Rentenkürzung ohne Alternative”
    Warum ist es ohne Alternative Herr Raffelhüschen? Die Lebensarbeitszeit war 1960 wahrscheinlich höher als 2010. Die steigende Zahl der Rentner konnte dennoch geschultert werden. Warum? Weil es eine steigende Produktivität gab. Weniger Menschen produzieren mehr. Ihre Annahme ist eine Farce wenn man bedenkt, dass schon heute 8 Millionen Menschen auf Lohnzuschüsse oder Sozialleistungen angewiesen sind. Somit muss die Politik nicht etwa die Arbeitszeit ausweiten, sondern denjenigen die noch nicht arbeiten dieses ermöglichen. Ihr Szenario ist nur richtig, wenn die arbeitende Bevölkerung nicht produktiv genug ist die nichtarbeitende durchzufüttern. Davon sind wir im Moment weit entfernt. Durch ständiges Wiederholen wird es also auch nicht richtiger. Ein letzter Kritikpunkt ist die stupide Extrapolation bis 2060. Als Professort können sie das nicht wirklich ernst meinen.

  • Bernhard Hamilton

    Die Renten-“Ansprüche” steigen aufgrund der höheren Lebenserwartung, die Gesundheitsversorgung wird immer teurer und die Kosten für die Pflege – beides Umverteilungsmaßnahmen vorrangig zu den Älteren – wachsen ins Astronomische.
    Von dem bislang ungebrochenen Wachstum der Staatsverschuldung mal ganz zu schweigen.

    In der Demographie ist eine Prognoserechnung bis 2060 alles andere als “stupide” – denn die Menschen, die 2060 in Rente gehen werden, leben heute schon.
    Nur die rot-braunen Ewiggestrigen wollen noch glauben, dass diese unglaubliche Belastung im Umlageverfahren bzw. per Umverteilung einfach so auf die Aktiven abgewälzt werden könnte – ohne jede Gegenreaktion.

    Die Deutschen werden sich darauf einstellen müssen, länger zu arbeiten, weniger Rente erhalten, bei der Gesundheit und der Pflege höhere Eigenleistungen erbringen – müssen.
    Das sind keine rosigen Aussichten.

    Angesichts der weitverbreiteten Diskriminierung Älterer auf dem Arbeitsmarkt lassen sich diese Probleme der Älteren lassen sich nicht lösen, solange es nicht in diesem Alterskohorte eine deutlich höhere Beschäftigung gibt. Und dafür braucht es niedrigere Unternehmenssteuern und weniger Bürokratie.
    Angesichts der verbreiteten Angst- und Neidmentalität in Deutschland ein nahezu unmögliches politisches Unterfangen.

  • Surp

    Renten- und Pensionskürzungen sind in meinen Augen auch alternativlos, allein unter Generationsgerechtigkeitsaspekten. Dies sollte aber unter Leistungsaspekten erfolgen. Wer derzeit als Renter- und Pensionär mehr als 2000 Euro Rente oder Pension bezieht, kann diese nicht verdienen, da er selbst zurzeit nicht mehr arbeitet und beide Systeme reine Umlageverfahren sind.

    Eigentlich gehört unser gesamtes derzeitiges Sozialsystem abgeschafft es ist weder zeitgemäß noch in irgendeiner Form gerecht, allein die Finanzierung ist ein Witz.

    Wie war das noch Leistung (allein unsere Defintion von Leistung gehört auf den Prüfstand) muss wieder lohnen, ich lach mich tot.

  • “Kosten für die Pflege”
    Haben sie dafür Statistiken die dies belegen. Die Kosten steigen nämlich nicht so stark wie es immer behauptet wird.

    “Prognoserechnung bis 2060 alles andere als “stupide” ”
    Doch ist sie. Sie haben recht, dass die Rentner dieser Zeit jetzt schon leben. Tun sie es aber dann noch? Werden vielleicht mehr Kinder geboren. Werden Technologien erfunden die es ermöglichen alte Menschen mit niedrigen Kosten zu Pflegen (Roboter). Was hätten sie vor 20 Jahren über ein Handy gewusst, oder über Estland? Hätten sie 1900 diese Prognose gemacht, dann hätten sie 2 Weltkriege eine Hyperinflation und eine Weltwirtschaftskrise einfach nicht betrachtet. In den 1950 Jahren hätten sie die Babyboomer und den Pillenknick einfach nicht einbezogen. Somit ist es Spekulation mehr aber auch nicht.

    “Angesichts der verbreiteten Angst- und Neidmentalität in Deutschland ein nahezu unmögliches politisches Unterfangen.”
    Genau das ist der Punkt. Wer verbreitet diese Neidmentalität? Schauen sie mal oben in den Text von Herrn Raffelhüschen. Es wird den Rentnern nicht gegönnt eine gute Rente zu haben. Ohne die Rentner und ihre Vorleistungen könnten sie heute nicht so produktiv sein (Stichwort Schulbildung). Das dieses System nicht finanzierbar ist ist unsinn. Es ist erst dann nicht finanzierbar, wenn die Kosten höher sind als das was erwirtschaftet wird. Davon sind wir noch weit entfernt. Also ist es eine Verteilungsfrage nicht mehr.

  • Markus

    Hin und her. Frage: Ist es physisch und psychisch überhaupt möglich, bis 67 Jahren zu arbeiten?
    zahlen lassen sich hübsch drehen, hier und da ein Jahr mehr, dann geht das Saldo auf. DUmm nur, ss der Faktor Mensch keine Konstante ist.
    Und mal ehrlich: Die “Burn-Out” Fälle häufen sich. Der Druck auf Arbeitnehmer wird höher. Und diese sollen nun auch noch länger arbeiten? rechnung hin oder her – der Faktor Mensch sollte mal berücksichtigt werden. Denn daran wird es scheitern. Garantiert. Das kann ich nicht schönrechnen.

    Übrigens, hier ne nette Rechnung:
    Wenn ich 45 Jahre mit einem Stundenohn von 7,50 Euro arbeite, ist mein Rentenanspruch bei ca 620 Euro. Ups, Mindestrente ist aber rund 670 Euro. Staat muss einen Zuschuss geben. Dann wartet mal auf diese Kostenwelle – angesichts aktueller Arbeitsmarktverhältnisse wird das ein Tsunami. Das Wachstum im Niedriglohnbereich ist in Deutschland das mit Abstand Höchste in Europa! Das wird unser Problem!
    Die Pensionen der Beamten will ich hier gar nicht ansprechen, weil das Finanzministerium derzeit nicht in der Lage ist, die zu erwartenden Ansprüche in Zahlen auszudrücken. Noch ne Tsunami.

    –> gehe davon aus, dass das Rentensystem in wenigen Jahrzehnten kollabiert. Wer soll es auch bezahlen – und alles andere (ALG, etc.)?

  • Surp

    Systemwechsel auf ein BGE und es gibt kein Problem mehr, außer dass einige Menschen ihre unverdienten Pfründe nicht bekommen.

    Dann würde sich auch diese ganze schwachsinnige Diskussion über Renteneintrittsalter oder der ganze andere Blödsinn, der damit zusammenhängt, erübrigen. Weil es weder Renten noch Pensionen gibt.

  • Markus

    jaja, das gute BGE. Die Lösung von Allem. Für nix etwas bekommen. das ist doch mal ein Leistungsanreiz. Da ist doch der Drang zu Innovationen mal wirklich präsent. da will man doch unbedingt mehr erreichen… Das fördert doch nochmals die Zuwanderung. Wir sind im Paradies.
    Die Gegenfinanzierung ist wohl auch kaum zu schultern – angesichts der globalen Wirtschaftswelt. Das, was heute an der Schweizer Grenze passiert, das wäre dann an allen Grenzen der Fall. Ach so, dann kann man doch mal die Zölle erheben, sicher ist sicher. Bisschen Protektionsismus, um das System nicht zu gefährden, da es sonst zu implodieren droht, weil alle im Ausland konsumieren. Kein Problem – es gibt fats alles im Internet, und innerhalb der EU kann ich alles willenlos hin und her versenden.

    Sicherlich, Millionen “unnötige” Arbeitsplätze fallen weg. Ähm, und was bekommen die dann? Ach so, BGE. Fürs nix tun. Und wer bezahlt diese Millionen? Ah ja, alle, die noch arbeiten. Nein, keine einfachen Arbeiten, weil das lohnt sich nicht mehr. Da nehmen wir Leiharbeiter aus dem Osten. Akademiker, die kann man schröpfen und melken. Und die werden es der Gemeinschaft gerne geben, Ihr Engagement, Ihre Leistung. da kann doch jeder von profitieren, wenn sich ein Leistungsträger täglich 12 Stunden den Rücken krumm macht. Da muss doch der Sofasitzer auch was davon haben, wir sind schliesslich in einem Sozialstaat.
    Na dann lieber noch den Mindestlohn. Wiel den gibts nur für vollzogene Arbeit.

    Der gesunde menschenverstand muss doch klar denken:
    Leistung für Gegenleistung.

    Alles andere ist wirklich absoluter Blödsinn.

    Aber das ist eine andere Diskussion. Hier gehts um die Rente, um den Status Quo.

  • Surp

    @ Markus

    Einfach mal ernsthaft darüber nachdenken, was wir Leistung (der Großteil ist das Gegenteil von Leistung) nennen, dann wird ihnen vielleicht klar, wo das tatsächliche Problem liegt.

    Das BGE ist die Konsequenz daraus, da wir einfach in eine andere Richtung steuern müssen, in vielen Bereichen. Außerdem steht es doch absolut für den Gedanken der “sozialen” Marktwirtschaft. Da Leistung wieder lohnt oder würden sie sich mit z. B. 1000 Euro (KV geht noch runter) zufrieden geben, wenn Sie durch Arbeit immer erheblich mehr haben, da sie nicht so stark mit Abgaben belastet wird wie zurzeit? Außerdem können sie ja selbst auf dem Sofa sitzen bleiben, wenn sie möchten, andere wird dies freuen^^.

    Man muss es übrigens nicht, wie Götz Werner meint, ausschließlich über Konsum finanzieren, das ist nur eine Möglichkeit. Mein Favorit ist eine echte Finanztransaktionssteuer (2 Fliegen mit einer Klappe).

    Ihr Zuwanderungsproblem existiert nicht, es ist sogar genau das Gegenteil der Fall. Damit kann man Zuwanderung sehr gut steuern, dass ist doch das was man möchte, oder?

    Es trifft übringens genau den Nerv unserer Renten- und Pensionsproblematik. Sie sprachen doch selbst von leistungslosen Einkommen, das sind leistungslose Einkommen.

    Ein BGE kann viele derzeitige Sozialstaatproblem lösen, wenn man es richtig einsetzt.

  • Markus

    Das ist doch der Knackpunkt. Habe ich durch Arbeit erheblich mehr? Und wieviel ist “erheblich”? Das ist also der Abstand zwischen Arbeiten und nichts tun. Diesen Abstand definiert jeder für sich. Hier kann man nicht rational argumentieren.
    Klar bekomme ich mehr brutto. Aber an anderer Stelle muss ich es doch wieder abgeben – ich gewinne doch faktisch nichts. Denn nur so kann das BGE gegenfinanziert werden. Wenn ich allen was gebe und im Saldo weniger nehme geht die Rechnung nicht auf.
    Renten sind nicht leistungsos- die Leistung ist vorangegangen. Ist also wie die Guthabenverzinszung auf dem Konto.

    Sicher kann das BGE viele Probleme lösen. Aber es entstehen auch neue – und diese neuen Probleme halte ich für nicht aktzeptabel weil der Leistungsgrundsatz nicht eingehalten wird. Das ist für eigentlich nicht mal diskutabel – keine Leistung zu belohnen, blanker Hohn für alle Arbeitnehmer resp. Steuerzahler.

    Unterstützt die Arbeitnehmer, unser Rückrat der Gesellschaft, nicht die Nicht-Arbeitenden.

  • Surp

    @ Markus

    Nachttrag

    Wenn Arbeit Werte schafft, nennen Sie mir bitte diese. Die Werte schaffende Arbeit machen fast ausschließlich Maschinen.

    Wir sind leider in großen Teilen nicht fähig dies zu erkennen und versuchen Einkommen über Bildungsgrade zu verteilen, das ist schon relativ pervers.

    Wenn ich mich mit meinen Kollegen unterhalte, sehen diese es genauso wie Sie. Sie verstehen nicht, dass ihre tolle ppp ungelesen im Müll landet. Aber sie glauben, dass sie total überfordert sind, weil sie doch soviel “arbeiten”.

    Wir sind zur Dummheit (Reproduktion und Glaube an den Status Quo) erzogen, daher kritsiere ich auch unser Bildungssystem so stark.

    P.S.: Ich sage es mal einwenig sarkatisch:
    Arbeit macht krank, aber “nicht zu arbeiten” macht noch kranker, warum?

  • Kammerjäger

    Hurra!

    Endlich auch hier das Unwort des Jahres: “Alternativlos”.

    Alles ist alternativlos. Vor allem die eigene Position.

    Schaffen wir die Wahlen ab, da die Regierungspoltik sowieso alternativlos ist!

  • Surp

    @ Markus

    Sie werden immer mehr haben als jetzt, außer sie besetzten eine parasitären Arbeitsplatz, der gut bezahlt wird.

    Der Arbeitnehmer ist nicht per se das Rückrat der Gesellschaft, die meisten sind das Gegenteil davon. Sie leben noch im 19 Jahrhundert, wo der Mensch im Schweiße seines Angesichts sein Überleben sichern musste. Wir sind aber inzwischen im 21. Jahrhundert.

    Welche neuen Probleme? Neiddebatten, wer nicht Arbeiten will soll es lassen, kann jeder selbst entscheiden.

    Welcher Leistungsgrundsatz wird nicht eingehalten? Wer nicht arbeitet soll verhungern?
    Unser derzeitiges System verstößt gegen den Leistungsgrundsatz!

    Unsere Renten und Pensionen sind leistungslos , da Umlageverfahren. Nur weil wir sagen, dass Geld wurde doch mal einbezahlt, wird diese falsche Aussage nicht richtiger.
    Bei Kapitaldeckungsverfahren kann man argumentieren wie Sie, aber dann auch bitte immer im Hinterkopf was damit passiert wäre in der Finanzkrise ohne Rettung.

  • Markus

    Kausalkette:
    Ausbildung/ Bildungsgrad – höhere Qualifikation – höheres Fachwissen – komplexere Tätigkeiten – höheres Einkommen.

    Muss nicht sein, ist aber oft so. Daraus zu schliessen, dass mit Bildung per se ein höheres Einkommen erzielt wird, ist eine klassische Scheinkorrelation. Frankfurt/ Main: Viele Taxifahrer sind Akademiker. Studieren kann (fast) jeder, aber einen Job zu bekommen – das ist schwierig. Also kann ich auch mit einem Doktortitel im Lager arbeiten. Das ist ebenfalls Realität.

    “Wenn Arbeit Werte schafft, nennen Sie mir bitte diese. Die Werte schaffende Arbeit machen fast ausschließlich Maschinen.”
    –> Und diese Machinen fallen also vom Himmel? Wer konstruiert diese denn? Wer entwickelt stetig neue Technologien? Das ist wohl doch der Mensch. Die Maschine verrichtet die ihr zugeordnete Tätigkeit. Stupide und nahezu stetig. Es gibt massenhaft Arbeiten, die nciht von Maschinen übernommen werden können, lediglich als Hilfsmittel werden diese dann eingesetzt. Jemand muss diese Maschinen bedienen. Also schafft doch dieser Mensch Werte – weil er die Maschine zur Produktion veranlasst. Ohne diesen Mensche wäre es nicht möglich (vgl. Fliessbandarbeit).

    “Aber sie glauben, dass sie total überfordert sind, weil sie doch soviel “arbeiten”.”
    –> Naja, es gibt nichts Schlimeres, als Überflüssig zu sein. Und unsere Mentalität ist nunmal, dass wir ständig im Stress sind. Dann haben wir keine Zeit, sind ggü der Gesellschaft “wichtig” weil ständig in Bewegung. Fragen Sie mal einen Rentner, was seine größte Sorge ist: Langeweile, nicht mehr gebraucht zu werden, abgestellt zu sein, überflüssig. Das kratzt enorm am Selbstwertgefühl.
    So agieren doch auch viele Arbeitnehmer – keine Zeit zu haben, ständig zu meckern wieviel ARbeit noch zu erledigen ist. Das hat sicherlich nichts mit Produktivität zu tun, der Grund hierfür ist einfach nur menschlich!

    Damit wäre auch beantwortet, warum nicht arbeiten krank macht.

    Persönliche Meinung: ich kann keine 2 Wochen zu Hause rumsitzen (Urlaub). Da werde ich krank (physisch).

    Manchmal lässt sich die Welt nicht ausschliesslich über die Ökonomie erklären. Reden Sie mit den Menschen, und sie werden es erleben.

  • Surp

    Kausalkette:
    Ausbildung/ Bildungsgrad – höhere Qualifikation – höheres Fachwissen – komplexere Tätigkeiten – höheres Einkommen.

    Diese Kette ist kausal, weil wir dies wünschen und dafür sorgen. Unsere Bildungssystem ist sehr einseitig. Und selbstverständlich fällt immer mal wer raus. Viel schlimmer ist aber das viele garnicht die Möglichkeit bekommen.

    Viele unsere vermeintlich High-Potential-Berufsbilder (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Sozialrichter, Anwälte etc.) sind absolut überflüssig und entstehen nur durch unnötige Gestzte etc.. Daher sage ich auch, dass der Großteil unserer Erwerbsarbeit nur der Umverteilung dient und nichts mit tatsächlicher Produktivität (inzwischen gestehen Banken sogar ein, dass sie eine sehr geringe tatsächliche Produktivität besitzen) zu tun hat.

    Ist Ihnen noch nie aufgefallen, dass wir zu Gunsten von Erwerbsarbeitsplätzen den technischen Fortschritt mit aller Gewalt verhindern müssen, da sonst unser derzeitiges System zusammenbricht? Beispielhaft möchte ich Chaoslager und menschenleere Farbirken nennen, sie sind schon lange möglich. Es geht inzwischen nicht mehr darum das Menschen Maschinen bedienen, sondern Maschinen Maschinen bedienen.
    Außerdem sind wir ständig bemüht neue Erwerbsarbeitsplätze zu schaffen ohne zu fragen wie sinnvoll sie sind.

    Ich sags mal wieder einwenig sarkastisch, wenn wir Arbeit wollen warum machen wir nicht folgendes: Ein Mensch buddelt ein Loch und bekommt weil er Doktor ist 50.000 Euro Einkommen. Ein anderer Mensch buddelt es wieder zu und bekommt 10.000 Euro weil er Förderschüler ist.

    Das ist das was wir tun, nur viel perfider durch Gesetzte, Verodnungen etc.. Dies gilt natürlich nicht für alle Berufsbilder aber für ziemlich viele.

    Sie dürfen mich nicht missverstehen, es gibt genug Arbeit, die nützliche Arbeit wird aber häufig garnicht oder sehr schlecht bezahlt bzw. in großen Teilen nicht nachgefragt, da keine Kaufkraft vorhanden ist, komisch.

  • Gegen das, was hier wieder einmal verbreitet wird, finde ich folgendes Aufklärungsvideo sehr gut!
    http://www.youtube.com/watch?v=RP2gVE03J2c

  • Markus

    @ Keynesianer

    Richtig! Wenn man den Leuten gebetsmühlenartig einhämmert, daß es keine Alternative zum “In-den-sauren-Apfel-Beißen” und “Gürtel-enger-Schnallen” gibt, nennt man das schlicht und ergreifend: Manipulation der öffentlichen Meinung.

    Raffelhüschen muß man aber zugute halten, daß er offener und ehrlicher als andere neoliberale Reformer sagt, worum es geht: eine Revolution von oben!

  • Wo bleiben die Fragen nach der Effizienz der privaten Versicherer. Die Masse der Menschen spart noch keine 10 Jahre und schon muss der Staat einspringen um die Rendite zu schützen. Es ist ein sehr tolles System.

    http://www.welt.de/finanzen/versicherungen/article10114633/Regierung-plant-Steuerentlastung-fuer-Versicherer.html

  • Martin

    Es gibt eine ganz einfache Lösung:

    Bezahlt die Leute zu Arbeitszeiten anständig und sie können selbst vorsorgen.
    Dies würde außerdem auch direkt der Wirtschaft und dem Konsum zu gute kommen.

    Die INSM möchte doch soziale Strukturen wie in der Schweiz (fexibler Arbeitsmarkt, etc..)?

    Kein Problem, für ein anständiges Angebot bin ich gerne bereit umzuziehen, aber nicht für einen Zeitarbeitsjob bei dem die Gesellschaft in Form von Aufstockung noch draufzahlt. DAS ist unsozial und schadet der Gemeinschaft und nicht die Rente mit 65 oder die bösen, bösen Mindestlöhne…