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Energie: Der Staat treibt den Preis

Der Staatsanteil am Strompreis für Privathaushalte ist in Deutschland im EU-Vergleich sehr hoch.

Die Energiepreise kennen nur eine Richtung – steil nach oben. Maßgeblich getrieben wurde der Preis durch zwei Faktoren: Zum einen schlägt sich die global steigende Nachfrage nach Energie auf den Preis nieder, zum anderen treibt aber auch der Staat den Preis. Immer neue Steuern und Abgaben (Öko- und Mehrwertsteuer, Konzessionsabgabe, die Förderung von Kraft-Wärme-Kopplung und Abgaben aus dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz) machen Deutschland zum Strom-Hochpreisland. Dies gefährdet nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Industrie, sondern auch die Privathaushalte werden davon in Mitleidenschaft gezogen.

Pro Jahr verbraucht ein durchschnittlicher Haushalt 3.500 Kilowattstunden Strom. Die Kosten dafür belaufen sich auf 831 Euro. Davon gehen 42 Prozent auf das Konto des Staates. Ein deutscher Haushalt muss schon heute jährlich 199 Euro mehr an den Staat abführen als der Durchschnitts-Europäer. Infolge der für das kommende Jahr angekündigten Erhöhung der Umlage um fast 70 Prozent für die erneuerbaren Energien wird die Belastung sogar noch weiter zunehmen. Die Preise für Öl und Gas sind zur Zeit moderat. Um die Energiepreise zu senken, muss vor allem der Staat auf die Bremse treten.

9 Kommentare zu “Energie: Der Staat treibt den Preis”

  1. Keynesianer sagt:

    Herr Dr. Hubertus Bardt spricht sich sehr einseitig für Atomenergie aus und seine Beiträge betrachte ich eher als einseitig manipulative Bastelarbeiten als informativ. Sie sind vor allem nicht einmal hochwertig.
    Augenscheinlich übersieht hier Dr.Hubertus Barth die gigantischen Subventionen für Atomenergie, die bereits gelaufen sind. Er übersieht ausserdem die noch aktuell bestehende indirekte Subvention von Atomenergie und den als Damokleschwert über zukünftige Generationen schwebenden potentiellen Subventionsbedarf, der sich über einen zeitlichen Horizont abseits unserer Vorstellungskraft erstreckt. Wir sollten auch nicht vergessen, daß es in einem Worst Case bei Atomenergie nicht nur zu brutalsten ökonomischen Schäden kommt, sondern auch zu einem menschlichen Desaster und Massenelend!
    Die Welt besteht aus mehr als Ökonomie!

  2. Einfach mal alle Menschen rausschmeißen, die keinen gesellschaftlichen Nutzen haben (auch Herrn Bardt). Dann brauch man keine Atomenergie mehr, da der Energieverbrauch extrem sinken würde.

    Ich bin mal gespannt wielange wir noch brauchen, diese simple Lösung zu erkennen.

  3. @Keynesianer
    Dr. Hubertus Bardt vergisst noch mehr. Obwohl in Deutschland mehr Energie produziert als verbraucht wird steigen die Preise munter weiter. Die 42% Steuern und Abgaben erhöhen den Preis ganz klar. Wo ist aber der Verweis, dass die vier großen Versorger ihre Gewinne stark erhöhen konnten und dennoch den Preis weiter steigern?

  4. Karl-Heinz sagt:

    “Pro Jahr verbraucht ein durchschnittlicher Haushalt 3.500 Kilowattstunden Strom. Die Kosten dafür belaufen sich auf 831 Euro. Davon gehen 42 Prozent auf das Konto des Staates. Ein deutscher Haushalt muss schon heute jährlich 199 Euro mehr an den Staat abführen als der Durchschnitts-Europäer.”

    Das ist nicht schön mit den 199 Euro, aber sagt mir eigentlich nicht viel.
    Lebte ich in Malta mit einem Staatsanteil am Strompreis von 4,8% hätte ich Ende 2009 lt Eurostat nach Kaufkraftbereinigung in Kaufkraftstandard(KKS) 20,68 für 100 KWh gezahlt.
    Da ist der Unterschied zu Deutschland mit 21,36 in KKS doch sehr gering.

    Da ich mit mit Gas heize und Warmwasser aufbereite interessiert mich natürlich auch der Gaspreis in der EU.
    Beim Gaspreis sieht es Kaufkraftbereinigt wesentlich besser aus.
    Während wir beim Strompreis nach Ungarn mit 24,26 in KKS und Polen mit 22,03 in KKS den dritten Platz in der EU27 belegen , liegen wir beim Gaspreis auf den 13. Platz.
    Durschnittspreis für ein Gigajoul((278 KWh) Ende 2009
    In KKS
    Schweden 23,82
    Polen 21,81
    Bulgarien 20,18
    Ungarn 20,12
    Portugal 19,28
    Tschech..Rep. 18,83
    Slowenien 18,12
    Dänemark 17,95
    Litauen 16,71
    Niederlande 16,64
    Spanien 15,78
    Österreich 15,50
    Deutschland 15,22

    Fazit von Lobbythek:
    Obwohl der Staatsanteil beim Strom in Polen(nicht in der Grafik) lediglich bei 21,8% liegt und beim Gas, im Gegensatz zu Deutschland mit 26,1%, bei 18% liegt, zahle ich hier für meinen 2 Personenhaushalt ca. 350 Euro weniger.
    Wobei der Vorteil bei Strom lediglich 18 Euro beträgt.
    Und fasst wäre ich wegen dem Staatsanteil am Strompreis nach Polen ausgewandert. Gut , dass mein Freund Google noch lebt.

  5. Bernhard Hamilton sagt:

    “Zeitlicher Horizont abseits unserer Vorstellungskraft”
    Glücklicherweise nicht.
    Der technische Fortschritt ist dermaßen schnell, dass heute schon Konzepte und erste Versuchsanlagen existieren, den Atommüll wieder zu entschärfen.

    Wenn man den heutigen Kenntnisstand zugrunde legt, und den hinzukommenden, fast exponentiellen Wissenszuwachs ignoriert, dann könnte die Dauer der Lagerung zu einem (kosten-) Problem aufwachsen.

    Unterstellt man jedoch eine dynamische Entwicklung des technologischen Wissens, dann wird das radioaktive Material wohl höchstens für einige Jahrzehnte unterirdisch zwischengelagert werden müssen.
    Danach sind die Verfahren zur industriellen Reife entwickelt, um es wieder aufzuarbeiten.

    Besser 10.000t Nuklearmüll p.a. unterirdisch einlagern, zwischen zu lagern, als mehrere Hundert Millionen CO2 p.a. in die Atmosphäre zu entsorgen.

    Die Welt besteht aus mehr als Hysterie!

  6. @ Haiton

    sie haben, glaube ich, wenige Ahnung von der Materie, das mein ich nict böse.

  7. “Der technische Fortschritt ist dermaßen schnell, dass heute schon Konzepte und erste Versuchsanlagen existieren, den Atommüll wieder zu entschärfen.”
    Genau wie seit 50 Jahren Konzepte für Fusionsanlagen existieren. Wenn Konzepte existieren heißt das noch lange nicht, dass sie wirtschaftlich funktionieren müssen, oder dies jemals tun. Wenn sie zum Beispiel mehr Energie reinstecken müssen als sie vorher herausbekommen haben, dann ist ihre Atommüllvernichtung gescheitert. Ihre Aussage ist also Spekulation mehr nicht.

    Es ist wesentlich einfacher eine funktionierende Technologie zu verwenden als zu hoffen, dass irgendwann einmal eine existieren wird.

  8. bandbreitenmodell.de sagt:

    Wie kann man den Strompreis in Deutschland senken? Ganz einfach: der Staat darf sich nicht weiter von den Lobbyisten an der Nase herumführen, freie Marktwirtschaft ist gut, aber die Freiheit der Kapitalgroßbesitzer und das Wachstum der Konzerne muß Grenzen haben. Zurück zur Bürgerdemokratie (keine Lobbykratur), der Strom (und Autofahrer) sollte nicht länger Melkkuh der Aktionäre und Steuereintreiber sein, RWE und Teile der heutigen EON waren mal komplett im Kommunalen Besitz, heute sind diese Großkonzerne überwiegend in ausländischer Hand! Dutzende Millarden fließen dadurch einfach weg (natürlich wurden vorher die Aktien gekauft, aber das Geschäft lohnte sich extrem, da man einfach die Kosten mit allerlei Begründungen (und schönen Politikerposten in den zahlreichen Tochter-Gmbhs und Aufsichtsräten) erhöht. Nein, wir brauchen einfach eine innovative Förderung von langfristig (fast – außer Wartung und Überwachung des laufenden Betriebes) kostenlosen brennstofflosen lokalen (in Bürgerhand) stehenden Energieumwandlern. Das bisherige System ist auf rücksichtslose Ausbeutung aus.

  9. Dem aufmerksam kritischen Beobachter der wichtigsten Ökonomischen Lehrmeinungen kann nicht entgehen das keine dieser Thesen ein umfassendes Gesamtbild vermittelt. Oft werden lediglich Ausschnitte des komplexen Ökonomischen Ablaufs vermittelt. Einzelaspekte als alles entscheidende These vermittelt. Nicht selten lifern sich Fachleute geradezu verbissene Thesenschlachten. Allzuoft das ganze durchdrungen von Ideologie.
    Und ,während die Fachellite Thesenschlachten schlägt geht die Wirtschaft zum schaden der Menschen den Bach runter.
    Eine Umfassendere Kernthese unter:
    http://www.hans-von-atzigen.net
    Ist es tatsächlich soooo schwehr das zu ferstehen???
    Sollte das tatsächlich zutreffend sein,dann gnad Gott steht es rabenschwarz.

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Der Autor:

Dr. Hubertus Bardt

ist Stellv. Leiter des Wissenschaftsbereiches II und Leiter der Forschungsstelle Umwelt- und Energieökonomik am Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

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