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Mehr Bildung, mehr Lohn

Der Mangel an qualifiziertem Personal schlägt sich bereits heute in der Lohnentwicklung nieder.

Als vor einiger Zeit den Arbeitnehmern in Deutschland aufgrund des beginnenden Fachkräftemangels rosige Zeiten in Aussicht gestellt worden sind, meldeten sich viele skeptische Stimmen zu Wort. Der Befund wurde in Frage gestellt. Dabei schlägt sich der Mangel an qualifiziertem Personal bereits schon heute in der Lohnentwicklung nieder. Vergleiche zwischen verschiedenen Branchen zeigen: Je höher die erforderliche Qualifikation und je höher gleichzeitig der Personalbedarf, desto höher die Löhne.

Arbeitnehmer in leitender Stellung in der Spitzentechnologie verdienten 2008 im Schnitt 7,7 Prozent mehr als ihre Kollegen im verarbeitenden Gewerbe. Für die herausgehobenen Fachkräfte ergab sich ein Plus von 10,9 Prozent. Kurz: Der Fachkräftemangel in Hightech-Branchen ist keine Fiktion und kein Problem der Zukunft, sondern bereits heute Realität. Und wer sich entsprechend bildet, wird belohnt.

10 Kommentare zu “Mehr Bildung, mehr Lohn”

  1. Das Institut der deutschen Wirtschaft warnt ständig vom sich verschärfenden Fachkräftemangel. Jetzt wird eine Statistik präsentiert, die das angeblich untermauern soll. Zur Erhebung der Daten gibt es keine Auskunft. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in den letzten Jahren etwas von deutlichen Lohnsteigerungen gelesen habe. Außer natürlich für unsere Spitzenmanager.
    Arbeitsmarktexperten des DIW verfassen eine Studie, aus der ausdrücklich hervorgeht, dass dieser Fachkräftemangel nicht besteht und auch erstmal nicht zu erwarten ist. Herr Zimmermann, als Chef des DIW, lässt die Studie ex-post so umschreiben, dass der Fachkräftemangel doch realistisch erscheint.
    Es scheint Wille der oberen Institusebene zu sein, diesen Gedanken in der öffentlichen Meinung zu verankern. Die Konsequenz wäre, dass wir sofort neue Fachkräfte benötigen würden. Diese würden dann aus anderen Ländern importiert, weil der Fachkräftemangel so dringend ist, dass für die Ausbildung bereits in der BRD lebender Menschen keine Zeit wäre. Dies schont die Ausbildungsbudgets der Unternehmen. Aus diesem Grund wird eine solche Statistik vom Institut der deutschen Wirtschaft verfasst.
    Die Löhne in Deutschland sind höher als in den meisten europäischen Mitgliedsstaaten. Unterstellt man eine lohnsatzgerichtete Arbeitsmobilität, so müsste Deutschland eine Zuwanderungswelle erleben. Gerade wenn man bedenkt, dass in Spanien über 20% der Menschen arbeitslos sind. Ich habe nicht den Eindruck, dass wir einen solchen Einwanderungsboom erleben. Würden die Löhne aber gerade explodieren, wie dies von der Statistik angedeutet wird, müsste die Zahl der Immigranten massiv ansteigen.
    Im Grunde sollte man v.a. im Auge behalten, das angelernte Arbeitnehmer deutliche Lohneinbußen in Kauf nehmen müssen. Dies stellt ein politisches Problem dar, weil den Menschen die sowie so schon wenig verdienen noch weitere Einbußen erleiden. Warum plädiert kein Wirtschaftsforschungsinstitut für ein earned income tax credit programm und/oder die Einführung von Mindestlöhnen? Mir scheint dieses Problem wichtiger zu sein.

  2. Es wird “NIEMALS” einen Fachkräftemangel geben. Aber was soll man weiter dazu sagen.

    WiWis waren niemals Wissenschaftler, sondern nur Lobbyisten. Traurig eigentlich

  3. Kammerjäger sagt:

    @Surp:

    Eben, Der Fachkräftemangel steht im Widerspruch zu dem Fundament der wirtschaftswissenschaftlichen Theorie: Auf dem Markt werden die Preise nach Angebot und Nachfrage gebildet und es kommt zur Markträumung. Oder es herrscht Marktversagen,

    Warum gibt im INSM Ökonomenblog keinen Artikel zum Marktversagen auf dem Arbeitsmarkt für Fachkräfte?

  4. Karl-Heinz sagt:

    Die Arbeitslosigkeit unter Akademikern ist im Krisenjahr 2009 stark angestiegen. Das berichtete die Tageszeitung Die Welt unter Berufung auf die Bundesagentur für Arbeit. Demnach waren laut statistischen Angaben der Bundesagentur im Dezember vergangenen Jahres 11,3 Prozent mehr Akademiker arbeitslos als im Januar desselben Jahres. In absoluten Zahlen bedeutet das einen Anstieg um 17.000 auf 167.000 beschäftigungslose Hochschulabsolventen.
    “Die derzeitige Krise ist vor allem eine Krise der Exportnation Deutschland”, sagte Klaus Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) der Welt. BETROFFEN seien vor allem die ELEKTRO , METALL- und HOCHLEISTUNGSTECHNOLOGIE, also Branchen, in denen viele Menschen mit Hochschulabschluss beschäftigt sind. Gleichzeitig gibt es dem Bericht zufolge immer mehr Hochqualifizierte, die von Hartz IV leben müssen. Im Jahr 2009 stieg ihre Zahl um zehn Prozent, inzwischen gelten 60.000 Akademiker als “arm”.

    Naja, Ihre Grafik ist ja schon etwas älter., da konnte man halt noch a bisserl träumen.

  5. Vielleicht gilt es grundsätzlich zu bedenken:
    Akademischer Abschlus enstspricht nicht Kompetenz bzw Qualifikation. Dass ein langzeitstudent mit einem Abschluss im 35 Lebensalter keine Stelle findet, verwundert nicht. Dass ein Student mit schlechtem Abschluss und mäßiger Qualifikation keine Stelle findet, wundert nicht. Schon mal an diese Dinge gedacht?
    Dass Studenten auch bereit sein müssen, ggf. auch umziehen zu müssen, dass Studenten ggf. auch bereit sein müssen, zu Beginn ihrer Tätigkeit nicht gleich als Führungskraft einsteigen zu könnnen (und deshalb ggf Angebote ablehnen), auch das sind realistische Begebenheiten. Studieren ist nicht schwer, einen akademischen Grad zu erreichen einfacher denn je – aber auch tatsächlich kompetent zu, dass ist doch die Herausforderung.

    Und was soll bedeuten, wir haben ein hohes Lohnniveau? Klar, Brutto ist viel, aber wieviel bleitb netto übrig, und wie hoch ist die tatsächliche Kaufkraft eines jeden verdienten Brutto-Euro? Vergleich mit den Nachbarländern – und schon haben wir unser “hohes” Lohnniveau. Deshalb haben wir auch keinen Immigrationsboom.
    Mal davon abgesehen, dass die Deutschen nicht unbedingt als Ausländerfreundlich gelten (das höre ich oft von ausländischen Kollegen)! Unser Image ist diesbzgl. nicht das Beste.

    Am Rande: diesen genannten Lohnanstieg scheint bei meinem Arbeitgeber vorbeigegangen zu sein. Da muss ich doch mal intervenieren ;-)

  6. Ich glaube in unserem Land wird Einkommen nach Bildungsgraden verteilt. (ich glaube es nicht nur^^)

    Das wirft viele Probleme auf, wenn man ehrlich ist.

    Das einzige was zählt ist Produktivität (bzw. auch Dinestleistungen, die den Menschen dienen).

    Die Frage für mich selbst ist: wie kann ich es ändern?

  7. [...] den Beitrag weiterlesen: Bildung, mehr Lohn – INSM Tags:vor-einiger, sich-bereits, lohnentwicklung, personal, mangel, bildung, aufgrund-des, [...]

  8. @ Surp
    Gehe den Weg in die Selbständigkeit. Diene Leistung – deine Chance – dein Risiko – sein Einkommen. Nicht produktiv = Kein Einkommen.
    Recht einfach, oder?

    Aber: Warum nicht diese Situation ausnutzen, einen höheren Bildungsgrad erreichen, hier und da ein unnützes Zertifikat, hübscher Lebenslauf und dafür mehr kassieren. Ganz ehrlich: Wer das nicht ausnützt, selber schuld. Denn unterm Strich ist sich jeder selbst der Nächste.

  9. Welch ein Wiederspruch !!!!!!

    Wird nicht von uns allen ständig verlangt flexibel zu sein ?
    Es wird doch ständig erzählt ,das man in Zukunft nicht mehr erwarten könne
    von der Lehre bis zur Rente in einem Beruf zu arbeiten .
    Man solle sich ständig gewahr sein in 3,4,5 oder mehr Berufen im laufe seines Berufslebens tätig gewesen zu sein.
    Das bedeutet aber ,daß ich in allenfals 1 oder 2 Berufen wirklich eine ordentliche Asbildung absolvieren kann welches mich zur gut bezahlten Fachkraft macht. In allen weiteren wäre ich dann aber nur angelernt.
    Wie in aufgeführter Statistik schön zu sehen erlitten angelernte Arbeitskräfte aber tendenziell Lohneinbußen.
    Flexibilität wird also bestraft und nicht belohnt.
    Nun wechseln sich Beiträge wie obrige mit denen die Flexibles Verhalten
    als zukünftig alternativlos darstellen regelmäßig ab.
    Daraus ergeben sich folgende Fragen:
    Warum bildet die Wirtschaft die fehlenden Fachkräfte nicht einfach aus?
    Warum wird flexibles Verhalten im Berufsleben entgegen aller Behauptungen
    bestraft ?

  10. @ Markus

    Gehe den Weg in die Selbständigkeit. Diene Leistung – deine Chance – dein Risiko – sein Einkommen. Nicht produktiv = Kein Einkommen.
    Recht einfach, oder?

    Alle Achtung vor jedem der sich selbstständig macht-keine Frage

    Aber das gegebene Rezept ist leider zu einfach .
    Stellen Sie sich vor alle unterbezahlten Beschäftigten ihrer Stadt beherzigen ihren Rat und machen sich selbststänig.Das bedeutet hunderte oder tausende neue Gewerbetreibende die alle auf den selben Markt drängen und den bereits existierenden Unternehmen konkurenz machen. Auch dem Ihren !
    Würden Sie 100 neue Unternehmen Ihrer Branche in Ihrer Stadt verkraften?
    Mal abgesehen von der Katastrofe in den Unternehmen die fortan keine Leute mehr finden .Was für ein Szenario:Einerseits nur noch selbstständige Kleinunternehmen die sich bis aufs Messer im Preiskampf unterbieten bis keiner mehr von seinen Einkünften leben kann .Andererseits das Zusammenbrechen der bisher bestehenden Unternehmen die auf ihre Beschäftigten angewiesen waren.
    Rezepte die wieder nur Einzelnen eine Alternative bieten taugen also als guter Ratschlag an alle nicht viel.
    Wäre es nicht besser, so viel Vernunft walten zu lassen ,seine Beschäftigten einfach angemessen zu bezahlen und zu begreifen das deren Arbeit auch Respekt verdient.Und die Faire Bezahlung drückt halt auch eben diesen am besten aus.

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Der Autor:

Dominique Döttling

ist geschäftsführende Gesellschafterin der Döttling & Partner Beratungsgesellschaft mbH, Uhingen und Mainz und Botschafterin der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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