Starke Bürger statt starker Staat
Lange wurde in der globalen Finanzwelt wie in der gesellschaftspolitischen Debatte verdrängt, dass unsere Marktwirtschaft immer stärker zur Pumpwirtschaft degeneriert ist. Vor allem in den entwickelten Industriestaaten hat sich über viele Jahrzehnte ein System etabliert, das sich selbst in konjunkturellen Wachstumsphasen nur zu gern der Droge Kreditaufnahme bediente. Sparen wurde zum Fremdwort in der Politik und euphemistisch umdefiniert in „Reduzierung der Nettokreditaufnahme“. Die Folgen sind heute überall zu besichtigen: Mit Krediten wird nicht vorrangig in die Wertschöpfung der Zukunft investiert, also in erstklassige Bildung und die Substanzerhaltung und den Ausbau der Infrastruktur. Kredite werden vor allem dafür gebraucht, um die Zinsen für die hohe Staatsschuld begleichen zu können. Und mit Krediten werden auch zunehmend sozialstaatliche Leistungen bezahlt.
Machen wir uns nichts vor: Längst überfällig ist eine öffentliche Debatte darüber, wie wir die Ansprüche an den „starken Staat“, den sich derzeit so viele zurückwünschen, zurückschrauben können. Denn ein starker Staat macht in Wahrheit die Bürger arm, weil seine Stärke auf tönernen, weil kreditfinanzierten Füßen steht. Dieser starke Staat wird den Bürgern immer höhere Preise in Gestalt von Steuern und Abgaben abverlangen. Er wird aber gleichzeitig auch ihre Ersparnisse durch die Inkaufnahme von hoher Geldentwertung enteignen. Die Antwort auf die globale Malaise liegt für mich in einer Wiederentdeckung des starken Bürgers. Eines Bürgers, der sich nicht hilflos dem vermeintlich „starken Staat“ ausliefert, sondern in Familie und Gesellschaft Gemeinsinn lebt. Der nicht Untertan ist, sondern sich seiner persönlichen Verantwortung selbstbewusst und in Würde stellt, weil er weiß, dass unser Gemeinwesen ansonsten kollabieren muss.

Solange es kein Griundeinkommen gibt, sind solche Artikel Geld- und Zeitverschwendung, da wir uns zu Tode verwalten.
Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung scheint einfach nicht in die Köpfe von schwäbischen Hausfrauen oder in diesem Fall -männern hineinzugehen. Wie dem auch sei, ich versuche noch einmal die Grundlagen der VWL darzulegen (ich schreibe es auch ganz langsam):
Des einen Kredits ist des anderen Ersparnis. Wenn der Bund seine Kreditaufnahme zurückfährt, dann muss der Bürger seine Sparleistung zurückfahren oder die Industrie entsprechend ihre Investitionen Herauffahren. Da mir täglich von der Politik erklärt wird, ich müsse privat mehr vorsorgen, scheint das mit dem Herunterfahren der Sparleistung schon einmal nicht zu werden. Bleibt nur die Hoffnung, dass die Industrie demnächst 40 Mrd im Jahr mehr investiert.
Alternativ könnten wir das Geld ja ins Ausland verleihen. Da stehen die Kreditoren schon schlange: Irland, Portugal, Spanien, Italien, England, USA, Griechenland brauchen alle unser Sparleistung. Aber Nein! Auf anraten unserer Bundeskanzlerin werden die unser Spargeld in Zukunft auch nicht nehmen, die wollen ja jetzt selber mehr sparen!
Tja, was macht denn dann die durchschnittliche deutsche Lebensversicherung mit dem ganzen Sparkapital? Am besten verzocken im Finanzcasino und dann bankrott, das wäre eine gute Lösung, denn dann würde der Staat wieder Kredite aufnehmen, um diese zu retten. Toll nicht?
Meinte natürlich Debitoren statt Kreditoren…
@ Kammerjäger
Wollte Herr Metzger nicht einfach nur darlegen, dass wir als Bürger mehr Eigenverantwortung übernehmen sollen und uns nicht blind auf den Staat verlassen sollen?
Aber Danke, dass Sie die Schwaben hier pauschal als doof hinstellen.
Und wenn Sie richtig informiert wären: Die private Altersvorsorge hat zugenommen. Die Sparquote ebenfalls. Faszinierend, nicht wahr?
@Markus:
Das war nicht gegen die Schwaben gerichtet, sondern gegen die sprichwörtliche “schwäbische Hausfrau”, mit der Angela Merkels Sparpoitk manchmal verglichen wird. Ich wollte damit nicht die Intelligenz der Schwaben als solches in Frage stellen. Es tut mir Leid, wenn das anders herübergekommen sein sollte.
@ Markus:
Zu Inhaltlichen: Volkswirtschaftlich gesehen ist die addierte Sparleistung der privaten Haushalte, der Staates und der Industrie plus das Außenhandelssaldo gleich 0. Wenn die Sparleistung der privaten HH steigt, muss die Verschuldung des Staates oder der Industrie steigen, oder man muss das Geld ins Ausland verleihen.
Das Argument war, wenn der Staat seine Kreditnachfrage einstellt, und auch die Wirtschaft nicht ganz überraschend ihre Kreditnachfrage für Investitionen erhöht, dass dann auch mit Sparen im Inland vorbei ist,. Ich muss mich dann an nicht mehr kreditwürdige Kreditnehmer im Ausland wenden.
@ Kammerjäger
So weit klar und nun adäquat formuliert. Was ist aber mit dem Ruf von Herr Metzger nach merh Eigenverantwortung? Wie ist hierzu ihre Meinung?
Herr Metzgers Artikel ist lächerlich. Bei wem leiht sich der Staat Schulden? Welche Vermögen hat er primär durch die Bankenrettung gesichert? Wer wurde in den letzten 20 Jahren primär entlastet. Das sind Fragen die Herr Metzger beantworten sollte bevor er solche Texte schreibt. Eine Volkswirtschaft kann nur an das Ausland verschuldet sein. Das ist in Deutschland nicht der Fall. Wie sollen wir also ärmer werden, wenn wir uns bei uns selbst verschulden?
@ chriwi
wenn mit ihren Steuerbelastungen eine Strasse gebaut wird, welche Sie aufgrund geografischen Entfernung niemals nutzen werden, dann bleibt das Geld zwar in der VOlkswirtschaft, aber Sie selbst haben weniger zu Verfügung. Wenn dann noch Brücken gebaut werden, wo noch gar keine Strassen sind oder Bahnhöfe (deren Nutzung kobtrovers erscheint), dann sind sie faktisch ärmer – weil sie ncihts davon zurückbekommen. Was ist hier das Logikproblem?
@ chriwi
Die Frage ist, für wen man sich bei sich selbst verschuldet, da sehe ich das wirkliche Problem.
@ Surp
genau das meine ich. Gut auf den Punkt gebracht.