Geld erwerben, erfordert Klugheit; Geld bewahren, erfordert eine gewisse Weisheit, und Geld schön auszugeben, ist eine Kunst. Berthold Auerbach, (eigentlich: Moses Baruch Auerbacher), 1812-1882, dt. Schriftsteller, Philosoph

30 ArbeitsmarktBildungSozialesSteuern und Finanzen

Arm durch Zeitarbeit?

Die Zahl der Zeitarbeitnehmer lag im vergangenen Sommer bei 826.000, stieg bis November auf 901.000 und gab im Dezember saisonal bedingt auf 877.000 nach. Das entspricht knapp über 2 Prozent von rund 36 Millionen Arbeitnehmern oder anders ausgedrückt: Nicht einmal jeder vierzigste Beschäftigte ist Zeitarbeitnehmer bzw. befindet sich in der Arbeitnehmerüberlassung. Noch müssen wir also wahrlich nicht fürchten, dass Zeitarbeit reguläre Beschäftigung verdrängt! Und es ist absolut nicht verwunderlich, dass mit dem „Deutschen Jobwunder“ auch die Zahl der Zeitarbeitsplätze gestiegen ist. Im Gegenteil, offensichtlich funktioniert diese Branche und ermöglicht Betrieben die Flexibilität, die unsere Wirtschaft für den Aufschwung so dringend braucht.

Eine Studie des DGB beklagt jetzt: Zeitarbeit mache arm. So schreibt die Studie: „Mitte 2010 wurden gut 92.000 Leiharbeitskräfte gezählt, die trotz sozialversichertem Job noch auf Hartz IV angewiesen waren.“ Die Autoren räumen ein, dass hier auch Teilzeitbeschäftigte mitgezählt sind.

Jeder neunte oder zehnte Zeitarbeitnehmer bekam sein Gehalt folglich durch staatliche Zuschüsse aufgestockt. Aber es ist nun mal so, dass Zeitarbeitsunternehmen nicht Manager vermitteln, sondern überwiegend einfache und schnell erlernbare Tätigkeiten besetzen. Der beschäftigungspolitische Erfolg der Zeitarbeit, Chancen für gering Qualifizierte und Arbeitslose zu schaffen, wird hier diskreditiert.

Auch der Vergleich von durchschnittlichen Zeitarbeitslöhnen mit denen von Festangestellten ist ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen: Von den Zeitarbeitern sind nämlich 34 Prozent Hilfsarbeiter. In den anderen Branchen sind es 1,2 Prozent. Hier werden Einkommen von Akademikern und Facharbeitern in der Gesamtwirtschaft mit den Einkommen der Hilfsarbeiter in der Zeitarbeit verglichen.

  • Autor

    Dominique Döttling

    ist geschäftsführende Gesellschafterin der Döttling & Partner Beratungsgesellschaft mbH, Uhingen und Mainz und Botschafterin der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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  • Markus

    Das Grundproblem: Der Gehaltsunterschied für “gleiche” Leistung wird derzeit “überarbeitet.

    Aber das MNodell der Zeitarbeit ist nun wahrlich nichts Neues. Enrom viele handwerker (als Beispiel) haben gekündigt und sind als selbständige Unternehmer wieder im Auftrag. Das ist nichts anderes.
    Dieses System birgt immense Vorteile für beide Seiten: Flexibilität.

    man muss sich immer im Klaren sein: Die Zunahme der Globalisierung zeigt neue Wettbewerbssituationen. das Prinzip: Morgen zur Arbeit, Abends nach Hause, 5 Tage, kein Risiko, keine Verantwortung – davon muss man sich verabschieden. Arbeitnehmer sind mehr denn je in der persönlichen Verantwortung zu sehen. Und das ist gut so.
    das Modell der Zeitarbeit kann nicht “arm machen”, denn es entstehen genau dadurch erst Arbeitsplätze – wo sonst vielleicht gar keine wären. So ist ein Aufstocker besser als gar kein Arbeitsplatz. (Vgl. oben) Da unser Kündigungsschutz Arbeitgeberfeindlich ist, ist dies die einzige Option für Unternehmer, die Spitzenzeiten auszugleichen.
    Man muss bei dieser Sache immer den Arbeitgeber und dessen Situation im Auge haben. Denn darum geht es.
    herr Döttling hat es also auf den Punkt gebracht.

  • Markus

    Entschuldigung, natürlich FRAU Döttling. Die Quote muss doch her, man ist Mann schon gewohnt…

  • Linsel

    Sicher ,Zeitarbeit ermöglicht Firmen Auftragsspitzen aufzufangen.
    Somit ist es im begrenzten Maß eine nützliche Sache .
    Verdrängt sie aber reguläre Beschäftigung sieht das aber ganz anders aus.
    Werden diese Beschäftigten dann auch noch schlechter bezahlt bei gleicher Leistung wird daraus ein verachtenswertes Handeln.
    Ihre Bereitschaft zur Flexiilität wird bestraft und deren Arbeitskraft verhöhnt.
    Das Argument das ja NUR 92000 Zeitarbeiter auf Hartz 4 angewiesen sind minus der Teilzeitkräfte ist empörend.Wer möchte Teil der 92000 minus Teilzeitkräfte sein? Um den Zynismus dabei zu verdeutlichen muß man es wohl mal etwas gröber verdeutlichen. Im 2. Weltkrieg starben 50 Mio. Menschen ,im Afganistankrieg nur ein paar Tausend . Ihrer Logik zufolge kann der in Afganistan getötete sich nicht beklagen weil er ja nur zu einer vergleichbar kleinen Opferzahl gehört und sein Tod deshalb nicht so schrecklich ist.
    Wenn man sich anschaut wie schnell sich der Sektor Leiharbeit verbreitet,läßt sich hier nichts gutes erwarten. Und sie dient halt nicht wie gern verharmlost wird nur als Puffer für Auftragsspitzen. Nein sie verdrängt langsam aber sicher reguläre Arbeitsplätze zum Schaden aller weil diese Stellen auch noch subventioniert werden.Es gibt doch schon zahlreiche Beispiele ,also lasst das verharmlosen sein.Es glaubt ja doch keiner mehr!

  • Linsel

    @ Markus
    Zitat:
    Man muss bei dieser Sache immer den Arbeitgeber und dessen Situation im Auge haben. Denn darum geht es

    Aus der Sicht vieler Firmeninhaber logisch.

    Unsere Gesellschaft besteht aber nicht zu Mehrheit aus sogenannten Arbeitgebern. Er ist nicht besser als andere Menschen .Noch stehen ihm höhere Rechte in der Gesellschaft zu als den anderen. Die Situation der Beschäftigten hat den gleichen Stellenwert.
    Was ist gut an der Verlagerung des Risikos zu Lasten des Beschäftigten?
    Es ist schon ziemlich fragwürdig das Unternehmer ihr Unternehmerisches Risiko zu Lasten von Leiharbeitern begrenzen. Sie teilen ja auch nicht die höheren Gewinne obwohl diese ihnen kurzfristig das Annehmen größerer Aufträge ermöglicht haben.
    Es kann nicht sein ,daß immer nur die Interessen einer Gruppe gewahrt werden sollen . Das wird sonst für dieses Land böse Konsequenzen haben.

  • Karl-Heinz

    @ Linsel

    “Das Argument das ja NUR 92000 Zeitarbeiter auf Hartz 4 angewiesen sind minus der Teilzeitkräfte ist empörend.”

    Sehe ich auch so.
    Zumal ja auch noch diejenigen unter den Tisch fallen, die nur deshalb kein Hartz IV bekommen weil Sie entweder bei den Eltern wohnen müssen bzw in einer Bedarfsgemeinschaft leben.
    Da reicht dann oft auch ein Lohn von 5 Euro/h und weniger, um nicht als arm zu gelten.

  • Verkürzte und (un/bewusst) irreführende Aussagen/Behauptungen linker Parteien und hier des DGB tragen zu solchen Reaktionen wie von @Linsel & Karl-Heinz bei.

    Die 92.000 Zeitarbeiter müssen hauptsächlich nur deswegen aufstocken, weil sie als Alleinverdiener noch Kind/er und Angehörige ernähren müssen, auch wenn sie Vollzeit arbeiten. Weniger als 3% aller Aufstocker (Voll- und Teilzeit) betreffen solche Arbeitnehmer, die man als Working Poor bezeichnen kann – Singles in Vollzeit. Aus den 92.000 Zeitarbeitern (hauptsächlich Vollzeit) betrifft das vielleicht überschlagsweise 12.000-20.000. Dass das unter Umständen (! die Aufstockungsmaschinerie ist nicht zuletzt ein Wohlfahrtsinstrument und soll Unternehmensentwicklung helfen) zuviele sind mögen, ist klar oder mag sein. @Karl-Heinz “Diejenigen” fallen eben nicht unter den Tisch, sie sind der Hauptgrund für die Aufstockung, und im Gegenteil die Agenda hat das Ansteigen der Bedarfsgemeinschaften provoziert und Kinder aus dem Haus getrieben, weil sie damit bessergestellt sind. Hartz IV hat nicht nur ALG-Sätze gesenkt, sondern schlagartig höhere Kosten verursacht – a) manche wurden bessergestellt und b) verdeckte Bedürftigkeit wurde offengelegt und die Dunkelziffer reduziert.

  • Karl-Heinz

    @ Tobias Fuentes

    Ich mach’s mal mit Zahlen.

    1998 verdiente meine Frau als Putzfrau am Ort 20DM/10Euro/h netto.

    2007 verdiente ein 21 jähriger Industriemechaniker, bei BMW Leipzig als Zeitarbeiter tätig , 8,15 Euro brutto.

    Diese Zahlen zeigen eigentlich schon alles.
    Die Putzfrau hat einen Nettostundenlohn der fast 25% höher liegt , als der Bruttostundenlohn eines Menschen der für einen Prremiumhersteller Autos zusammenschraubt.

    Zeitarbeiter sorgen für Flexibilität, sichern die hohen Löhne der Festangestellten und den Verdienst der Angestellten in den Zeitarbeitsbuden.
    Obwohl sie am guten Ergebnis beteiligt sind werden sie von Sonderzahlungen so gut wie ausgeschlossen.
    Von daher ist für mich Zeitarbeit ein menschenverachtendes Instrument.

  • @Karl-Heinz
    Zunächst, deine Zahlen sollen offensichtlich auch etwas andeuten, was nicht stimmt: sinkende Realeinkommen. Wieviel Unheil Statistiken mit sich bringen können, sieht man am Märchen des sinkenden Reallohns – das ist größtenteils ein statistischer Effekt aufgrund veränderter Rahmenbedingungen der Agenda und ihres Erfolgs: zusätzliche Beschäftigung aus der Arbeitslosigkeit kommend. Die Nettorealverdienste der bisherigen Gruppen – so auch für entsprechende Industriemechaniker – sind grundsätzlich ordentlich gestiegen – bei und trotz allgemeiner Lohnzurückhaltung des letzten Jahrzehnts, auch seit 1998, man muss nur genauer hinschauen. Kurz gesagt: ohne die Agenda hätten wir auf dem Papier eine nahezu perfekte zweistellige Reallohnentwicklung, ohne! irgendeinem positiven Einfluss auf die Binnenkonjunktur und mit 1,x Mio mehr Arbeitslosen.

    Zeitarbeit
    Ich stimme dir grundsätzlich zu. Neben geringfügiger Beschäftigung (Minijobs) hat die Zeitarbeit ein großes Niedriglohnrisiko. Bei geringfügiger Beschäftigung ist es legitimiert und unvermeidbar. Bei Zeitarbeit ist es teilweise – ich will nicht sagen größtenteils – nicht gerechtfertigt und eine Ungleichbehandlung vielfach ungerecht. Zeitarbeit ist eine weitere künstliche Beschäftigungsform als Ergebnis eines durch- und überregulierten Arbeitsmarktes. Sie soll die Flexibilität erst wieder herstellen, die man dem Arbeitsmarkt zuvor genommen hatte. Zeitarbeit (im hier zu besprechenden Sinne) entstand bei uns ab den späten 60ern. In den USA in den 50ern, nachdem Roosevelt sich am Arbeitsrecht zu schaffen gemacht hatte. Sie ist bei uns ein Folgeeingriff als Ergebnis eines staatlichen Eingriffs und kann niemals das erreichen, was man beabsichtigte: Gerechtigkeit. Heute haben wir wirtschaftliche Verwerfungen, eine ordentliche Regulierung von Zeitarbeit ist unmöglich, Missbrauch kann man nicht ausschließen – heute diskutieren wir, wann Missbrauch vorliegt … ob man gleich Equal Pay vom ersten Tag an zulassen muss oder erst nach 9 Monaten. Eine richtige Antwort – als zentralistische Lösung – kann es nicht geben. Jede Entscheidung führt irgendwo zu Benachteiligungen. Willkommen im Wohlfahrtsstaat.

  • Markus

    @ Linsel und Karl-Heinz
    Was wäre denn die logische Alternative zur Zeitarbeit gewesen? Die Kündigung.
    Was ist besser? Zeitarbeit oder gar keine Arbeit? Aufstockung oder voller Hartz Bezug?

    Sie gehen von einer “heilen Welt” aus, in der es Arbeit im Überfluss gibt, wo sich Unternehmer nur die Taschen vollmachen, wo es keinen Wettbewerbsdruck gibt, usw. Wachen Sie auf und schauen Sie der Realität ins Auge.
    Wenn Sie nicht den Unternehmer unterstützen zerstören sie nachhaltig die Basis unserer Wirtschaft. An ihrer Argumentation erkenne ich, dass Sie keine Ahnung haben, welche Verantwortung und welches Engagement die Meisten Arbeitgeber haben. Fragen Sie doch mal eine Inhaber, wieviele Stunden/ Woche er arbeitet, wieviel Urlaub er/ sie hatte,…und vor Allem, welches Risiko diese oft haben oder in der Vergangenheit hatten. Sie sagen sicherlich auch, dass ein W. Wiedeking mit einem damaligen Gehalt von 60 Mio./ Jahr viel zu hoch bezahlt ist. Weil Sie einseitig betrachten. Und das reicht nunmal nicht aus.
    Und: Seit wann ist ein Premiumhersteller auch per se ein Premium Lohn Zahler? Das wäre was ganz neues…
    Naja, un der Vergleich mit Kriegspfern ist nun wahrlich fehl am Platz. Ich glaube nicht, dass dies angemesse ist. Auch wenn Sie nur die Zahlen als relative Grössen darstellen wollten.

  • Linsel

    @ Tobias Fuentes

    Ich muß es noch mal wiederholen : Nicht die Zahl der von Unrecht betroffenen spielt eine Rolle .Entscheident ist das das System des Lohndumping keine Existenzberechtigung hat, und niemand davon betroffen sein dürfte. Und wenn es doch vorkommt dürfen Gesetze dieses wiederwärtige Verhalten der Firmen nicht noch unterstützen.
    Das Argument das der Beschäftigte mit ihrer Arbeit oft nicht wenigstens den Mindestlohn erwirtschaften könnten ist fadenscheinig.
    Sollte das wirklich der Fall sein, muß ich fragen, ob das Geschäftsmodell überhaupt tragfähig ist. Lohnsubventionen durch Steuergeld bewirkt nur Wettbewerbsverzerrungen und kosten in anderen Firmen Arbeitsplätze.Zumal eben diese unanständigen Firmeninhaber meist auf großem Fuß leben.Auf Kosten ihrer Angestellten und der Gesellschaft.
    Und das ist eben nicht nur Fantasie linker Gewerkschaften sondern bittere Realität.

  • @Karl-Heinz
    Der Industriemechaniker fällt gerade nicht unter die Aufstockergrenze. Somit taucht er natürlich nicht bei den 92 tausend auf. Interessanter in meinen Augen ist eigentlich das Schlecker Modell. Wir kündigen den Menschen und stellen sie dann zu schlechteren Konditionen als Leiharbeiter wieder ein. Vorher hat das Unternehmen Gewinn gemacht. Das bedeutet die Arbeit war nicht zu teuer. Um im Ökonomendeutsch zu reden. Die Grenzproduktivität (wie auch immer man die bestimmen will) der Kassierer war ausreichend. Nun will man den Gewinn steigern, ohne Innovation oder Sonstiges. Es werden also die Löhne über Umwege gesenkt.

  • @Tobias Fuentes

    “Zunächst, deine Zahlen sollen offensichtlich auch etwas andeuten, was nicht stimmt: sinkende Realeinkommen. Wieviel Unheil Statistiken mit sich bringen können, sieht man am Märchen des sinkenden Reallohns – das ist größtenteils ein statistischer Effekt aufgrund veränderter Rahmenbedingungen der Agenda und ihres Erfolgs: zusätzliche Beschäftigung aus der Arbeitslosigkeit kommend.”

    Das würde stimmen, wenn mehr gearbeitet würde. Dann würde die Mehrarbeit durch niedrige Löhne bezahlt werden. Diese würden den Lohn drücken. Nun ist es aber so, dass die Arbeitszahlen im Niedriglohnbereich steigen, die Gesamtarbeitszeit (aller Arbeitnehmer) aber sinkt. Offensichtlich werden teuere alte Stellen in niedrig bezahlte Stellen (eben auch Teilzeitstellen) umgewandelt.

    Auch sieht man hier sehr schön, dass die Löhne nicht parallel zur Produktivität steigen. Somit sinken real die Löhne. Es gibt noch sehr viele andere Beispiele, welche deutlich zeigen, dass die Löhne sinken (sinkender Konsum seit Jahren).
    http://www.jjahnke.net/index_files/04054.gif

  • @chriwi
    Altes Spiel. Das wurde an anderer Stelle ausführlich diskutiert. Du nimmst es nicht zur Kenntnis und stellst dich – wie so oft gesagt – dumm. Es hat so keinen Sinn.

  • “Es hat so keinen Sinn.”
    Was hat keinen Sinn, dass sie keine Argumente anerkennen? Der Binnenmarkt schwächelt und dies hat natürlich nichts mit den gezahlten Löhnen zu tun. Wieso sollte die Kaufkraft der Arbeitnehmer irgendwie seine Ausgaben beeinflussen? Faktisch jede Studie in Deutschland zeigt, dass die Löhne sinken. Dennoch beharren sie darauf, dass sie es nicht tun. Aktuell können sie nachlesen, dass die Zahl der Verbraucherinsolvenzen steigt. Viele Menschen können ihr leben trotz Arbeit nicht bestreiten, aber die Löhne sind in Ordnung?! Wie werden denn ihrer Meinung nach die Löhne errechnet, welche ihrem Weltbild entsprechen?

  • Surp

    @ chriwi

    Der sinkende Konsum hat aber auch nicht unerheblich mit der schlechten Verteilung der Kaufkraft in den westlichen Gesellschaften zu tun und mit der Angst vieler vor der Zukunft.

    Ich war überrascht, dass letztens, ich glaube habe es in der wiwo gelsen ein amerikanischer Oekonom, die immer stärker wachsende Schere zwischen Arm und Reich für die Krisen verantwortlich macht. Ist eigentlich auch total logisch, wenn ich denen immer mehr gebe, die eh schon viel zu viel haben und daher nicht mehr konsumieren, passiert das, was wir seit Jahren erleben.

  • Surp

    btt

    Ich finde Zeitarbeit supercool (kein Witz), aber nicht in Deutschland.

    Für mich muss ein Zeitarbeit ERHEBLICH mehr verdienen als ein Nichtzeitarbeiter.

    Vorallem gilt dies für Helfertätigkeiten, die fast ausschließich über Zeitarbeit vergeben werden, da die Anlernphasen zum Großteil 1 Tag dauert. Daher ist das Argument “der Zeitarbeiter ist nicht qualifiziert” in keinsterweise haltbar.

  • @chriwi
    Was denn für Studien? Als ob du Studien kennen oder lesen würdest. Du schnappst dir Überschriften und Zitate auf, am besten noch aus dem Zusammenhang gerissen wie dein Adam Smith-Lohn-Zitat, und interpretierst es in deinem Sinne. Du kratzt tagein tagaus an der Oberfläche und über 5 eigene zusammenhängende Sätze kommst du nicht hinaus. Pardon. Auf dieser Basis ist eine Diskussion fruchtlos – sieh das doch mal ein. So kommt man nicht weiter.

    Du hast nicht begriffen, was ich gesagt habe. Ich wies darauf hin, dass die statistische Zahl des Reallohns irreführend ist, dass statistische Effekte die Tatsache übertünchen, dass Nettorealverdienste jdf. bis 2006 und Wirtschaftskrise teils deutlich gestiegen sind. Und du? Du kommst wieder mit dem statistischen Reallohn an. So geht’s nicht. Ich bezweifle, dass du überhaupt weißt, wovon du oder ich rede.

    http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoContent/N/politikdebatte/ifospezial/Mindestlohn_container/ifosd_2007_19_3.pdf

  • Linsel

    @ Markus
    Zitat:
    Was wäre denn die logische Alternative zur Zeitarbeit gewesen? Die Kündigung.
    Was ist besser? Zeitarbeit oder gar keine Arbeit? Aufstockung oder voller Hartz Bezug?

    Zeitarbeit ist ,wie ich schrieb, ein nützliches Instrument. Sie sollte aber zeitlich begrenzt sein und nicht schlechter bezahlt bei vergleichbarer Leistung.Es darf keinen Anreiz geben reguläre Arbeitsplätze durch Zeitarbeitsplätze zu ersetzen.

    Aufstockung der Löhne in dem einen Unternehmen, gefährdet Arbeitsplätze in einem anderen wenn das nicht auch seine Lohnkosten senkt. Das bedeutet eine Abwärtsspirale der Löhne wo solche Praktiken möglich sind. Bezahlen darf der Steuerzahler .Unternehmen sind aber immer daran interessiert kosten zu senken. So ist es nur eine Frage der Zeit bis dieses Subventionsmodell massenhaft genutzt wird und somit unbezahlbar.

    Voller Hartz Satz contra Aufstockung ? Die Hartz Gesetze gehören in den Müll.

    Ich gehe von einer heilen Welt aus? Eine heile Welt gibt es zur Zeit nur für die Unredlichen.Denen wird ihr Spiel zu leicht gemacht. Ich möchte eine etwas bessere Welt für die Ehrlichen und eine deutlich schlechtere Welt für die Schmarotzer. Heile Welt für alle gibts bei mir auch nicht.

    Natürlich sind die übergroße Mehrheit der Unternehmer anständige Leute die sich nicht nur die Taschen füllen. Ihre Leistung für die Gesellschaft ist unumstritten.
    Allerdings kann ich keinen Sinn darin erkennen wie das Aufstocken des Lohns
    durch Steuergelder die von Ihnen genannten Probleme auf dauer löst.
    Firmen die ihren Mitarbeitern den ihn zustehenden Lohn verweigern und diese zum Amt zum Aufstocken schicken verbessern ihre Wettbewerbsfähigkeit auch bei schlechter Geschäftführung zum Nachteil von Firmen die das nicht tun. Dort werden dann anständige Arbeitsverhältnisse gefährdet oder gar vernichtet.Der Staat der die Halunken subventioniert verliert auch noch Steuereinnahmen der redlichen Unternehmen.
    Ich kritisiere also nicht Unternehmen oder Unternehmer allgemein sondern nur die jenigen die sich nicht fairem Wettbewerb stellen.

    Ach so ,das Gleichnis vom Krieg:

    Vom den Zuständen in Europa gesehen tatsächlich nur ein Gleichnis um ein Problem überspitzt darzustellen,der Versuch schlafende zu wecken.
    Schaut man aber in die Entwicklungsländer können die Opferzahlen von Unterbezahlung und Lohndrückerei auch unserer Firmen es mit jedem Krieg aufnehmen.

  • “Der sinkende Konsum hat aber auch nicht unerheblich mit der schlechten Verteilung der Kaufkraft”
    Da stimme ich dir zu. Wenn die Gewinne wie in Deutschland deutlich steigen, diese Gewinne aber nicht im Inland investiert werden, dann kommt es zur Binnenmarktschwäche. Wer soll auch konsumieren? Der Staat soll sparen und die Privatpersonen sollen es am besten auch (Altersvorsorge). Wieso sollten dann Unternehmen Investitionen tätigen, wenn es mit dem Konsum so schlecht aussieht.

    @Tobias Fuentes

    Sie kommen mir mit Zahlen. Es fängt in dieser Artikel so an
    “4,9 Millionen Personen im Jahr 2005 kommen manchem die 3,8 Millionen des Jahres 2007”
    Ein Fachartikel sollte reelle Zahlen verwenden, nicht die bereinigten. Denn dort fallen zum Beispiel Menschen in einer Weiterbildung heraus. Wenn viel weitergebildet wurde, dann sinken automatisch die Arbeitslosenzahlen. Des weiteren sind gerade diese Zahlen immer mit Vorsicht zu genießen, da die statistischen Anpassungen dort im Fluss sind.

    Ich verstehe auch nicht was mir diese Veröffentlichung zeigen soll. Alle Lohnkurven (egal in welcher Darstellung) stagnieren, bzw. sinken ab dem Jahr 2000 (der Wert aller Kurven 2000 und 2006 ist identisch, wo ist der starke Anstieg?). Nur weil ich den Startwert der Darstellung ändere, ändere ich doch nichts an dieser Tatsache. Durch die Darstellungsart kann ich die Zahlen dramatischer, bzw. undramatischer darstellen.

    Die Fixierung auf die Lohnkosten ist ebenso absurd. Sicherlich sind die Löhne in Deutschland hoch. Allerdings relativiert sich die unter Einbeziehung der Produktivität. Diese ist eben auch hoch. Der Verweis auf den Industriearbeiter ist in so fern irreführend, da Zahl der nach tarifbezahlten Industriearbeiter eben nicht die Masse der Arbeitnehmer stellt.

    Die Begründung gegen die Einführung eines Mindestlohns ist ebenso hinfällig. Man nutzt “Reaktionskoeffizienten (Arbeitsnachfrageelastizitäten)”. Das ist gut und schön setzt aber ein Modell vorraus. Dieses Modell beinhaltet Vereinfachungen, Randbedinungen und jede Menge Annahmen. So wird in der klassischen Mechanik auf Atombasis etwas anderes herauskommen, als in der Quantenmechanik. Da die Studien pro/contra Mindestlohn sich etwa die Waage halten zeigt mir das, dass der Einfluss nicht hinreichend objektiv untersucht worden ist. Sie müssen verstehen, dass die Interpretation von Daten nur gelingt, wenn man ein funktionierendes Modell besitzt. Davon sind die Wirtschaftswissenschaften sehr weit entfernt.

  • Markus

    @ Linsel
    wir meinen im Prinzip schon das Gleiche.

    “Es darf keinen Anreiz geben reguläre Arbeitsplätze durch Zeitarbeitsplätze zu ersetzen.”
    Warum nicht? Ich gehe davon aus, dass nur die Arbeitsplätze betroffen sind, in denen die Anlernezti gering, die Verantwortung gleich null und die Qualifizierung eher gering ist. Zu deutsch: Einfache Tätigkeiten. Warum sollen Unternehmen hier nicht auf einen Pool von Arbeitnehmern zurückgreifen? Das wäre nur effizient. Und für AN ergibt sich die Möglichkeit, auf einen entsprechenden Pool von Arbeitgebern gegenüber zu stehen. In meiner kleinen Umschreibung ergibt sich dadurch, dass wenn in Betrieb A derzeit keiner benötigt wird, vielleicht in Betrieb B einen Nachfrage gegeben ist. Bei festen Arbeitsplätzen könnte kein Ausgleich stattfinden. Die AN agieren sozusagen als Ausgleich konjunktureller Schwankungen.
    Es ist mir vollkommenklar, dass diese AN an der untersten Stufe sind, die Löhne niedrig und das Image nicht besonders. Aber für AN mit geringer/ keiner Ausblidung ergibt sich oben genannte Möglichkeit und zum Zweiten die Einsicht in mehrere Unternehmen (Erfahrungen).

    Ich halte das Modell nicht per se für schlecht. Ich glaube eher, dass die Unternehmen das Potential noch nicht für sich entdeckt haben und folglich diese Zeitarbeit lediglich als reines Kostenmodell betrachten. Und das ist schade – steckt doch enorm viel Potential zur Effinzienszsteigerung drin.

    Ich finde es übrigens nicht als gegebene Regel, dass “gleiche Arbeit = gleiches Einkommen” ergeben muss. Lässt man Faktoren wir Familienstatus, Betriebszugehörigkeit, etc. aussen vor? Löhne kann man gut differenzieren. Ein Angestellter hat definitiv einen anderen Verantwortungsbreich wie ein Zeitarbeiter. Alleine schon deshalb, weil er länger im Betrieb ist. Ich wäre dennoch dafür, einen Mindestsatz einzuführen. Die Höhe ist streitbar – je nach Tätigkeit. Deshalb nenne ich keine Zahl, an der sich hier jeder festbeissen könnte. Denn ich kann diese Zahl nicht berechnen dazu fehlt mir der Einblick bzw. Überblick über die gesamte Lohnstruktur.

  • Surp

    @ Markus

    Ich finde es sonderbar, dass Menschen die die gleiche hirnlämende Arbeit machen, die man nach einem Tag erlernen kann, weniger bekommen als andere die die gleiche Arbeit machen.

    Das widerstrebt meinem Leistungsgedanken.

  • @Tobias Fuentes

    Schauen sie sich die Arbeitzahlen an
    http://doku.iab.de/grauepap/2009/tab-az.pdf

    Ihre These war, dass mehr Menschen in Arbeit gekommen sind. Zwischen 2000 und 2006 stimmt dies nicht. Danach stieg die Zahl der Erwerbstätitgen tatsächlich. Schaut man sich die Arbeitnehmerstatistiken demgegenüber an (denn darum geht es bei der Leiharbeit) dann sieht man, dass die Vollzeitstellen deutlich gesunken sind (2000-2006). Nach 2006 stiegen sie wieder, aber nicht auf das Niveau von 2000. Die Teilzeitstellen kompensieren diesen Verlust. Wo ist ihr positiver Effekt der Agenda 2010?

  • @chriwi
    Zum wievielten Male muss ich dir jetzt vorwerfen: warum stellst du dich dumm? Das Thema wurde im Oeffinger Freidenker bis zum Exzess ins Detail gehend durchgenommen. Und plötzlich kommst du mit einer lächerlichen oberflächlichen Pseudobehauptung, ignorierst komplett alles. Der positive Effekt der Agena ist ein Faktum und wurde ausführlich behandelt. End of.

  • “Der positive Effekt der Agena ist ein Faktum und wurde ausführlich behandelt.”
    Die Erde ist eine Scheibe…

    Wo sind die positiven Effekte für die Menschen, wenn Vollzeitstellen durch Teilzeitstellen ersetzt werden? Das haben sie auch im Oeffinger Freidenker nicht erläutern können. Abbildung 2 ihrer vorgebrachten Studie der Böckler Stiftung zeigt zwar eine Zunahme der breiten Erwerbsquote, aber eine Abnahme der Vollzeitbeschäftigung und der regulären Arbeitsverhältnisse. Das Ziel einer Wirtschaftspolitik sollte es nicht sein die Menschen in Arbeit zu bringen, sondern in Arbeit von der man leben kann.

    Abb3: Gründe für Teilzeit –> keine Stellen

    Das sind nur zwei kleine Beispiel die zeigen, dass die Agenda nicht zwangsläufig positive auswirkungen gehabt hat.

    “lächerlichen oberflächlichen Pseudobehauptung”
    Ich habe ihre Antworten im Oeffinger Freidenker noch einmal überflogen. Ihre Argumente folgen einfach dem neoliberalen Logikgebilde. Beweise bleiben aus, es werden einfach dogmatische Behauptungen ins Feld geführt. Mir werfen sie oberflächliche Pseudobehauptungen vor. Die Erwerbstätigenstatistiken zeigen, dass der Arbeitsmarkt sich nicht so rosig entwickelt hat wie man in den Medien immer wieder hört. Hinzu kommt, dass Deutschland in einer Aufschwungphase war. Diese war primär vom stärkeren Weltwirtschaftswachstum gestützt. Wie wollen sie ihre so positiven Effekte davon trennen? Analysieren sie mal schnell ihr neoklassisches Modell und streichen alle externen Effekte?

  • Eigentlich ist’s doch ganz einfach: Als Arbeitgeber moechte ich gerne moeglichst wenig Lohn zahlen. Als Arbeitnehmer moechte ich gerne moeglichst viel Lohn verdienen. Habe ich als Arbeitgeber die Wahl, jemanden einzustellen, der fuer die gleiche Arbeitsleistung weniger verlangt, dann tue ich dass natuerlich. Habe ich als Arbeitnehmer die Wahl, fuer jemanden zu arbeiten, der fuer die gleiche Arbeitsleistung mehr bietet, dann tue ich das natuerlich. Irgendwo pendelt sich das ganze dann ein, ganz ohne dass der Staat da mitmischen muesste oder sollte.

    Linsel dagegen zeichnet hier das Bild von Arbeitnehmern als hilflosen Schaefchen, die einer allmaechtigen Kaste von Arbeitgebern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind.

    Was kann unsere politische Klasse froh sein, dass es Leute wie Linsel gibt! Dieses Bild ist es naemlich, das Politikern und Gewerkschaftlern die Moeglichkeit bietet, sich als edle Ritter zum Schutze der kleinen Leute aufzuspielen. Nach dem Motte: “Seid froh, dass ihr uns habt, sonst wuerdet ihr alle verelenden!”

    Der Kaiser ist nackt, Linsel. Ihren Lebensstandard verdanken Sie der Tatsache, dass Sie (vermute ich doch mal) gut arbeiten. Nicht dem Beistand von Heiner Geissler & Co.

  • Linsel

    @ Kris

    Ihr 1. Absatz

    Ihre Ausführungen wären treffend, würde auf beiden Seiten Waffengleichheit herrschen.

    Ihr 2. Absatz

    Beschäftigte sind keine hilflose Schäfchen. Wir schaffen den Reichtum dieses Landes zusammen mit den Unternehmern.
    Unternehmer sind auch keine allmächtige Kaste. Sie sind auf Gedei und Verderb auf ihre Beschäftigten angewiesen insofern sie welche haben.

    Das wissen die Unternehmer auch . Deshalb leisten sie sich auch teure Institute (zB.IFO) oder Verbände (zB. BDI) oder Internetplattformen (zB. INSM) um auf die Politik Einfluß zu nehmen.
    Und das sind nur die legalen und legitimen Möglichkeiten.
    Was da an Bestechung und Parteienfinanzierung seitens vieler Unternehmen geschieht kann man nur erahnen.
    Unsere Politische Kaste besteht eben nicht aus Geissler & Co. sondern in ihrer Mehrheit aus Koch & Co.
    Und die mischen sich eben auch in die von Ihnen im Absatz 1 genannten Abläufe ein und verschieben das Kräfteverhältnis zu ungunsten der Beschäftigten und Arbeitssuchenden.Ihr Modell bechreibt halt nur ein Bild welches so nicht abläuft.
    Nein, wir Beschäftigte benötigen keine “edlen Ritter” zum Schutz .
    Wir müssen uns den sozialen “Raubrittertum” aber auch nicht kritiklos und kampflos ergeben.
    Fazit: Verzichtet die Wirtschaft auf die Einmischung in die Politik zu ungunsten der Beschäftigten und hielte sich an die Spielregeln Ihres 1. Absatzes würde das auch so funktionieren.
    Der Kaiser mag zwar nackt sein aber er ist der gewählte Vertreter der Interessen der Mehrheit. Wirtschaftsverbände hat niemand gewählt
    Er ist dazu da das Recht beider Seiten zu gewährleisten und im Gleichgewicht zu halten und nicht dazu da zu subventionieren.

  • Noch mal etwas zum Reallohn.

    http://www.querschuesse.de/reallohne-auf-dem-niveau-wie-vor-19-jahren/

    Auch wenn Herr Fuentes es immer wieder bestreitet, aber die Löhne steigen nicht sie sinken.

  • k-h schäfer

    Herr Fuentes
    lebt in seiner Welt. Da der Mensch nur Nummer ist. Wer so einen Schwachsinn glaubt der hat nichts kapiert. Diskussion unmöglich, weil: “ich versteh gar nicht warum die Menschen klagen kein Brot zu haben, sollen sie doch Kuchen essen “

  • bin 58-kein chance auf ersten arbeitsmarkt
    jetzt in zeitarbeit und ca. 800€ im monat.
    aber was verdient hierbei die zeitarbeitsfirma-die machen mit sicherheit einen guten schnitt und kriegen vom arbeitsamt noch fast 400e fördergelder.
    was kriegt der leiharbeiter an zuschüssen vom arbeitsamt. ? ? ?
    DOCH NICHTS-GARNICHTS: ! ! ! ! !

  • Beton Mischa

    Zitat von http://www.jjahnke.net/wb/wochenbrief65-97358515x.html

    Immer mehr Arbeitnehmer sind wegen ihres niedrigen Einkommens zusätzlich auf Hilfe vom Staat angewiesen. Im vergangenen Jahr erhielten im Schnitt 1,4 Millionen Menschen diese ergänzende staatliche Unterstützung, ein Anstieg um 37 % gegenüber 2005 (Abb. 17803). Dabei stieg 2010 der Anteil der Aufstocker unter den Selbstständigen, bei Teilzeit-Angestellten und Minijobber besonders stark. In O-Deutschland beziehen mit 5,0 % erheblich mehr Beschäftigte zusätzliche Unterstützung als im Westen (2,1 %). Besonders viele Betroffene arbeiteten in der Zeitarbeit, der Gastronomie, in Dienstleistungsberufen sowie in Privathaushalten. Selbst unter den Vollzeitbeschäftigten waren noch immer 350.000 Arbeitnehmer auf Hartz IV angewiesen.