Ambitionierte Klimapolitik steigert CO2-Ausstoß
Allen Konferenzen, Verpflichtungen, Regelungen und Anstrengungen zum Trotz sind die CO2-Emissionen seit 1990 weltweit um mehr als ein Fünftel gestiegen. Zudem geht beim Klimaschutz ein tiefer Riss durch die Industrienationen. Auf der einen Seite stehen Länder wie China und die USA – Die beiden größten Treibhausgas-Emittenten haben seit 1990 nicht nur deutlich mehr Klimagase ausgestoßen, sondern bleiben auch bezüglich künftiger Reduktionszusagen sehr vage.
Auf der anderen Seite stehen die 27 EU-Mitglied-Länder, die sich dazu verpflichtet haben, ihre Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 20 Prozent zu senken. Als besonders ambitioniert zeigt sich hier Deutschland mit seinem freiwilligen Reduktionsziel von 40 Prozent. Damit Lastet der größte Teil der europäischen Minderungsverpflichtungen auf den Schultern Deutschlands.
Es erscheint Paradox: Aber je weniger sich Länder wie China und die USA um den Klimaschutz bemühen, desto ambitionierter werden die Reduktionsziel der Europäischen Union. In der kürzlich von der Umweltkommissarin Connie Hedegaard vorgestellten „Roadmap 2050“ ist jetzt von einer Reduktion um 25 Prozent bis 2020 die Rede. Keinen Hehl mach Hedegaard daraus, dass eigentlich eine Reduktion von 30 Prozent anvisiert ist.
Die Folgen wären gravierend: Laut Berechnung der EU-Kommission dürften sich bei einem europaweiten 30-Prozent-Ziel die Preise für Emissionsrechte verdoppeln– selbst wenn davon nur 25 Prozent selbst reduziert werden müssten und der Rest durch internationale Projekte geleistet werden könnte. In der Folge würde auch der Strompreis steigen, durch den Verbraucher und Unternehmen belastet werden. Selbst wenn die Wirtschaft in den nächsten Jahren nicht wächst und damit keine zusätzlichen Emissionen entstehen, die vermindert oder bezahlt werden müssen, ist für Deutschland mit direkten Zusatzkosten für die deutsche Wirtschaft von rund 4,5 Milliarden im Jahr 2020 zu rechnen.
Am Ende würden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur Arbeitsplätze und damit auch Steuereinnahmen verlorengehen. Auch dem globalen Klimaschutz wird nicht geholfen, wenn industrielle Produktion außerhalb Europas stattfindet, weil dort weniger strenge Klimaschutzauflagen herrschen.


Deutschland wieder als Vorbild zulasten der Arbeitnehmer. Welch ein Witz.
Und dass Länder wie China die Ziele nicht eingehalten erscheint doch nur logisch – verlagerte doch die deutsche Industrie die Standorte und wundert sich nun über den hohen Ausstoss. Die Frage ist doch: Könnte es China besser machen, ohne dass wir auf die vielen billigen Importgüter verzichten müssten?
Fazit: Asiatische Länder zerstören ihre Umwelt aufgrund der WELTWEITEN Nachfarge nach diesen Gütern. Wer ist also “schuld”?
Umweltschutz ist nicht Ländersache. Auch das muss endlich mal unsere “vorbildliche” Regierung verstehen.
Ist jetzt der Rat des Artikels nichts zu tun, weil Arbeitsplätze gefährdet sind und weil die Anderen noch schlimmer sind?
Wir könnten in Unmengen Arbeitsplätze abbauen und dadurch unsere Wohlfahrt bei entsprechender Umverteilung für die Bürger extrem steigern sowie das Klima durch den Abbau schonen.
Wie wäre das denn als Vorschlag, der hat zumindest perspektivisch einwenig mehr Substanz.
Steuereinnahmen sind ja nur gefährdet, weil wir Arbeit besteuern, das ist also kein Argument.
Wenn wir uns entscheiden müssen ob wir lieber die Arbeitsplätze oder die Welt retten sollten,wird es echt schwer sich zu entscheiden.
(Volker Pispers,Bis neulich 2011)
@Markus
Der Witz ist ja, dass wir zum erreichen der Ziele die CO2 starken Industrien auslagern. Da wir weniger CO2 produzieren können wir diesen Ländern dann unsere Zertifikate verkaufen. In der Summe ist die CO2 Bilanz sogar noch schlechter, da die Produkte erst noch nach Deutschland gebracht werden müssen. Ein Lacher diese Politik.
@ Linsel
Der Typ ist ja extrem gut, der denkt ähnlich wie ich, danke für den Link.
Nur 16 Nationen sind fur 80 Prozent des weltweiten KohlendioxidausstoBes verantwortlich. Fast 20 Prozent aller chinesischen Spielzeugfabriken durfen einem Medienbericht zufolge nichts mehr ausfuhren.
Das mit den superambitionierten Deutschland und seinen 40% liegt aber nur daran, dass man den Niedergang der DDR-Wirtschaft mit eingepreist hat… ;)