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27.04.2011 Allgemein

Freie Bahn für Busse

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie in Deutschland nicht einfach in einen Linienfernbus steigen können, wenn bei der Bahn mal wieder die Klimaanlagen oder die Mitarbeiter streiken? Was viele nicht wissen: Linienfernbusse sind in Deutschland – abgesehen von ein ganz paar Ausnahmen – verboten. Das dazugehörige Gesetz stammt aus dem Jahre 1934 und dient ausdrücklich zum Schutz der Bahn vor Konkurrenz. Schon mehrfach hat die Monopolkommission die Liberalisierung des Personenverkehrs verlangt. Im Mai soll nun über einen Gesetzentwurf verhandelt werden.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Bahn hätte neben dem Flugverkehr nun endlich auch ernstzunehmende Wettbewerber auf dem Boden. Schlechter Service oder zu hohe Ticketpreise hätten für das Unternehmen Folgen. Der Kunde könnte wählen, ob er lieber Flugzeug, Zug oder Bus fahren will. Die Bahn, aber auch Bus- und Fluggesellschaften müssten sich anstrengen, um innovativer, schneller, pünktlicher und zuverlässiger als die Konkurrenz zu sein. Den Kunden freut’s: Komm die Bahn mal nicht kommt, kommt immerhin der Bus.

6 Kommentare zu “Freie Bahn für Busse”

  1. Eine Ausnahme gilt für Berlin. Aber da wird der Linienbusverkehr von einer DB-Tochter übernommen.

    Preisfrage: Wie schreibt man nach der Rechtschreibreform die Mehrzahl von Bus?

  2. Die Nachteile liegen leider auch auf der Hand. Mehr Verkehr und Verschleiß der Straßen, weniger Investitionen ins Bahnnetz. Die Maut reicht wahrscheinlich nicht, um die Kosten zu decken. Vorrausgesetz die Unternehmen müssen sie zahlen. Die ausbleibenden notwendigen Investitionen sind jetzt schon zu spüren. Es wird dann aber eher noch schlechter. Solche Dinge sollte man im Hinterkopf haben und nicht nur auf die momentanen Kosten starren.

  3. @ chriwi: Sie vergaßen noch zu erwähnen, daß wir alle sterben werden, wenn die Bahn Konkurrenz bekommt.

  4. Ist denn der Strassenverkehr in Form von Lininbusse wirlich eine Konkurrenz zur Bahn, ist das Flugzeug, welches an die Destinationen resp. Flughäfen gebunden ist, ernsthaft ein Substitutionsgut?

    Wenn Sie die Wahl haben, von München nach Hamburg zu reisen, wie entscheidene Sie sich selbst? Stundenlang im Bus auf einem kleinen Sitzplatz, mit der Bahn (in der man sich noch bewegen kann) oder schnell mit dem Flugzeug?

    Ich halte den Busverkehr nur in relativ geringem Umfang für eine Substitution zur Bahn, eher als Ergänzung. Insofern würde ich auch hierbei nicht wirklich von einem echten Wettbewerb sprechen.
    Auch hier fehlen empirische Daten wie sich diese “Produkte” verhalten beim Kunden.
    Solange fliegen so billig ist…und so viel Staus auf den Autobahnen vorherrschen, hat die bahn wenig zu befürchten.

  5. Najo, ich denke grundsätzlich: Konkurrenz belebt das Geschäft, daher wünsche ich mir auch, dass neben der deutschen Bahn andere Anbieter auf unsrem Schienennetzten (nicht so aufgesetzte Geschichten wie bisher)auftreten können.

    Aber Busfahren finde ich ansich total daneben, obwohl ich gerne Bahn fahre.

  6. Ich sage es mal deutlich: Nach meiner meineung hat die Deutsche Bahn ein Strukturmonopol.

    Dass es wettbewerbsbeschränkennde Abreden im Sinne des Strassenverkehrs gibt ist eigentlich auch nicht haltbar – aber das soll isch ändern und das ist gut so.

    Wettbewerb ist gut für den Verbraucher wenn die Preise sinken oder die Qualität/ Innovationskraft steigt. jedoch ist die Bahn als Anbieter derart mächtig, dass bei einer solch gegebenen Konzentration eine Liberalisierung nur wenig Erfolg zeigen wird.
    Die Mobilität zu gewährleisten ist Aufgabe des Staates, die Umsetzung ist Aufgabe der Industrie/ Dientsleister/ Handel. Das darf man bei all den erquickenden Gedankenspiele rund um die Deutsche Bahn mal nicht vergessen.

    Braucht man denn wirklich Busse im innerdeutschen Fernverkehr? Oder wäre der Ausbau der Bahnnetze sowie die Gewähr eine entspr. Qualität nciht das bessere weil effiziente Ziel? Bestehende Strukturen auszubauen und zu sichern halte ich für besser als ein halbseitiges Substitutionsgut zu generieren.
    Aber freie Marktwirtschaft bedeutet: Das muss der Kunde entscheiden, der Anbieter soll es versuchen und kann nach gegebener zeit eine Bilanz ziehen.

    ich würde den Jungunternehmern, welche erfolgreich gegen das Monopol geklagt haben, den maximalen Erfolg wünschen.

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Der Autor:

Prof. Dr. Justus Haucap

Direktor des Duesseldorf Institute for Competition Economics (DICE) sowie Vorsitzender der Monopolkommission.

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