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Mehr Lohn lohnt kaum

Die Wirtschaft wächst und die Löhne steigen – doch bei den Arbeitnehmern kommt nicht viel davon an. Dies hat zweierlei Gründe. Zum einen wird ein Teil der Lohnerhöhung von der Inflation wieder entwertet, zum anderen kassiert der Staat an den höheren Nominallöhnen kräftig mit. Wenn sich die Löhne nur im Gleichschritt zur Inflation entwickeln, hat der Arbeitnehmer unter dem Strich weniger in der Tasche. Denn durch das Lohnplus rutschen die Einkommensbezieher in eine höhere Steuerklasse. Seit Jahren verspricht die Politik, sich um das Problem der kalten Progression zu kümmern. Doch geschehen ist bisher nichts.

Dabei wäre die Lösung einfach: Die Inflation müsste im Steuertarif berücksichtigt werden. So könnte der Lohn eines Arbeitnehmers steigen, ohne dass der Betroffene gleich in eine höhere Progressionsstufe steigt. Eine solche Steuerreform hätte aus Sicht der Politik zudem den Charme, dass sie nicht wie üblich bei Steuerreformen schlagartig zu Einnahmeausfällen führt. Der Konsolidierungskurs der Bundesregierung würde damit nicht gefährdet. Lediglich die Steuereinnahmen würden nicht mehr ganz so schnell steigen.

24 Kommentare zu “Mehr Lohn lohnt kaum”

  1. “Wenn sich die Löhne nur im Gleichschritt zur Inflation entwickeln, hat der Arbeitnehmer unter dem Strich weniger in der Tasche.”

    Dann müssen sich die Löhne eben stärker entwickeln. Das man die Progression trotzdem anpasst sich sicherlich nicht falsch. Man sollte generell wieder ein wenig von der lohnbasierten Besteuerung weggehen. Stattdessen könnte man die unsinnige Abgeltungsteuer abschaffen. Kapitaleinkünfte sind Einkommen und sollten als solches besteuert werden. Auch ist nicht zu erklären, warum auf Lebensmittel 7% Mehrwertsteuer bezahlt werden müssen und auf Finanzprodukten 0%. Warum?

  2. Für die Zukunft bedeutet dies aber auch eine weitere – gesetzlich vorgeschriebene – Verschlechterung der Lohnentwicklung. Als Beispiel hierfür ist die Zuzahlungsmodalität bei den GKV ausreichend. Dementsprechend hätte selbst die Einbeziehung der Inflation bei den Tarifabschlüssen zu wenig Vorteilswirkung für die AN. Das Problem muss also viel umfänglicher betrachtet werden. Grundlegend aber stimme ich der Betrachtung – respektive dem Denkansatz – zu.

  3. Naja, ich denke auch wir brauchen ein anderes Sozialsystem, dass nicht über den Faktor Arbeit finanziert wird, dann müsste man auch die Löhne nicht anheben und jeder Arbeitnehmer hätte ca. 45% mehr Gehalt in der Tasche.

  4. Markus sagt:

    “Dann müssen sich die Löhne eben stärker entwickeln.”
    Ja, so einfach ist das eben für einen Ökonomen. Dann sagen Sie dies zu ihrem Vorgesetzten als Arbeitnehmer…

  5. Markus sagt:

    Vielleicht eine Anmerkung:

    Wir schwimmen hier im Luxus und in der Gütermasse. Wir haben viel zu viele lebensmittel und immer ein Dach übder dem Kopf. Unsere Probleme spielen sich ganz oben ab.
    Dies nur als Anmerkung – nicht als Kritik – um vielleicht auch den Blick nicht zu verlieren, wo wir uns im Niveau befinden. Das wird allzu oft vergessen.

  6. Paul Ratzery sagt:

    Ist ja alles gut und schön. Aber was nützt die Vollbeschäftigung, wenn fast 1/3 von ihrem Job nicht mal leben können? Bei der Verschwendung (Bankhilfen, TransferUnion, Subventionen für E10, etc.) bleibt für den kleinen Bürger kein Cent mehr übrig. Und damit auch keine zusätzliche Wirtschaftskraft! Krankenversicherung, Soli, Ökosteuer und was noch alles, dies wurde doch nur erfunden um dem kleinen Arbeitnehmer den letzten Cent abzunehmen! Dieses Regieungssystem hat kläglich versagt.

  7. Markus sagt:

    @ Paul
    was heisst hier nicht mal leben können? 99% aller Einwohner leben sehr gut und haben nur “Luxus” Probleme – ob an Weihnachten das Geld für eine Playstation für die Kinder da ist.
    wenn ich weiterhin die Motivation und den Anspruch von vielen betrachte – dann ist ein solch geringes Gehalt oft gerechtfertigt. Man will 36 Studen die Wochen arbeiten, 30 Urlaubstage und das ganze mit 2000 Euro netto entlohnt. Ach so, Schulische Ausbildung mangelhaft, Weiterbildung nicht von Interesse und zusätzliches Engagement kommt nicht in Frage. Man geht morgens ins Unternehmen und verlässt dies abends wieder. Man sieht sich nicht als Teil, sondern als armer kleiner Arbeiter.
    Es sind doch sehr viele selbst schuld – und sehen oft aus Bequemlichkeit keinen grund zur Änderung sondern warten auf die Gewerkschaft. Das ist meine persönliche Erfahrung hierzu.

  8. “99% aller Einwohner leben sehr gut und haben nur “Luxus” Probleme”
    Wozu braucht man dann die fast 900 Tafeln in Deutschland, wenn es sich nur um ein Luxusproblem handelt? In Deutschland gibt es tatsächlich mittlerweile reale Armut. Sicherlich ist selbst diese nicht mit den Zuständen in der Dritten Welt zu vergleichen. Allerdings ist Deutschland auch um ein vielfaches Reicher.

    “Ja, so einfach ist das eben für einen Ökonomen. Dann sagen Sie dies zu ihrem Vorgesetzten als Arbeitnehmer…”
    Da die Löhne mit Hilfe von Gesetzen künstlich nach unten gedrückt wurden geht es auch in die andere Richtung, z.B. Mindestlohn.

  9. @ Markus

    Ein immer größer werdender Teil unserer Bevölkerung hat keine Luxusprobleme, leider, das wäre schön.

    Ich hab mit meiner Mutter diskutiert, wie hoch ein mittleres Einkommen sein sollte damit, man wirklich von Mittelstand (mittleres Auto, Wohnung etc.) sprechen kann, sie war der Meinung unter 2000 Euro Kaufkraft gehöre man nicht zur Mittelschicht, ich sehe das ähnlich.

  10. Markus sagt:

    @ Surp
    Genau das meine ich. Ein Auto zu besitzen ist ein Luxusgut. Aber wir Deutschen sind das hohe Niveau gewöhnt und erheben genau diesen Anspruch. Das ist ein Luxusproblem. Unter 2000 Euro – ja, das halte ich für viel zu hoch angesetzt.
    Bei einem Durchschnittseinkommen in der Bundesrepublik von rund 20.000 Euro p.a. haben wir eine sehr, sehr arme Gesellschaft. Also sind wir im Schnitt Unterschicht.
    Vielleicht ist die Definition falsch?

    Was ist arm? Wenn man nichts zu essen hat, sicherlich. Aber wer kauft denn bei den Tafeln ein? Menschen, die sonst wirklich am verhungern wären? Ist das wirklich so? Wann ist in Deutschland ein Hartz IV Bezieher verhungert?

    Wenn wir die Maslowsche Pyramide betrachten, dann sind bei uns die Bedürfnisse nach Nahrung und Grundsicherheit durch den Staat grundsätzlich gesichert. Alles andere ist Konsum bzw. Luxus. Auch eine Spielekonsole, einen LCD TV, ein Handy, ein Computer.
    Es ist erschreckend, mit welcher Selbstverständnis Ansprüche erhoben werden und die Hand aufgehalten wird. Es ist an der Zeit, dass wir endlich begreifen, welchen Wert unsere Gesellschaft vertritt, wie gut es uns geht und wieviele Miliareden Menschen in echter Armut leben und ums blanke Überleben kämpfen. Und dann kommen wir mit unserer Arrognaz und sagen, dass 2000 Euro KAUFKRAFT (!!!) zur Unterschicht gehören. Sorry, aber da hört mein verständnis auf.

  11. Zeolith sagt:

    @Hüther
    “Dabei wäre die Lösung einfach: Die Inflation müsste im Steuertarif berücksichtigt werden. So könnte der Lohn eines Arbeitnehmers steigen, ohne dass der Betroffene gleich in eine höhere Progressionsstufe steigt. Eine solche Steuerreform hätte aus Sicht der Politik zudem den Charme, dass sie nicht wie üblich bei Steuerreformen schlagartig zu Einnahmeausfällen führt. Der Konsolidierungskurs der Bundesregierung würde damit nicht gefährdet. Lediglich die Steuereinnahmen würden nicht mehr ganz so schnell steigen.”

    Hey, wie wärs denn damit:
    Die Bundesregierung hebt einfach den Spitzensteuersatz auf bis 60% an, sagen wir ab 250000 Jahreseinkommen, ab 1000000 p.a. dann 70%.
    Gerne auch ergänzend eine Erbschafts- und Vermögenssteuer.

    Dass entzieht der Oberschicht überschüssiges Geld – als Ökonom wissen sie vermutlich dass mit wachsenden Einkommen die Sparquote drastisch steigt – welches ja nicht in den Konsum fließt sondern auf die Kapitalmärkte und dort z.B. durch “Investitionen” in Rohstoffe die Inflation anheizt.

    Mit einer einfachen Steuererhöhung bei Menschen denen es nicht weh tut könnte man die Inflation bekämpfen UND dafür sorgen, dass der Staat ordentlich finanziert ist und z.B. in Bildung investiert (bevor die Wirtschaft wieder wegen Fachkräften rumjammert).

    Volkswirtschaft ist so simpel wenn diese Partikularinteressen nur nicht wären…

  12. @ Markus

    Ich sage das, was meine Mutter denkt und ich sehe es ähnlich, da wir in einem reichen Land leben. Wenn ich in Afrika leben würde, würde ich es anders sehen.

    Die Armut ist immer relativ nicht nur absolut, wir leben in einer Zeit und in einem Land in der absolte Armut keine Rolle mehr spielen sollte, sonst waren doch die letzten 3 Jahrhunderte umsonst. Unsere Armutsberechnung ist in meinen Augen ein sehr hinterlistiges Blendwerk, damit man bloss nicht merkt, dass man eigentlich zur Unterschicht gehört. Wir treten gerne nach unten ohne zu sehen, was eigentlich inzwischen zumindest wirtschaftlich und sozial möglich ist.

    Echte Armut verhindern sie erstmal wenn sie fairen Wettbewerb an den Agrarmärkten zulassen und erst danach Hilfe zur Selbsthilfe geben (wir machen es umgekehrt und wundern uns warum es nicht funktioniert). Außerdem muss der Finanzwirtschaft Kapital entzogen werden, damit nicht so intensiv in Rohstoffen spekuliert werden kann, was in meinen Augen immer stärker zunehmen wird/muss.

    Als letzte Frage was sind denn 2000 Euro für einen Single in einer Großstadt, denken sie mal darüber nach, da bleibt nach Fixkosten nicht mehr all zu viel, oder?

  13. Markus sagt:

    @Surp
    das kommt auf die Grossstadt an. Aber wer mit 2000 Euro nicht gut leben kann, macht etwas grundsätzliches falsch! Vielleicht muss dann die passende Wohnung zu einer adäquaten Miete gesucht werden? Oder gibt es einen Grundanspruch auf hervorragende Wohnlage?
    Ausserdem: Seit wann sind die Singles die Gruppe der zu unterstützenden Personen? Höchst flexibel, keine Familienverpflichtung, nur eigenes Interesse, etc.
    Unterstützen Sie mit ihren Gedanken weiterhin so den Singlehaushalt wundert es nicht, dass wir eine solche Familiensituation in Deutschland haben.

    Wir setzen einfach die Definition der sog. “Unterschicht” bzgl. des Einkommens nach oben und haben sofort wesentlich mehr Menschen, die nur aufgrund der Bezeichnung “Unterschicht” meckern. Wir haben kein Einkommensproblem, sondern ein regelrechtes Statusproblem.
    Dafür, dass wir Tarifverträge haben, welche zB 37 Stunden pro Woche definieren, ist das ganz schön fragwürdig. Ich habe bei manchen das Gefühl, es wird für die Anwesenheit entlohnt.
    Bedenkt man, dass vor einigen Jahrzehnten noch samstags Schule war und mancher auch eine 6 tage Woche hatte – von 24 gesetzl. Urlaubstagen mal ganz zu träumen- so haben wir doch wirklich für wenig Arbeitszeit viel Einkommen. Ach ja, und damit wollen wir uns natürlich auch noch sozial abgesichert sehen.
    fragen Sie doch mal Ihre Mutter, wie es vor 3 Jahrzehnten war.

    Ich denke, viele haben das Maß vergessen. Fragen Sie einen Selbstständigen, er wird Ihne erklären was Verantwortung, Selbstversorgung, Sebstverantwortung und auch was Arbeit im wirklichen leben tatsächlich bedeutet. Und das bei vollem Risiko!
    nach Statistiken arbeiten Selbständige um die 70 Stunden/ Woche, Urlaub wenig bis null. Verdienst? Das wollen Sie nicht wissen.

  14. “Die Armut ist immer relativ nicht nur absolut, wir leben in einer Zeit und in einem Land in der absolte Armut keine Rolle mehr spielen sollte”

    Da stimme ich zu. Die Berechnung der relativen Armut ist eben sehr schwierig. Wie viel soziale Beteilgung ist Notwendig, damit ein Mensch nicht mehr als arm gilt. Da beissen sich nicht nur Politiker die Zähne aus. Fakt ist, dass Deutschland immer reicher wird und so viel produziert, dass es exportieren muss. Wenn man den gemeinsam produzierten Wohlstand besser verteilt, dann hätte man wahrscheinlich immer noch Armut, aber in deutlich schwächerer Form.

    “Als letzte Frage was sind denn 2000 Euro für einen Single ”

    Wie viele Singles haben denn 2000 Euro Netto jeden Monat auf ihrem Konto. Das Medianeinkommen (netto) liegt in Deutschland 1.354 € (2008). Davon müssen ebenfalls die Fixkosten bestritten werden. Als arm gilt man, wenn man maximal knapp 1000 Euro zur Verfügung hat. Auch davon muss die Miete und die Versicherungen bezahlt werden.

  15. Markus sagt:

    d.h., dass unter 1.354 Euro die Unterschicht ist.

    gehe ich von ca 700 Euro monatliche Fixkosten (Miete, Haftpflicht, Wasser/ Strom/ Heizung) aus, bleiben rund 650 Euro übrig, was damit ca 20 Euro pro Tag sind (zur freien Verfügung).

    Und damit kann man nicht anständig leben? Keine grossen Sprünge, logisch, aber sicherlich nicht “arm”!
    Aber auch zu wenig für eine vernüftige Altersvorsorge, das sehe ich als Hauptproblem. Es lohnt nicht, bei diesen Beträgen auch noch zu sparen für das Alter, damit werden wir bei diesen EInkommen in der Zukunft ein Finanzierungsproblem bekommen.

  16. Markus sagt:

    @ chriwi

    “Wenn man den gemeinsam produzierten Wohlstand besser verteilt, dann hätte man wahrscheinlich immer noch Armut, aber in deutlich schwächerer Form. ”

    Ist nicht genau das der Kerngedanke der Mindestlohnforderung?

  17. @ Markus

    Sollten sie auf einen Pkw angewisen sein, dann können sie nochmal 300 Euro abziehen. Außerdem sollte ein Mittständler die Möglichkeit besitzten zumindest 5% seines Einkommens ohne weiteres sparen zu können.

    Wie gesagt, ich sage nicht, dass man mit 1500 Euro nicht auskommen kann, ich sage für mich ist das keine Mittelschicht, sondern Unterschicht ganz einfach. Mir gefällt unsere Defintion von Mittelschicht nicht, sie ist trügerisch und blendet die Menschen, da keiner zur Unterschicht gehören will.

    Selbständig oder Angestellt spielt doch für die Betrachtung keine Rolle.

  18. Markus sagt:

    @ Surp
    das sagt nur jemand, der niemals selbständig war. und liegt damit völlig falsch. Aber so werden wir auch regiert, von sog. Experten, welche glauben, alles gleichsetzen zu können. Der Selbstädnige trägt ein ungleich höheres Risiko und muss deshalb auch eine höhere Rendite erwirtschaften, um Rückstellungen zu bilden. ach ja, übrigens kann dies auch für die Sozialversicherung wichtig sein. Dies nur zwei wesentliche Unterschiede. 2000 Euro sind für diese beiden Gruppen ein enormer Unterschied.
    Machen Sie sich mal selbständig und dann sprechen wir weiter, und wieviel urlaub und Arbeitsstunden/ Woche Sie dann für 2000 Euro leisten müssen.
    wie gesagt, sog. Experten eben in der Politik sehen das ähnlich und ich kanns kaum glauben.

  19. @ Markus

    Ich bin selbständig, ich spreche auch immer von den Einkünften nach Investitionen, Steuern etc..

  20. Markus sagt:

    Dann sollten Sie sich überlegen, welches Risiko Sie persönlich tragen (im Vergleich zu einem Angestellten oder gar beamten) und welches damit vernunden Redniteziel erfüllt werden muss.
    Aber anscheinend rechnen Sie anders und ich überlasse es Ihnen – -denn es ist ihr eigenes Risiko.

    “Außerdem sollte ein Mittständler die Möglichkeit besitzten zumindest 5% seines Einkommens ohne weiteres sparen zu können.”
    Das liegt ganz und gar an Ihrer Ausgabensturktur und woruaf Sie verzichten können. Wie oft gehen Sie in den Urlaub? Raucher? etc….als Selbständiger können Sie rechnen.

  21. @ Markus

    Ich persönlich beklage mich nicht, mir geht es um die Defintion von Mittelschicht.

  22. Markus sagt:

    @ Surp
    Für mich ist die Mittelschicht ab dem medianeinkommen. Wobei das eben nur die halbe Wahrheit ist, weil Einkommen und Vermögen hier getrennt sind.
    Ein “Erbe” hat vielleicht gar kein Einkommen im klassischen Sinne, sondern lebt von den Zinsen der geerbten Millionen.
    Aber ich würde die Unterschicht schon sehr tief ansetzen, m.E. unter 1000 Euro.

    Denn selbst in der Mittelschicht ist die Bandbreite sehr hoch. Es genügt nicht, 3 Schichten zu verteilen, sondern es muss zwingend eine stärkere Differenzierung her. Insbesondere auch regional. Denn wie Sie schon sagten, 1000 Euro in Hamburg ist etwas völlig anderes als 1000 Euro irgendwo in Westfalen oder Sachsen (soll keine Diffamierung sein). Selbst innerhalb eines bundeslandes ist dies zu differenzieren. Schwierig, schwierig…

  23. Ich erlebe es immer wieder, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten gerne mehr Gehalt zahlen würden, es aber nicht tun, da die zusätzlichen Abgaben, die dadurch auf sie selbst zukommen, es für sie mehr oder minder unmöglich macht, mehr Lohn zu gewähren, wenn sie noch halbwegs wirtschaftlich arbeiten wollen. Dies wiederum führt nicht selten dazu, dass die Mitarbeiter die kleinen Betriebe verlassen, sobald sich eine Chance bietet, um für größere Konzerne zu arbeiten, auch wenn sie dort, von mehr Geld einmal abgesehen, wesentlich unglücklicher sind. Ein circulus virtiosus, wenn Sie mich fragen.

  24. Markus sagt:

    @ Lars
    kann ich bestätigen – das ist die bittere Realität.

    Aber Geld ist nicht alles – ich erlebe vermehrt die Bedürfnisse nach anderen faktoren wie Umfeld und sonstigen leistungen des Unternehmens (Flexibilität bei der Urlaubsplaung, Arbeitszeiten, etc.). Vermehrt wird auf Einkommen verzichtet, um genau diese eher weichen Faktoren zu bekommen.

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Der Autor:

Prof. Dr. Michael Hüther

ist Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

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