Aufschwung adé?
Haben Sie davon gehört, dass Deutschland ein internationaler Musterknabe ist? Die Wirtschaft brummt, was voraussichtlich zu sprudelnden Steuereinnahmen führen wird. Was merkt man in Zeiten allgemeiner Weltuntergangsprophetie davon? Die Bürger können zwar in der Zeitung lesen, dass sich die volkswirtschaftlichen Eckdaten erfreulich entwickeln. In ihrer Haushaltskasse kommt der Aufschwung aber nicht an. Steuerentlastung ist für den Finanzminister vorerst kein Thema. Absurd: Sogar nach Keynes‘ Lehre müsste sich in dieser Situation der Staat zurückziehen und den Bürgern die Möglichkeit einräumen, die bestmögliche Verwendung für ihr Geld zu finden.
Es kann nicht sein, dass diejenigen, die in schlechten Zeiten den Garten bestellt haben, jetzt nicht ernten dürfen. Der strukturelle Vorteil, den Deutschland als Standort der hochentwickelten mittelständischen Industrie entfaltet, wird verpuffen, wenn der Mehrwert vom Staat abgeschöpft wird und in Form wahnwitziger Rettungspakete die nächste Anleiheblase finanziert. Zur marktwirtschaftlichen Ordnung gehört natürlich, dass die Verursacher von Kosten diese selbst tragen. Aber gerade wer Werte schafft, muss davon auch profitieren können.
Trotzdem wird munter behauptet, für „Steuergeschenke“ sei kein Platz. Seit wann ist es ein Geschenk, jemandem weniger wegzunehmen? Wenn dieser Aufschwung nicht bald bei den Menschen ankommt, ist er schneller vorbei, als er begonnen hat.


Echte und gute Reformen waren eben noch nie das grosse Thema der Politik, egal wie wirtschafltich angemessen oder sinnvoll diese sind. Dank der Kampagne gegen die FDP vor einiger zeit glaubt nun auch kein Bürger mehr, dass Steuersenkungen sinnvoll sind.
Aber vielleicht sind Steuersenkungen auch nicht der richtige Weg, sondern eher die Re-Investition in unsere zukunft, zB Kita, Ganztagesschulen, etc.. Die finanziellen Mittel sind vorhanden und sollten besser investiert werden, statt zB neue Denkmäler oder Bahnhöfe zu bauen (nichts gegen den Bahnhof, aber gegen die wahnsinnige Summe von 4-5 Mrd. Euro).
Der Staat muss sich nicht zurückziehen, egal welche Lehre das auch immer beschreibt, sondern soll nun für eine vernünftige Ausgabenstruktur sorgen. das wäre angemessen.
Ich habe das deficit spending immer so verstanden, dass sich der Staat im Abschwung verschuldet und die Schulden im Aufschwung wieder abbaut. Somit ist der Verhalten von Herrn Schäuble absolut mit Keynes vereinbar.
Im Gegenteil: Die Steuern müssen jetzt erhöht werden, um die Staatsverschuldung zurückzuführen. Wir dürfen unseren Kindern nicht riesige Schuldenberge hinterlassen, wie Herr Schäffler dies fordert. Die politische Rationalität lässt Herrn Schäffler nur an die Wahlen 2013 denken. Als Ökonom muss man hier dagegenhalten und zur Verantwortung rufen.
Wie heisst es so schön: Die Steuersenkungen von heute sind die Staatsschulden von morgen.
Warum spricht man über Steuern, der größte Betrug an unserem Volk ist unser derzeitiges Sozialsystem, es ist einfach abartig jedem Menschen der sozialversicherungspflichtig arbeitet 45% seines Einkommens zu verwähren.
Wer hat davon einen Nutzen?
Der Aufschwung – welchen wir soeben erleben dürfen – ist doch in erster Linie durch staatliche Rettungsinitiativen finanziert welche natürlich auch seitens des Finanzministeriums gegenfinanziert werden müssen.
Wir erleben nun noch einmal eine Phase des Booms und der breiten Versorgung von Unternehmen (die Verbraucher werden ja sowohl von Politik als auch vielen Unternehmen aussen vor gelassen) mit Liquidität bis die Entscheidung über die Zukünfige Umschuldung der USA bevorsteht (Griechenland ist im Vergleich dazu Kinderkram).
Der Zinszyklus hat also demnächst auf breiter Front sein Ende erreicht und ich sehe nicht wo noch weiteres künstliches Marktwachstum stimuliert werden könnte. Die BRIC Staaten sind insgesamt viel zu abhängig von den Geldströmen ihrer (westlichen) Investoren als das hier bereits viel Impulse ausgehen könnten.
Es ist also eher eine weise Vorraussicht welcher Katastrophe wir dort entgegenlaufen – jedoch stimme ich in dem Punkt überein dass das Geld genausogut den Arbeitsnehmern zur Verfügung gestellt werden könnte – der Effekt ist in beiden Fällen für die zukünftige Entwicklung irrelevant.
@Realist
Da immer im Aufschwung die Steuern gesenkt werden soll kann hinterher von Leuten wie Herrn Schäffler behauptet werden, dass Staatsinvestitionen immer zu noch mehr Schulden führen.
Außerdem vernachlässigt Herr Schäffler einiges in seinem umfangreichen Diagramm. Wo wären die Steuern ohne die Krise? Wie sieht der Staatsanteil aus? Wie sieht das Ganze aus, wenn man die Inflation herausrechnet? Zwei Vergleichkurven zu nehmen und zu behaupten die Welt ist rosarot ist ein wenig zu einfach für einen Finanzexperten. Vor allem weil verschwiegen wird, dass es ettliche Steuergeschenke an die Energiekonzerne durch den Atomausstieg geben wird. Sind diese in den Prognosen schon enthalten?
“Seit wann ist es ein Geschenk, jemandem weniger wegzunehmen?”
Das ist eine absolut berechtigte Frage, die zu beantworten ist. Und jetzt bitte nicht auf die “starken Schultern” verweisen, die die schwachen zu stützen haben. Das tun die Starken (Einkommen zwischen 35000,- und 60000,- EURO pro jahr) bereits sehr lange und ohne zu Murren! Bitte auch keine Beispiele und Verweise zu den “Superstarken”, die sich aus allem rausziehen. Darüber wurde hier bereits of und sachgerecht debatiert.
Eine Steuererleichterung, die substanziell bei o.g. Starken ankommt, wäre ein erfreulich positives politisches Signal. Das diese nicht kommen wird, liegt an anderen Ereignisse, die sich rund um den EURO abspielen.
“Seit wann ist es ein Geschenk, jemandem weniger wegzunehmen?” Diese Frage rückt die verquere Dialektik “des Staates” zurecht, der sich immer dreister an den Menschen in diesem Land schadlos hält.
Laut Keynes sollen Zeiten der Krise mit “deficit spending” überwunden werden, dies impliziert, dass der Staat deswegen gerade in Zeiten des Aufschwungs dafür sorgen muss höhere Steuereinnahmen zu erlangen und die Staatsausgaben zu senken. Die Rettung von Griechenland allerdings verschlingt einiges an Ausgaben, diese Tatsache macht die Rettung aber nicht weniger wichtig. In Zeiten der globalisierung in der jeder mit jedem Geschäfte macht und Handel treibt ist es wichtig dass ein defizitärer Staat wie Griechenland gerettet wird, ansonsten werden auch wir in Mitleidenschaft gezogen. Dass die Regierung aufgrund dieser Tatsachen nicht in der Lage ist eine Steuersenkung vorzunehmen scheint für mich logisch.
“Ich habe das deficit spending immer so verstanden, dass sich der Staat im Abschwung verschuldet und die Schulden im Aufschwung wieder abbaut. Somit ist der Verhalten von Herrn Schäuble absolut mit Keynes vereinbar.”
Wenn man schon Keynes auf ein Deficit Spending reduziert, dann trifft das trotzdem nicht.
Schäuble müßte dann die Steuern für Spitzenverdiener und auf Vermögen erhöhen, denn da ist das Geld angekommen und er müßte konsumfern abschöpfen.
Ausserdem müßte man die Lohndruckgesetze wegnehmen, denn man hat einen großen Teil der Bevölkerung unter ihren Verhältnissen leben lassen.
Wenn Frank Schäffler sich auf Keynes beruft, dann ist das wie wenn eine Nonne zur Eheberatung geht!
Aber Frank Schäffler wettert ja auch gegen Lobbyismus und engagiert sich gleichzeitig für die Lobbyorganisation INSM.
Naja, vielleicht sollte man hier eines nicht aus den Augen verlieren.
Der Staat, das sind wir.
Politiker sind die vom Volk gewählten Vertreter. Snnst nichts. Nur VERTRETER. Keine Herrscher oder besonders intellektuellen Menschen. Auch nicht unsere Vorgesetzten. Minister haben nur eine Aufgabe: Die Interessen des Volkes (und damit von Allen) zu vertreten.
Das Volk, das sind wir.
Aber wir sind viel zu bequem geworden, unsere Vertreter auf genau diesen Aspekt hinzuweisen.
Es wird häufig argumentiert, dass uns Griechenland viel Geld kostet und die Steuern deshalb nicht gesenkt werden können. Ich würde eher sagen, dass ein beträchtlicher Teil der aktuellen Steuermehreinnahmen der BRD Griechenland zu verdanken sind. Beispielshaft seien die niedrigen Zinsen auf deutsche Bonds, seitdem die Südländer die ihrigen nicht mehr an die Investoren bringen.