„Sackgasse Sozialstaat. Alternativen zu einem Irrweg“
Kritik am Sozialstaat ist in Deutschland tabu. Der Entrüstungssturm, den Guido Westerwelles Ausspruch von der „spätrömischen Dekadenz“ vor einiger Zeit auslöste, illustrierte dies einmal mehr.
Wer Westerwelles Bemerkung bereits unerhört fand, dem sei einmal das Buch „Sackgasse Sozialstaat – Alternativen zu einem Irrweg“, die Neuerscheinung des Zürcher Liberalen Instituts, zur Lektüre empfohlen. Danach wird ihm Westerwelle nämlich wie ein biederer Sozialdemokrat erscheinen. Die zehn Autoren, die die Herausgeber Christian Hoffmann und Pierre Bessard zusammengetrommelt haben, kritisieren den Wohlfahrtsstaat aus einer grundsätzlichen, radikal-freiheitlichen Perspektive.
Das Buch zusammenzufassen ist etwas schwierig, da die Autoren völlig unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Doch wenn es Leitfäden gibt, beziehungsweise Punkte, auf die sich vermutlich alle Autoren einigen können, dann sind das wohl die folgenden:
- Wohlfahrtsstaatliche Rundumversorgung ist mit dem liberalen Freiheitsgedanken nicht vereinbar, geht sie doch von einem unmündigen Bürger aus, dem die Absicherung gegen persönliche Risiken nicht selbst überlassen werden kann.
- „Solidarität“ und bürokratisch organisierte Umverteilung sind zwei völlig unterschiedliche Paar Stiefel. Der Umverteilungsstaat ist vielmehr als ein Tauziehen zwischen verschiedenen Interessengruppen aufzufassen, die vor allem ihr eigenes Wohlergehen im Sinne haben. Dazu gehört nicht zuletzt die auf Selbsterhalt bedachte Sozialbürokratie.
- Die westlichen Wohlfahrtssaaten sind nicht nachhaltig finanziert. Nicht nur die Demografie zehrt an ihrer Finanzierungsbasis, sondern auch die Dynamik des politischen Überbietungswettbewerbs, also des Erkaufens von Wählerstimmen durch Leistungsversprechungen.
- Wohlfahrtsstaatliche Versorgung verdrängt private Alternativen, insbesondere individuelle Kapitalbildung und Eigentumserwerb, aber auch die freiwillige Philanthropie und zivilgesellschaftliches Engagement.
- Private Alternativen würden Vielfalt, Wahlfreiheit und Wettbewerb ermöglichen, während Staatsmonopole zur Nivellierung neigen. Das gilt im Sozialbereich nicht weniger als beispielsweise in der Produktion von Autos.
Da die Autoren sich weltanschaulich durchaus auch untereinander unterscheiden, dürfte sich wohl kaum ein Leser finden, der jeder Zeile des Buches ohne Vorbehalte zustimmen würde. Wer aber Denkanstöße aus einer konsequent freiheitlichen Perspektive, außerhalb des engen gedanklichen Rahmens der deutschen Sozialstaatsdebatte, sucht, der wird in diesem Buch sicher fündig werden.
Christian Hoffmann und Pierre Bessard (Hrsg.): „Sackgasse Sozialstaat. Alternativen zu einem Irrweg“, Zürich 2011


“Wohlfahrtsstaatliche Rundumversorgung ist mit dem liberalen Freiheitsgedanken nicht vereinbar, geht sie doch von einem unmündigen Bürger aus, dem die Absicherung gegen persönliche Risiken nicht selbst überlassen werden kann.”
Warum? Ökonomische Freiheit ist also keine Freiheit. Durch den Sozialstaat wurde den Menschen die Gefahr der absoluten Armut genommen. Sie waren somit in einer stärkeren Position gegenüber ihrem Arbeitgebern und hatten die semifreie Wahl zu arbeiten. Mit der Abschaffung dieser Wahl durch die Hartz Gesetze sanken die Löhne und der Druck nahm zu. Was hat dies mit Freiheit zu tun. Als ob man in einem privatisierten System wählen könnte. Suchen sie sich als Bauarbeiter eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung. Sie werden eine finden, aber sie ist so teuer, dass sie sich nicht leisten können. Eine schöne Wahl ist das.
“Die westlichen Wohlfahrtssaaten sind nicht nachhaltig finanziert. Nicht nur die Demografie zehrt an ihrer Finanzierungsbasis, sondern auch die Dynamik des politischen Überbietungswettbewerbs, also des Erkaufens von Wählerstimmen durch Leistungsversprechungen.”
Effektiv sinken die Sozialabgaben pro Empänger. Wie kann man dann von Erkaufen der Wählerstimmen reden? Die Renten sind seit Jahren nicht gestiegen, real sind sie gesunken. Hartz 4 ist um 10 Euro gestiegen und liegt immer noch unter dem errechneten Existenzminimum. Bei den Krankenkassen werden die Leistungen trotz Einnahmeüberschüssen gestrichen, da sie im Gesundheitsfond verbleiben. Bitte ein wenig mehr an der Realität bleiben. Bei der letzten Bundestagswahl hat nur die Linke für einen Ausbau des Sozialstaats geworben. Sie ist keine Regierungspartei oder?
“Wohlfahrtsstaatliche Versorgung verdrängt private Alternativen, insbesondere individuelle Kapitalbildung und Eigentumserwerb, aber auch die freiwillige Philanthropie und zivilgesellschaftliches Engagement.”
Für individuelle Kapitalbildung und Eigentumserwerb braucht man erst einmal Kapital. Damit fällt fast die Hälfte der Menschen in Deutschland heraus. Diese Hälfte hat keine oder faktisch keine Ersparnisse (oder sogar Schulden). Das ist ein schönes demokratisches Prinzip, wenn man die Hälfte der Bevölkerung vernachlässigt.
“Private Alternativen würden Vielfalt, Wahlfreiheit und Wettbewerb ermöglichen, während Staatsmonopole zur Nivellierung neigen. Das gilt im Sozialbereich nicht weniger als beispielsweise in der Produktion von Autos.”
Autos mit dem Sozialbereich zu vergleichen ist Blödsinn. Autos besitzen kein Monopol. Versuchen sie mit 50 Jahren ihre private Krankenkasse zu wechseln. Sie werden erstaunt sein wie viel Alternativen sie besitzen. Hinzu kommt, dass gerade im Sozialbereich der Staat einspringen wird, wenn eine Versicherung pleite geht, um die Menschen vor den Effekten zu schützen. Wo ist da der Wettbwerb, wenn das Risiko Null ist?
Das was zu lesen ist ist ja fast schon eine Revolte. Dann heißt es Begrifflichkeiten wie soziale Marktwirtschaft usw. streichen. Nun ja…..
Unser derzeitige Sozialstaat ist eine Katastrophe, vorallem dessen Finanzierung ist abartig und extrem asozial.
Keine Freiheit ohne Einkommen, diese Satz gilt für jede entindustrialisierte Nation, da man sich nicht selbstversorgen kann.
Ich denke noch mehr Druck auf die Schwachen ausüben verfehlt den Gedanken der sozialen Marktwirtschaft und richtet im Endeffekt sogar den Kapitalismus zu Grunde.
Man sollte eher über unser gesamtes Modell der Erwerbsarbeit nachdenken.
Aber das macht viele Ökonomen arbeitslos, die selbstverständlich auch wie die Sozialbürokratie ihre Interessen verfolgen uns sich daher mit Händen und Füßen sowie scheinheiligen Argumenten dagegen wehren werden. Muss auch mal gesagt werden.
Ja, richtig, einfach nur Gelder verteilen ist eine Sackgasse. Aber wie wäre es eigentlich mal ganz anders zu denken: Nicht sozial ist, was Arbeit schafft, sondern sozial ist, was Gerecht ist und den Menschen vor die (egoistische) Wirtschaft stellt. Ein Modell, bei dem alle profitieren (außer Lobbyisten): http://www.bandbreitenmodell.de Ein Forderung, wie mit Lobbyisten und Lobby-Hörigen Parteien verfahren werden muß: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34089/1.html
Von Kristian Niemietz
Kritik am Sozialstaat ist in Deutschland tabu. Der Entrüstungssturm, den Guido Westerwelles Ausspruch von der „spätrömischen Dekadenz“ vor einiger Zeit auslöste, illustrierte dies einmal mehr.
Mit Recht ! Wird doch mit jeder Kampagne dieser Art ein Stück der Rechte und in der Vergangenheit erstrittener Verbesserungen für Beschäftigte beschnitten. Lobbyorganisationen und die Schreiberlinge in den von ihnen bezahlten Presseorganen bereiten dafür den Boden mit Entrüstungskampagnen um den ausufernden Sozialstaat und Sozialleistungsmissbrauch um Stück für Stück Sozialstaat und Sozialleistungen abzuschaffen.
Dabei werden aber nicht wirklicher Missbrauch oder Fehlentwicklungen bekämpft. Nein, bekämpft werden Leistungen welche den Beschäftigten im Falle der Arbeitslosigkeit nicht so leicht erpressbar machen. Ziel ist es Löhne zu drücken wo das geht oder Beschäftigte in unwürdige Arbeitsverhältnisse zu zwingen.
Viele Menschen in diesem Land haben das mittlerweile eben auch schon bemerkt. Daher gibt es auch gleich contra wenn es wieder mal versucht wird den verbliebenen Teil Sozialstaat weiter zu demontieren.
Zum Thema Dekadenz.
Ich stelle mir folgendes Szenario vor:
Ein fetter reicher Aktienhändler steht an einem Rednerpult und ruft in die Menge ausgezehrter Arbeiter die mit ihrer Arbeit ein Leben lang nie auf einen grünen Zweig gekommen sind :
DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI !!!
Was glauben Sie wie diese wohl reagieren würden?
Wer Westerwelles Bemerkung bereits unerhört fand, dem sei einmal das Buch „Sackgasse Sozialstaat – Alternativen zu einem Irrweg“, die Neuerscheinung des Zürcher Liberalen Instituts, zur Lektüre empfohlen.
Mich als dekadenten Verkäufer mit einem Nettogehalt
Knapp über der Armutsgrenze(43h Woche) hat Westerwelles Bemerkung die ich fast kostenlos übers Fernsehen erhielt so ein schlechtes Gewissen über meinen verschwenderischen Lebenswandel gemacht, dass ich beschlossen habe dieses genannte Buch nicht zu kaufen.
Die zehn Autoren, die die Herausgeber Christian Hoffmann und Pierre Bessard zusammengetrommelt haben, kritisieren den Wohlfahrtsstaat aus einer grundsätzlichen, radikal-freiheitlichen Perspektive.
Was ist Freiheit ?
Wie lange muß ich arbeiten um sie zu erlangen?
Für wen muß ich arbeiten um sie zu erlangen ?
Wo muß ich arbeiten um sie zu erlangen ?
Kann ich mich gegen Unfreiheit privat versichern ?
Ab welchem Vermögen bin ich frei ?
oder:
Hat Freiheit überhaupt mit Besitz zu tun oder hindert dieser selbige ?
Hat Freiheit mit finanzieller Absicherung zu tun ?
Hat Freiheit mit Unterordnung in einen Arbeitsprozeß zu tun ?
Die Autoren der radikal-freiheitlichen Perspektive führen die Worthülse der Freiheit gassi. Wahre Freiheit hat aber nichts mit dem zu tun was diese behaupten.
Die Illusion von Freiheit kann man kaufen . Wahre Freiheit nicht. Ihre Philosopie
wird wohl ein weiterer Versuch sein , den Reichen dieser Welt die Freiheit des Fuchses im Hühnerstall zu ermöglichen und deren Macht weiter zu festigen.
Für diese Lohnschreiber aber allemal sehr lukrativ. Es hat sich schon immer gelohnt sich den Reichen und Mächtigen anzudienen.
Letztlich ist ihr Werk aber entlarvt und somit nutzlos.
Sie wurden gemessen und gewogen und für zu leicht befunden!
Irgentwie geht das ganze Thema m.E. um folgenden Fakt: Der AN bekommt seinen Bruttolohn. Davon werden abgezogen alle Pflichtbeiträge. Der AG zahlt nun noch einen gewissen Teil pro AN ebenfalls an den Staat und das Sozialsystem. Zusätzlich belastet werden alle durch die unterschiedlichen Steuerarten wie Mwst. Umsatzsteuer, Benzin- Tabak-Grundstücksteuer usw, Dazu kommen die Ausgaben für die private Altersvorsorge, Zusatzleistungen bei den Krankenkassenbeiträgen usw.Nun das Problem: trotz der Mehrfachbelastung reicht das Geld hinten und vorn nicht aus? Dafür werden Gründe gesucht und – je nach Lobby, je nach Partei, je nach Mainstream – auch gefunden. Die Frage die sich mir stellt ist recht simpel: Ist es wirklich so dass das Geld nicht ausreicht oder ist es so dass die Ansätze der Umverteilung völlig falsch sind? Ich denke eher zweites trifft zu. Wenn wir die Staatseinnahmen nun auch zu 70 % zur Umverteilung hätten gäbe es das Problem wohl nicht. Wenn die Unternehmen sich z.B. an einige Staatsaufgaben beteiligten (ich denke an Infrastruktur, ich denke an Kindertagesstätten ich denke an Schulsponsoring in gewissen Umfang) wäre auch das eine Entlastungsmöglichkeit für den Staat und die Unternehmensverantwortung erhielte ein neues Gesicht. Nein darum gehts es nicht. Es geht um schlichtes Besitzstandsdenken auch von staatlicher Seite aus. Freiheit – zur Freiheit gehört auch Verantwortung. Das wird uns immer wieder suggeriert. Nun, zur Freiheit gehört m.E. aber eben auch Veränderungswille. Der fehlt – nicht nur beim Steuerbürger. Die Welt verändert sich – das haben nun wohl alle begriffen – es wird nun auch Zeit die Gesellschaft zu verändern. Wir bewegen uns – und das erschreckt mich wirklich – noch immer im unteren Bereich der Maslowschen Pyramide. Sollten wir nicht wesentlich weiter sein? Sollten wir nicht mehr Intelligenz besitzen als uns darin zu verlieren: einigen wenigen Managern die Schuld allen übels zu zuschieben. Sollten wir nicht mehr Intelligenz besitzen als uns an Neiddebatten zu ergötzen und uns die Schwachen als Schutzschild oder zum Herhalten verlogener Begründungen zu nutze zu machen? Wie gesagt m.E. reichen die Einnahmen mehr als aus. Man sollte den Mut haben, die Gesellschaft viel tiefgreifender zu verändern. Dies gilt auch und vor allem für unser Staatswesen. Schön zu wissen dass das was ich beschrieben hab, auch schon in Teilen in den Staaten existiert. Da werden z.B. Unternehmen zur Ansiedlung dadurch gelockt, dass bestimmte Steuern durch Beteiligung an Staataufgaben ersetzt werden. Ein angenhmer Nebeneffekt ist der Wettbewerb der Regionen. In dem Fall nicht in Richtung wer hat die meisten Steuereinnahmen Es geht darum wo sind die wenigsten Steuern zu zahlen und wie kann ich mit meinen vorhandenen Unternehmensressourcen meinen Beitrag in der Region leisten. Wie gesagt – das WÄRE mal ein Gedankengang – vorausgesetzt man verbietet derart Gedanken nicht.
Es hängt von der Perspektive ab. Man kann das System in Deustchland heut auch so sehen wollen, dass die Vollkaskomentalität sich vor allem unter den Deutschen Betrieben und ihren Managern breitgemacht hat: Pleite? Staatliche Unterstützung bitte! Absatzprobleme wegen EHEC? Schadenersatz durch den Staat, weil dem Unternehmer Rücklagen für solche Situationen nicht zugemutet werden können. Schlechte Investitionen? Bail-Out, aber bitte sofort! Managementversagen? Abfindung! Eigenvorsorge? Dienstwagen, Sekräterin und Büro wird bis zum Ableben von der Firma bezahlt. Gefährliche Produke? Bei Verbot bitte Schadenersatz wegen ausgefallener Gewinne! Zu hohe Lohnforderungen von Arbeitnehmer? Mehr Green Cards für Arbeitsimmigranten! Schlechte Ausbildung der Schulabgänger? Bitte kostenlose Bereitstellung von jungen Akademikern! Subventionsabbau? Indiskutabel! Steuern zahlen? Bitte an jemanden anderen wenden!
Das eine unregulierte Wirtschaft letztlich Wohstand schafft, darf nach emprischen Erkenntnissen eigentlich auch in den Bereich der Unwahrheiten einsorteirt werden. Die Unsichtbare Hand führt auch zu stabilen Konstellationen in der Gesellschaft, in denen Korruption, Nepotismus und Diktatur blühen, also mit nichten zu einem globalen Effizienzoptimum der Wirtschaft, wenn jedes Mitglied der Gesellschaft sich im Rahmen seiner Möglichkeiten optimiert.
Deregulierung der Wirtschaft ist letztlich Anarchie, es herrscht das Recht des Stärkeren. Sie wird uns hier mit dem Euphemismus “freiheitlich” verkauft. Auch ist die hier eingeforderte Freiheit die Freiheit einer Minderheit.
An ALLE
Nicht jedes Unternehmen, nicht jeder Unternehmer/ Manager schwimmt im Geld. Kleine und mittelständische Unternehmen haften größtenteils privat, und der Mittelstand ist der Kern unserer Wirtschaft.
Was hier unterstellt wird ist kompletter Wahnsinn und eine absolut antike Vorstellung zwischen Arbeitnehmer und Unternehmer. Die Zeiten und der Wettbewerbsdruck haben sich maßgeblich verändert.
Stetig werden hier Unternehmen zu mehr sozialem Engagement aufgefordert: Aber sieht denn niemand die bereits engagierten Unternehmen? Diese werden hier von allen Beiträgen mit kritisiert. Niemand erkennt dies an und jeder will immer mehr.
Wenn nicht endlich die Anerkennung dieser engagierten Unternehmen respektiert wird, sondern als gegeben betrachtet wird, darf man sich nicht wundern, dass ein falsches Bild in der Gesellschaft entsteht.
Einige Grossunternehmen – nur weil diese bekannt sind – repräsentieren nicht die Wirtschaftswelt. Und bei Weitem nicht jeder Unternehmer verdient so viel. Ich kennen mindestens ein Dutzend Inhaber, die ihren eigen Gehalt drastisch reduziert haben, um das Unternehmen zu erhalten und niemand entlassen zu müssen. nein, gedankt wird dies nicht. Und das ist UNVERSTÄNDLICH aber so TYPISCH!
Immerhin in der Schweiz gibt es eine Aufnahme der public Choice Tradition, die man in Deutschland bestenfalls mit spitzen Fingern anfasst. Das ist erfreulich, wenngleich ich befürchte, das wird in Deutschland ohne Wirkung bleiben. Hier herrschen die Gutmenschen, die anderen vorschreiben wollen, was von ihrem erarbeiteten Geld sie abzugeben haben – aus Solidarität natürlich.
In diesem Zusammenhang hätte ich mir gewünscht – ich kann nicht beurteilen, ob das im vorgestellten Buch der Fall list, aber in der Rezension ist es nicht der Fall – dass damit begonnen wird, die Unzahl der affektiv positiv konnotierten Begrifflichkeiten auszuräumen. Solidarität ist so ein affektives Monster. Gegen Solidarität darf man nichts sagen, sonst ist man böse. Solidarisch hat man zu sein. Solidarität beschreibt somit ausschließlich eine asymmetrische Beziehung, die von einem verlangt, einem anderen etwas zu geben ohne auch nur die Chance einer Gegenleistung. Menschliche Beziehungen bauen aber auf Reziprozität und deshalb können erzwungene einseitige Beziehungen, in denen einer immer nur gibt und einer immer nur nimmt, auch wenn man sie mit dem Wörtchen “Solidarität” zu verschleiern sucht, auf Dauer keinen Bestand haben. Selbst der Dümmste unter den Blöden merkt irgendwann, dass er ausgenutzt wird, auch wenn man noch so wortreich versucht, ihn vor dieser Erkenntnis zu bewahren…
Für mich hat ein hohes Bürgereinkommen sehr wenig mit Solidarität zu tun, ohne dies enden wir in einem totalitären Überwachungsstaat, der alles nach gutdüngen verteilt (derzeit leben wir ja in einem ähnlichen System).
Ob es solidarisch ist spielt für mich nur eine zweitrangige Rolle! Wobei ich grundsätzlich der Meinung bin, dass Armut, sogar global betrachtet, nicht nötig wäre und keinem nützt, sogar die, die glauben sie würde ihnen nützen schadet sie.
Keine Ahnung ich habe die Hoffnung inzwischen aufgegeben, dass wir endlich die Lügen der Erwerbsarbeit aufdecken und daraus die Konsequenzen ziehen. Jeder versucht seinen kleinen Teil zu schützen und hofft darauf nach unten treten zu können.
Ich dachte immer, Menschen wären die derzeit höchste Evolutionsstufe, schade.
Ich finde Thomas D und Nina Hagen beschreiben die derzeitige Situation in “Solo” ganz gut:
“daß du anders geworden bist und dein Erfolg für uns
zum Mißerfolg geworden ist”
Ist zwar ansich ein Liebeslied, aber der Satz passt ganz gut auf unsere derzeitige Situation im Kapitalismus.
@ Surp
Armut nützt uns, den Industriestaaten. Denn darauf beruht unser Wohlstand. Eine Welt, in der alle gleich sind, wird niemals existieren – das würde gegen die Evolutionstheorie sprechen. zu deutsch: Ich halte es für ein Naturgesetz (Im Grundsatz wohlgemerkt).
Wir können es nur ein wenig mindern. Schliesslich haben wir als Konsumenten die Macht und können gezielt die Produkte nachfragen, welchen unseren Massstäben entsprechen. Aber wir als Konsumenten sind dazu nicht fähig.
Und nun aufgrund unserer Unfähigkeit auf die Politik oder auf Unternehmen zu makeln, ist nur die Verschiebung der Verantwortung. Mehr nicht. Sollen es doch die anderen für uns richten, bei sich selbst sucht man die Schuld bekanntlich zuletzt.
@Markus
“Aber wir als Konsumenten sind dazu nicht fähig.”
Das hat verschiedene Gründe. Ein nicht unwesentlicher ist, dass in Deutschland ein Teil der Konsumenten nicht einmal die Basisversorgung leisten können und zu Tafeln gehen müssen. Gerade die niedrigen Einkommensgruppe und diese ist in den letzten Jahren massiv gewachsen, wird immer nur auf den Preis schauen. Es bleibt nichts anderes übrig.
“Armut nützt uns, den Industriestaaten. Denn darauf beruht unser Wohlstand.”
Voelliger Quatsch. Nichts waere besser fuer uns, als wenn die gesamte Dritte Welt ploetzlich steinreich wuerde. Das wuerde fuer uns erstens Absatzmaerkte ohne Ende bedeuten. Der Aufstieg Chinas z.B. ist fuer uns ein Riesengluecksfall, schon allein, weil chinesische Unternehmen massenhaft deutsche Kapitalgueter nachfragen. Waere China bei der Wirtschaftspolitik von Mao Tse-Tung geblieben, dann waeren diese Absatzmaerkte nie entstanden.
Zweitens wird die weltweite Arbeitsteilung wesentlich effizienter, je mehr Regionen am Weltmarkt ueberhaupt erst teilnehmen.
Die Vorstellung, unser Wohlstand basiere darauf, dass wir die dritte Welt aussaugen, ist Kindergartenoekonomie. Schauen Sie sich doch einfach mal die weltweiten Handelsstroeme an, bevor Sie die Allerweltsphrasen heraushauen, die Sie in der Attac-Krabbelgruppe gelernt haben. Dann wuerden Sie ein ganz einfaches Muster erkennen: Die alleraermsten Regionen der Welt sind diejenigen, die am wenigsten in den Weltmarkt eingebunden sind. Also diejenigen, die, oekonomisch betrachtet, am wenigsten mit uns (der westlichen Welt) am Hut haben (und die folglich auch am wenigsten von uns “ausgebeutet” werden koennen). Diejenigen, die sich in den letzten Jahrzehnten schrittweise in den Weltmarkt integriert haben, sind heute Schwellenlaender: Dort gibt es immer noch jede Menge Armut, aber aus dem Groebsten sind sie raus, und die Tendenz ist fallend. Und dann gibt es die erfolgreichen Aufsteiger wie Suedkorea, Taiwan und Chile, und erst recht Hongkong und Singapur. Die haben die Tore am weitesten geoeffnet, um sich von uns ausbeuten zu lassen.
Aber ignorieren Sie das lieber alles, denn wer an Fakten erinnert, macht sich in Deutschland keine Freunde. Diffuse Kapitalismuskritik ist der beste Garant fuer Sozialprestige.
@ Kris
ja, was ein Glücksfall mit China. Die dortige Binnennachfrage steigt, die Produktionskosten steigen, die Margen für Importunternehmen werden geringer, die Rendite sinkt. Welch ein Glücksfall. Wie wunderbar auch im gleichen Maße, wenn wir künftig Güter importieren werden, welche auf höherem Preisniveau liegen, wie schön, dass wir mit gleichem Einkommen höhere Ausgaben haben.
Falls es Ihnen nicht aufgefallen ist: Deutschland wird nicht zu den “Gewinnern” der Weltmarktentwicklung gehören, sondern deutlich an Marktmacht verlieren. Was nützt uns ein Aufstieg Chinas, wenn die dort eingesetzten Produktionsanlagen eben nicht aus Deutschland kommen? Sie unterstellen eine surreale Entwiklcung, in welcher alle nur deutsche Güter nachfragen. Oh, wie wunderbar die heile Welt. Aber vom betriebswirtschaftlichen Ablauf und der Gesamtsituation, insbesondere den Szenarien in den nächsten 20 Jahren haben Sie die Augen verschlossen, verwesien mich gar auf Attac.
Kurze Frage aus meiner Krabbelgruppe: Warum importieren wir 90% aller Spielzeuge und rund 70% aller Textilien aus China? Wieso sind diese Produktionen (und andere) aus Deutschland weitgehend verschwunden? Ach so, Arbitrage gilt ja nicht. Na dann krabbel ich mal weiter und lasse Sie in Ihrer kleinen Welt alleine weiterspielen.
P.S.
“Zweitens wird die weltweite Arbeitsteilung wesentlich effizienter, je mehr Regionen am Weltmarkt ueberhaupt erst teilnehmen”
Dies wurde vor knapp 30 Jahren schon widerlegt als Begründung für den Außenhandel. Nach David Ricardo gabs nämlich noch weiter schlaue Menschen, die auch gerne mal revidieren.
@ chriwi
Da haben Sie vollkommen recht. Darum wäre es umso wichtiger, dass eben alle Anderen, welche die Wahl hätten, dies auch verwirklichen würden. Aber auch diese Konsumenten sind sehr Preissensibel.
Aber wieviel sind es denn, die tatsächlich gar keine Wahl haben? Sind es mehr als 5% der deutschen Bevölkerung?
„Sackgasse Sozialstaat. Alternativen zu einem Irrweg“
Von Kristian Niemietz
Ob es sich beim Sozialstaat um einen Irrweg oder doch um den richtigen Weg handelt hängt ganz von den damit
verbundenen Interessen ab. Das macht es wohl so schwer sich in diesem Thema zu einigen.
Ein Beispiel:
Einem Kapitalanleger würde es ganz gelegen kommen wenn der Staat die Autobahnen privatisieren würde. Hätte er doch eine relativ risikofreie Anlagemöglichkeit mit ganz wahrscheinlich guter Verzinsung .Aus seiner sicht eine prima Sache. Er kann sich nicht vorstellen, ein böser Mensch zu sein, nur weil er sein Geld anlegt und dafür eine Verzinsung erwartet.
Auf der anderen Seite steht ein Arbeiter der jeden Tag für den Weg zur Arbeit die Autobahn nutzen muss.
Der soll für etwas, was bisher kostenlos war, plötzlich bezahlen. Unverständlich für ihn, weil er weis das diese mit seinen Steuergeldern gebaut wurden. Er also nun für etwas zahlen soll was er bereits bezahlt hat. Diese Privatisierung schadet dem Arbeiter also. Für ihn ist der Anleger ein böser Mensch.
So verhält es sich eben auch mit dem Sozialstaat.
Kapitalanleger stören hohe Lohnkosten. Sie verringern seine Rendite. Daher wird Einfluss auf die Politik genommen soziale Leistungen zu kürzen um Beschäftigte zur Annahme auch schlechter bezahlter Tätigkeiten zu zwingen.
Einige gewinnen -viele verlieren
Soll das unser System der Zukunft sein?
Einige gewinnen -viele verlieren
Mit welchem Recht?
Und das ist die eigentliche Frage der Zukunft.
Was verstehen wir unter Recht?
Was ist richtig ?
Was ist gerecht ?
Einige gewinnen- viele verlieren – Das ist eben nicht gerecht . Ungerechtigkeit kann niemals richtig sein. Eine Gesellschaft die Ungerechtigkeit zu Recht macht hat keine Zukunft. Sie hat auch keine verdient.
Wenn man den Sozialstaat also als Versuch des Ausgleichs zwischen Gewinner und Verlierer sieht, so stellt er wenigstens den Versuch dar ein wenig mehr Gerechtigkeit zu schaffen.
Wer den Sozialstaat als Irrweg verleumdet, versucht also auch diesen Ansatz von Gerechtigkeit abzuschaffen.
Wir sollten uns Überlegen ob wir den Weg des Ausgleichs zwischen Gewinnern und Verlierern gehen wollen oder den Weg dem Gewinner noch höhere Gewinne zu ermöglichen und dem Verlierer noch mehr zu nehmen.
Wir müssen uns entscheiden auf welcher Seite wir stehen wollen.
“Voelliger Quatsch.”
Da muss ich leider Widersprechen. Es stimmt schon, dass die Liberalisierung der Handelsströme zu einem Zuwachs an Wohlstand führen kann. Dennoch sind die Programme für die Liberalisierung im höchsten Maße ungleich. Die Entwicklungsländer werden von den entwickelten Ländern massiv benachteiligt. Ich Empfehle ihnen “Fair Trade” von Joseph Stieglitz. Er betrachtet das ganze etwas differenzierter als Markus und sie. Im Hinterkopf muss man natürlich haben, dass die Rohstoffpreise anziehen, wenn sich die armen Länder entwickeln. Daran haben die Industrieländer eigentlich kein Interesse. Auch werden die kleineren Schwellenländer gerne mal Spielball des IWF und der Weltbank. Diese vertreten natürlich die Ideale des Westens (z.B. Washington Consensus), auch wenn die Kosten des Landes höher sind als der Nutzen. China fällt dabei ein wenig heraus. Das liegt nicht zuletzt am politischen System und der Möglichkeit über die schiere Größe Druck auszuüben.
“Die Vorstellung, unser Wohlstand basiere darauf, dass wir die dritte Welt aussaugen”
Nicht nur, aber zum Teil eben schon. Wanderarbeiter in China werden ausgebeutet und die dadurch reduzierten Preise landen bei uns. Man nimmt bei uns billigend in Kauf, dass dort Menschen unterdrückt werden und zu miserablen Bedingungen arbeiten. Andere Beispiele sind Kinderarbeit. Man kann nicht leugnen, dass Großkonzerne gerne ein Auge zudrücken, wenn der Preis sinkt. Umgekehrt ist natürlich auch richtig, dass der Wohlstand zum Beispiel in Brasilien stark gestiegen ist. Da die Mehrheit aber immer noch sehr arm ist und eine hohe Arbeitslosigkeit vorherrscht, werden viele dieser Wohlstandssteigerungen in arbeitsintesiven Bereichen erschaffen. Also von der Möglichkeit viele Menschen sehr billig arbeiten zum lassen (das kann man schon als Ausbeuten verstehen).
@ chriwi
So trifft das auch m.E. zu (aus meiner persönlichen Branche im internationalen Handel, insbesondere Einkauf international/ Konsumgüter).
Daraufhin komme ich eben auch zu dem Fazit, dass letztlich wir davon profitieren, wenn irgendwo jemand für sehr wenig Geld unseren neuen Flachbildfernseher baut oder unser 5 Euro T-Shirt näht. Wir nutzen im internationalen Güterhandel sogar sehr intensiv die Lohnunterschiede (siehe zB Bangladesh, Indien, Vietnam) aber auch die Skaleneffekte (siehe zB China)
Sehr interessante Meinungen wie ich finde – auch sehr viel z.T berechtigte Kritik am System.
Wie wäre es denn, wenn man das ganze Thema nun einmal aus der Sicht eines Konzerns betrachtet? Und wenn man diesbezüglich auch die Kaufkraft mit einbezieht? Dann wird man schnell feststellen dass Wettbewerb eben auch einen Preisdruck erzeugt – den aufzufangen um ein Unternehmen wettbewerbfähig zu halten, ist eine Managemententscheidung. Hier ist nun einmal eine Variante das Auslagern von Teilen der Produktion, ein anderer Weg wäre das senken der Energie- und Arbeitskosten…….
Wir sprechen hier nicht nur von einem Wettbewerb innerhalb Deutschlands – wir müssen auch Wettbewerbsfähig in Bezug auf die Schwellenländer sein und bleiben. Die Schwellenländer können in unserem Auftrag billig produzieren und sind so mit uns verbunden – sie können aber eben auch eigene Produkte mit uns konkurrieren lassen. Die Produktion ist in jedem Fall billiger und damit auch der Angebotspreis. Durch Qualität allein, zusätzliche Serviceangebote lässt sich das nicht auffangen.
Die Kritik man lasse im Ausland billig produzieren um die Betriebsergebnisse zu verbessern trifft es eben nur zum Teil. Es kann hier auch um den Fortbestand einiger Branchen in Deutschland gehen.
Ein weiteres Beispiel ist Kinderarbeit. Nun, hier können die Konzerne etwas tun – ja, nachdem das Thema in den Medien war, tun sie auch etwas. Nun sieht das vor Ort aber eben auch so aus, dass die Kinder z.T. woanders arbeiten gehen weil die Familien dort auf das Einkommen angewiesen sind um überhaupt leben zu können. Das ist sicher in beiden Fällen nicht das wahre.
Was also kann man tun?
Wirtschaftliche Entwicklungsarbeit in den Staaten in denen wir billig produzieren lassen. Das hieße dann mehr zu importieren, mehr Tourismus in diesen Ländern, Produktionslinien aufbauen, Importrestriktionen lockern,Kaufkraft generieren, Hilfe zur Selbsthilfe geben. Tun wir das nicht auch in dem wir dort produzieren lassen? Sicher ist das nur ein Anfang – vielleicht nicht der beste – aber es ist ein Anfang.
Die Menschen in diesen Staaten werden auch Selbstbewusster und fordern gewisse Rechte – im Laufe einer gewissen Zeit werden auch die Konzerne darauf eingehen müssen. Das ganze ist aber noch in der Entwicklung – und das so einige Kandidaten uns auch schon das eine oder andere Patent abgejagt haben zeigt doch wie lebendig dieser Markt ist.
Ich für meinen Teil kann jedenfalls feststellen dass sich vieles im Umbruch befindet – dass sehe und höre ich auch und vor allem da ich beruflich mit gewissen Ländern in Kontakt bin von denen auch hier die Rede ist. Das macht Mut und wird sich auch in den Anforderungen an den Sozialstaat wiederspiegeln. Nur eines müssen wir Deutschen – vor allem der “Normalbürger” für sich annehmen: Wir leben nicht mehr auf einer Insel. Heute bestellt man sich Waren aus China, Indien usw. direkt per Internet – das hat Konsequenzen für Unternehmen,den Handel, die AN, die Steuereinnahmen usw. Und hier ist das Ende noch nicht erreicht.
Darauf müssen Politik und Unternehmen reagieren – da müssen Entscheidungen gefällt werden und da werden Fehler gemacht.
@Michael Klein
“In diesem Zusammenhang hätte ich mir gewünscht – ich kann nicht beurteilen, ob das im vorgestellten Buch der Fall list, aber in der Rezension ist es nicht der Fall – dass damit begonnen wird, die Unzahl der affektiv positiv konnotierten Begrifflichkeiten auszuräumen.”
Doch:
“„Solidarität“ und bürokratisch organisierte Umverteilung sind zwei völlig unterschiedliche Paar Stiefel. Der Umverteilungsstaat ist vielmehr als ein Tauziehen zwischen verschiedenen Interessengruppen aufzufassen, die vor allem ihr eigenes Wohlergehen im Sinne haben.”
Der Public Choice Ansatz ist in dem Buch durchaus drin, jedenfalls in dem Kapitel von Michael von Prollius und in [Eigenwerbung ein/] meinem eigenen [\Eigenwerbung aus]. Es geht durchaus auch darum, die naive Interpretation des Sozialstaates als Institutionalisierung von Mitgefuehl und Solidaritaet (wie sie weiter oben auch in dem Kommentar von Linsel zum Ausdruck kommt) herauszufordern.
@ Silvio
Genau das habe ich mit obigen Beiträgen gemeint. Die im Grundsatz “günstigen” Konsumgüter können dann letztlich auch im Binnenhandel zu unwahrscheinlichen Preisen nachgefragt werden – so ermöglicht uns der internationale Markt, dass auch “niedrige” deutsche Einkommen mehr am Konsum partizipieren können. Ergo: Wir profitieren direkt davon, dass jemand wesentlich weniger bekommt als wir.
Aber wir müssen eine im Auge behalten: Deutschland wird an Marktmacht (global) verlieren.
In den nächsten 10-20 Jahren sehe ich ganz klar China, Indien und vielleicht auch Brasilien als die Aufsteiger. Selbst die USA wird verlieren. D.h. für uns, dass wir unseren Status und damit auch Einfluss verlieren. Infolge dessen müssen wir jetzt schon versuchen, am Weltmarkt Nischen zu besetzen, denn im Massenmarkt sehe ich für deutsche Produkte/ Dienstleistungen gar keine Chance. Gleiches sehe ich auch für technische Entwicklungen.
Mancher mag es nicht hören, aber alternative Energien und Fahrzeuge können ein Nische sein – wo wir aufgrund unserer Politik durchaus mitspielen können auf der Welt. Denn Deutschland ist Autoland. Das ist unsere Kernkompetenz. Siehe Marktmacht VW ggü. Toyota. Das ist fantastisch und beispielhaft.
Aber irgendwie scheifen wir hier sehr vom eigentlichen Thema “Sozialstaat” ab. dennoch finde ich die Beiträge höchst interessant. Man lernt nie aus.
@Markus
“Aber wieviel sind es denn, die tatsächlich gar keine Wahl haben? Sind es mehr als 5% der deutschen Bevölkerung?”
Ich behaupte einfach mal, dass man alle Hartz 4 Leistungsempfänger dazu zählen kann (auch die Aufstocker). Einige werden klar kommen, aber überschlägig wird es hinkommen.
Dann wird es eine große Gruppe geben (um die 25%) welche gerade so hinkommen. Das sieht man an den Sparstatistiken. Da die unteren 30% keine oder negative Ersparnisse haben, gibt es dort wohl wenig Wahlmöglichkeiten bezüglich des Konsums.
@Silvio
“Hier ist nun einmal eine Variante das Auslagern von Teilen der Produktion, ein anderer Weg wäre das senken der Energie- und Arbeitskosten……. ”
Im Allgemeinen gibt es da nicht viel zu kritisieren. Wenn in den Entwicklungs- und Schwellellländern die Menschen ausgebeutet werden dann schon. Wenn die Produktions- und Transportkosten bei einem T-Shirt bei 5 Dollar liegen und diese für das 8 – fache verkauft werden, dann herrscht kein Wettbewerbsdruck. Die Gewinne werden maximiert. Wenn das T-Shirt 10 Dollar kosten würde, dann könnten in den armen Ländern die Menschen prima davon leben. Das würde wirkliche Entwicklungshilfe sein.
“Tun wir das nicht auch in dem wir dort produzieren lassen? ”
Jaein. Wenn kein Technologietransfer stattfindet ist der Nutzen sehr gering. Die Konzerne zahlen in den Ländern wenig Steuern und die Arbeitnehmer werden schlecht bezahlt. Ein Paradebeispiel ist Mexiko. Dort lief alles prima bis auch Mexiko zu teuer wurde. Da es faktisch keinen Technologietransfer gab nutze der kurzzeitige Exportschwung nichts. Ein weiterer Punkt ist, dass die Produktion meist nicht diversifiziert wird. Somit ist man ein Spielball der Märkte.
@ chriwi
Um die Validität ihrer Aussage bzgl. Sparquote zu sichern, müssten Sie auch den Konsumcharakter der jeweiligen Gruppe darlegen – was natürlich höchst aufwändig, gar unmöglich ist. Vielleicht wählt die eine Gruppe nicht danach aus, wer welche Güter wie herstellt, weil die Finanzlage das einfach nihct hergibt, Aber andererseits konsumiert diese Gruppe “überflüssige” Produkte (zB Tabak). Also wählt diese Gruppe anstelle eines “sozialverträglich produziertem” Gut den Tabak als vorzugsweises Gut. Dies nur als Beispiel. Ich möchte damit ausdrücken, dass viele nicht zum Verzicht bereit sind um anderweitig “faire” Produkte zu einem höheren Preis zu wählen. Jeder ist sich demnach selbst der Nächste. Andererseits ist auch die Frage, ob es die Hartz IV Empfänger überhaupt interessiert – oder ob diese Gruppe einfach nur sagt: Hauptsache billig,Hauptsache Konsum.
Ich unterstelle hier bewusst und verallgemeinere, damit klar wird, was ich meine. Wir haben Wahlmöglichkeiten, auch mit wenig Einkommen – aber dann muss ich ggf an anderer Stelle verzichten. Und dieser “Preis der Opportunität” ist vielen zu hoch. Lieber 2 Tafeln Schokolade anstelle einer fair gehandelten.
Ich kann dies durchaus verstehen und nachvollziehen, dass dies für viele eher ein Luxusproblem darstellt.
“Andererseits ist auch die Frage, ob es die Hartz IV Empfänger überhaupt interessiert – oder ob diese Gruppe einfach nur sagt: Hauptsache billig,Hauptsache Konsum.”
Das kann ich auch nicht beantworten, allerdings gehen ettliche zu Tafeln und “betteln”. Ich glaube schon da da nicht viel Platz für variablen Konsum ist. Ausnahmen gibt es natürlich immer.
“Lieber 2 Tafeln Schokolade anstelle einer fair gehandelten.”
Ich gehe da mit. Faktisch jeder würde so handeln, wenn es die einzigen zwei Schokoladen des Monats sind. Die Frage ist auch, wo fängt Luxus an. Wenn in Deutschland diskutiert wird, dass jeder an kulturellen und sozialen Dingen teilhaben soll, dann ist das richtig. In weiten Teilen der Welt wäre dies ein Luxusproblem. Das heißt man sollte den Reichtum des Landes schon gegenüber stellen und es relativ betrachten.
Ihre Anmerkungen zum “falschen” Konsum sind sicher richtig. Allerdings ist die Gruppe der Nichtsparer auch diejenige mit dem niedrigsten Einkommen. Somit wird sicherlich auch Alkohol und Tabak konsumiert. Das sollte (wenn man das möchte) auch kein Problem sein. Dennoch sollte es eben Tabak sein, welcher fair vergütet wurde sein.
Ich bin betrunken:
Aber alle die hier posten reden über Nichtigkeiten.
Für mich ist die Frage wohin wir (als Menschen) gehen wollen.
Es gibt in meinen Augen 2 Wege:
1. Jemand anders weiß, was gut für mich ist.
2. Ich weiß, was gut für mich ist, aber ich brauch die Möglichkeit dazu.
Dazwischen gibt es eigentlich nichts.
P.S.: Ich glaube wir trauen “den Anderen” das Leben nicht zu.
Kris:
“Es geht durchaus auch darum, die naive Interpretation des Sozialstaates als Institutionalisierung von Mitgefuehl und Solidaritaet (wie sie weiter oben auch in dem Kommentar von Linsel zum Ausdruck kommt) herauszufordern.”
Linsel:
so stellt er wenigstens den Versuch dar ein wenig mehr Gerechtigkeit zu schaffen.
richtig Lesen !
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Ob der Versuch immer gelingt sei mal dahingestellt. Das ist auch nicht die eigentliche Frage.
Die Fehler der jetzigen Form des Sozialstaates sind offensichtlich. Ich möchte mich auch nicht herumstreiten von welcher Seite der tote Hund am meisten stinkt.
Nein darum ging es nicht. Es geht um viel grundsätzlicheres.
Wir müssen uns klar werden welche Ausrichtung der Gesellschaft Zukunft hat.
Möchten wir das Konkurrenzprinzip oder das Gemeinschaftsprinzip.
Wettbewerb oder Zusammenarbeit.
@ Markus
ja das sehe ich auch so, mittelfristig werden Deutschland und die USA an Marktmacht verlieren. Das zeichnet sich ja bereits ab. Ich habe in einem Artikel im Harvard Business Manager gelesen dass wir im Moment die Schwellenländer “als Werkbank” nutzen. Sicher ändert sich das – schließlich kommen auch viele der high potenzials aus Indien usw. Vielleicht wäre es sinnvoll wenn sich Deutschland neben den Autos auch auf Schwermaschinen und vor allem F+E spezialisiert. Wir sind – oder waren – ein Land der Dichter und Denker. Wie wäre es denn sich wieder darauf zu besinnen? Nun ja – dafür haben wir wahrscheinlich zuviele gesetzliche Beschränkungen.
@ chriwi
wenn ein Konzern im Ausland investieren will, dann recherchiert er u.a. auch an Hand des BERI wie sicher die Investitionen sind und wie die weitere Entwicklung aussehen könnte. Nun ist – wie Sie sicher wissen – der political risk index ein Teil des BERI. Wenn dieser Wert zeigt dass die Investitionen in diesem Land evtl. nicht sicher sind – nicht zu dem beabsichtigten Ergebnis führen dann – und ich kenne KEINEN Manager der das anders sieht – wird nur in dem Rahmen investiert in dem es sicher ist. Zumindest was meine Ergebniserwartungen betrifft. Und das könnte dann auch einfach nur das nähen von T-Shirts sein. Worüber sprechen wir also? Wir reden hier nicht nur vom Willen der Wirtschaft, sich (auch durch neue Investitionen und Technologiepransfers) neue Märkte zu schaffen. Wir reden hier von Entscheidungen die zum Teil viel weiter gehen. Ein Beispiel wäre folgendes: Sie treffen eine Investitionsentscheidung in Höhe von 100 Millionen. Sie schicken dieses Geld in ein Land welches durch Korruption, ständig wechselnde Regierungen, Clanwirtschaft, Diktaturen einen negativen PORI hat. Die Produktion dort ist aber billig.Das Geld kommt an und in 2 Jahren ändert sich alles und Sie können die Firma dicht machen und das Geld ist weg. Ich denke einfach dass auch dieses Thema 2 Seiten hat. Ja, in einigen Fällen ist es aber auch der schnöde Mammon der zu so einer Entscheidung führt. Das will ich garnicht bestreiten. Zu einer sinnvollen Investition gehört auch Sicherheit für die Investition. Hier – und wir sehen es jeden Tag in den News – tut sich einiges. Zum Teil auch in den Schwellenländern. Und jede größere Investition in ein unsicheres Land kann als Folge Völkermord, Kriege, wachsende Armut zur Folge haben. Hier hat wohl noch niemand ein Patentrezept.
@ Silvio
es ist der schnöde Mammon. Oder aus welchem Grund arbeitet Deutschland bzw Europa so intensiv mit China zusammen? Sicherlich nciht, weil dort Menschenrechte als selbstverständlich gelten oder weil politisch vollkommene Sicherheit herrscht. Auch in China herrscht eine gewisse Willkür. Kaum ein Land, ausser wenige europäische Staaten und die USA weisen eine solche Sicherheit auf wie wir es fordern – weil wir es so gewohnt sind. Dies obliegt aber auch den zahllosen Gesetzen und der Unzahl von Beamten.
Wobei: Vor 2 Jahren wurde prophezeit, Atomkraft bleibt. Und heute? Na dann fragen Sie mal die Energiekonzerne zum Thema politischer Taktik. Auch das ist Unsicherheit. heute so, morgen so.
Unsere Stärke ist sicherlich unsere Qualität bei Innovationen. Da stimme ich voll zu. Nur, wenn wir die Industrie nach und nach auslagern, werden in folge dessen auch dei Innovationen am Standort entwickelt. Von den dort Beschäftigten (sihe Tochtergesellschaften in Indien). So sehe ich das als langfristige Entwicklung. Ein Unternehmen als solches ist nicht loyal ggü. einem Land. Muss es auch nicht, das ist nicht das Wesen eines Unternehmens. Ein Unternehmen ist sich zuerst mal sich selbst verantwortlich. Siehe Nokia. Es ist lediglich eine moralische Frage.
@ Surp
Aus Erfahrung will ich bestätigen, dass sehr viele Menschen eine Führung brauchen. Egal in welchem Bereich. Als Grund kann man viele Dinge anführen, von Unwissenheit (nicht Dummheit!) bis hin zu Desinteresse.
Ich persönliche kenne mich zB nicht mit Wirkstoffen bei Arzneimitteln aus. Also bin ich auf “Experten” angewiesen, welche hier mein Interesse vertreten un die Mittel für mich beurteilen. Darauf muss ich dann vertrauen – aufgrund meiner Unwissenheit und Unsicherheit.
Es ist also nicht – wie Sie schreiben schwarz oder weiss. Es ist dazwischen. Ich weiss, was gut füt mich ist, brauche aber hier und da sicherlich Hilfe bei der Entscheidung (welche ich letztlich immer alleine fällen muss).
Aber ich gebe Ihnen recht: Auch ich beurteile sehr viele Menschen in manchen Bereichen schlicht als unfähig und traue vielleicht auch zuwenig den Menschen zu. Das hat Vor-/ und Nachteile.
Ich kenne aber auch genug Mitarbeiter, welche gar keine Verantwortung übernehmen wollen (auch wenn Sie befähigt wären). Diese MA wollen unbedingt Anweisungen erhalten, ohne weitere eigenständige Einflüsse wirken zu lassen. Erinnerts ehr an Bundeswehr, aber auch das ist wirklich keine Seltenheit.
Und wenn ich die Werbung und das Konsumentenverhalten beobachte: Menschen wollen belogen werden. Menschen wollen nicht immer die Wahrheit. Menschen brauchen eine Instanz, an der Sie sich orientieren können oder über die sie meckern können. Das ist einfach so. Sehr banal, aber ich schliesse mich nicht aus.
Beispiel: Angestellte sind über ihren Vorgesetzten unzufrieden, zu straffe Mitarbeiterführung. Aber wenn diese Angestellten plötzlich in der Führungsrolle sind…sie würden es kaum anders machen (obwohl die Möglichkeit gegeben wäre). Auch das habe ich im Unternehmen mehrfach beobachtet. Man orientiert sich einfach und kopiert ein gewisses Verhalten. Nur sehr selten gibt es Menschen, die ihren individuellen Weg durchsetzen wollen – und meist scheitern sie daran (weil es zuviel Gegenstimmen gibt).
“Linsel:
so stellt er wenigstens den Versuch dar ein wenig mehr Gerechtigkeit zu schaffen.
richtig Lesen !
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Ob der Versuch immer gelingt sei mal dahingestellt.”
Das meine ich doch gerade. Der Sozialstaat stellt NICHT den Versuch dar, “mehr Gerechtigkeit zu schaffen”. Wie sagte doch der alte Bismarck:
„Mein Gedanke war, die arbeitenden Klassen zu gewinnen, oder soll ich sagen zu bestechen, den Staat als soziale Einrichtung anzusehen, die ihretwegen besteht und für ihr Wohl sorgen möchte“
@Kris
“Das meine ich doch gerade. Der Sozialstaat stellt NICHT den Versuch dar, “mehr Gerechtigkeit zu schaffen”.”
Was ist Gerechtigkeit? Im Grunde stellt der Sozialstaat einen gesellschaftlichen Stabilisator dar. Dadurch, dass Krisensituationen des Einzelnen durch die Gemeinschaft aufgefangen werden bleibt der soziale Frieden erhalten. Ich bin auch der Meinung, dass die größten Gewinner des Sozialstaates eben nicht die Armen, sondern die Reichen sind. Er stellt eben eine Barriere zur Revolution und Enteignung dar.
@ Markus
Wir sind zu Mitläufern erzogen, daher kann ihnen das so vorkommen, aber die meisten Menschen wissen oder glauben zumindest zu wissen was für sie gut ist.
Es spielt eigentlich keine Rolle, ob sie es nun wissen oder es nur glauben, es stellt sie zufrieden, wenn sie ihre persönlichen Bedürfnisse verwirklichen können und nicht andauernd von jemandem gesagtm bekommen müssen, was seiner Meinung nach gut für sie sei.
In Unternehmen nennt man, dass was sie beschreiben “Management Dilemma”. Ein Großteil unserer Bürger geht nur seiner Erwerbsarbeit nach, da er die Kohle braucht, das ist eine erschreckende Entwicklung.
Ich schlage vor, dass Buch einfach mal zu lesen. Glaube zwar nicht, dass es hier jemanden umstimmen wird, aber man wuerde dann zumindest mal die gleiche Sprache sprechen. Ist doch auch was.
@ Kris
Es geht ja nicht direkt um das Buch, sondern um die obigen Kernthesen und deren Interpretation.
Wenn ich jedoch die Beiträge hier lese, dann erkenne ich recht deutlich, dass die “Probleme” weit tiefer liegen, und das finde ich das eigentlich Spannende an dem Ganzen. Die Vielfalt der Ansichten durch die Möglichkeit einer weitgehend freien Interpretation bereichert unser Wissen und zeigt Optionen auf. Das ist für mich der Mehrwert – und nicht, indem ich das gesamte Buch lese, denn das will ich gar nicht kritiseren. Die Thesen sind lediglich der Anstoss.
Und je mehr “unterschieldliche SPrachen” hier gesprochen weden, desto interessanter die differenzierten Meinungsbilder.
Bismarck:
„Mein Gedanke war, die arbeitenden Klassen zu gewinnen, oder soll ich sagen zu bestechen, den Staat als soziale Einrichtung anzusehen, die ihretwegen besteht und für ihr Wohl sorgen möchte“
Bismark ist letztlich ein Getriebener der sozialen Entwicklung in Deutschland gewesen. Er hatte lediglich vor, der Sozialdemokratie den Wind aus den Segeln
zu nehmen .Ich würde deshalb auch nicht Bismark danken für die sozialen Fortschritte.
Er sah nur den Machterhalt seiner Klasse. Wir müssen uns bei den Arbeitern bedanken welche den Mut hatten sich gewerkschaftlich zu organisieren . Auch unter schwierigsten Bedingungen ,selbst auf die Gefahr dabei sein Leben zu verlieren.
Bismarks Verdienst besteht darin, so viel Überzeugungskraft gegenüber den damaligen Unternehmern aufzubringen, damit diese seinen Bestechungsversuch
mitmachen. So wie viele Unternehmen heute ,so sahen das auch damals viele Unternehmer nicht von selbst ein,daß wenn sie nichts tun um ihren Beschäftigten wenigstens ein wenig entgegenzukommen, sie irgendwann einmal alles verlieren werden. Bismark hatte halt einen gesunden Menschenverstand.
@ Linsel
Gewerkschaften haben bisher nur Schaden angerichtet (soziale Systeme wären automatisch und schneller gekommen), sie zu verteiligen, zeugt für mich von extremer Ignoranz.
Gewerkschaften haben einst selbst Hilfskassen betrieben, bevor Bismarcks Zwangsversicherung diese platt gemacht hat. Auch die Entstehung genossenschaftlicher Versicherungen war schon weit vorangeschritten.
Soziale Sicherungssysteme koennen selbstverstaendlich auch ohne staatliche Beteiligung entstehen. Ist wohl Teil der deutschen Untertantenmentalitaet, dass wir die Begriffe “Sozial” und “Staat” nicht getrennt denken koennen.
Surp
(soziale Systeme wären automatisch und schneller gekommen),
welche denn ?
@ Surp
Gewerkschaften haben bisher nur Schaden angerichtet
welchen Schaden?
@ Linsel
Gewerkschaften sind reine Besitzstandswahrer, die in keinsterweise einen sozialen Gedanken verfolgen.