Unser kreditfinanzierter Pseudo-Wohlstand
In Europa kämpft Griechenland – wohl vergeblich – gegen den Staatsbankrott. Auch Irland, Spanien und Portugal werden seit Monaten von den Ratingagenturen in ihrer Bonität abgewertet. Aktuell steht Italien und auch die USA unter besonderer Beobachtung. Vor allem in den entwickelten Staaten der Nordhalbkugel ist dramatisch zu beobachten, wohin ein exzessiv mit Krediten finanzierter Wohlstand führt. Doch statt die Ursache des Übels schonungslos zu debattieren oder die Frage nach der nachhaltigen Finanzierung unseres Wohlstands zu stellen, werden politische Schaukämpfe auf Nebenkriegsschauplätzen ausgetragen.
Sparen und Investieren sind die zwei Seiten jeder langfristig tragfähigen Wohlstandsstrategie. Daran sollten sich Politiker, Unternehmer und Banker in unserer marktwirtschaftlichen Ordnung immer wieder erinnern. Aber auch wir als Arbeitnehmer und Konsumenten müssten uns eigentlich bewusst machen, dass alle staatlichen Wohlfahrtsleistungen, die immer stärker nur noch mit Krediten finanziert werden, auf Sand gebaut sind. Eigentlich müssten wir in Deutschland bei der aktuellen Konjunkturlage mit sprudelnden Steuereinnahmen in den öffentlichen Haushalten satte Überschüsse erzielen. Doch stattdessen braucht die öffentliche Hand auch im laufenden Jahr Dutzende Milliarden neuer Kredite.
Der demografische Wandel tut sein Übriges. Immer weniger Erwerbspersonen müssen immer mehr ihres Einkommens für Renten, Pensionen und Zinseszinsen abgeben. Doch auf Debatten über die zwingende Notwendigkeit von Sparanstrengungen wartet man vergebens.
Zur Marktwirtschaft gehört die Bereitschaft zur eigenen Leistung. Wer glaubt, dass Manna wie in der Bibel vom Himmel fällt, lebt nicht in dieser Welt. Vielleicht sollten sich Politiker aller Couleur einmal wieder an den Urvater der Sozialen Marktwirtschaft, Ludwig Erhard, erinnern, der uns Bürgern vor rund 60 Jahren ins Stammbuch schrieb: „Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken lässt.“


Ist das hier ein Ökonomieblog oder ist das ein Forum in dem Herr Metzger die Parteilinie der Grünen und des möglichen Koalitionspartners SPD vermeintlich untermauern kann?
Fazit des Beitrages: Herr Metzger, Sie sind Mitglied einer Partei die Regierungsverantwortung getragen hat, vielleicht bald wieder tragen wird. Tun Sie doch einfach was?
Zum letzten Absatz – Meine Erfahrung: Die Menschen sind zur Leistung bereit, sie wollen aber auch nicht durch exorbitant hohe steuerliche Belastung die exorbitant hohen Diäten der Politiker finanzieren, finanzieren was im jährlich erscheindenden Werk der Steuerverschwendung steht, die Nachlässigkeiten anderer Länder finanzieren……
Der der Werte SCHAFFT durch seine tägliche Arbeit der sollte mehr haben als die, die die Werte nur verwalten, verteilen usw. Schon einmal darüber nachgedacht?
Ja, das ist Politik….
Lieber Herr Metzger,
wider den Zeitgeist zu schreiben, ist ein undankbares Unterfangen…
Und das Elend des demokratsichen Wohlfahrtsstaates ist es, dass die Unterstützung für seine Transferzahlungen in dem Maße wächst, in dem immer mehr seiner Bevölkerung am Tropf hängt, und je mehr Bevölkerung an seinem Tropf hängt, des weniger ist er zu finanzieren…
Aber wir können den so gerne bemühten nachwachsenden Generationen, dann, wenn wir ihnen den Scherbenhaufen keynesianistisch-wohlfahrtsstaatlicher Orgien hinterlassen, zumindest sagen, dass wir sozial gerecht gehandelt haben, gegen Armut vorgegangen sind und alle lebensbereiche gendergemainstream haben und dass wir immer gute Menschen waren, sein wollten … oder so. Und so bleibt auch für die in Armut lebenden nächsten Generationen ein tröstliches Wort… (und vielleich erinnern sich die Chinesen ja an die ganze Entwicklungshilfe und geben ein bischen von ihrem Wohlstand ab…)
Natürlich ist das nur Satire!
Die goldene Bilanzregel “Schulden = Vermögen” wird auch leider in diesem Beitrag wieder nicht beachtet.
Der Versuch, die Schulden dadurch abzubauen, indem wir die Hartz4ler verhungern lassen, wird nicht funktionieren.
Dem Geldvermögen werden auch immer Geldschulden gegenüberstehen !
Irgendwo stand was von Sparen und Investieren.
Klar, wenn es uns gelingt, das immense Geldvermögen in investiven Schulden zu binden, sind wir besser dran. Nur, wer will unsicheren Unternehmen großzügig Kredite geben, und welches gute Unternehmen braucht die überhaupt noch ? Viele Unternehmen finanzieren dank hoher Gewinne das bisschen was sie investieren doch aus dem Cash-flow. ( Ein Zusammenhang zwischen den steigenden Unternehmens- und Unternehmer-gewinnen und einer steigenden Zahl hilfbedürftiger Niedriglöhner und Arbeitsloser ist möglicher Weise vorhanden, aber auf jeden Fall nur reiner Zufall ).
Also, wer die Staatsschulden wirklich dauerhaft abbauen will, muss entweder neue, gute Schuldner präsentieren, oder wenn, dann das Geld beim Geldvermögen abzwacken.
“Eigentlich müssten wir in Deutschland bei der aktuellen Konjunkturlage mit sprudelnden Steuereinnahmen in den öffentlichen Haushalten satte Überschüsse erzielen. Doch stattdessen braucht die öffentliche Hand auch im laufenden Jahr Dutzende Milliarden neuer Kredite.”
Herr Metzger beschäftigen sie sich irgendwann auch mal mit Wirtschaftszahlen? Deutschland hat seine Wirtschaftsleistung von 2007 gerade dieses Jahr wieder erreicht. Inflation gab es dennoch. Zusätzliche Verschuldung aufgrund von Bankenrettung, Kurzarbeitergeld, Eurorettung, Steuerausfälle gab es oben drauf. Diese Dinge haben rein gar nichts mit Demographie zu tun, sondern mit einer Wirtschaftskrise in der wir immer noch drin stecken. Deutschland hatte Steuereinnahmen, welche höher waren als prognostiziert. Basierend auf Prognosen im tiefsten Loch der Krise wurde mehr eingenommen, im Bezug auf 2006 oder 2007 wurde und wird deutlich weniger aus projeziert eingenommen. Ihr Text vernachlässig einfach mal so die wirtschaftspolitische Lage.
@Michael Klein
“wider den Zeitgeist zu schreiben, ist ein undankbares Unterfangen… ”
Wenn er sich wenigstens an die Realität und kein Wunschgebilde halten würde.
“Und so bleibt auch für die in Armut lebenden nächsten Generationen ein tröstliches Wort… ”
??? Der Reichtum der Deutschen wächst jedes Jahr deutlich mehr als die Verschuldung. Ich sehe keine Verarmung, nur ungleiche Verteilung. Diese Verteiung hat ihre Ursache nicht aufgrund “keynesianistisch-wohlfahrtsstaatlicher Orgien”, sondern aufgrund verschiedener Liberalisierungen im Finanz- und Arbeitsmarktsektor. Die Löhne sinken real seit über 20 Jahren, die Unternehmens- und Vermögensgewinne stiegen in der gleichen Zeit enorm an. Die Politik reagierte auf diese Verschiebung der Einnahmen, indem sie die Steuern bei den Gewinnern senkte.
Deutschland lebt also über seinen Verhältnissen. Die Amerikaner auch. Und die Griechen, Spanier und Italiener sowieso. Eigentlich, wenn wir ehrlich sind, leben die Briten auch über ihren Verhältnissen. Die Japaner, mit ihrer immens hohen Staatsverschuldung, ebenfalls. Und von den Franzosen reden wir lieber mal nicht.
Ich bin gespannt, wenn uns der erste Wirtschaftsexperte mal verrät, wer unter seinen Verhältnissen lebt. An dem Tag mach ich ein Bier auf.
Unter ihren Verhältnissen leben die Superreichen. Sie horten ihr Geld, bezahlen kaum Steuern, ihr Handeln führt zu Wirtschaftskrisen, welche dann wieder staatliche Milliarden zur Rettung benötigen.
Zurück zu Ludwig Erhard heißt hoffentlich auch zurück zu 53 % Spitzensteuersatz. Damit war Wohlstand für alle möglich. Parteikollege Kirchhof möchte den Spitzensteuersatz auf 25% senken. Damit ist unser Sozialstaat natürlich nicht finanzierbar.
Es gibt nur ein Verteilungsproblem, in unserer Gesellschaft sollte es “eigentlich” kein Armutsproblem geben.
Der kreditfinanzierte Wohlstand der “Reichen 10%” muss man sagen, die Armen und die Mittelschicht besitzen keinen nennenswerten Wohlstand.
Aber alle bisherigen Lösungen, schaffen nur mehr Probleme, als wir eh schon haben. Das ganze derzeitige System muss überdacht werden, damit mein ich nicht die soziale Marktwirtschaft, sondern das was wir daraus gemacht haben.
@Surp
das Problem mit den Reichen ist, dass Sie reich sind, d.h. im Gegensatz zur Mittelschicht nagt nicht monatlicher Zins und Tilgung am Einkommen. Reiche sind reich, weil Sie Geld haben, nicht weil Sie Schulden haben… Kreditfinanziert werden in Deutschland die Sozialsysteme, nicht die Reichen.
@chriwi
Wenn Deutschland von einem jaehrlich wachsenden Reichtum gepraegt ist, warum steigt dann regelmaessig die staatliche Kreditaufnahme… Sagen Sie jetzt bitte nicht, die schefe Verteilung der Einkommen ist schuld, denn die hat mit der Kreditaufnahme nichts zu tun …
@Realist: “Ich bin gespannt, wenn uns der erste Wirtschaftsexperte mal verrät, wer unter seinen Verhältnissen lebt. An dem Tag mach ich ein Bier auf. ”
Dem kann man abhelfen, denn die Frage ist rein wissenschaftlich einfach zu beantworten: Die Chinesen und die Deutschen. Unter seinen Verhältnissen lebt jeder, der weniger konsumiert als er Wertschöpfung betreibt bzw. produziert. Und diese Größe kann man in jeder volkswirtschaftlichen Statistik nachlesen unter dem Namen “Leistungsbilanzüberschuss”.
Das Grundverständnis für diese einfachsten volkswirtschaftlichen Zusammenhänge bei der Politik nicht vorhanden. Die PIIGS-Krise ist letztlich dem Ignorieren dieser Zusammenhänge zuzuschreiben.
Auch Herr Metzger betrachtet die Volkswirtschaft und den Staatshaushalt wie die GuV eines Unternehmens, und zieht daher eine ganze Reihe von falschen und leider auch sehr schädlich Schlüssen. Denn wie Eric richtig anmerkt: “Die goldene Bilanzregel “Schulden = Vermögen” wird auch leider in diesem Beitrag wieder nicht beachtet.” Betriebswirtschaftlich spielt so etwas keine Rolle, volkswirtschaftlich eine entscheidende.
Auch der berechtigte Hinweis auf die mangelnde Finanzierung des Staates in Zeiten wirtschaftlicher Expansion ist ein Beispiel: Es gibt staatliche Aufgaben, die in unzureichender Quantität und Qualität (z.B. Bildung, öffentliche und äußere Sicherheit, Gesundheit, Pflege, Infrastruktur) geleistet werden. Offensichtlich ist der Staat aber nicht Willens oder in der Lage sein Einnahmen. und Einnahmenstrukturproblem zu lösen, sondern nimmt ein vermeintliches Ausgabenproblem an.
Diese Art Irrtümer haben die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und der EU geschadet, und werden es offensichtlich auch weiterhin tun, so lange wir Politiker mit dieser Art Denken in den Parlamenten haben.
@ Surp
Was die soziale Marktwirtschaft mal war, können Sie bei Ludwig Erhard nachlesen: bester Neoliberalismus.
Was wir heute haben, ist eine Art sozialistische Marktwirtschaft mit teilweise unfaßbar absurden Verzerrungen durch Vater Staat.
“die Armen und die Mittelschicht besitzen keinen nennenswerten Wohlstand.”
@ Surp:
Dann definieren Sie mir bitte mal die Einkommen der Mittelschicht. Welche Einkommensgruppe gehört also Ihrer Meinung nach der Mittelschicht an, dass es nicht nennenwertes Vermögen ist?
Der Witz ist doch, dass auch die Mittelschicht sehr anständige Mengen an Gütern angehäuft hat (Häuser, Autos, Barvermögen, etc.), jedoch nur in Relation zu den genannten 10% als Mittelschicht stehen. Absolut betrachtet – wenn man mal die Einkommensverteilung in Deutschland anschaut, haben wir in dieser Schicht doch Einkommen zwischen 40.000 – 60.000 Euro. Und das ist nicht nennenswert?
Es gibt in jeder Gesellschaft diese 3 Schichten, ist nur eine Frage der Relation bzw. Definition. Aber uns geht es verdammt gut. Von Armut in Deutschland kann keine Rede sein. In Relation ja, in absoluten Zahlen und Grundsicherheit sicherlich nicht!
@ Realist
“Unter ihren Verhältnissen leben die Superreichen. Sie horten ihr Geld, bezahlen kaum Steuern, ihr Handeln führt zu Wirtschaftskrisen, welche dann wieder staatliche Milliarden zur Rettung benötigen. ”
Ach ja, die zehntausende Arbeitsplätze die in den letzten Jahrzehnten durch genau diese Menschen geschaffen wurden lassen wir dann mal beiseite. Schliesslich führen pauschale Neiddiskussionen nie zu einen sachlichen Ergebniss, sondern es gilt: Unternehmer sind per se reich, Superreiche bringen keine Leistung und die Finanzkrise wurde nur durch die raffgierigen Banker ausgelöst. Es sind immer die anderen Schuld. Herrlich einfache Welt. Ist aber nicht unsere Welt, denn die Realität sieht doch anders aus.
Wer kauft denn viel zu teure Autos auf Pump, Leasingfahrzeuge, Möbel und Fernseher auf Kredit, viel zu große Einfamilienhäuser, usw.
“Sie horten ihr Geld, bezahlen kaum Steuern”
Weil man 1 Mrd. Euro eben nicht ausgeben kann. In Realtion bezahlen diese Einkommensschichten sicherlich wenig, in absoluten Zahlen jedoch enorme Summen. nd sind es nicht auch “normale” Arbeitnehmer, die sich durch die Werbekosten und andere Gestaltungsmöglichkeiten versuchen, die Steuerlast am Rande der Legalität zu drücken? Ist die Arbeitsstelle plötzlich 2 Kilometer weiter um hier und da noch etwas zu sparen, das Abendessen mnit der Gattin wird zum Geschäftstermin und der Computer ist natürlich beruflich dringend notwendig, ebenso wie das iPhone.
Jeder in seinem Rahmen. Und jeder sollte vor seiner Türe kehren, bevor er populistisch mal wieder die unsagbaren Superreichen angreift. Denn das ist Neid. Es sollte aber eher Motivation sein – man sieht, dass man in dieser Wlet etwas erreichen kann. Vom Tellerwäscher zum Millionär, das geht. Ich versuche es zumindets. Aber nicht so.
@Micheal Klein
“Wenn Deutschland von einem jaehrlich wachsenden Reichtum gepraegt ist, warum steigt dann regelmaessig die staatliche Kreditaufnahme…”
Weil Deutschland wohl nicht nur aus dem Staatshaushalt besteht, sondern aus allen Menschen die hier leben. Ein Teil dieses Wohlstandes wird zum Unterhalt eines Staatsapparates verwendet. Dieser Teil ist offensichtlich zu gering für den betriebenen Aufwand.
Die Einkommen haben durchaus eine Teilschuld. Sind die Einkommen höher sind es auch die Steuereinnahmen. Kapitalerträge lassen sich nicht so einfach besteuern und werden gerne mal versteckt. Bei Masseneinkommen geschieht dies zwar auch, aber die Möglichkeiten sind deutlich geringer.
@Kammerjäger
“Offensichtlich ist der Staat aber nicht Willens oder in der Lage sein Einnahmen. und Einnahmenstrukturproblem zu lösen, sondern nimmt ein vermeintliches Ausgabenproblem an.”
Das sind zentrale Probleme, welche sehr selten angesprochen werden.
@Markus
“haben wir in dieser Schicht doch Einkommen zwischen 40.000 – 60.000 Euro.”
Das ist der obere Bereich der Mittelschicht. Das Medianeinkommen liegt mit 25.000 Euro also weit darunter. Somit ist der abgesteckte Bereich schon den oberen 20-30% zuzuordnen.
“Das ist der obere Bereich der Mittelschicht. Das Medianeinkommen liegt mit 25.000 Euro also weit darunter. Somit ist der abgesteckte Bereich schon den oberen 20-30% zuzuordnen.”
Klar ist dies der obere Bereich, aber auch der dominante (über 40% ALLER Arbeitnehmer/ Steuerzahler. Dies geht aus den Steueraufkommen hervor.
Ganz nett: Bei Wikipedia ist eine Liste hinterlegt, welche die Durchschnittseinkommen unzähliger Berufsgruppen betrachtet (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Durchschnittseinkommen_in_Deutschland_nach_Berufen_2006) .
Was ebenfalls nicht beachtet wird: Das bestehende (geerbte) vermögen.
“Klar ist dies der obere Bereich, aber auch der dominante ”
Nehmen wir an 10% haben noch mehr als diese 40%. Dann haben 50% deutlich weniger Einkommen. Das sollten sie gegenrechenen. Immerhin müssen 50% unterhalb des Medians liegen. Folglich mag dies der dominate Anteil sein, aber es ist ein wohlhabender Ausschnitt der Gesellschaft.
@ chriwi
Absolut – so meinte ich das auch. Zu deutsch: Der einen Hälfte gehts gut, der anderen weniger gut. Ergo: 50% verdienen unter 40.000 Euro.
Das würde ich jetzt aber nicht als Negativ ansehen – denn wir haben ein progressives Steuersystem, wonach eben überproportional die “Besserveerdiener” zur Kasse gebeten werden. Und das sind numal sehr viele.
Weiterhin sind auch diese höheren Einkommensgruppen ein Grund dafür, dass auch Arbeitsplätze geschaffen werden – denn das Geld fliesst zum Teil wieder in den Kreislauf und bietet Beschäftigung.
Aber es dreht sich immer wieder um die eine Gretchenfrage: Wieviel Euro muss eine Person im Jahr haben, um “artgerecht” in Deutschland leben zu können?
Sind also 25.000 Euro viel oder wenig – in absoluter Betrachtung!
Diese Frage gilt es klären, denn bahezu alle sozialen Diskussionen drehen sich genau um diesen Aspekt. Und in wie weit kann man dies allgemein aussagen?
“Ergo: 50% verdienen unter 40.000 Euro.”
Das ist falsch. 50% verdienen unter 25.000 Euro. Mittelwert und Median sind zwei verschiedene Sachen. Aufgrund der großen Ungleichverteilung der Einkommen ist der Mittelwert höher.
“Weiterhin sind auch diese höheren Einkommensgruppen ein Grund dafür, dass auch Arbeitsplätze geschaffen werden – denn das Geld fliesst zum Teil wieder in den Kreislauf und bietet Beschäftigung.”
Stimmt schon, aber das trifft auf jedes Einkommen zu. Hauptsaches es wird konsumiert und investiert.
“Aber es dreht sich immer wieder um die eine Gretchenfrage: Wieviel Euro muss eine Person im Jahr haben, um “artgerecht” in Deutschland leben zu können?”
Darüber kann man streiten. Nimmt man die Armutsgrenze, dann wäre es etwas um 14.000 Euro.
“Sind also 25.000 Euro viel oder wenig – in absoluter Betrachtung!”
Kommt darauf an wie die Gesamtsituation ist. Ist dieser Job sicher und man ist Alleine, dann würde ich sagen ja. Hat man Familie lebt in einer teuerern Stadt und das Arbeitsverhältnis ist unsicher, dann nein. Zumindest das unsichere Arbeitsverhältnis trifft gerade die niedrigeren Einkommen. Davon abgesehen, dass immer noch 50% unter 25.000 Euro verdienen.
@ chriwi
Dann wäre es doch schon beantwortet: 25.000 Euro sind wesentlich über der Armutsgrenze, Sehr deutlich sogar.
Bei Familien ist sicherlich ein höheres Einkommen notwendig – aber hier gibt es auch Transferleistungen und die Option von zwei Einkommen.
“Zumindest das unsichere Arbeitsverhältnis trifft gerade die niedrigeren Einkommen”
Wieso? Das trifft genauso die Mittelschicht. Es ist auch nciht die Unsicherheit – sondern die GFrage, ob man nach einer Kündigung wieder eine Anstellung bekommt (Opportunitätsprinzip). Sicherheit im Job gibt es nicht (ausser Beamte). Und damit wird wunderbar Druck ausgeübt. Und der AN glaubt dies in seiner Verzweiflung.
“Darüber kann man streiten. Nimmt man die Armutsgrenze, dann wäre es etwas um 14.000 Euro.”
Solange eben dies nicht hinreichend geklärt ist, haben all diese Diskussionen kaum Sinn. Denn wir wissen faktisch gar nicht, was wir erreichen wollen. Wir fordern ein Ziel, welches wir nicht messen können – da wir es nicht definieren. Da gilt auch für System wie BGE usw.
Wenn wir wissen wollen, was angemessen ist, müssen wir dies definieren. Alles andere sind nur endlose Diskussionen um den heissen Brei. Aber keiner wagt es, eine Zahl zu nennen – denn er/ sie würde sofort öffentlich angeprangert werden, wie falksch diese Zahl doch ist (Vgl. Hartz IV Satz Diskussion).
Aber wie kann man eine solche Zahl errechnen – nachvollziehbar und ungeschönt? Es darf vor Allem keine realtive Summe sein – sondern muss absolut betrachtet den Anforderungen entsprechen. Und da fängt es schon an…
@ Michael Klein
“das Problem mit den Reichen ist, dass Sie reich sind, d.h. im Gegensatz zur Mittelschicht nagt nicht monatlicher Zins und Tilgung am Einkommen. Reiche sind reich, weil Sie Geld haben, nicht weil Sie Schulden haben… Kreditfinanziert werden in Deutschland die Sozialsysteme, nicht die Reichen.”
Dann frage ich andersherum, bei wem ist der deutsche Staat verschuldet, doch wohl nicht bei den Armen oder der Mittelschicht, oder?
Er hätte ja auch jedes Jahr soviel Geld einsammeln können, das er sein angestrebtes Ziel erreicht, ohne Schulden aufzunehmen, hätte er gewollt, das wollte/jonnte er aber scheinbar nicht.
Ich meine, sie posten hier im Ökonomen Blog und verstehen nichtmal die absoluten Grundzusammenhänge (und ich mach Tippfehler^^).
@ Markus
Die Mittelschicht besitzt kein gewichtiges Vermögen, sie verfügt in Teilen über ein ausreichendes Einkommen für die typischen Begehrlichkeiten usnerer Konsumgesellschaft, in großen Teilen hat sie nichtmal dieses.
@ Surp
Für besitzt die Mittelschicht eine Immobilie (oder kann diese finanzieren), 1-2 Autos, geht 1-2 im Jahr in den Urlaub, usw. Hat also ein Haushaltseinkommen von +40.000 Euro. (5-Jahresschnitt)
Naja, wenn für Sie das nicht “gewichtig” ist muss ich wohl mein Verständnis von Wohlstand neu definieren. Aber für Sie sind scheinbar die “typischen Begehrlichkeiten” nicht nennenswert. Das sehe ich gänzlich anders. Recih ist man, wenn man sich Dinge kaufen kann, die man nicht braucht, ohne die Grundbedürfnisse einschränken zu müssen. Denn das ist Luxus. Auf der ganzen Welt. Sie stufen den Luxus in unterschielliche Klassen. Gerne – aber dann benennen Sie dies auch so, denn sonst erwägt es den Anschein, es würde den meisten Menschen in diesem Land schlecht gehen.
Mit einem Haushaltseinkommen von 40 tausend Euro kann man sich das geschriebene aber nicht leisten. Das sind gerade mal 20 tausend je Person. Kommen Kinder hinzu, dann sieht eher noch schlechter aus. Sie betrachten zu sehr die obere Mittelschicht. Die untere vernachlässigen sie vollkommen.
Ich suche auch die Masse. Und diese liegt doch in diesem Bereich. So ergeben es die Zahlen, die ich finde. Aber die Angaben variieren enorm.
Und man kann das mit 40.000 Euro durchaus realisieren – bleibt eben nichts zum sparen. Und die Autos sind geleast oder finanziert. Es muss ja keine E-Klasse sein udn auch kein EFH.
@ Markus
Man sollte ein Einkommen mit einer Nettokaufkraft von 40.000 Euro anstreben, damit wäre ein gutes Maß erreicht, hier spricht die Glücksforschung von einem fast nicht mehr vorhandene Zunahme des Glücks durch mehr Einkommen .
Ein BGE sollte ca. je nach Finanzierung zwischen 12.000 und 24.000 Euro p.a. liegen (dies ist kein Nettokaufkraft-Einkommen, sondern erheblich weniger, damit das klar ist), dann ist immer noch sehr viel Spielraum für entsprechende Leistungsanreize gegeben.
@ Markus
Die Masse der Bürger hat Chriwi beschrieben, die liegen weit unter ihren 40.000,00, dass ist doch das Problem, was ich meine wir lassen uns von Statistiken verarschen.
ok, soweit klar. Wieso aber muss das BGE zwischen 12-und 24TEuro liegen, woran machen Sie das fest (die Spanne ist schon sehr enorm…). Genau diese Antort suche ich: Wieviel Geld benötigt eine Person?
Mein Problem ist die Relation: Sind also zB 20.000 Euro Nettoeinkommen viel oder wenig? Woran mache ich das fest? Am Durchschnitt der Erwerbseinkommen sicherlich nicht, denn ich suche die absolute Grösse. Ich finde immer irgendjemand der mehr oder weniger Geld verdient. Auch der Millionär ist im Verhältnis zu einem Miliardär “arm” – aber diesen Begriff würde hier niemand verwenden.
wieviel Euro Kaufkraft sind angemessen?
Ohne diese Antwort sehe ich sämtliche Einkommens- oder BGE-Diskussionen als hinfällig an. Denn wie wollen wir eine Verteilung optimal gestalten, wenn wir das Maß gar nicht kennen?
@ Markus
Das Maß richtet sich nach dem was einer Gesellschaft sinnvoll erscheint, dies ist sehr schwer zu beschreiben.
Das Minimum stellt das Grundgesetz dar, also Existenz plus Teilhabe (das ist der Teil den man definieren muss).
Also für mich liegt das Existenzeinkommen je nach Ort zwischen 600 – 800 Euro für einen Single, auch dies könnte man noch nach unten drücken, wenn man sagt eine Single braucht maximal eine 14 qm Wohnung.
Das ist aber nicht mein Ansinnen, ich möchte eigentlich, etwas anderes erreichen, man sollte wenn man schon wie bescheuert umverteilt, was wir tun (unsere tatsächliche Staatsquote liegt locker bei 80%, wenn man wirklich konsequent liberal denkt).
Dieses gesamte Einkommen möchte ich den Bürgern zur Verfügung stellen damit diese entscheiden was für sie wichtig ist und nicht immer gesagt bekommen müssen was richtig sein soll (natürlich passiert dies indirekt trotzdem).
Das hohe BGE von 24.000 Euro entspricht in etwa unserem BIP, das erscheint viel, aber wenn man sich unser BIP genau anschaut isses absolut finanzierbar, solange man bereit ist konsequent Erwerbsarbeitsplätze und vorallem perverse Zukunftsversprechen (Subventionen, Gesetze, Renten, Pensionen etc.) abzubauen.
Der einzige Grund für Armut ist Erwerbsarbeit und die die daruas folgende Überwachung, Überregulierung etc..
Da muss man ansetzten um die Welt lebenswerter und nachhaltiger zu gestalten.
Aber derzeit profitieren gerade die Menschen davon, die bei einem anderem System zu den Verlierern gehören, da sie eigentlich nichts produktives zu einer Gesellschaft beitragen können.
In so einem System, bin ich mir ziemlich sicher, herrscht Vollbeschäftigung, da man immer mehr hat und alles was man jemals erreicht hat behalten darf.